Okay, ich rudere etwas zurück. Grundsätzlich ergäbe sich kein durchgreifender Schluss, dass die Grünen heute Errungenschaften wie die Verhandlungen von Kennedy und Chruschtschow, der eine zog die Jupiter Raketen in der Türkei ab, der andere verschwand wieder aus Kuba, oder das rote Telefon was auf Grund der Nähe zu einem Atomkrieg während der Kuba-Krise erst ins Leben gerufen wurde, nicht mehr ernst nehmen.
Es hatte jedoch den Anschein, wenn ich mich auf Äußerungen der ehemaligen Außenministerin konzentriere, die vor laufender Fernsehkamera im öffentlich-rechtlichen TV einige Zeit nach Kriegsausbruch gesagt hatte, sie wäre der Meinung, es wäre jetzt keine Zeit für Diplomatie oder selber sich gegen eine Waffenruhe, die von russischer Seite über Weihnachten vor einiger Zeit vorgeschlagen wurde, geäußert hatte, dass die Grünen nicht für Diplomatie sind.
Wenn dann noch Äußerungen von Franziska Brantner heute vor einigen Wochen dazukommen, hinsichtlich des Taurus sollte Merz nicht scholzen, während gerade Verhandlungen immer noch laufen, dann erhöht das, zusammengenommen, mit den Vorwürfen hier im Forum, diplomatische Vorstöße in Richtung Russland wären Appeasement, den Eindruck, alles was mal diplomatische Errungenschaften waren, zollt dem neuen bellizistischen Gedankengut in der Partei.
Äußerungen z.B. von @HarmsCar…
..zeigen mir eine Art Gleichgültigkeit dem Thema Diplomatie gegenüber, wenn ich doch vorher Folgendes benenne:
Vielleicht - ich nehme @HarmsCar gleich auch wieder in Schutz, hatte der das gar nicht gelesen. Zudem - natürlich gibt es verschiedene Formen der Diplomatie. Das zeigt ein Auszug aus einem FOCUS-Bericht. Es geht um die Verhandlungen in Abu Dahbi:
Laut US-Beamten, die die laufenden Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA begleiten, sollen die russischen Unterhändler hinter verschlossenen Türen deutlich pragmatischer auftreten, als es die öffentliche Rhetorik aus Moskau vermuten lässt.
Wie der „Kyiv Independent“ berichtet, betont der Kreml in offiziellen Erklärungen regelmäßig seine Maximalforderungen – etwa territoriale Zugeständnisse oder politische Bedingungen – während die eigentlichen Verhandlungsteams taktisch flexibel bleiben…
..Ein US-Beamter erklärte der ukrainischen Zeitung, dies sei ein bekanntes Muster: Russland stelle öffentlich seine Maximalforderungen, lasse aber privat Spielraum für Verhandlungen. Auch die ukrainische Delegation beobachte diese Signale genau: Selbst Höflichkeit und respektvolle Gesprächsführung werde als positives Zeichen gewertet…
Nimmt man, dann aber wieder andere Berichte zur Grundlage: Ukraine-Ticker: Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug
Bei einem Drohnenangriff auf einen Zug im Gebiet Charkiw sind nach ukrainischem Angaben fünf Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Selenskyj will den EU-Beitritt im Jahr 2027 - auch aus Sicherheitsgründen.
..sollte doch m.E. Europa mit mehr Entschlossenheit parallel und abgestimmt mit den USA ebenfalls Verhandlungen mit Moskau führen, zumindest vom Kreml einfordern, das tun sie aber nicht, und das ist auch hier nicht die vorwiegende Haltung im Forum!
Also ein Forum welches doch auch ein Spiegelbild der Grünen heute ist, wenn auch nicht alle hier der Partei angehören! Also schon bleibt in mir ein Unverständnis für die grüne Haltung zur Diplomatie, die es in Unionskreisen zumindest bei Laschet gibt:
Kritik an Europa: „Wir selbst reden nicht mit Russland“
Dass Europa an den nun angesetzten Gesprächen nicht beteiligt ist, sorgt unterdessen für Kritik. Während die Friedenspläne in Zusammenarbeit mit den Amerikanern auch in Europa und Berlin erarbeitet würden, spiele Europa danach keine große Rolle mehr. „Aber überbracht werden die von Herrn Kushner und Herrn Witkoff, also amerikanischen Geschäftsleuten, das ist eine absurde Situation“, kritisierte etwa der CDU-Politiker Armin Laschet im Gespräch mit dem Sender phoenix.
Quellen:
Laschet kritisiert Europa: Putin stellt Bedingung auf – Machtkampf in Moskau entbrannt?Ukraine-Ticker: Tote nach russischem Angriff auf Passagierzug | BR24
Ukraine-Gespräche: Putins Unterhändler weichen offenbar von harter Linie ab
Ich mache an der Stelle einen Querverweis auf den Ukraine-Thread, weil es hier in Wirklichkeit eigentlich off-topic ist:
Russland hatte in seinem Forderungskatalog aus 2021 darauf hingewiesen, diese Mechanismen wieder zu aktivieren. Die Nato/ USA hatten darauf anders reagiert, als Russland erhoffte, weil ja bereits die russische Armee vor den Grenzen der Ukraine stand. Nur heute - sind wir gut vier Jahre weiter und dahingehend - sprechen vielleicht die Abgesandten der USA mit dem Kreml miteinander - nur Europa scheint nicht genau zu wissen, was da vor sich geht?
