Die Idee des Longtermism - ein Glaube für und an die Zukunft?

wenn ihr gern wissen möchtet, wie die Räuber-Beute-Beziehung funktioniert,

hier ein gutes Erklärvideo dazu:

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Das Video ist für das Grundverständnis hervorragend geeignet! :+1:
Es unterschlägt allerdings, daß es dem Menschen als vielleicht (?!) einzigem Lebewesen unter den Räubern „hin und wieder“ bzw. viel zu oft :frowning: gelingt, so gründlich zu räubern, dass dies zum Aussterben der Beute führt - zwar gibt es unter den Bakterien das Phänomen der Resistenz, das noch in das Schema des Videos passt - es gibt aber eben auch genügend Gegenbeispiele (z.B. die Nashörner - als eines unter vielen…:slight_smile:

@WitzelJo

Ich habe bis heute nicht verstanden, warum die Beschäftigung mit dem möglichen (ich habe mich schon gebessert! :wink: Arten- (wie auch des definitiv feststehenden persönlichen) Todes immer gleich mit Depressionen einher geht…
Die Vorstellung eines ewigen Existierens ist viel gruseliger…

Wer spricht von ewig. Ich fände es nur schick, wenn wir wenigsten die Dinosaurier outperformen könnten. Als sagen wir 70 Millionen Jahre oder so. :slight_smile: Es geht ja auch nicht um das ewige Leben für ein Individuum.

Obwohl so 10.000 Jahre käme ich schon zurecht glaube ich. Da wäre dann genug Zeit sich einfach mal 10 Jahre in eine Höhle zu setzen wie Tenzin Palmo. :sunglasses:

Das gab es in der Tierwelt auch. Der Unterschied ist nur, dass dann andere Arten die frei gewordenen ökologischen Nischen besetzt haben, die vielleicht giftig waren oder schneller als die Räuber.

Die Nischen, die die Menschen frei machen werden, könnten eventuell von Humanoiden Robotern besetzt werden, die UV- und hitzeresistent sind und als „Nahrung“ nur Strom benötigen.

Ich glaube die Metapher kommt nicht ganz rüber. Schade.

Um was geht es dir? Um das überleben der Spezies Homo Sapiens? Warum eigentlich?

Der Gedanke gefällt mir einfach. Und als Konzept ist es deutlich besser als in irgend ein heiliges Land einzufallen, um die ungläubigen zu töten, wie es ja bei vielen alten Religionen üblich ist. Findest du nicht?

Ich sehe das im Prinzip schon genausk wie Du - das Konzept, zu akzeptieren, dass es - sei es global oder auch nur lokal, eben so ist, dass uns die Beute ausgeht, und deswegen die Population Mensch in diesen Gebieten (sei es durch Verhungern oder verdursten - je nach zurück gegangener „Beute“) ebenfalls vorübergehend zurückgeht um in dem im angehängten Video von @Biologin Zyklus zu folgen, und damit es hinterher dann wieder aufwärts geht - allein mir fehlt der Glaube, es könne dabei mit buddhistischer Stoik statt mit dramatisch kriegerischen Auseinandersetzungen gehen…

Selbst verhungernde Wölfe - um bei Deinem Beispiel zu bleiben, könnte es sein, dass die Wölfe vor dem Verhungern doch auch nicht zimperlich untereinander sein könnten - aber das weiss ich nicht so genau, da ich mich mit Wölfen nicht auskenne…

Dein Longterminismus als optimistische Variante teile ich übrigend durchaus - allerdings komme ich dabei ohne den Menschen aus :slight_smile: es reicht zu wissen/glauben(?!), dass es wahrscheinlich dem Menschen nicht gelingen wird, die Erde komplett zu sterilisieren - damit - wie nach jedem anderen Massenaussterben auch - die Zahl der Arten sich explosionsartig wieder entfalten kann und wohl auch wird - es ist im Grunde so wie beim individuellen Tod - der Sterbende macht Platz für neues - warum hältst Du in Deinem Bild am Menschen fest - nur weil wir den Wettkampf mit den Sauriern bei der Frage der Länge der Dominanz wohl verlieren werden?

