Ich wühle mich durch das Ganze noch durch, also keine Garantie
Soweit ich verstanden habe:
Es gibt ua drei große Programme zur Erzeugung von Bildern aus Textpromts: stable diffusion von Stability AI und Laion, Dall-e von Open AI und Midjouney von Midjourney (gleichnamiges Institut). Alle beruhen auf riesigen Datenmengen, für stable diffusion wurden über 5 Milliarden Bilder, vorzugsweise mit Text, aus dem ganzen Netz gescraped (Kunst, Fotos, persönliche Bilder), zu einem erheblichen Anteil urheberrechtlich geschützt. Um rechtliche Probleme zu umgehen, wurde ein Konstrukt aus einer Zusammenarbeit eines gemeinnützigen Institutes mit einem profitorientierten Unternehmen benutzt, zB erhält Laion (in Deutschland) erhebliche Zuwendungen von Stability AI. Laion stellt die Database zur Verfügung und hat dafür, als nicht profitorientiert, urheberrechtliche Erleichterungen. Das ist im US-Recht, UK-Recht und EU zwar unterschiedlich geregelt, hat aber Ähnlichkeiten. In den USA soll das als „fair use“ durchgehen.
Im letzten Jahr wurden die so erzeugten Bilder so schnell besser und erregten soviel Aufmerksamkeit, dass die Nutzerzahlen steil angestiegen sind und der Wert der Unternehmen ebenfalls. Den Künstlern war und ist meist nicht bekannt, dass ihre Bilder benutzt wurden. Aber der Markt für bestimmte Tätigkeiten wie Buchcover oder Illustrationen gerät unter Druck, und jetzt wachen sie auf.
Getty Images, eine Plattform für Stockfotos, hat jetzt geklagt (ihr Warenzeichen ist auf vielen Bildern zu erkennen), und auch einige Künstler haben geklagt. Einige Künstler, zB Greg Rutkowsky, haben das Problem, dass die Programme „Bilder im Stil von xy“ machen, über ihren Kopf hinweg. Das ist bei vielen usern sehr beliebt und wird auch kommerziell genutzt.
Eine Plattform für Kreative, DeviantArt, auf der sie ihre Bilder posten können, hat ganz offen die AI unter Nutzung der dort geposteten Bilder eingebaut und auf diese Weise intern Konkurrenz aufgebaut. Auf entrüsteten Protest hin haben sie ein opt-out eingebaut, allerdings nur für künftige Bilder, und für jedes Bild in allen Varianten muss man einzeln durch den Prozess gehen. Das können schnell mal Hunderte sein. Auch andere Unternehmen bieten inzwischen ein opt-out an, aber ähnlich schwierig und auch nur für die Zukunft. Es ist so unübersichtlich, wie es sich anhört. Die bereits trainierten Programme bleiben, wie sie sind. Es ist auch nicht einfach, festzustellen, ob eigene Bilder verwendet worden sind, da sie ja nicht 1:1 abgespeichert worden sind.
In diesem YT-Video https://www.youtube.com/watch?v=5Viy3Cu3DLk sieht man sehr deutlich, wie viel Emotion das auslöst. Er kann das auch gut erklären und seine Gefühle artikulieren.
Hier https://www.youtube.com/watch?v=tjSxFAGP9Ss wird auf die Argumente entgegnet, die oft für generative KI angeführt werden. Klar und scharf formuliert.
Dieser Beitrag https://www.youtube.com/watch?v=uuTlcApanHY ist sehr ausgewogen und ausführlich.
Im Gegensatz zu bildender Kunst ist bei Musik das Datenproblem anders gelöst worden: Dort hat HarmonAI freiwillige Musikdateien genommen und dafür bezahlt.
Soweit meine zusammengebastelte Info zu Text-zu-Bild KI.
Ich denke, was Literatur angeht, ist das Problem analog, aber noch nicht einmal in den Köpfen angekommen. Für die LLMs wurden ganze e-Book Bibliotheken geplündert, die urheberrechtlich geschützt sind. Es gibt hier aber auch spezellere Problematiken. ZB wurden auch Arzt/Psychotherapeut-Patientengespräche eingegeben.
@WitzelJo: Wem gehört was, das bestimmen wohl nach und nach die Gerichte: KI-Kunst: Keine Urheberrechte für Comics von Midjourney - DER SPIEGEL und Künstliche Intelligenz: Künstlerinnen und Foto-Agentur klagen gegen Bildgeneratoren - DER SPIEGEL. Und das für jeden Rechtsraum einzeln. Haftung wird nochmal anders geregelt, das wird man sehen, sobald etwas schiefgeht.