Das ist ja im Prinzip eine verschärfte Adoption. Irgendwann wird das Kind auf die Idee kommen, seine Mutter kennenzulernen. Im schlimmsten Fall seine beiden Mütter (Eizelle und Bauch).
Ich habe Stieftöchter, deren Mutter tot ist. Das reicht mir komplett an Familiendrama und Herkunftsstreß. Das muss ich nicht interkontinental mit mehreren Unbekannten haben.
Mein Exchef hat 2 Kinder mit seinem Mann von einer Frau, die damals mitten in der Produktion war. Vielleicht haben die beiden 4 oder mehr leibliche Geschwister, die sonstwo sind mittlerweile..
Er tritt als Fraktionsvorsitzender zurück.
Bundestagsabgeordneter bleibt er, oder?
Ich bin ja kein Fan von ihm, aber diesen Absatz hat er schön formuliert:
„Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.“
Ich bin nicht sicher, ob es immer der Rücktritt sein muss.
So viel Nachrücker gibt es ja meistens nicht.
Und was die 20 Kinder vor der Tür angeht: Das ist allemal besser als anonym zu spenden.
Ich habe vor Jahren mal ein Buch über adoptierte Kinder in USA gelesen, die in den 50er Jahren den Müttern weggenommen wurden, weil diese ledig oder sonstwas waren.
Das erschüttert mich bis heute, diese Menschen, herausgerissen aus der Ahnenreihe. Und das geben die ja weiter.
Ich habe mir auch vorher keine wirklichen Gedanken gemacht, dass die Schwarzen in USA nicht einmal wissen, aus welchem Land sie kommen, während die Weißen stolz Urkunden im Haus haben, die belegen, mit welchem Schiff die Vorfahren in die Neue Welt gekommen sind.
das ist als gag sehr nett.
Aber dahinter steckt mehr.
Die Tatsache, dass einer der wichtigsten Bundespolitiker der größten Regierungspartei wegen dieser Sache innerhalb von 48 h zurücktritt, zeigt den Unterschied zwischen CDU und AfD (und anderen Rechtsextremen):
ich glaube nicht, dass das mit der Leihmutter (oder etwas Vergleichbares) bei der AfD für einen Rücktritt gereicht hätte.
Eben aus dem Grund, den der Postillon erwähnt:
die AfD-Anhänger erwarten von ihren Leuten keine Moral mehr, also muss auch niemand wegen Doppelmoral zurücktreten.
Trump und MAGA treiben das auf die Spitze, je mehr Straftaten Trump begeht, desto beliebter scheint er bei seinen Leuten zu werden.
Wenn man also etwas Positives finden will, belegt der Fall Spahn, dass es bei der CDU noch Anforderungen an die Moral ihres Spitzenpersonals gibt.
Dass Spahn denen nicht genügt, hätte allerdings schon länger klar sein müssen.
Naja, es gibt da z.B. die Lebendspende, die unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland erlaubt ist - wenn es darum geht, dass „möglicher Schaden“ zu.B. Für meine Schwester, die mir eine Niere spendet, und deswegen selbst später zum Empfänger wird, dann sollte ich gemäß der Akzeptanz der biologischen Grenzen dies - zumindest persönlich trotz aktuell geltender Regelung ablehnen.
Die Frage kann man natürlich so oder so beantworten Juristisch ist das aktuell unter sehr strengen Auflagen erlaubt.
Was im Falle Spans sehr schwierig ist, dass er seinerzeit durchaus „moralisch“ uns „christlich“ argumentiert hat, als er sich in der Abstimmung dazu gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen hat, und jetzt feststellt, dass diese moralische Ablehnung (Moralurteile haben immer den Anspruch auch und vor allem in erster Linie für sich selbst zu gelten!) plötzlich gerade für sich selbst nicht mehr gelten, weil es um die eigene Lebensqualität geht. Das wäre im Falle der Lebendtransplantation so, dass es in Deutschland mit meiner Hilfe moralisch verwerflich gesetzlich verhindert wird, eine Lebendtransplantation überhaupt durchzuführen - und ich aber, wenn ich eine Niere brauche, mit meiner Schwester in die USA fliege, um den Eingriff vorzunehmen…
Nun könnte es tatsächlich so sein, dass Jens Span die moralischen Gründe, die er damals bei seiner Rede zum Verbot der Leihmutterschaft genannt hat, nur vorgeschoben hat, um sein Verbot, für das er aus anderen Gründen war, plausibel wirken zu lassen, obwohl er selbst rein persönlich das schon immer gar nicht so schlimm fand - das wäre dann eben „Realpolitik um etwas effektiv durchzusetzen“ (ist ad hoc zugegeben eine mögliche, aber konkret unterstellte Variante).
