Die AfD, die Grünen und die Schwulen: wie man es gut meinen und dennoch versauen kann

Penisse vor Kindern sind am FKK-Strand ganz normal. In der DDR war Nacktbaden üblicher als Baden in Badekleidung. Deshalb denke ich nicht, dass das schädlich sein sollte, solange die Penisse den Kindern nicht zu nahe kommen.

Dragqueens im Kindergarten zeigen vermutlich nicht ihre Penisse, sondern machen dort eine Tanzvorführung? Das wäre dann aus meiner Sicht auch harmlos, oder was meinst du?

Ich finde den Vgl. mit dem Karneval nach wie vor falsch. der Karneval hat seinen Ursprung nicht in einer politischen Botschaft.

Und auch, wenn es bei den großen Karnevalsumzügen heutzutage auch vereinzelt politische Statements gibt (z.B. bei den Themenwagen), ist das Konzept des Karnevals nicht wirklich politisch - das sehe ich beim CSD anders.

Doch, guck dir mal die Karnevalswagen beim Umzug an.
Es war ursprünglich die einzige Möglichkeit für das „gemeine Volk“, Kritik an der Obrigkeit zu üben.

Warum soll man zwei Dinge nicht vergleichen können, nur weil sie verschiedene Ursprünge haben? Solche Traditionen ändern doch im Lauf der Zeit ihren Charakter.

Nachdem Queere heute vor dem Gesetz weitgehend gleichgestellt sind, sehe ich CSD im wesentlichen als eine gesellschaftliches Thema. Wobei man Gesellschaft und Politik nie ganz sauber trennen kannn.

Wo sind sie denn noch nicht gleich gestellt?

Ich hatte den Karneval auf diese Aussage ins Spiel gebracht

Da geht es gar nicht um Politik, sondern um einen gewissen Exhibitionismus. Und den sehe ich in beiden Phänomenen. Auch im Karneval wird viel geknutscht und geküsst, ziehen die Menschen in schrägen Verkleidungen zu lauter Musik durch die Straßen, um ihrem jeweiligen Fetish zu frönen.

Ich habe in beiden Fällen nichts dagegen, solange ich nicht hingehen muss.

1 „Gefällt mir“

Es ist sehr interessant, was Wikipedia dazu sagt - hier wird ein ganz großer Bogen gespannt, der sehr unterschiedliche ursprüngliche Motive nenn - ich hatte zugegeben einzig die Vertreibung des WInters im Hinterkopf…

„… Jedoch werden in der aktuellen Forschung Termine wie Saturnalien oder Lupercalien als Ursprung des Fastnachtsbrauchtums stark angezweifelt. In vielen Masken, Figuren und Bräuchen scheinen sich auch vorchristliche Riten, beispielsweise solche der keltischen Religion, erhalten zu haben, die den Wechsel vom kalten Winterhalbjahr in das warme und fruchtbare Sommerhalbjahr beinhalten. Den Winter habe man versucht zu vertreiben, indem man sich als Geister, Kobolde und unheimliche Gestalten aus der Natur verkleidete und mit Holzstöcken wild um sich schlug oder mit einer Rassel oder Ratsche (Schnarre) Lärm machte. Bei Fasnachtsbräuchen in Tirol und Südtirol findet die Symbolisierung des Kampfes zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse, zwischen Frühling und Winter immer noch statt. Beispielhaft dafür ist der Egetmannumzug in Tramin oder das Mullerlaufen in Thaur. Auch das Osterlachen, das „rituelle Auslachen der Gottheit“, gilt als eine mögliche Quelle der Fasnachtsbräuche.[1] …“

Das hebt schon auch auf die von mir im Fokus stehende Betrachtung hervor - da ist wenig politisches, da man das AUslachen der Gottjheit eher zu diesem Zeitpunkt eher als religiöses Motiv denn als politisches Statement gegenüber der Obrigkeit zu verstehen wäre…

Laut Wikipedia ist ein Einweben politischer Botschaften erst inder Neuzeit zu beobachten - so gesehen haben wir also schon auch seit sehr geraumer Zeit auche ine politische Botschaft integriert, und die alten Gründe traten etwas in den Hintergrund… Das begrüdet dann durchaus (auch) eine politische Botschaft.

Damit werde ich meine scharfe Abgrenzung fallen lassen - und vielleicht überdenken, ob ich beim nächsten CSD mitlaufe!