Aber komm, höre doch auf, es ist doch allen offensichtlich, dass neben Strack-Zimmermann, die gesamte Zeit der Ampel-Koalition, der Haupt-Hardliner dort Euer Anton Hofreiter gewesen war. Ich hatte den einmal bei Lanz gesehen, und der war völlig aus dem Häuschen, wollte Putin mit seinen Expertisen über Waffen förmlich gleich an den Hals springen. Auch wenn ich die Rede, die parallel damals zu der Wagenknecht-Schwarzer Demo in Berlin von Bütikhofer vor lauter blau-gelben Flaggen von Ukrainern mir angeguckt habe, war das für mich skurril - während ich ein Jahr nach Ausbruch an der Friedenskette von Münster nach Osnabrück selber teilgenommen hatte, mit vielen Grünen auch und dieses eine ganz vernünftige Art und Weise war.
Dann muss aber neben den Waffenunterstützungen von den Grünen im Bundestag aber auch mal was kommen. Als sich Mützenich während der letzten Legislaturperiode für ein Einfrieren des Konfliktes eingesetzt hatte, erntete er von Baerbock nur Kopfschütteln. Die Frau wollte in der Zeit wirklich Krieg für die Ukraine, wenn auch nicht substantiell.
Da gebe ich Dir ja Recht, mir ging es genauso. Der erste Schrecken benötigte schnelles Handeln, daher habe ich in meinem Kreisverband (damals war ich Grüner) auch defensiven Waffen zugestimmt. Aber dann wäre die Zeit gewesen, Russland politisch und diplomatisch zu stoppen, anstatt nur zu hoffen Russland in der Welt isolieren zu können.
Ja, aber ohne politisch Russland unter Druck zu setzen, dass hatte z.B. Trittin damals gefordert, in dem er sagte, wenn wir schwere Waffen liefern, dann müssen wir auch alles dafür unternehmen, dass der Krieg beendet wird. Das ist nicht passiert. In den Tagen, als die Ukraine scheinbar militärisch eine Chance besaß, auf die Krim zur Befreiung dieser zuzusteuern, da war hier im Forum gerade zu eine Kriegseuphorie ausgebrochen. Ich fand das falsch! Gerade an der Stelle hätte der Westen die größte Hebelwirkung gehabt auf Moskau einzudrängen, dass alle Parteien zur Vernunft kommen sollten - denn zuvor hatte die Ukraine bereits Territorien zurückgewinnen können und Kiew verteidigen können.
Ich hatte mir sagen lassen, dass die Linke über die Frage, Waffenlieferungen, diskutiert hatte. Es ist aber auch so, dass die Grünen, die Vorschläge der Linken, auf diplomatische Lösungen zu drängen, überhaupt nicht akzeptiert haben, so wie Mützenich (SPD) von Baerbock nur Kopfschütteln geerntet hatte. Man kann ja, die Vorschläge des Einfrierens für nicht ausgereift festhalten, aber eine Friedenslösung daraufhin zu diskutieren, dafür sind die Grünen bis heute nicht mehrheitsfähig in der eigenen Partei.
Das ist doch Quatsch. Die Linken waren zu der Zeit noch nicht einmal mehr eine Fraktion zeitweilig gewesen.
Scholz trug die Verantwortung. Aus den USA gab es Ergebnisse, dass eine gewisse Zeit, die Gefahr einer Eskalation - auch atomar - gegeben war. Stoltenberg sagte, es ist weder gut, sollte Russland den Krieg gewinnen, noch gut, wenn Russland den Krieg verliert. In diesem Rahmen hatte sich Scholz bewegt, Ich fand das nur verantwortungsvoll! Das war zurecht zögerlich!
Ist auch schwierig? Das hat nichts damit zu tun, dass die Ukrainer bis heute heldenhaft ihr Land verteidigen. Aber dann, wenn sie die Momente haben, dann sollte jemand sagen, stop wir klären das jetzt für Euch, bei Putin. Das traut sich doch niemand, weil bei Euch der Arsch auf Grundeis liegt, nur wenn ihr von dem Namen hört!
Ich vertrete von beiden die Meinung nicht!
Du warst doch vor Wochen weiter und hattest einem Lösungsvorschlag von mir, zu den umstrittenen Territorien, grundsätzlich eine Chance eingeräumt.
Lässt Du dich jetzt von deiner KI vertreten?
Bei diesem Deinem heutigen Gerede ist doch kein Punkt auszumachen, mit dem Politik möglich ist. Fühlst Du dich angepisst, weil ich Euch kritisiert habe? Das muss man in der Politik aushalten!