Es gibt keine „Geschenke“ des Staates. Er muss sich die Kosten immer irgendwo zurückholen, entweder bei den heutigen Steuer- und Gebührenzahlern oder bei den zukünftigen (Schulden).
Einen Stromausfall sollte jeder Router schadlos überstehen. Ohne zu rauchen. Das wäre dann eher ein Blitzeinschlag.
genau da steht sie zur Zeit. Sie wird sogar gerade grundlegend umgebaut. Dass das nicht in 2 Jahren geht, sollte allen klar sein.
Ich habe seit einem Jahr Tibber. Einsparpotential ist groß - wenn man steuerbare Verbraucher hat. Dazu zähle ich ein Elektroauto und eine Wärmepumpe. Eine Waschmaschine o.ä. wir sich eher nicht bemerkbar machen. Für normale Wohnungsnutzer ist Tibber nicht wirklich interessant, wohl aber für Einzelhaus-Bewohner. Das Beste war als im letzten Sommer der Preis mal bei -50ct/kWh inkl. Netzgebühren lag. Das Auto war gerade leer, also Solaranlage aus, netzdienlich geladen und ca. 20€ verdient…
Mein Netzbetreiber wollte noch kein Smartmeter herausrücken. Deshalb habe ich den Pulse. Kostet normal €99, aber mit Referral-Code (z.B. von mir) nur €49.
wenn man den oder die steuerbaren Verbraucher beim Netzbetreiber anmeldet, lohnt sich das mit dem flexiblen Stromtarif ab diesem Jahr nochmal mehr. Man kann in den Genuss von variablen Netzentgelten kommen und so noch deutlich mehr sparen - Stichwort §14a EnWG Modul 3 … wobei „variabel“ bei meinen Netzbetreiber bedeutet, dass eine fixe Hochpreis- und eine fixe Tiefpreisphase pro Tag gibt.
Mit starrem Netzentgelt hätte ich heute (12.1.25) eine Strompreisspanne von 33ct (5uhr) bis 41ct (18uhr). Mit der Nutzung von Modul3 komme ich auf 23ct (5uhr) bis 48ct (18uhr). Wo man ohne variable Netzentgelte nichtmal 10ct/kWh sparen konnte, sinds mit Modul3 nun über 20ct/kWh.
Wer also Elektroauto und/oder Stromspeicher hat, kann damit auch ohne PV (oder jetzt im Winter) enorm Geld sparen. Das macht nun auch die Kleinspeicher für den Privatanwender endlich rentabel - auch für den Mieter in einer Etagenwohnung.
Es gibt auch noch Varianten wie es die z.b in Skandinavien gibt dass man sich seine kilowattstunden dann einkauft wenn der Preis niedrig ist.
Da gibt es zum einen Tarife da kauft man sich die wöchentlich ein, andere vielleicht alle paar Wochen.
Kann man eigentlich als Mieter in einem Mehrfamilienhaus auch einen flexiblen Stromtarif haben? Es muss ja dann so ein Spezialgerät am Zähler eingebaut werden. Ich habe null Schimmer von solchen Sachen, finde aber das Ikea Angebot ganz interessant. Was meint ihr dazu?
Der IKEA-Tarif ist unter den dynamischen Stromtarifen verhältnismäßig teuer. Alle Anbieter schlagen auf den Arbeitspreis noch einen fixen Anteil für die eigene Marge drauf. Bei IKEA sind das 2ct/kWh, bei der Konkurrenz teilweise weniger als 1ct/kWh.
Hier ein (nicht mehr ganz aktueller) Vergleich verschiedener Anbieter solcher Tarife: Dynamische Stromtarife Vergleich: Finde den günstigsten Anbieter
Der Gamechanger waren für mich tatsächlich die variablen Netzentgelte und der Umstand, dass wir nur noch elektrisch fahren. Fixstromverträge gibt es bei uns in der Region für etwa 33ct/kWh (inkl Grundgebühr), mit meinem dynamischen Stromtarif komme ich auf durchschnittliche Bezugskosten von 21ct/kWh, dadurch dass etwa zwei Drittel meines Verbrauchs gezielt in der Zeit stattfindet, wo der Strom besonders günstig ist.
Wir fahren zwar auch 100% elektrisch, hätten auch einen intelligenten Stromzähler aber … müssen auch meist abends/nachts laden und dies nahezu täglich - gibt es da eine Preisübersicht über die Tag/Nachtverteilung ?
Gerade gesehen : Deutschland | Electricity Maps da gibt es auch den Preis und zumindest für die letzten 3 Tage auch rückwirkend - offensichtlich ist es nachts ab ca 00:00 für +/- 5h auch relativ günstig. Das sollte meist reichen um mit 10kW den 55kWh Akku wieder voll zu bekommen.
günstig in der Nacht, besonders wenn mäßig bis starker Wind weht
günstig um die Mittagszeit, im Sommer deutlich ausgedehnter
teuer am Morgen und am Abend
etwas günstiger am Wochenende als unter der Woche
Einen erheblichen Einfluss haben darüber hinaus die variablen Netzentgelte gemäß Modul 3 §14a EnWG, wenn man sie denn nutzen möchte. Die sind zudem planbar, weil das ganze Jahr über festgelegt, aber lokal unterschiedlich. Der örtliche Verteilnetzbetreiber veröffentlicht sie meist irgendwo auf seiner Homepage.
holla - das ist enorm - mehr als 11ct netto Unterschied. Es sieht so aus, als wenn ich mich da mal näher mit befassen sollte - Lademanagement des Autos gibt es ja glücklicherweise ganz unproblematisch.
