Gab es schon bei Odyssee 2001, der hieß HAL und war mehr als schräg.
Für Aufsehen im Netz hatte ein Test des Bing-Chatbots durch einen Reporter der New York Times gesorgt. In einem mehr als zweistündigen Dialog behauptete der Chatbot, dass er den Journalisten liebe. Dann forderte er den Reporter auf, sich von seiner Frau zu trennen.
So 100%ig scheint das Ding noch nicht zu funktionieren. man mag sich nicht vorstellen, zu welchen Schritten noch jemand aufgefordert werden könnte.
Ich hatte zu Beginn dieses Threads die Frage aufgeworfen, ob die neuen KI Tools uns letzendlich unserer Kreativiät und Kultur berauben werden. Ich denke, dass ich einfach nur schlecht informiert war, als ich diese Frage stellte.
All das passiert schon längst. So hat Getty Images eine Klage gegen dien deutschen Startup Stability AI, weil Stability AI auch Getty Image Bilder nutzt, um den Image Generator Stable Diffusion AI https://stablediffusionweb.com/ zu füttern. Ansonsten greift Stable Diffusion offenbar auf 1 Milliarde (!!) Bilder zurück, die WWW zur Verfügung stehen und setzt die darin enthaltenen Information zu neuen kreativen Bildschöfungen zusammen.
Offensichtlich läuft auch bereits seitens der Zeitungsverleger ein Verfahren gegen Google. Auch hier geht es um Urheberschaft - jedoch nicht mehr im herkömmlichen Sinn.
Künstler machen sich Gedanken, ob nicht schon bald der Kunstmarkt mit Schöpfungen überflutet wird, bei denen nicht klar ist, ob sie vom Künstler selbst oder einer von ihm per Knopfdruck eingeschaftenen AI geschaffen worden sind.
Übrigens, Stability Diffusion AI wurde/wird an der LMU entwickelt. Offenbar kann man die Software - zumindest teilweise - frei nutzen. Ich weiß nicht, wie man mit der Software umgeht. Ihr könnt es ja einmal versuchen und die Ergebnisse teilen!
Warum sollten Sie das? Bestenschlimmfalls entwickelt sich daraus eine neue Kultur, die aber, wie alle Kulturen auf alter Kultur basiert. Kein Mensch wird, außer durch andere Menschen, daran gehindert, etwas zu schaffen. Dass hier Rechtsanwälte einen neuen Feedingground sehen ist doch auch eine Art von Kreativität. Das Problem sind und bleiben die Handler der Systeme und nicht die Systeme.
Und nur zur Erinnerung: KI ist zu einem Marketingmeme degeneriert. Nur der K-Teil stimmt. Wobei der I-Teil auch bei den Menschen oft genug in Frage gestellt wird.
War es eigentlich schon immer.
Ihr müsst Euch mal von dem Gedanken lösen, dass eine Maschine menschliche Konzepte wie Intelligenz, Kreativität, Emotionen etc, 1:1 nachbauen muss. Das wird wohl nie passieren. Zumal wir selbst nicht mal genau verstehen, wie diese Konzepte funktionieren.
Eine Maschine kann jedoch sehr wohl auf einem völlig anderen Wege zu gleichen (oder besseren) Ergebnissen kommen.
Eine Geschirrspülmaschine produziert auch sauberes Geschirr, obwohl sie eine völlig andere Methode verwendet als der Mensch.
Das ist ja dass spannende, ob es gelingt, auch intelligentes und kreatives Silizium zu bauen, oder ob das immer auf Kohlenstoff basieren muss. Es muss aber, wie du sagst, keine 1:1 Nachbau sein, es kommt nur auf das Ergebnis an.
Emotionen sind noch mal ein ganz anderes Thema, da Emotionen, im Gegensatz zu Intelligenz und Kreativität, von außen nicht direkt beobachtbar sind. Sie hängen eng mit dem inneren Erleben und damit dem Bewusstsein zusammen.
