In der letzten Woche hat Microsoft die umgehende Integration von ChatGPT in seine Suchmaschine Bing und in den Browser Edge angekündigt. Google zog mit einer Schnellschußpräsenation nach und brachte mit der arg misslungenen Vorstellung von Bard-AI den eigenen Aktienkurs ins Trudeln. Nur zu deutlich wurde die Angst der 90%-Suchmaschinengorillas vor der Konkurrenz aus Redmond. Inzwischen hat auch Baidu einen KI Bot angekündigt. Ernie-BOT ist sein Arbeitsname.
Die neuen KI-Tools sollen die Suchmaschinenwelt umkrempeln und revolutionieren.
Es sind faszinierende Werkzeuge - nicht nur weil man leicht Haus- und Examensarbeiten damit schreiben, Bewerbungsschreiben verfassen und - vielleicht mit weiter spezialisierten Tools - wissenschaftliche Texte, juristische Gutachten abfassen und Computerprogramme verfassen kann.
Aber was sind die Gefahren ?
Werden wir letztendlich durch die neuen Tool letztendlich manipuliert, weil wir die Ergebnisse, die sie hervorbringen, nicht mehr hinterfragen ?
Was passiert mit unserer Kultur ?
Vielleicht sollte wir diese wichtigen Fragen hier nochmals diskutieren (auch wenn es zum Themenbereich KI schon einmal einen inzwischen verdorrten Thread gegeben hat) und dabei darauf achten, dass wir uns nicht technischen Technologie verlieren, denn hier liegen m.E. - wie so oft - nicht die wirklichen Herausforderungen.
Bei ChatGPT fällt mir das gleiche auf, wie schon bei DeepL-Übersetzungen: Die Texte wirken auf den ersten Blick super, aber wenn man genauer hinschaut, sind da oft richtig dicke Fehler drin. Um die zu entdecken, muss man sich in dem Thema auskennen. Normalerweise nimmt man aber die KI zur Hilfe, wenn man sich gerade nicht auskennt. Ich befürchte, dass die sowieso schon um sich greifenden Fehlinformationen (Fake-News) noch zahlreicher werden.
Vorhin habe ich ChatGPT mal gefragt, woher der Ausdruck „sein Licht unter den Scheffel stellen“ kommt (meine in Frankreich lebende Tante wollte das wissen).
Das Ergebnis:
Momentan ist das einfach nur ein Werkzeug, mit dem man sich dier Arbeit erleichtern kann - aber dennoch Fachwissen braucht.
Z.B. erstelle mir eine Übersicht über die Zeiten im Englischen, in tabelarischer Form. Da macht er dann Beispiele dazu, da kannst Du dann z.B. sagen er sollte die und die Wörte für die Beispiele verwenden. Und dann vielleicht noch, er sollte eine Leerspalte hinzufügen.
Oder eine Übersicht über das Leben Karl des Großen, da hat die AI aus Pippin dem Kurzen Papin gemacht… das muss man halt wissen und korrigieren.
Ich denke, dass es da schnell Verbesserungen geben wird. Wir erleben erst die ersten Schritte.
Ich bilde mir ein , dass man die Entwicklung schon beim Google Translator sehen konnte. Der war zu Beginn recht schlecht. Inzwischen ist er deutlich besser geworden.
Übrigens kamen die anderen Übersetzer, ich habe da sehr viel herumprobiert, nie wirklich an den Google Translator heran. Das gleich gilt für die Spracherkennung.
Die Tools revolutionieren nicht (nur) das Internet sondern werden Einfluss auf unseren gesamten Umgang mit Wissen und Information haben und auch komplexe Probleme in Zukunft schneller lösen können, wenn die Fragestellungen schon mal in die Lernalgorithmen eingeflossen sind.
In meinem Studium war ich um 1997 herum teil eines Teams, welches einen Neurocomputer ( allerdings mit etwas biologienäheren Eigenschaften baute - damals mit „revolutionären“ 16 Verbindungen / Neuron sowie max 32kNeuronen / Lage.
Leider - wie oft im universitären Umfeld - ging uns dann das Geld aus und der Braindrain tat sein Übriges.
Wir waren aber auch weit von den heutigen Umfängen der Netze entfernt ( 175 Milliarden Neuronen bei ChatGPT ).