Aber dann landen wir schnell bei der Glaubwürdigkeit der Politik. Es verkommt dann mehr zu einem Schauspiel, das Wirkung entfalten soll, statt Argumenten zu folgen.
Hinzu kommt noch, dass bis zum Rücktritt einige CDU-Wahlkämpfer, die dieses Jahr noch Landtagswahlen haben, sich beschwerten, dass sie eigentlich keine Lust haben, über den tatsächlichen oder vermeintlichen „Span-Skandal“ argumentieren zu müssen…
Ist das so schlimm, wenn die Leihmutter damit Geld verdienen will? Wem schadet sie außer dem Empfinden einiger konservativer Moralapostel? Die oft Heuchler sind, wie sich bei Spahn herausgestellt hat.
Das macht Spaß.
sagt der Rechtsanwalt. Im Ernst, was daran sollte schlimm sein, wenn Eltern Geld ausgeben um ein Kind zu bekommen? Wenn eine Frau Geld für eine IVF mit Samenspende ausgibt, kauft sie ein Kind?
Könnte es sein, dass ein Kind, welches 100.000 Euro gekostet hat, mit mehr Liebe aufgezogen wird als manches ungewollte Ergebnis eines One-Night-Stands?
Richtig. Damit hätten wir alle Betroffenen abschließend beschrieben: die Leihmutter und das auftraggebende Ehepaar. Du und ich gehören nicht dazu.
Hast du dir deine Eltern sorgfältig ausgesucht?
Wie stehst du eigentlich zum Schwangerschaftsabruch? Hat das Kind da eine Mitsprache?
Ich war ca. 13 Milliarden Jahre nicht am Leben. Rückblickend kann ich nur sagen: Superzeit! Ich freue mich schon auf die nächsten 13 Milliarden.
Es gibt viele Gründe, warum Kinder ohne leibliche Mutter oder Vater aufwachsen. Nicht nur Leihmutterschaft.
Ich habe auch keine Ahnung, in welchen Teilen Europas meine Vorfahren vo 300 Jahren gelebt haben. Ist mir auch wurscht.
Ja, sehe ich auch so. Die Frage bleibt, was genau das moralische Vergehen war. Das sein Ehemann mit Hilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen hat oder dass er für Gesetze eintriit, die er selbst nicht zu beachten gedenkt.
Danke, du bringst es genau auf den Punkt. Deswegen ist sein Rücktritt gerechtfertigt.
Das ist übrigens typisch für die religiös-ethische Moral, dass sie in erster Linie immer für die anderen gilt.
es hätte eine Lösung gegeben:
er teilt mit, dass er seine Meinung geändert hat, und dass er über eine Leihmutter ein Kind … kriegt (?).
da er weiß, dass das gegen die parteilinie ist, tritt er zurück.
dann hätte er eine schöne elternzeit haben können.
und von manchen wäre er noch für seine Konsequenz gelobt worden.
Aber er wollte eben alles: einen Mann heiraten, ein eigenes Kind haben (kein „gebrauchtes“ adoptieren), das deutsche Recht umgehen, dafür eine Leihmutter im Ausland engagieren, und den Fraktionsvorsitz behalten.
Spahn fehlen Demut und Scham.
Er hat schon viele Fehler gemacht, aber das ist ihm egal.
Und er weiß es, jedenfalls was die Demut angeht.
Im Jahr 2015 hatte das Magazin „GQ“ Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, mit den Worten zitiert: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“
Aber im Ernst, Politik und Scham vertragen sich nicht. Ein aktuelles Beispiel: Mark Rutte. Ich würde mich schämen, er weiß, dass es notwendig ist und kriecht Trump in den Allerwertesten.
Deine Unterstellung, ich würde aus Lust am Widerspruch argumentieren, ist nicht lustig.
Ich finde die Bevormundung von Frauen, die sich als Leihmütter zu Verfügung stellen, als unerträglich und die Debatte hier zu einem großen Teil als hypermoralisch. Und Hypermoral begegne ich gerne auf niedrigerem Niveau.
