Zumindest der SPIEGEL hat sich in diesem Kontext mal wieder als Sekundärquelle diskreditiert.
Elon teilt diesen AfD-nahen post mit der Frage „Is the german public aware of this?“. Der geteilte post enthält keine Unwahrheiten. Und der SPIEGEL macht daraus „Musk verbreitet Verschwörungsmythen über X“
Hat er nicht. Die Unterstützung wurde vom Bundestag beschlossen und die Auszahlung wird von der Bundesregierung mit Rücksicht auf Italien blockiert.
In dem Post, den Elon Musk zwar nicht kreiert, aber verbreitet hat steht aber:
»Diese NGOs werden von der deutschen Regierung subventioniert. Hoffen wir, dass die AfD die Wahlen gewinnt, um diesen europäischen Selbstmord zu stoppen.«
also offensichtlich eine Unwahrheit, wie der Spiegel schreibt.
Das alles ist im Spiegel so nachzulesen, mit Links auf die Originalquellen. Von einer journalistischen Diskreditierung kann also keine Rede sein.
Das Auswärtige Amt habe gleich zu Beginn signalisiert, dass nur Projekte an Land unterstützt werden könnten, sagt Liza Pflaum, Vorstandsmitglied bei United 4 Rescue. Die Anschaffung oder Wartung von Rettungsschiffen oder selbst Treibstoffkosten für Diesel habe die Regierung nicht fördern wollen.
Seriöse Medien, zu denen ich auch den Spiegel zähle, sind ein wichtiges Bollwerk im Kampf gegen Verschwörungstheoretiker. Wenn wir unserem Reflex nachgeben und Erstere bei jedem vermeintlichen oder echten Fehler gleich pauschal diskreditieren, spielen wir Letzteren in die Karten.
Nein. So funktioniert es nicht mit den Daten. Der Spiegel hat die Primärdaten auf seine Weise interpretiert.
Das ist ja der Clou, weshalb Sekundärdaten eben nicht so geeignet sind.
Er hat sich nicht diskreditiert, er hat die Daten in diesem Fall anders interpretiert als du es getan hättest.
Deshalb zum Beispiel bin ich MP auf Twitter nachgestiegen. Nicht, weil ich ihr „followen“ und sie dadurch belohnen wollte, sondern weil ich schauen wollte, was da wirklich in welcher Frequenz rausgehauen wird und wer die Adressaten sind und wie die Reaktionen sind.
Dann habe ich das zum Beispiel mit dem Schwulissimo verglichen und drüber nachgedacht.
Eine Wertung wie „Diskreditierung“ ist erst das ENDE dieses Prozesses.
Viel zu oft steht es bei vielen Leuten am ANFANG und das ist problematisch.
Weil man das eigene Anschauen dadurch vernachlässigt.
Wenn es doch bloß nur einige wenige Fehler wären …
Nehmen wir mal an, dieser AfD-Bursche kennt den Beschluss des Bundestags und hat aus irgendwelchen Gründen nicht mitbekommen (so wie ich), dass die Regierung den Beschluss wieder gekippt hat. Also schreibt er im guten Glauben, dass Deutschland die NGOs finanziell unterstützt.
Das ist dann ein sachlicher Fehler seinerseits. Aber wenn der SPIEGEL daraus dann gleich einen ‚Verschwörungsmythos‘ macht, dann ist das imho zutiefst unseriös.
Eine Regierung kann nicht einen Bundestagsbeschluss kippen. Das Außenministerium hält die beschlossenen Zahlungen an die Rettungsorganisationen laut Spiegel nur zurück.
Von daher finde ich es gut, dass Elon Musk die Diskussion darüber angeregt hat.
Wir diskutieren über den Einfluss der asozialen Medien auf die Menschheit.
Den Tweet von Elon Musk z.B. finde ich für mich hilfreich und behaupte daher, dass die asozialen Medien nicht nur negativen Einfluss haben, sondern auch positiven.
Dafür brauchen wir keinen durchgeknallten Kapitalisten wie Elon Musk. Die Diskussion findet doch schon längst statt. Und teilweise sogar sachlicher als in dem Re-Tweet von ihm.
Elon Musk hat kein Interesse daran, eine Diskussion anzuregen. Er will, dass sie zugunsten der rechten Populisten abgeschlossen werden. In diesem Sinne greift er jetzt auch direkt die Unterstützung der Ukraine an.