"China hängt uns ab!"

Nicht wirklich, Wilders hat zwar verloren, aber die Rechten sind weiter sehr stark geblieben.

Zurück zum Thema. Momentan tobt der Kampf um Rohstoffe, die EU stellt sich hier wie gehabt betont schnarchnasig an. Aus einem sehr lesenswerten Artikel im Spiegel:

Im Oktober aber musste Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen die EU förmlich anbetteln, in seinem Land zu investieren. Die EU könnte die meisten der kritischen Rohstoffe, die sie brauche, in Grönland finden, sagte Nielsen im Europaparlament in Straßburg. Zwar sei der Abbau »kapitalintensiv«. Aber man brauche die Partnerschaft mit »gleichgesinnten Ländern, die unsere Werte teilen«.

Doch in der EU galt bislang die Devise: Solang die Rohstoffe aus China einigermaßen bezahlbar oder gar billiger sind als anderswo, zählen Werte weniger als Geld. Man kauft ein, wo es am billigsten ist. Und das ist fast immer China.

Also alles wie gehabt. vdL versucht es zu ändern, scheint zu machtlos zu sein.

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Wir haben Angst. Warum ? Vor China ? Wo die doch nur mit uns spielen,

wenn tatsächlich von uns mal eine eigene Idee kommt.

Ist halt doof , wenn bei uns fast niemand weiß was “systemischer Rivale” für uns bedeutet.

Eben nicht Marktwirtschaft.

Selbst die USA subventionieren inzwischen Industrie höher als China.

Offensichtlich erfolgreich.

Wir vielleicht auch ?

Woran misst Du, ob das dauerhaft erfolgreich ist? Denn nur dann stellt sich die Frage

Der derzeitige Überbietungswettbewerb der Subventionen auf der einen und der Zölle auf der anderen Seite löst die Abhängigkeiten nicht auf - das wäre nur dann der Fall, wenn eine Seite das lange genug duchhält, bis man sich auf eine Weltwirtschaftsordnung verständigt, die so etwas für die Zukunft ausschließt.

Das wird aber nicht geschehen, da am Ende eine möglichst schnelle Rückkehr um billigen Konsum steht - und nicht dauerhaft/langfristige Unabhängigkeit.

Doch, schon Marktwirtschaft, aber kombiniert mit Industriepolitik.

An China, die scheinen ziemlich erfolgreich zu sein, wenn auch nicht ganz ohne hausgemachte Probleme.

Es geht um gezielte Förderung für die zuverlässige Versorgung mit kritischen Gütern, wie z.B.Chips, Medikamente, Batteriezellen und ihren Grundstoffen. Das wird der globale Markt sicher nicht in unserem Sinne regeln.

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Auch hier gehe ich einfach mal davon aus, dass es kurzfristig gar nicht geht.
Wenn unsere Wirtschaft so kurzfristig denkt,

dann wird es noch schlimmer werden.

Dann müssen wir so lange warten/durchhalten, bis die Chinesen sich selber bremsen.
Ich hoffe auf den „Japan-Effekt“: in den 80er Jahren herrschte große Panik, dass die Japaner die globale Industrie beherrschen würden und nichts sie stoppen könnte.
Heute löst die Vorstellung Kopfschütteln aus.
Die Chinesen haben auch große Schwächen und Probleme, gerade im Moment.
Vielleicht stößt deren Modell auch irgendwann an seine Grenzen.
Ein-Kind-Politik, Überalterung, Überproduktion, immer noch Armut auf dem Land,
was weiß ich …

Auch das System Trump wird nicht ewig leben, und so wie die UdSSR implodiert ist, kann es auch Russland gehen, das ja ersichtlich auf Sand gebaut ist (oder tauendem Permafrost, um sprachlich etwas Lokalkolorit dazu zu geben).
D.h. aber, wenn wir von einer „Lösung“ sprechen, müssen wir in Jahrzehnten denken, nicht in Jahren. Kurzfristig sieht es düster aus, finde ich.