Vielleicht dann doch lieber beim Karneval mit eigenem Wagen und eigenem Fetisch?:grinning_face:

das sind verschiedene Situationen.
Nacktbaden am Strand ist sexuell neutral.
Alle sind nackt, und das ist zum Baden ja auch ganz praktisch.
Nacktheit hat dort keine tiefere Bedeutung für die Kinder.

wenn jemand auf dem Marktplatz eine Ledermontur anhat und eine Peitsche schwingt und dabei seinen Penis raushängen lässt, ist das eine völlig andere Botschaft. Da geht es um Sex.
Ich denke, ein 5-Jähriger (und mt ihm die große Mehrheit der Menschen) empfindet das anders als die Nacktheit am Strand.

Ich kann nach wie vor keinen Grund dafür erkennen, warum wir sowas zulassen
Was würde passieren, wenn ein Lehrer in der Klasse seine Hose öffnet und den Penis herausholt?
Einfach so, weil er sein Geschlecht feiern will.
Der Mann wäre erledigt.
Aber mach das beim CSD und Du bist der Held.
Warum?

Ein Freund von mir hatte ein Hotelzimmer gebucht für sich, seine Frau und seinen 12 Jährigen Sohn.
Die Buchung wurde vom Hotel storniert.
Begründung: da wurde nachträglich eine Trans-Veranstaltung geplant, und der Auftritt der Leute wäre für einen 12-jährigen unzumutbar.
Wen schützen wir hier vor wem?
Die Transleute vor dem 12Jährigen? weil der muss sich ein anderes Zimmer suchen.
Warum lehnt das Hotel nicht die Trans-Veranstaltung ab, weil Kinder da sind?

Das ist ganz üble Doppelmoral, verkleidet als Progressivität.

Das ist Exhibitionismus. Was sagt der Gesetzgeber dazu?

Das liegt im Ermessen des Hotels, vermute ich.

Ich hatte letztens einen ähnlichen Konflikt mit einer Studentengruppe und einem Kindergarten, die nicht gleichzeitig den Waschraum benutzen sollten (auf Wunsch der Kita-Leitung). Ich habe mich dann für die Studentengruppe entschieden.

Ich denke, ein 5-jähriger denkt nicht an Sex. Schon gar nicht beim Anblick einer Peitsche. :wink:

Wieso muss man 12-Jährige vor Transen schützen? Sind die alle pädophil?

Der CSD hat sich von einer Demo für homosexuelle Rechte zu einem Kommerzevent und einer Megaparty verwandelt.
Letztes Jahr war ich zufällig einen Tag vor dem CSD in Hamburg. Dort war in der Innenstadt alles mit Regenbogenfahnen und Begrüßungssprüchen geschmückt, die Kneipen, die Schaufenster der Geschäfte und Nivea hatte sogar eine eigene CSD Cremedose produziert. Es gab CSD T-shirts, Schlüsselanhänger, Fahnen und das übliche Andenkensortiment. Nur CSD Schneekugeln fehlten. Diverse Plakate machten Reklame für After-CSD-Partys in Kneipen und Diskos. Jedenfalls scheint diese Veranstaltung ein Riesengeschäft zu sein.

Ein Homosexueller erzählte mir, dass er jedes Wochenende zu einer anderen CSD-Parade in Deutschland fährt, ähnlich wie Fußballfans ihrem Club zu jedem Auswärtsspiel nachreisen. Anscheinend ist der CSD auch zu einer Party - und Kennenlernbörse für LGBTQ Szene geworden.
Er ist durchaus mit Karneval zu vergleichen- nur dass er nicht an einem Tag, sondern den ganzen Sommer in unterschiedlichen Städten stattfindet.
Vorn mir aus können sie das machen - der Wirtschaft scheint es gut zu tun.

(Man muss sogar bezahlen, um an der Parade teilzunehmen. Hier die Hamburger Preisliste: https://www.hamburg-pride.de/fileadmin/documents/Teilnahmegebuehren_CSD_Demo.pdf)

1 „Gefällt mir“

ich werde darüber nachdenken :thinking: :thinking: :wink:

1 „Gefällt mir“

Karneval: Im Süden sind vorchristliche Bräuche erhalten geblieben, wie bei der Allemannischen Fasnet. Im Rheinland beruht der Karneval auf Protesten gegen die Franzosen unter Napoleon, die ironisch kopiert wurden, daher die Sitzungen und „militärischen“ Kostüme. Das war politisch.