Moment du vermischst hier zwei Gedanken: Der Zusammenbruch unserer jetzigen Zivilisation wird - wenn er denn eintritt - grausam sein und kriegerisch. Das hat nichts mit Buddhismus zu tun, diese Aussage war nur ein Randgedanke zur Frage der Unsterblichkeit, die du erwähnt hattest.

Nun ich bin in der Lage mich als Europäer oder als Homo Sapiens zu definieren. Also, so Kategorien wie weißer Mann oder Deutscher hinter mir zu lassen. Aber als Säugetier unter anderen Säugetieren oder als Lebewesen an sich? Nein, ich glaube das klappt nicht mal bei wirklichen Buddhisten.

Und darum geht es doch bei der Identifikation mit einer Gruppe. So funktioniert auch Altruismus - sich als Teil eines größeren Ganzen zu verstehen.

Fast alles ist besser, als irgendwo einzufallen. Aber die Alternative wäre doch das Ende unserer Art. Ich kann daran nichts schlimmes Erkennen.

Wenn man sich das Treiben des homo sapiens so anschaut, könnte man ihn glatt als Fehlentwicklung der Natur einstufen. Und da es vermutlich tausende intelligentere Spezies von Aliens gibt … weg damit.

Aber da ist auch das Fermi-Paradoxon. Es könnte auch so sein, dass wir das Ergebnis einer einzigartigen Kette von Zufällen sind und die einzige halbwegs intelligente Spezies im ganzen Universum. Und dann fände ich es schade um uns :slight_smile:

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Ja das Fermi paradoxon ist da.. Ganz klar wie stark es ausgeprägt ist es leider nicht. :confused:

Aber ja , ich denke schon das es interigentere Spezies als wir gibt. Doch halt! nicht so schnell…

So viele wie du glaubtst werden das aber nicht sein . Es ist nicht so einfach als Spezies lange genug zu exsistieren ohne sich selber zu vernichten oder aus anderen Gründen auszusterben, bevor man eine Superintelligente Spezies mit einer Hochkultur werden kann.

Je höher die Kulturstufe, desto unwahrscheinlicher wird es . Es kann sein dass diese Wahrscheinlichkeitsfunktion nicht ganz linear ist, das weiß man nicht genau..

Daher gibr es auch die sogenannte Große Filter Theorie.

Ich gehe eher von einer eher Logarithmuskurve aus, die an Kritischen Kippunkten einen disruptiven Sprung hat.

Weil ich die Große Filter Theorie nur für Teilweise richtig halte. Damit meine ich, das es vermutlich schon Große Filter gibt aber nicht so viele „Große Filter“ wie in der Theorie behauptet.

Es wird also nur ein paar wirklich große „Große Filter“ geben. Die kleineren " Großen Filter" scheinen mit nicht gefährlich genug zu sein um die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Kulturentwicklungsstufe erheblich zu beeinflussen.

Das bedeutet ich gehe davon aus dass es sehr viele Primitive Kulturen gibt und noch ziemlich viele Kulturen im Mittelfeld und oberen Mittelfeld gibt. Darüber wird es wirklich spannend, von den wirklich hohen Kulturen sollte es nur sehr wenige geben.

Zur Einordnung:

Wir rutschen bestimmt bald ins untere Mittelfeld rein. Im Augenblick sind wir knapp darunter. Wir sind keine Primitive Spezies mehr aber gerade noch keine Mittelmäßige.

Die Mittelmäßigen Kulturen beginnen da wo es möglich wird auf anderen Planeten zu leben. das haben wir fast erreicht. Wenn wir wirklich wollen haben wir das in ein paar Jahren erreicht. Weil ich davon ausgehe dass diese Stufe viele Spezies erreichen können, Dafür ist keine ungewöhnlich hohe Anfangsintelligenz und besonders früh einsetzende Vernunftkultur nötig.

Erheblich schwieriger wird es eine galaktische Kultur zu werden die eine ganze Galaxie erfolgreich zu besiedeln weiß ohne diese zu zerstören.

Da sehe ich eher den großen Filter. Denn wenn wir zu viele Planeten zersören werden wir keine wirkliche Spitzenkultur werden können, die das ganze Universum besiedelt, vielleicht sogar Universen erschaffen kann..

