Noch ein Post auf meinem Blog: Weniger Fleisch bedeutet mehr Natur.
Das ist hoffentlich nicht ernst gemeint?
Und bezieht sich auf Massentier und die Folgen?
Muss den Blog aber noch mal lesen.
„ließen sich alle diese Probleme verringern, und man bräuchte weniger Agrarfläche, um die benötigten Nahrungsmittel zu produzieren. Ein Großteil der Ackerflächen dient zur Gewinnung von Tierfutter; diese könnte man zu einem großen Teil einsparen, wenn man auf den Umweg Fleisch in der Nahrungskette verzichten und stattdessen pflanzliche Nahrungsmittel anbauen würde. Man könnte die nicht mehr benötigten Flächen der Natur zurückgeben, es könnten daraus wieder Ökosysteme, wie Wälder und Moore, werden, die viel Kohlenstoff binden, damit zum Klimaschutz beitragen, und eine Heimat für bedrohte Tier- und Pflanzenarten bieten. Und es würden immer noch alle satt.“
Da stimmt vieles nicht.
Vielleicht so.
Rezentes C im KohlenstoffkreislaufKreislauf statt Emission: Das von Weidetieren ausgestoßene Methan (CH_{4}) zerfällt in der Atmosphäre nach etwa 10 bis 12 Jahren zu Kohlendioxid (CO_{2}). Dieses CO_{2} wird von den Gräsern der Weide über die Photosynthese wieder aufgenommen. Es handelt sich um rezenten Kohlenstoff (biogener Kreislauf), der – anders als fossile Brennstoffe – dem System keinen neuen Kohlenstoff hinzufügt.
Boden als Speicher:
Gut gemanagtes Dauergrünland speichert in seinen tiefen Wurzelsystemen enorme Mengen Kohlenstoff im Boden, die bei einer Umwandlung in Ackerland massiv freigesetzt würden.
Verwertung nicht-essbarer Biomasse (Upcycling)Zellulose-Verdauung:
Wiederkäuer besitzen ein spezielles Verdauungssystem (Rumen), mit dem sie Zellulose abbauen können.
Veredelung:
Sie verwandeln für den Menschen absolut unverdauliche Biomasse (Gras, Heu, Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie) in hochwertige, proteinreiche Lebensmittel wie Milch und Fleisch.
Keine Konkurrenz:
Diese Form der Tierhaltung steht in keiner direkten Flächenkonkurrenz zur menschlichen Ernährung, da das Land oft nicht für den Ackerbau geeignet ist.
Absolute Grenzen der Flächennutzung
Grenzertragsstandorte: Weltweit besteht ein riesiger Teil der landwirtschaftlichen Flächen aus permanentem Grünland (Steppen, Savannen, Almen, magere Wiesen).
Ackerbau unmöglich: Auf diesen Flächen ist der Anbau von Gemüse, Getreide oder Hülsenfrüchten aufgrund von Trockenheit, Neigung, Steinen oder Kälte unmöglich. Ein Verzicht auf Weidewirtschaft würde diese Flächen für die menschliche Ernährung komplett unnutzbar machen.
Die Zeitdimension von Mooren
Jahrtausende lange Entstehung: Moore entstehen nicht einfach, weil man eine Fläche „der Natur zurückgibt“. Sie benötigen spezifische hydrologische und klimatische Bedingungen sowie Jahrtausende (Moorböden wachsen im Schnitt nur etwa 1 Millimeter pro Jahr).
Wiedervernässung statt Neubildung: Sinnvoll und machbar ist lediglich die Wiedervernässung bereits bestehender, trockengelegter Moorstandorte, die aktuell intensiv als Acker- oder Grünland genutzt werden. Eine willkürliche Transformation von beliebigem Ackerland in ein funktionierendes Moor ist geologisch utopisch.