Was er nicht mitgeteilt hat, ist, dass er sich politisch künftig für eine Legalisierung der Leihmütterschaft in Deutschland engagieren wird (zumindest innerparteilich streitbar innerhalb der Union, denn Abgeordneter bleibt er schließlich, und das Thema wird - ähnlich wie seinerzeit die Abtreibung - allein durch sein Handeln in den nächsten Jahren immer wieder diskutiert werden). Wenn er seinen Meinungsumschwung wirklich - als moralischen Kompass - glaubhaft ernst nimmt, wäre das die Konsequenz.
Eine Leihmutterschaft wird oft mit Hormonen vorbereitet, eine Eizellenspende auch.
Die „gesündeste“ Variante wäre, wenn der designierte Vater einfach Sex mit der Leihmutter nach ihrem natürlichen Zyklus hätte, aber das wird so meistens nicht ǵemacht, und wäre ähnlich unangenehm wie für eine Prostituierte.
Außerdem ist es für die Leihmutter belastend, nach der Geburt das Baby weg zu geben, weil ihr ganzer Körper hormonell auf Babypflege eingestellt ist.
Das ist also nicht einfach nur ein Job, den sie macht, sondern ein echtes Opfer, dass sie (meistens nicht ohne Not) bringt.
Das ist übrigens manchmal auch „Menschenhandel“, wenn Kinder aus Afrika adoptiert werden, die von ihren Familien verkauft werden und das ganze über eine „großzügige Spende an das Waisenhaus“, wo das Kind dann bis zur Übergabe eine Weile bleibt, abgewickelt wird.
In Deutschland gibt es nicht viele Kinder, die auf Adoption warten.
Bei Spans hängt jetzt der Haussegen schief - 100%ig.
Hoffentlich gibt’s nicht bald einen Alleinerziehenden mehr.
Hoffentlich muss das schöne neue Eigenheim nicht verkauft werden.
Tatsache ist, dass Steek, der womöglich sehr genau über Spans Vorhaben wusste und Span & Partner vielleicht sogar die Leihmutter-Agentur empfohlen hat, nichts passiert - und natürlich den vielen anderen (verzweifelten Wohlhabenden), die genau diesen Weg beschreiten, auch nicht. In einem Kommentar der Zeit hat die Autorin darauf hingewiesen, dass Span in Deutschland auch keinerlei Probleme mit der Anerkennung der Vaterschaft hatte. Das Familienrecht würde ignorieren, auf welchem Weg die Vaterschaft zustandegekommen ist. Das Familienrecht legitimiere also nachträglich ein Verhalten, dass eigentlich verboten ist.
Man sollte nicht vergessen, dass es bei Adoptionen (wurde schon von jemandem erwähnt) und im Organhandel die gleiche Praxis gibt.
Spahn ist ja auch „nichts passiert“. Er ist als Fraktionsvorsitzender zurück getreten, weil ihm die Familie am wichtigsten ist.
So wie tausende Männer (und besonders auch Frauen) vor ihm beruflich kürzer traten, um Kinder groß zu ziehen.
Das glaube ich nicht. Geld müsste genug im Hause sein.
Liebe Leute, überlegt mal genau, was eigentlich passiert ist.
Ein kleines Baby wird zum Vertragsgegenstand.
Bei einer Leihmutterschaft kommen reiche Ehepaare daher und kaufen sich quasi ein Baby, weil sie eine Familie gründen wollen.
Vertragspartner sind die Leihmutter, die quasi ihr Baby verkauft und die Vermittler, die auch noch daran verdienen.
Dabei wird vielleicht sogar noch die Not der Mutter ausgenutzt, denn warum sollte sie ihr Baby verkaufen.
Das ist zuwider jeglicher Moral und für mich Menschenhandel.
Seit der „Ehe für alle“ haben gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare und sie können Kinder gemeinsam adoptieren.
Biologisch gesehen, können da natürlich die eigenen Gene nicht weitergegeben werden.
Tja, wenn die eigenen Gene ach so wichtig sind, wird halt ein Baby gekauft.
Ich würde vielleicht tausend Augen zudrücken, wenn sich vielleicht eine Freundin oder ein weibliches Familienmitglied ohne finanzielle Bezahlung zum Austragen eines Babys zur Verfügung stellt. Aber dann sollte ein ständiger Kontakt zwischen leiblicher Mutter und den „Eltern“ bestehen bleiben.
Seit seinem 22. Lebensjahr und seit 2002 ist Jens Spahn unter dem Schutzmantel der Union im Deutschen Bundestag, hat nie in der realen Welt gearbeitet, und mit der Union baut er sich seine eigene reale Welt.
Ein Rücktritt war schon lange fällig und hoffentlich gibt er auch sein Mandat ab.