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Es wäre dann aber niemand mehr da, der trauern könnte.

Falls doch, wäre er nicht intelligent genug oder am falschen Ort , um uns " rechtzeitig " zu bemerken.

Vor Allem weiß man bisher nicht inwieweit bisherige Physikalische Regeln eine Gültigkeit
haben dürfen damit es tatsächlich zu einer Begegnung kommen kann.

Sonst scheitert jede theoretische Begegnung schon am Faktor Zeit.

@anonymeNutzer
Ich habe doch noch einige Anmerkungen/Fragen dazu…

Ich hatte ebenfalls schon einige Begegnungen mit dem Tod - egal ob aus einer Depression heraus oder in Form eines bösartigen Tumors mit ganz schlechter Prognose (hab ich beides schon hinter mir) - meine Erfahrung ist, das es in beiden Fällen sehr viel Mut aber auch viel Kraft/Energie kostet - egal, ob es sich um die Entscheidung für oder gegen das eigene Leben handelt… Bei Depressionen ist das sehr schwierig, weil die Perspektivlosigkeit gefühlt dominiert - das ist auch bei einer schlechten gesundheitlichen Prognose wie etwa bei Krebs so - bei Krebs, der nicht im Frühstadium erkannt wird, kommt noch hinzu, dass die Behandlung körperlich auch ein Alptraum sein kann (auch, wenn mir die Chemo damals erspart blieb - die hochdosierte Strahlentherapie war grausam genug!) - und das alles, nur um doch mit 97+x% am Ende doch zu sterben…??
Wenn Du das anders bei Deiner Erfahrung mit Krankheit hinbekommen hast, habe ich allergrößten Respekt - und natürlich würde mich interessieren, wo die Selbstverständlichkeit, mit der Du das schreibst, herkommt…
Wenn wir vielleicht beide damit rechnen, dass die Erde unbewohnbar werden könnte, stehen wir im Grunde vor einem ähnlichen Problem - ein globaler Nuklearkrieg mit einem Überleben als mehrfach schwerveletztes Strahlenopfer oder auch nur ein Verhungern/Verdursten ist grauenvoll - auch hier könnte die Erlösung in einem Freitod bestehen - auch wenn ich Dir recht gebe, dass das eine - wenn auch für mich immer noch nachvollziehbare - Flucht vor dem Problem ist, und damit vielleicht nicht gerade der Königsweg!
Gleiches gilt dann aber auch für die Flucht in den Weltraum, oder? Und ich weiss gar nicht, ob das a) derzeit überhaupt schon ein realistisches technisches Stenario ist, und b) abgesehen davon, dass ich das eher (meine blöde alte Moral :frowning: eher den Jüngeren und auch denen vorbehalten sehe, die derzeit vom durch uns Industrienationen verursachten Klimawandel reine Opfer sind - aber das stelle ich hier unter Vorbehalt, da ich vor kurzem einsehen musste, dass ich mei Moralkonstrukt zumindest mal infrage stellen sollte :slight_smile:
Das gehört aber derzeit noch zu „meiner Realität“

Was den Wohnraum angeht, so hat Deutschland nach dem 2ten Weltkrieg durchaus eindrucksvoll dokumentiert, das wir noch weit vom Ende der Fahnenstange entfernt sind - damals galt, dass - um Platz für die Ausgebomten, Vertriebenen und Heimkehrer zu schaffen, jeder noch „funktionierende Haushalt“ mindestens eine Familie aufnehmen musste - wenn wir das mit den Flüchtlingen (oder auch mit deutschen Familien machen, die dafür Immobilien für Flüchtlinge räumen), so sind schnell mal eine Millionen Wohnungen frei… (ich weiss, dass das aktuell unrealistisch ist, aber rein rechnerisch ginge das - wie eben 45 auch)

