Wer von euch hat einen flexiblen Stromtarif?

Bist du echt zu dumm um €/MWh in ct/kWh umzurechnen?

Vielleicht, aber ich weiß genau, dass wenn der eine Wert negative ist, auch bei der Umrechnung wieder ein negativer Wert herauskommt, du Adam Riese.

Welches der beiden ’ - ’ gilt nun nicht in deiner Welt?

Ich bitte um Entschuldigung, ich hatte gelesen „1 Cent über 0 €…“. Mein Fehler. Trotzdem verstehe ich das „morgige“ nicht.

Und auch verstehe ich nicht, wieso der Staat Strom an der Börse anbieten soll. Die Versorger sind doch private Unternehmen. Und von einem Limit vom -500€/MWh habe ich auch noch nichts gehört. In welcher Verordnung steht das?

Jetzt verstehe ich, was du mit „morgig“ meinst: den Day-Ahead Markt. Da gibt es tatsächlich dieses Limit. Im Intraday-Markt liegt das Limit übrigens wesentlich niedriger, bei -9.999 €/MWh.

Hat aber nach wie vor nichts mit dem Staat zu tun (außer dass die EU diese Regeln gemacht hat). Und was genau stört dich daran?

Das Wirtschaftsministerium gibt mit der EEV (Abschnitt 2) vor, wie sich die Verkäuferseite am Strommarkt zu verhalten hat und gleichzeitig trägt der Staatshaushalt jegliche Verlustrisiken über den EEG-Ausgleichsmechanismus (de-facto verkauft der Staat den EEG-Strom zu verordneten Ramschpreisen). Das ist alles andere als ein freier Markt, sondern an Tagen wie dem 1. Mai mit erheblichen Solarüberschuss ein vorhersehbarer (auch ohne Glaskugel) Selbstbedienungsladen.

Mich persönlich stört das überhaupt nicht, weil meine Stromrechnung zu nicht unerheblichen Teilen damit aus dem Steuerhaushalt finanziert wird und es außerdem gerade extrem lukrative Investments in Batteriespeicher ermöglicht - mit ROI in nur wenigen Monaten. Aus gesellschaftlicher und politischer Perspektive ist das trotzdem zu kritisieren, weil dieses Modell alles andere als nachhaltig, skalierbar und schon gar nicht irgendwie sozial gerecht ist.

Hier wird das Ganze noch mal für “Otto Normalverbraucher” erklärt:

Für Pfingsten ist mal wieder extrem viel Sonne vorausgesagt. Toll für alle die einen schönen Pfingstausflug machen wollen, toll auch für alle mit flexiblen Stromtarifen, weniger toll für Betreiber von Gas- und Kohlekraftwerken.
Passend dazu gibt es heute Abend ein spannendes Webinar wo unter anderem Lion Hirth und Andreas Schmitz aufeinander treffen, zwei Experten mit sehr unterschiedlichen Positionen dazu, was für Konsequenzen die Politik aus der derzeitigen Situation am Strommarkt ziehen sollte.

Sonnenstrom im Überfluss - Luxus oder kann das weg? (Mittwoch 20.5. 19 Uhr)
Webinar Registration - Zoom

Nachträglich hier verfügbar:
Pfingsten: Sonnenstrom im Überfluss - Luxus oder kann das weg? (WEBINAR)

Ich will kurzfristig eine Pv-Anlage mit Stromsteicher und bin abei auch auf 1Komma5° gestoßen. Die bieten zum Stromspeicher ein KI device an, das den Speicher immer mit dem billigste Strom aufläd. Was galtet Ihr davon? Angeblich soll man sogar ohne PV immense Kosteneinsparungen realisieren können

bei Anbietern wie 1Komma5° oder Enpal bindet man sich an deren Gesamtpaket aus Stromliefervertrag, PV/Speicher (Miete oder Kauf) und Optimierungslösung. Das ist quasi das Rundumsorglospaket, aber langfristig vermutlich nicht die wirtschaftlichste Option.

Man kann die Komponenten auch einzeln beschaffen:

  • Solar/Speicher vom lokalen Elektriker/Solarteur oder Plug&Play Lösungen vom Onlinehändler
  • Dynamischer Stromvertrag von Tibber, Octopus oder Ostrom
  • Optimierungstool von Enyo, EVCC oder SMA

Der große Vorteil dabei ist, dass man den ein oder anderen Teil in Zukunft austauschen kann (z.B. Stromtarif wechseln), falls es etwas besseres gibt. Bei den Gesamtpaketen sind einem da die Hände gebunden.

Solche Werbeversprechen vergessen leider allzu oft den Speicherwirkungsgrad von realistisch maximal 80% (AC zu AC). Damit wird ein gutes Stück der Kosteneinsparung wieder aufgefressen, wenn man es ganz ohne PV betreibt. Aber ja, bei den aktuellen Speicherpreisen und den Möglichkeiten dynamischer Stromtarife ist da durchaus Gewinn möglich.