Wenn man von etwa 100 Milliarden Neuronen im menschl. Gehirn ausgeht, dann erkennt man das Lösungspotenzial der Maschinen auch wenn sicher die Anzahl der „Synapsen“ noch wesentlich geringer ist und auch über die Codierung von gelerntem „Wissen“ noch nicht so viel nach außen dringt.
Ich würde davon ausgehen, dass das Neuentwickeln im Bereich des „Bekannten“ in Zukunft immer stärker von Maschinen übernommen werden kann - wenn es aber um die Entwcklung von „Echt-Neuem“ geht, dann dürfte es noch lange dauern, eine „Kreativität“ entstehen zu lassen.
Was will ich sagen - das passiert nicht nur im Internet sondern in Zukunft überall, wo der Zugriff auf die Maschinen möglich ist.
Ja, habe ich ! Meist habe ich ein Texte, die ich vorher von mir verfasste englische Texte durch verschiedene Übersetzer laufen lassen, um diese zu überprüfen. Primär ging es um die Rückübersetzung ins Deutsche. Aber auch die Gegenrichtung habe ich oft verwendet, wenn es um komplexe Zusammenhänge ging, bei denen ich mit meinem Vokabular an Grenzen stieß, oder wenn es auf die wirklich richtige Wortwahl ankam.
Die Unterschiede, die die Übersetzer geliefert haben, waren z.T. recht offensichtlich. Oft waren aber die Unterscheide auch sehr hilfreich. So ließen sich bessere Formulierungen finden. Im Schnitt habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Google Translator besser Ergebnisse lieferte als andere Programme.
Waren die Übersetzungen, die ich mit hilf der Übersetzungsprogramme verfasst habe wirklich gut? Nein. Man darf nicht zu viel erwarten. Es kam vor, dass ich zusammen mit engl. Muttersprachlern Texte abfassen musste. Meine engl. Kollegen haben dann die Endversion der Texte nochmal sprachlich überprüft und korrigiert. In den von mir verfassten Texten fanden sich regelmäßig zahlreiche Korrekturen, bei denen es sich nicht um meine häufigen Tippfehler handelte. Als Muttersprachler verwendet man seine Sprache halt anders und eleganter als jemand, der eine Sprache erst später erlernt hat.
Klar ist in jedem Fall: die Übersetzungsqualität der on-line-Übersetzer hat sich in den vergangenen Jahre enorm verbessert. (Deutsch ist ja eine sehr komplizierte Sprache!)
Heute setze ich die Übersetzer nicht mehr so häufig ein, weil ich einfach nicht mehr so viel schreibe
Die Sicherheit der Daten darf man natürlich nicht hinterfragen, wenn wenn es um online-Übersetzer geht. Bei DeepL. gehen die Texte nach Russland (war jedenfalls anfangs so), beim Google oder Microsoft-Translator offensichtlich direkt auf die Firmenserver in den USA. Davor wurde ja auch gelegentlich in der Presse gewarnt. (Ich habe mich daran aber - insbesondere bezgl. der Verwendung des Google Translators - nicht sonderlich gestört. Dazu hatte ich keine Zeit !)
Ich frage mich immer:
Machen uns Tools wie ChatGPT eigentlich objektiv dümmer, weil sie ja eigene Denkanstrengung überflüssig machen?
Rauben uns die Tools unsere Kreativität ?
Was wird aus Kunst und Dichtung, wenn Computergramme Bücher schreiben, Gedichte verfassen, Bilder malen?
Das sind doch alle Fragen, die man vor ein par Jahren noch einfach vom Tisch wischen konnte. Heute ist das m.E. nicht mehr so. ( Schließlich war man ja auch einmal der Meinung , dass ein Computer nie auf hohem Niveau Schach spielen könne.)
Kommen wir schon nah dran an der Singularität, die Venor Vinge beschrieben, die von Ray Kurzweil und anderen Transhumanisten schon vor Jahrzehnten thematisiert wurde ?
Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, dass große Teile Massenliteratur, die in die Regale der Buchläden füllt, bald von Computern verfasst werden. Krimis aus der Maschine !
(Und sicher wird auch die erste von Politikern verfassten Wegwerfliteratur auf diese kosteneffiziente Art verfasst werden. Warum noch einen Ghostwriter bezahlen?)