Was die Landwirtschaft angeht - die Subventionenn sind doch vor allem deswegen notwendig, weil ein Großteil der Nahrungsmittel, die besser dort blieben, wo sie dringender vor Ort gebraucht werden, mit niedrigeren Preisen mit heimischen Agrarprodukten konkurrieren glaubst Du nicht, dass das sofort aufhören würde, wenn sich die 83 Mio Menschen in Deutschland ausschliesslich von heimischer Landwirtschaft leben müsste?
Warum also nicht in dieser Richtung gezielt Förderung betreiben, im dem Nahrungsmittel, die neben den fragwürdigen Erzeugungsbedingungen oft noch eine haarsträubende Ökobilanz aufweisen, entsprechend dramatisch verteuert werden?
Das sind ausdrücklich keine rhetorischen Fragen - und ist bitte nicht als „unbedingt recht haben wollen“ zu verstehen… ich suche nur nach möglichen alternativen Ansätzen, in dem ich das bestehende konsequent infrage stelle (vielleicht mein Fehler :wink:

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Ich gehe eher davon aus, dass die Erde im Vergleich zu den anderen Planeten, die während eines Menschenlebens erreichbar sind, doch noch den geeigneteren Lebensraum für Menschen bieten wird.

Es könnte natürlich sein, dass dieser sich unter der Erde befindet oder in klimatisierten Häusern.

Die Ernährung funktioniert dann vielleicht tatsächlich mit vertical Farming.

Es bereiten sich ja einige unserer Mitmenschen schon darauf vor, kaufen sich teure Eigentumswohnungen unter der Erde und Security, die ihnen dort den Platz sichern soll.

Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen: Longtermismn.

Für mich ist der im Eingang beschriebene philosophische Gedankte eine Ergänzung der Menschenrechte und ein Ersatz für die 72 Jungfrauen oder das versprochene Himmelreich.

Doch leider muss ich nun feststellen, das es auch eine extrem dunkle Seite dieser Idee gibt.

Against longtermism

It started as a fringe philosophical theory about humanity’s future. It’s now richly funded and increasingly dangerous

Achtung: Das Essay ist ziemlich lang und nicht einfach zu lesen - zumal auf Englisch. Wer also nicht wirklich Interesse an diesem Thema hat, sollte woanders weiter diskutieren.

Ach ja die Jungfrauen, die machtgeile schon imemr für sich haben wollten.. Interessant

Außerdem weiß ich nicht was man mit 72 Frauen will..

Ich wäre mit so vielen Frauen überfordert.. seltsame Fanatsie der Philosophen und einiger Religionsgurus..

Kein Mensch kann so viele Beziehungen gleichzeitig haben, das würde mehr Zeit kosten als man derzeit alt werden kann..

@WitzelJo
Man muss denke ich unterscheiden zwischen denjenigen, die sich für langfristige Konzepte interessieren, und dabei in einem Denken von Verantwortlichkeit eingebunden sind - oder das, was in dem Artikel beschrieben wird - ein im Grunde fanatischer Rassismus …
Wenn das die Definition von „longteminism“ ist - so brauchen wir selbst dann nicht weiter darüber zu diskutieren, auch wenn wir den Artikel gelesen haben…

Allerdings gefällt mir der Schluss nicht sonderlich…
die von ihm erwähnte Wertneutralitätsthese könnte man durchaus für richtig anerkennen - selbst das Zitat der NRA „Waffen töten keine Menschen, Menschen töten Menschen“ ist isoliert betrachtet evtl. sogar richtig - das eigentliche Problem ist der Größenwahn, der Mensch sei ein Wesen, das lernen könne, damit umzugehen, und daher muss man nicht Waffen verbieten - sondern den Menschen „transformieren“ - was, wenn er leider nicht transformierbar ist - schließlich würde ich einem Schimpansen auch keine Atombombe zum Spielen geben …
Hier wird er Opfer seiner eigenen Beschränktheit, was schade ist, da der Glaube an die Weiterentwicklung des Homo sapiens, der dann aber doch ein Homo sapiens bleibt, ist doch genau einer der Dinge, die er bei den Longterministen verwirft …

Die für mich zentrale Frage:

But why exactly would we want to do this? What’s so important about flooding the Universe with new posthuman civilisations?

Meine Antwort: Nichts daran ist wichtig. Wenn es der Weg der Evolution ist, wird es geschehen, wenn nicht, dann eben nicht. Das ist mir einfach egal.