Es gibt mehrere Wahlverfahren, die man als demokratisch betrachten kann.
Nicht demokratisch wäre, wenn einzelne Gruppen systematisch benachteiligt würden (das ist leider in Ansätzen in den USA zu beobachten) oder sogar einzelne ihres Wahlrechts beraubt werden, z.B.
wie du vollkommen zu Recht schreibst
Nicht wenn man die Wahlkreise bewusst so zu zuschneidet, dass dieses Ergebnis erreicht wird (gerrymendering).
Warum denn?
Was du unter „politischer Agenda“ verstehst ist vielleicht nicht das was die Trump Wähler darunter verstehen.
Das war seine Agenda.
Erinnert mich an die Situation hier mit der AFD.
Ist also kein Systemthema.
Das du andere Anforderungen stellst ist ja okay.
Das das System ggf. polarisiert mag sein, muss aber nicht. Siehe Frankreich.
Warum soll das keine politische Plattform bieten? Ist nur schwerer gewählt zu werden.
Es werden auf der Ebene wo „Delegierte“ gewählt werden alle Stimmen ausgezählt.
Im Bundesrat sitzen auch nur die, die aus den jeweiligen Regierungsparteien.
Auch wenn die überall nur eine Knappe Mehrheit hatten. Undemokratisch?
Doch sie wird gezählt. Ob die dann ausreicht das Ergebnis zu ändern, ist eine andere Sache.
Es gibt auch keine „Republikanischen Bundesstaaten“ Es gibt Bundesstaaten in denen die Mehrheitsverhältnisse nun mal traditionell so sind wie sie sind.
Haben wir auch, siehe Bayern. Da ist der Ministerpräsident immer von der CSU.
Das würde ich so nicht stehenlassen wollen. Selbst wenn sich alle an alle Regeln halten: Davon wird ein System mit Mehrheitswahlrecht nicht demokratisch.
Wenn es wie in F, GB und USA nahezu 50:50 steht, wird die Hälfte der Wähler systemimmanent überstimmt. Kompromisse müssen nur bisweilen gefunden, werden, wenn keine Partei beide Kammern besetzt.
Vom Gerrymandering und den Schikanen, überhaupt wählen zu dürfen mal ganz abgesehen.
Da sind wir uns alle einig, dass das nicht demokratisch ist. Darum geht es aber nicht.
Auch in Staaten mit Mehrheitswahlrecht ist es komplizierter, da jede Regierung, die wiedergewählt werden will auf die öffentliche Meinung Rücksicht nehmen muss, weil sie bei der nächsten Wahl abgewählt werden kann. Nicht viel anders als bei uns.
Diese Möglichkeit der Abwahl ist ein ganz wesentliches Element einer Demokratie, wenn nicht das entscheidende. Deswegen sind Pressfreiheit, Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht usw. nach meiner Auffassung viel entscheidender als die genaue Ausgestaltung des Wahlrechts, solange es einigermaßen fair ist.
Bei dem Präsidialsystem der USA hat es der Präsident oft mit einer oder sogar zwei Kammern zu tun, in denen seine Partei in der Minderheit ist.
Das ist natürlich das Entscheidende. Ich halte das System in USA auch nicht für undemoratisch, aber für unpassend.
Es gibt wohl keinen Ausweg aus dem Mehrheitswahlrecht, soweit ich weiß.
War es früher von Vorteil? Ist nicht mein Fachgebiet.
In der Schweiz wird auch bei jeder Entscheidung eine neue Mehrheit gesucht, wenn ich es richtig verstanden habe.
Und hat nicht Belgien monatelang immer keine Regierung?
Das spielt bei der Wahl einer einzigen Person aber keine Rolle.
Und die nenne ich „Republikanischen Bundesstaaten“, das ist kürzer als dein Satz.
Ich bin immer mehr verärgert darüber, daß du auf die von mir zitieren Prinzipien einer demokratischen Wahl und insbesondere auf die bei der Präsidentenwahl verletzen Prinzipien mit keinem Wort eingehst.
Ich zitiere mich mal selber damit du die Frage nicht suchen muss:
Noch mal:
Bei der Wahl einer einzigen Person (z. B. Präsident) gibt es kein Verhältniswahlrecht sondern immer ein Mehrheitswahlrecht weil man immer eine 100% einer Person bekommt und keine Anteile je nach Stimmverteilung.