Vielleicht - wahrscheinlich - gibt es auch bald die ersten Bilder, die von Maschine gemalt werden. Ist das dann Kunst oder doch nicht ? Das ist keine einfache Frage !
Dank künstlicher Intelligenz brauchen wir unsere Forumsbeiträge nicht mehr selbst schreiben. Die folgende Antwort von ChatGPT auf die Frage: „Was sind die Probleme der künstlichen Intelligenz?“ ist schon mal gar nicht schlecht. Mir fallen noch einige weitere ein, aber er behauptet ja auch nicht, dass seine Liste vollständig wäre.
Es gibt eine Reihe von Problemen und Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz. Hier sind einige der wichtigsten:
Bias und Diskriminierung: KI-Systeme können iskriminierende Muster in den Daten reproduzieren, auf denen sie trainiert werden. Dies kann zu ungleichen Auswirkungen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen führen.
Datenschutz: KI-Systeme sammeln und nutzen große Mengen an Daten, was Datenschutzprobleme aufwirft.
Kontrolle und Verantwortung: Es ist unklar, wer für die Entscheidungen und Handlungen von KI-Systemen verantwortlich ist, insbesondere wenn sie zu schädlichen Auswirkungen führen.
Transparenz und Erklärbarkeit: Viele KI-Systeme sind schwer verständlich und es ist unklar, wie sie ihre Entscheidungen treffen. Dies kann dazu führen, dass Menschen ihnen misstrauen und sie ablehnen.
Technologischer Abhängigkeit und Arbeitslosigkeit: KI kann dazu führen, dass bestimmte Arbeitsplätze obsolet werden, während andere neue Arbeitsplätze schaffen. Es ist jedoch unklar, ob es genügend neue Arbeitsplätze geben wird, um die Menschen zu ersetzen, die durch KI ihren Arbeitsplatz verlieren.
Dies sind nur einige der wichtigsten Probleme, aber es gibt noch viele weitere, die bei der Entwicklung und Anwendung von KI beachtet werden müssen. Es ist wichtig, sorgfältig darüber nachzudenken, wie KI eingesetzt werdekann, um sicherzustellen, dass ihre Vorteile maximiert und ihre Nachteile minimiert werden.
… Die Frage ist nur, wer denkt darüber nach und mit welchem Ziel? Wir müssen wohl damit rechnen, dass inte lligente Automaten unser gesamtes, weigehend durch IT kontrolliertes Leben durchdringen wird. Ich sehe die Entwicklung ähnlich disruptiv wie die des Internets, und es gilt erneut aufzupassen, welcher Geist da aus der Flasche gelassen wird.
The ChatGPT model is a variant of the GPT model family, which uses a multi-layer transformer neural network architecture. The number of levels, or layers, in the transformer architecture of GPT models varies depending on the specific version of the model. For example, the GPT-1 model has 12 layers, the GPT-2 model has 48 layers, and the largest version of GPT-3 has 175 billion parameters and 96 layers. The ChatGPT model is based on one of the smaller versions of GPT-2, which has 117M parameters and 12 layers.
So eine ähnliche Befürchtung hatte man schon bei der Einführung der Taschenrechner. Hat sich nicht bestätigt.
Aber wir werden uns irgendwann in der Zukunft damit abfinden müssen, dass Intelligenz kein Alleinstellungsmerkmal des Homo Sapiens ist. Wir werden uns dann immer noch mit den Lorbeeren schmücken können, dass wir es waren, die die uns übertreffende Intelligenz geschaffen haben.
Wirklich nicht? Wer kann heute noch zwei längere Dezimalzahlen dividieren oder eine Quadratwurzel berechnen?
Das ist ein genereller Trend: Meinen ersten Fotoapparat konnte ich noch zerlegen und mit durchschnittlichen Physikkenntnissen die Funktion jedes einzelnen Bauteils bestimmen. Heute kann ich die wesentlichen Bauteile nicht einmal mehr sehen, weil sie nur noch aus Bits bestehen, geschweige denn verstehen, wie sie funktionieren und was sie übehaupt alles machen (z.B. meine Bilder nach China senden?).