Zweifellos lässt sich nicht jedes Ackerland in Moor verwandeln, das habe ich auch nicht behauptet. Man kann nur wieder vernässen, was vor nicht allzu langer Zeit mal Moor war, und Moor wäre, wenn man es nicht landwirtschaftlich nutzen würde. Es ist auch nicht jedes Weideland als Ackerland geeignet. Aber es gibt Ackerflächen, auf denen Futterpflanzen angebaut werden, und auf denen man genau so gut pflanzliche Nahrungsmittel anbauen könnte. Das mit den Wiederkäuern weiß ich auch, ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, und auch wenn ich keine landwirtschaftliche Ausbildung habe, habe ich doch das eine oder andere mitbekommen.
Deine Einwände sind nicht von der Hand zu weisen, aber erwecken den Eindruck, dass Du mein Post nur überflogen hast und noch mal lesen solltest. Vor allem meine ich eine Tendenz zu der Art von Verabsolutierung zu sehen, die Du mir vorwirfst, aber vielleicht tue ich Dir da auch Unrecht. Ich gebe zu, in dem kurzen Blogpost nicht in die Tiefe der Problematik gegangen zu sein, es ging mir nur um das grobe Ganze. Es soll ja auch keine „schlüsselfertige Lösung“, sondern nur einen Denkanstoß liefern.
Ich will ja die Fleischwirtschaft nicht vollständig abschaffen, denke aber, dass Massentierhaltung und übermäßiger Fleischkonsum ökologische und gesundheitliche Probleme mit sich bringen, die man durch eine Verringerung des Fleischkonsums lindern kann. Du wirst doch nicht behaupten wollen, mit „Fleischfabriken“ würde der Umwelt, der Gesundheit der Konsumenten und den dort gehaltenen Tieren was Gutes getan werden, und dass es damit keine ökologischen oder sozialen Probleme gäbe.
Sagte ich ja. Mache ich in Ruhe
Natürlich nicht
Alles gut. Wie gesagt, Deine Einwände sind nicht von der Hand zu weisen und zutreffend. Es ist eben im Detail immer komplizierter als es auf dem ersten Blick den Anschein hat. Ich sehe in Fleischverzicht auch nicht die Lösung des Klimaproblems oder anderer Umweltprobleme, sondern nur einen möglichen Beitrag zur Linderung dieser Probleme.
Es wäre gut, wenn du dein Post hier als Text einstellst, damit wir wissen, worüber du diskutieren willst. Ich finde es nicht so schön, dass du jetzt schon zum dritten Mal einen Thread beginnst, in dem du am Anfang auf dein Blog verlinkst und jeder auf den Link zu deinem Blog klicken muss, damit man weiß, worüber du überhaupt diskutieren möchtest.
Dein Blogtext lässt sich im Forum dann auch schwer zitieren.
Dazu kannst du schon mal Paludikultur recherchieren.
Verstehe. Danke für den Tipp, das werde ich in Zukunft so machen, wie Du sagst.
Das würde ich auch gerne wissen. Ich habe eine Reihe von Textrudimenten auf der Festplatte zu genau diesem Thema.
Fleisch ja, aber das gute.
Und um dieses „gut“ wird ja mächtig gezankt.
Also m.E.:
- rezenter Kohlenstoffkreislauf
- maximale Biodiverstität
- Bodenschutz
- Verringerung der Stickstofffracht in der Luft
- Vermeidung von Überdüngung mit Phosphat (Gewässer)
- Erhaltung der Kulturlandschaften
- Erhaltung und Nutzung (!!) alter Rassen und Sorten
Werbung für gutes Fleisch bei noch-nicht-hardcore-Veganern, weil die die Energie haben, die Idee zu verbreiten.
Muß mal eine lustige Begebenheit erzählen: in unserem grünen Kreisverband gibt es für öffentliche Veranstaltungen eine Verpflichtung zum veganen Catering und viel junge Mitglieder sind Veganer.