Das haben wir in Teilbereichen ja längst erreicht. Schachcomputer, Go-Programme, DOTA2-Spieler, Hautkrebserkennung, … ich kann bei Bedarf auch mehrere Beispiele von Lösungen aus dem Ingenieursbereich liefern, auf die ein menschlicher Ingenieur niemals gekommen wäre.
Das sind aber alles hochspezialisierte KIs. Das große Ziel ist ja die AGI (aka artificial general intelligence aka Singularität).
Wichtige Schritte auf dem Weg dorthin sind
- Tesla FSD (full self driving), das optisch (fast) seine gesamte Umwelt ‚versteht‘
- ChatGPT, das menschliche Sprache ziemlich gut versteht (muss noch etwas üben).
Sowas ähnliches werden wir wohl demnächst bei twitter sehen, was die gefeuerten 3.500 woken Zensoren ersetzen soll. Außerdem wird es auch für ‚Optimus‘ (den Tesla-Bot) gebraucht.
Die Systeme „verstehen“ gar nichts. Sie agieren nicht, sie reagieren. Die Singularität ist immer noch die sprichwörtlichen 50 Jahre entfernt. Es sind spezialisierte Systeme, sonst nichts.
Definiere ‚verstehen‘!
Nein.
Es kommt gar nicht darauf an, ob die Systeme etwas verstehen, sondern ob das Ergebnis von einem Menschen unterscheidbar ist. Und zumindest was journalistische Artikel ohne wissenschaftlichen Anspruch zu einem x-beliebigen Thema anbelangt sind sie schon verdammt nah dran. Oder anderes Thema, wie viele professionelle menschliche Übersetzer gibt es, die gegen DeepL ankommen?
Darauf basierte doch die Automation. Du solltest die Ergebnisse der Menschen nicht so überbewerten. Es stellt sich natürlich die auch Frage, wie etwas intelligent sein kann, wenn wir nicht wissen was Intelligenz ist?
Ob ein System einen Menschen emulieren kann? Vielleicht. Das liegt aber eher an der Vorlage. Jemand mit extrem hohen Routineanteil sollte möglich sein. Gerade diese gehypten Dialoge zeigen doch, das dass Programm nicht versteht, dass es an der Nase herumgeführt werden soll.
Ich weiß nicht, was Du unter „verstehen“ verstehst. Aber ChatGPT versteht nichts, soweit ich es verstehe arbeitet es auf Basis eines statistischen Sprachmodells, also ein GIGO (garbage in, garbage out)-Verfahren
Was da aus einer echten Singularität wohl wird…
Es gibt sicherlich mehrere Stufen von ‚verstehen‘.
In der ersten Runde muss die Maschine kapieren, was ich von ihr will, nicht das warum und nicht den teiferen Sinn hinter meinem Begehren. Wenn sie das ohne kodifizierte Sprachbefehle hinbekommt, ist die erste Stufe erfüllt. Viele Azubis scheitern bereits an dieser Stelle …
Du definierst verstehen mit kapieren. Bringt uns nicht wirklich weiter.
Wenn das richtig schwarzes Loch ginge, wäre das nur noch „garbage in“, ohne „out“. Würde nebenbei auch das Atommüllproblem lösen.
Ich bin mir sicher, Du hättest meine obigen Ausführungen verstehen können, wenn Du es nur gewollt hättest
(pun intended).
Aber gut, ich präzisiere:
Die Maschine muss aus Anweisungen in natürlicher Sprache die Aktion ableiten können, die der Sprecher gewünscht hat.
Habe heute endlich mal chatGPT ausprobiert und war ziemlich beeindruckt.
Wenn man da noch ein audio-Modul dranhängt und etwas firmenspezifisches Fachwissen, kann der den 1st level support bei den meisten hotlines abdecken. Mit einem Aktionsmodul sogar einfache Sachbearbeitertätigkeiten mit Kundenkontakt.
Wenn nicht heute schon, dann in 2-3 Jahren. Was mal wieder die politische Frage aufwirft, was wir dann mit den ganzen Leuten machen?