Ölpreis steigt, Gaspreis steigt, Strompreis … wird vor allem volatiler. Das führt bei Fixpreisverträgen auch zu steigenden Kosten, aber dynamische Tarife lohnen sich aktuell umso mehr. Im April hatten wir bis heute schon 16 Tage mit negativen Nettostrompreisen. Morgen Mittag liegt der Börsenstrompreis sogar wieder so tief (-20 ct/kWh), dass es auch für dynamische Endkunden negative Bruttostrompreise geben wird - man wird also fürs Energie verschleudern bezahlt. Gleichzeitig sind an solchen Tagen in den Mittagsstunden weit über 10000 Erzeugungsanlagen abgeregelt.
Angesichts der aktuellen Energiekrise und der Energiepolitik der Bundesregierung wirkt die Situation geradezu absurd. Wir haben soviel Strom dass wir fürchten darin zu ertrinken, wir haben so wenig Öl und Gas dass für viele der Sommerurlaub (und später wohl auch die Heizsaison) ausfallen wird. Und der Plan der Regierung ist nicht etwa Strom zu speichern oder dynamischer zu nutzen, sondern noch mehr Gas zu verstromen.
in den Monaten Februar und März lag ich schon unter 20ct/kWh für meinen Netzbezug, im April wird es voraussichtlich sogar unter 15ct/kWh im Durchschnitt liegen.
Gas soll verstromt werden, wenn Sonne und Wind nicht genug liefern und (die wenigen) Speicher auch leer sind.
Was soll denn die Alternative sein? Kohle- oder Atomkraft?
Mein Gott, beim Strom helfen Durchschnittsbetrachtungen nun mal nicht.
Netzausbau (eine Dunkelflaute ist niemals in ganz Europa gleichzeitig)
Speicher (sind unter den aktuellen Gegebenheiten lukrativ wie nie)
Und auf der Nachfrageseite ist die Alternative den Bedarf zu flexibilisieren, zum Beispiel durch Preisanreize wie dynamischen Strompreise (das Thema dieses Threads).
Das eine schließt das andere nicht aus, idealerweise wirken die Maßnahmen harmonisch zusammen.
Und die anderen Länder sollen also die Überkapazitäten aufbauen um Mitteleuropa bei Dunkelflaute aushelfen zu können. Also den großen Teil der europäischen Industrie und Bevölkerung.
Die werden sich bedanken.
Speicher sind derzeit nur lukrativ Venen sie für Regelenergie genutzt werden und entsprechend viele Lade- und Entladezyklen haben mit denen Geld verdient wird. Bei Langzeitspeichern, die man für Dunkelflauen braucht, sieht das ganz anders aus.
Die Kapazitäten müssen nicht nur die tatsächlichen Zeiten bei totalem Ausfall von Wind und Sonne überbrücken, sondern auch die Zeiten von möglicher Unterdeckung davor und danach. Sonst trifft die Dunkelflaute auf leere Speicher bzw. die Unterdeckung verlängert sich. Die Studie dazu habe ich bei den entsprechenden Threads schon mehrfach gepolstert.
Ich bin auch der Meinung, das zwingend alle flexible Stromtarife haben müssen, damit der Stromverbrauch sich wo möglich dem Angebot von EE-Strom anpasst.
Da schauen aber dann die PV-und WP-Besitzer in die Röhre und werden Sturm laufen.
Da bin ich aber gespannt wo der liegen soll, wenn der nur ein paar Wochen im Jahr erzielt werden kann um die immensen Investitionen in Netzinfrastruktur etc. Zu decken.
Dann grätschen ggf, auch noch andere mit Atomstrom dazwischen.
Die Norweger beschweren sich heute schon, dass wir ihren Strompreis nach oben treiben.
Übrigens ist die Hälfte einer Dunkelflaute (nämlich dunkel) in ganz Europa gleichzeitig. ( von ein bisschen Zeitverschiebung mal abgesehen). PV fällt also für diesen Einsatz weitgehend aus
Das wird der Wettbewerb an der Strombörse in jedem Einzelfall festlegen.
Die laufenden Kosten der Netzinfrastruktur muss letzten Endes über die Strompreise gedeckt werden. Die Investitionskosten sollten aber nicht nur den heutigen Verbrauchern aufgelegt werden.
Der Begriff der Gleichzeitigkeit hat mit den Zeitzonen nichts zu tun. Das wäre dann Gleichuhrzeitig. Abgesehen davon können die planbaren täglichen Schwankungen ganz gut durch Batteriespeicher abgedeckt werden, nur bei längefristigem Ausfall wird es schwierig (teuer).
Das Problem mit der Strombörse ist doch offenbar dass dort kein wirklich freier Handel stattfindet, sondern die Angebotspreise in verschiedener Weise staatlich gestützt und gelenkt sind. So ist es auch nicht verwunderlich, dass am morgigen ersten Mai die Preise bei genau einem Cent über -500€/MWh ihre untere Grenze finden, denn es ist bekannt, dass der Staat den EEG-Strom an der Börse für eben diese -500€/MWh anbieten muss (nach den selbst gesetzten Regeln). Nun haben es hinreichend viele Händler verstanden, dass bei prognostiziert viel EEG-Strom man mit sehr niedrigen Preisen spekulieren kann.
Fragt sich wie man den Strommarkt wieder funktional bekommt - kurzfristig vermutlich gar nicht und so bleibt es wohl zur Freude aller Stromkunden mit dynamischen Tarif so, dass man auch in den kommenden Monaten zu jeder Batterieladung am Wochenende noch eine gute Hand voll Steuergeld obendrauf bekommt.