Bei unserem grünen Stammtisch mit Jungmitgliedern bestellen alle nur Pommes oder Salat. Nur ich esse jedes Mal genußvoll unter den verächtlichen Blicken der Anwesenden eine Currywurst.
Nun waren beim letzten Stammtisch nur Ü60 Mitglieder anwesend - also kein junger Veganer.
Und was bestellten die alle plötzlich: „Taxi-Platte“ mit Wurst, Gyros und einem Berg voller Fleisch. ![]()
Wenn man sich unbeobachtet fühlt …
Ältere Menschen brauchen einfach mehr Eiweiß.
Eiweiß ist übrigens ein sehr gutes Stichwort.
Ich bin auch kein großer Fleischesser, ich mag es einfach nicht. Das war bei mir bereits als Kind so, ich habe es ausgekatscht und im Anschluss ausgespuckt.
Aber ab und an überrascht mich ein gewisser Heißhunger und ich gehe zum Kühlschrank und dann esse ich 1 bis 2 Scheiben Wurst oder ich habe tatsächlich Hunger auf eine Curry-Wurst.![]()
Ich denke, dann benötigt mein Körper dies.
Und das nennst du Heißhunger? Unter Heißhunger stelle ich mir mindestens einen Ring Lyoner vor ![]()
Hach, son schönes saftiges Steak … da hätte ich jetzt Lust drauf.
Oder ein frisch gegrilltes Kotelett vom Schwein?
Jeder kann froh sein, der nicht die Schmerzens- und Angstschreie der Schweine gehört hat.
ist das so? Oder war das ein Witz?
Ich frage ernsthaft, ich weiß es nicht.
Das würde uU einiges erklären.
hier kann man was lernen!
danke
was genau folgt daraus global (oder gerne auch national)?
- Dass wir den Fleischkonsum weniger reduzieren müssen als von den Vegetariern idR angenommen?
- Oder gar nicht reduzieren und nur anders produziertes Fleisch essen?
- lässt sich durch weniger Fleischkonsum die nötige Agrarfläche reduzieren?
- oder klappt das nicht, weil die freiwerdenden Flächen für den Ackerbau ungeeignet sind?
Nein, kein Witz. Laut medizinischen Empfehlungen sollen Menschen ca. 0,8 gr Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, ältere ca. 1.0 - 1.2 gr.
Genauere Auskunft liefert die KI-Suche
Der individuelle Eiweißbedarf hängt stark von Alter, Aktivität und persönlichen Zielen ab. Als Standardwert für gesunde Erwachsene gelten 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Sportlern, Senioren oder in der Diät steigt dieser Wert auf 1,2 g bis 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht. [1, 2, 3]
Bedarfsgerechte Richtwerte
- Normalgewichtige Erwachsene: ca. 0,8 g / kg (ca. 57 bis 67 g täglich)
- Breiten- und Ausdauersportler: 1,2 g bis 1,6 g / kg
- Kraftsportler & Muskelaufbau: 1,6 g bis 2,0 g / kg
- Senioren (ab 65 Jahren): ca. 1,0 g bis 1,2 g / kg (Erhalt der Muskelmasse) [1, 2, 3, 4]
Eiweißquellen und praktische Umsetzung
Eine ausgewogene Mischung aus tierischen und pflanzlichen Proteinen ist ideal. Pflanzliche Quellen haben den Vorteil, dass sie gleichzeitig wertvolle Ballaststoffe und Vitamine liefern. [1]
- Hülsenfrüchte: Linsen (ca. 24 g pro 100 g), Kichererbsen, Bohnen
- Milchprodukte: Magerquark (ca. 12 g pro 100 g), körniger Frischkäse
- Fleisch & Fisch: Hähnchenbrust, Lachs oder Thunfisch
- Nüsse & Samen: Mandeln, Chiasamen [1, 2, 3, 4, 5]
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, die Zufuhr über den Tag auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen, da der Körper Proteine nicht unbegrenzt auf einmal verwerten kann. [1, 2]