Wir machen uns nicht nur von der Technik abhängig, sondern auch von sehr wenigen Menschen, die die Zusammenhänge noch verstehen und beurteilen können und von denen wir nicht wissen, in welchem Interesse sie handeln. Das findet bei selbstlernenden Systemen seinen (vorläufigen?) Höhepunkt, wenn deren Erkenntnisse und Entscheidungen auch von Kundigen nicht mehr nachvollzogen werden können.
Unsere Politiker:innen fangen jetzt schon an ChatGPT zu fragen, wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Das mag meinetwegen noch angehen, solange das Tool neutral antwortet oder sogar, wie manche herausgefunden haben wollen, irgendwie linksliberal eingestellt ist. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn erst einmal das Manipulationspotenzial so richtig entdeckt worden ist.
Und ist es wirklich eine Zeichen von Intelligenz, einen auswendig gelernten Algorithmus auszuführen? Und war diese Fähigkeit wirklich weit verbreitet?
Dafür können heute viele Menschen einen Raspberry programmieren, wer konnte das früher?
Ja, die Dinge werden komplizierter, aber das heißt doch nicht, dass wir dümmer werden.
Wir sind von der Technik abhängig, ähnlich wie von Luft und Wasser. Aber es sind nicht so wenige, die das verstehen, wie du meinst.
Dessen muss man sich bewusst sein. Wenn ein Mensch entscheidet, kann ich das auch nicht immer nachvollziehen. Und die Maschine kann man immer noch einfach abschalten.
Den Begriff „dumm“ müsste man natürlich erst mal definieren. Ich verstehe in diesem Kontext darunter so etwas wie Mangel-an-geistiger-Beweglichkeit. Verlust-von-Problemlösungsfähigkeit und Einbuße-von-Kreativität - Potenziale, die sicher abnehmen, wenn sie nicht ständig herausgefordert werden.
Für Mediziner ist das ein alter Hut: Bei Patienten, die ständig sitzen verkümmert mittelfristig die Muskulatur, bei Menschen, die keine geistige Anregung erfahren, verkümmert die Fähigkeit zur Kommunikation bis hin zur Demenz. Ähnliches gilt für die Lernfähigkeit und die Fähigkeit, sich auf neue Sachlagen einzustellen.
Genau diese Gefahr sehe ich, wenn and Entwicklungen denken, die vielleicht gerade jetzt ihren Durchbruch erleben - Entwicklungen , die Technikern/Technikfreaks begeistert begrüßt wird. (Ein Durchbruch, der übrigens irreversibel ist. Niemand sollte sich hier Illusionen hingeben)
Aber Techniker denken halt leider oft mit einer erschreckend kurzen Reichweite.
Das alte blöde Vorurteil, das Techniker (wen immer du darunter verstehst) Fachidioten seien, die sich nur in ihrem Spezialgebiet gut auskennen würden und ansonsten etwas beschränkt seien.
Wenn für Dich ChatGPT Grund ist, eigenes Denken einzustellen, schade. Für die meisten anderen Menschen trifft das nach meiner Beobachtung nicht zu.
Diese Antwort von ChatGPT habe ich ungeprüft weitergegeben. Nach etwas Recherche scheint das falsch zu sein. ChatGPT basiert doch auf GPT-3, wie von @eckardfr geschrieben. Ich bitte um Entschuldigung.
ChatGPT is fine-tuned from a model in the GPT-3.5 series, which finished training in early 2022. You can learn more about the 3.5 series here.
Das zeigt, wie wichtig der kritische Umgang mit Aussagen künstlicher Intelligenz ist. Genau wie bei der natürlichen Intelligenz.
Dass ChatGPT über sich selber falsche Angaben macht, ist bemerkenswert. Es liegt wohl daran, dass dieses ChatGPT noch mit den alten Daten über seinen Vorgänger trainiert wurde.
Abgesehen davon, dass es keine wirklich präzise Definition von Intelligenz gibt, bezeichnet man in der Informatik alles als KI(AI). was dem Silizium neue Fähigkeiten verleiht, die bisher Kohlenstoff-basierten Intelligenzen vorbehalten waren. Das geht schon seit 60 Jahren so.
ich finds gut. Das nimmt dem Ganzen von vornherein den Nimbus des Unfehlbaren.
Gabs das nicht schon bei Startrek/Raumschiff Enterprise, dass Captain Kirk sich schräge Diskussionen mit dem Supercomputer geliefert hat?