Zu ziehst aber daraus die falschen Schlüsse:
Ich habe auf deine Frage mit " Ja" geantwortet, was willst du mehr?
Ich ärgere mich auch mittlerweile, weil du alle Erklärungen zu ignorieren scheinst weil sie nicht deine Ansicht stützen.
Alle Kriterien für eine demokratische Wahl sind in USA erfüllt.
Das mit dem Punkt „keine Wahlmänner“ ist eine Festlegung für die Wahl des Bundestages. Steht so ja auch drüber.
Also nicht eine Festlegung für eine Wahl in einem Land (hier Dt. Bundestagswahl) als allgemeingültige Kriterien für eine demokratische Wahl darstellen.
Denn selbst beim Bundeskanzler und Bundespräsidenten sieht es schon ganz anders aus. Die werden auch nicht direkt gewählt sondern im Prinzip über Wahl Männer/Frauen. Aber deshalb sind die Wahlen ja wohl nicht undemokratisch.
Auch die Grünen wählen ihre Führung über Delegierte (Wahlmänner/Frauen). Das sie aus anderen Gründen undemokratisch sind, ist eine andere Sache.
Auch unser Verhältniswahlrecht, dass ich auch bevorzuge, kommt auch an seine Grenzen, wenn in Hinterzimmern zum Machterhalt oder Machtgewinn irgendwelche Koalitionen aus geschachert werden, die der Wähler so nicht gewollt hat.
Das würde nur bei einer Direktwahl stimmen, bei einer Wahl über Wahlmänner kann es aber schon passieren, dass das sog. Popular Vote vom Vote der Wahlmänner abweicht. Das war z.B. bei Hillary Clinton so, nach dem PV hätte sie gewonnen. Das ist nicht ganz fair, aber es ist auch nicht undemokratisch.
Das klingt so negativ, Hinterzimmer, geschachert. Es handelt sich dabei um ein verfassungsgemäßes Prozedere. Das sind keine Grenzen unseres Wahlrechts, das ist ein immanenter Teil davon. Das letzte Mal war es übrigens kein Hinterzimmer, sondern ein Vorderzimmer mit Balkon
Bei uns kann übrigens kein Wähler eine Koalition wählen, er kann ja immer nur Parteien wählen. Mit der daraus entstehenden Koalition muss er dann leben. Bis zur nächsten Wahl.
Die Aussage sollte sein, das wenn nur eine Person gewählt wird, gibt es keine „Verhältnisse“ für ein Verhältniswahlrecht.
Ich meine auch nicht, dass unser Wahlrecht schlecht wäre.
Ich wollte damit ausdrücken, dass es wohl keine perfekte Lösung gibt, die jeden Fall absolut befriedigend abdeckt.
Die Sache mit den Koalitionen ist aber nicht Teil des Wahlrechts, sondern Politik die mit den Verhältnissen klar kommen muss.
Dann bitte ich um Verzeihung. Das muss ich überlesen haben. Wenn wir uns in dem Punkt einig sind, dann ist es für mich ok.
Noch eine Anmerkung zum Thema demokratisch oder undemokratisch: Das ist ja keine Ja/Nein Entscheidung. Deshalb gibt es ja die Demokratie-Indices.
Und in diesem Spektrum liegt die Präsidentenwahl in Amerika schon ziemlich weit unten: Verletzung zweier Demokratischer Grundprinzipien und man braucht Milliarden Dollar um überhaupt mit irgend einer Aussicht auf Erfolg an dieser Wahl teilzunehmen.
Platz 29 von 167 ist nicht weit unten. Und die ersten 30 liegen auch meist nicht so weit auseinander.
Und wie gesagt, bei so Tabellen kommt es auch darauf an wer wie gewichtet hat.
Welche sollen das sein?
Das liegt aber nicht am System, sondern an den Wählern die sich von Werbung scheinbar sehr beeinflussen lassen.
Weil am Ende einer gewählt ist? Ich dachte, das ist Sinn der ganzen Sache.
Es gibt nicht den Wählerwillen. Das ist ein hypothetisch Konstrukt. Es gibt in Wirklichkeit soviele Willen, wie es Wähler gibt.
Das ist jetzt wieder USA-Bashing. Was ziemlich weit unten liegt sind Russland, China und Venezuela (um nur ein paar zu nennen). Die USA liegen haushoch darüber.
Ich habe schon mal geschrieben, dass weder Clinton noch Obama noch Harris Milliarden von Dollar haben. Sie haben aber viele Spender überzeugt.