Möglicherweise kommt noch ein Effekt hinzu:
vielleicht muss es noch schlimmer werden, bis die Mehrheit der Bevölkerung versteht, dass wir uns die vielen unsinnigen inneren Konflikte nicht leisten können.
Die Grünen sind keine Idioten und Merz ist kein Faschist.
Söder frisst vieles, aber keine kleinen Kinder, und Baerbock ist nicht so dümmlich und nutzlos, wie sie viele gerne sehen möchten.
Gemeinsame Feinde und Probleme könn(t)en uns zusammenschweissen.
Ich kann das aber noch nicht erkennen, es geht gerade eher noch immer stärker gegeneinander. Aber vielleicht kommt der Tag, an dem CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne (und Teile der Linken?) erkennen, dass uns mehr verbindet als trennt, wenn man Putin und/oder die AfD auf der Gegenseite hat.
Werden sehen, wann der Groschen fällt …

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Das ist ein alter Trick: Wenn gar nichts mehr zusammen hält, muss ein gemeinsames Feindbild her.

Das Ziel war aber doch eigentlich, global gemeinsam das Klima zu retten.

Das ist kein Trick, sondern es sind Tatsachen, die hoffentlich irgendwann mal einen einigenden Effekt haben:
die genannten Parteien (und m.E. Deutschland als Staat) haben gemeinsame Gegner (oder „Konkurrenten“): Putin, China, mittlerweile auch die USA.

Auch der Klimawandel ist in dem Sinne ein gemeinsamer „Gegner“.

Darauf können wir uns einigen.

“Feindbild“ ist hier ein hartes Wort - wie wäre es mit “Konkurrent”? Es geht eben bislang nicht darum, als Weltbevölkerung das Ökosystem für alle sozialverträglich zu stabilisieren, sondern darum, dass einer der Wirtschaftssysteme sich in der Konkurrenz nicht den jeweils anderen zumindest kurzfristig einen Vorteil verschafft.

Dabei geht es gar nicht darum, dass der jeweils andere “böse“ ist - sondern nur, dass er weniger vom Kuchen abbekommt.

Und das empfindest du als ein wichtiges Ziel?

Ich persönlich nicht - ich wollte nur den Begriff “Feindbild“ relativieren.

Im übrigen kenne ich meine Grenze gar nicht, wenn es darum geht, bis ins Existenzielle Solidarität zu gewähren - ich kenne nur die Geschichten der beiden Generationen vor mir aus der Zeit 43-53…

Es ist halt immer eine Gratwanderung, wenn man selbst nicht abgehängt werden möchte, aber andererseits auch andere nicht abhängen will.

Bist Du sicher? Wir haben Jahrzehnte davon gelebt, andere abzuhängen. All die Initiativen von Fair trade bis Lieferkettengesetz haben genau das in den Fokus genommen, dem Abhängen Einhalt zu gebieten. Mein persönlicher Eindruck ist nicht, dass sich das flächendeckend durchgesetzt hat, weil die Mehrheit andere nicht abhängen will. Klar, in meiner Blase fallen viele Konsumentscheidungen auch mit Blick auf diese Dinge - die Mehrheit (so zumindest mein Eindruck) legt darauf keinen gesteigerten Wert.

Das bestreite ich ja nicht. Ich schrieb nur, dass es eine Gratwanderung ist, weder andere abzuhängen noch selbst abgehängt zu werden. Meistens passiert entweder das eine oder das andere, wenn man nicht aktiv gegensteuert, wie du hier ja auch selbst schreibst:

Ich verstehe.

Wie soll das aber auch funktionieren - das eine hat man selbst (als Individuum wie als Gesellschaft) aktiv in der Hand - das andere nicht.

Ob man sich abhängen lässt oder nicht, hat man auch zu einem gewissen Grad in der Hand, darum geht es hier ja.

Wenn wir nicht die Absicht haben, die Chinesen (und andere Wettbewerber) abzuhängen, brauchen wir gar nicht anzufangen. Dann können wir auch gleich kapitulieren.
Ein Unternehmen, dass nicht besser sein will als die Konkurrenz, wird keinen Erfolg haben.

Also lieber keine internationale Zusammenarbeit?

Das sollte eigentlich unter demokratischen Parteien selbstverständlich sein.

Der Titel des Themas bezog sich eigentlich nur auf den Wandel der Energieversorgung. Nun habt ihr das Thema etwas generalisiert, ok.

Aber was treibt uns 80 Millionen Leutchen eigentlich um, dass wir gern erfolgreicher als ein Land mit 1.395 Millionen Einwohnern bleiben wollen? Und wozu? Ist das nicht ziemlich überheblich?

Sobald die Transformation unseres Energiesystems abgeschlossen ist, sparen wir pro Jahr 81 Mrd. EUR an fossilen Importen. Wie groß soll dann unser Handelsbilanzüberschuss eigentlich werden?