Der Schniedel: Die meisten Kinder reagieren eher neugierig, wenn sie es nicht gewohnt sind, einen zu sehen. Auch eine Geschichten erzählende Dragqueen werden die meisten als seltsam verkleideten Mann sehen. Anders ist es, wenn Kinder in einem Haushalt aufwachsen, in dem Körperlichkeit nicht offen gelebt wird oder sehr schambesetzt ist, im Extremfall Kinder mit schlechten Erfahrungen. Für diese Kinder kann es eine verstörende Erfahrung sein.
Bei den sexualisierten Kostümen in den Umzügen denke ich eher an Jugendliche, die damit den Perversionen Erwachsener ausgesetzt werden. Auch hier werden viele keinen Schaden davontragen. Aber das Risiko besteht schon. Man kennt es aus der Wirkung von harten Pornos im Netz, die viele Jugendliche anschauen, ohne dem gewachsen zu sein. Gerade Jugendliche, die bezüglich ihrer sexuellen Neigung oder Geschlechtsidentität unsicher sind, können in ihrem Bild etwa von Homosexualität verwirrt werden und Probleme bekommen, ihren Weg zu finden.

Ein Beispiel dafür, wie es gehen kann: Ein Teilnehmer auf bluesky, dem ich folge, fing neulich an, über seine sexuellen Vorlieben wie SM und Fetisch zu posten. Den habe ich stumm stellen müssen, um mich zu schützen.

Zu dem Umgang der Grünen mit dem Thema: Naiv, zu sehr auf dem Hintergrund eigener Sozialisation. Sie scheinen häufig nicht zu verstehen, was für eine mächtige Kraft die Sexualität ist, zum Guten wie zum Schlechten.

3 „Gefällt mir“

das war die Entscheidung des Hotels.
Die wollten in der Lobby irgendwas aufführen, was offenbar nicht jugendfrei war.
Mehr haben meine Freunde nicht mitbekommen, sie durften da ja nicht bleiben.
Die Prioritäten finde ich halt merkwürdig.

was es nicht unbedingt besser macht.

Das Hotel hat anscheinend nach dem höheren Umsatz entschieden. Interessehalber: ist das Hotel nicht zu Vertragserfüllung verpflichtet und muss zumindest für einen gleichwertigen Ersatz sorgen?

Was hast du gegen kommerzielle Events?

Gar nichts.

Nur nimmt der CSD für sich in Anspruch, ein „politischer“ Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag zu sein, der sich gegen Diskriminierung richtet. Das wäre streng genommen der 28. Juni und nicht von Juli bis August unterschiedliche Partys in verschiedenen Städten.
Verglichen mit dem ersten Mai müsste man auch nicht dafür bezahlen, um mit einem Wagen auf dem Umzug mitzufahren oder Standgebühr für Info- und Versorgungsstände (Gastronomie).

Der CSD, so wie er jetzt stattfindet, ist nix als eine Reihe von Volksfesten, vergleichbar mit Rosenmontagsumzügen, Hafengeburtstag, Kieler Woche oder Oktoberfest. Feste, auf denen der Jugendschutz gilt!

Der politische Charakter ist weitgehend verloren gegangen. So sah ich letztes Jahr in Hamburg auch Plakate der Linken zum CSD, die ein „antikapitalistisches“ Alternativfest anboten, bei dem es wieder um das tatsächliche Anliegen des CSD ging.

Daher sehe ich den CSD in seiner jetzigen Form sehr kritisch. Hier wird unter dem Vorwand des „politischen“ Anspruchs einfach wild Party gemacht und gut verdient. Wenn man das kritisiert, ist man diskriminierend und homophob. Aber wenn jemand Rosenmontag oder Oktoberfest kritisiert, dann ist das OK.
Grade im Bereich des Jugendschutzes. Da werden bei der Kieler Woche Jugendliche ab 22 Uhr von der Polizei und dem Jugendamt eingesammelt, um sie vor den Besoffenen zu schützen, aber beim CSD dürfen sie sich Leute in Lack und Leder mit sexualisierten Gesten reinziehen. Widersprüchlich.

3 „Gefällt mir“

nichts, solange sie sich nicht moralisch oder politisch aufplustern.
wenn es LGBTQ-Kirmes heißen würde, wäre alles OK :slight_smile:

so isses

und deswegen unterstützen und sponsorn viele die CSD-Veranstaltungen.
will ja keiner homo- oder transphob oder sowas sein.
Das ist die Methode Maike-wie-hieß-sie/er-noch?

ja, das ist Doppelmoral vom Feinsten.
Völlig unglaubwürdig.
Warum tun wir uns das an? Oder machen da mit?
warum lassen sich die linken 30% des politischen Spektrums von einer kleinen Minderheit mit Sexualneurose alle Jahre wieder am Nasenring durch die Innenstädte ziehen und fühlen sich auch noch moralisch großartig und heldenhaft dabei?
Diese Mischung aus dümmlichem Gutmenschentum und ideologischer Doppelmoral ist politisch für viele Menschen schwer verdaulich - und unwählbar.
Und genau darum geht es mir: unwählbar.

2 „Gefällt mir“

Kriegt ihr eigendlich auch immer Anfragen von eurer Partei, wer freiwillig am CSD-Stand helfen möchte?