man fragt sich ja immer, wie die AfD ihre Homophobie und ihr reaktionäres Gesellschaftsbild mit der Tatsache zusammenbringt, dass ihre Vorsitzende lesbisch ist.
Yt hat mir heute diesen Beitrag hier vorgeschlagen, den ich mir dann auch angeschaut habe, und den ich sehr aufschluss- und lehrreich finde.
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Dieser Mensch behauptet, er lebe seit über 10 Jahren mit einem Mann zusammen, sei also schwul.
Die CSD-Veranstaltungen lehnt aber aber trotzdem kategorisch ab und wirft den Linken und Grünen ihre queer-Politik vor.
Er sagt sinngemäß, dass er als Schwuler kein Interesse daran habe, in Lederkram oder mit Tierkostüm durch Köln zu tanzen, er habe andere Sorgen.
Außerdem findet er es nicht richtig, dass bei diesen CSD-Umzügen kleine Kinder mitgehen, die sich dann die nackten Hintern oder vielleicht sogar Penisse irgendwelcher fremder Männer ansehen dürfen/müssen, und denen ein Verhalten als normal dargestellt wird, das statistisch die große Ausnahme ist.Er sagt, dass die entsprechend auftretenden Teilnehmer des CSD nicht die Mehrheit der LGBTQ+ usw. repräsentieren, die einfach nur ihr Leben leben und nicht diesen „hedonistischen Firlefanz“ (so ungefähr, aus dem Kopf zitiert) veranstalten wollen.
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Mein Problem damit:
ich vermute, er trifft damit die Sichtweise sehr vieler Menschen, auch der LGBTQ+ usw.
Mir gehen diese Veranstaltungen aus ähnlichen Gründen auch gegen den Strich.
Ich verstehe nicht, wie jemand „stolz“ auf sein Geschlecht oder seine Geschlechtsidentität sein kann. Woher kommt diese merkwürdige „pride“?
Ist es ein persönlicher Verdienst oder Erfolg, wenn ich als Mann einen Mann liebe?
Das zu feiern, widerstrebt mir.
Mit demselben Recht könnte ich eine Demo veranstalten und der Welt verkünden, dass ich eine Frau liebe. Dann wäre ich allerdings ein altes, weißes, cis-normatives Arschloch
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Politisch bedeutet das für mich:
die Grünen übertreiben (in bester Absicht!) solche Themen bis zu dem Punkt, an dem sie die Mehrheit verlieren (Stichwort auch: Tessa Ganserer).
Das bietet Gruppierungen wie der AfD die Chance, die Politik der Grünen zu kritisieren und dabei auf die Zustimmung der Mehrheit zu stoßen.
D.h. wir tun uns mit diesen Übertreibungen keinen Gefallen, sondern stärken unsere Gegner.
Es ist immer derselbe Mechanismus:
aus lauter moralischem Überschwang und Weltverbesserungsideologie vergessen wir die Realitäten und die Mehrheit der Menschen.
Und wundern uns dann, warum die AfD vermeintlich nicht zu stoppen ist.
Das sind politische Anfängerfehler, die wir nach 50 Jahren langsam mal ablegen könnten.
