Wikipedia: „wobei der Begriff besonders auf die Ausbeutung von Menschen durch Menschen bezogen wird“
" Genauer bestimmt wurde er in marxistischen Theorien als Aneignung fremder Arbeit." Darunter fällt also jedes Arbeitsverhältnis. Völliger Blödsinn. Im Übrigen bin ich nicht bereit, im 21ten Jhdt. noch Marx’sche Thesen zu diskutieren. Die gehören in die Abteilung Wirtschaftsgeschichte.
Bleiben also noch Dinge wie Sklavenarbeit (weltweit verboten, aber immer noch existent), Kinderarbeit (landestypische Definitionsfrage) und Zwangsprostitution (ziemlich häufig, auch bei uns). In jedem Falle gehört aber eine Zwangs- oder Notlage des Ausgebeuteten dazu.
Das gerade bei Grüns beliebte Narrativ der Ausbeutung von Entwicklungsländern durch Industrieländern ist im Grunde unwissenschaftlicher Blödsinn, weil das Ausnutzen eines Lohngefälles der natürliche Weg zum mittel- bis langfristigen Ausgleich von Wohlstandsunterschieden ist, wie z.B. die Öffnung einer Talsperre den Wasserspiegel angleicht. Zugegebenrmaßen finden im Zuge dieses Anpassungsprozesses viele kleine und große Schweinereien statt, was aber den Prozess langfristig nicht aufhalten kann.
Beispiele:
Ich begebe mich demnächst in ein Land mit ~12€ Mindestlohn, allerdings pro Tag (Thailand). Dienstleistungen sind dort aus unserer Sicht spottbillig. Ich fühle mich dort aber keineswegs als Ausbeuter, noch fühlen sich die Thais ausgebeutet, im Gegenteil (Touris zahlen nämlich für alles doppelt so viel wie Einheimische). Der Tourismus führt zu einem erheblichen (30% des BIP) Geldfluss Richtung Thailand, was den Wohlstand dort zügig ansteigen lässt. Das konnte ich in über 25 Jahren an sehr vielen Stellen beobachten.
Früher hatten wir doch immer polnische Erntehelfer. Mittlerweile hat die polnische Wirtschaft so weit zu uns aufgeschlossen, dass die Erntehelfer seit 2(?) Jahren wegbleiben. Die Lohndifferenz ist zu klein geworden. Jetzt kommen nur noch die deutlich besser bezahlten Handwerker etc., aber auch das wird irgendwann aufhören. Der Angleichungsprozess funktioniert also.
China ist auch mal als Billiglohnland gestartet und so zur „Werkbank der Welt“ geworden. Obwohl die Löhne dort immer noch deutlich niedriger sind als bei uns, spricht hier bei China niemand mehr von „Ausbeutung“, sondern von „Abhängigkeit“ und „über den Kopf wachsen“.
Meistens findet die Ausbeutung in dem Entwicklungsland selbst statt, zum Beispiel wenn Kleinbauern von einem Plantagenbesitzer das Land weggenommen wird und sie anschließend dort unter Wert abhängig beschäftigt werden.
Von daher finde ich es richtig, was Annalena gerade in Usbekistan gesagt hat, dass sie nur Handel mit solchen Ländern treiben will, in denen das so nicht gemacht wird.
Das hat auch niemand behauptet.
Das einzige, was man da vielleicht nach deiner eigenen Moralvorstellung kritisieren könnte, ist, hier weg zu fahren, wenn es hier schwierig wird, und hinterher wieder zu kommen, aber da das nach meiner Moralvorstellung nicht schlimm ist, wünsche ich dir eine schöne Zeit.
Da wird sie allerdings sehr wenig Länder finden. Im Kakaohandel z.B. verdienen sich die Aufkäufer/Großhändler eine goldene Nase und die Kleinbauern darben. Dagegen kommt man nur mit fairtrade-Modellen an. Das sind diese
Immerhin überlasse ich Euch meinen Anteil am Erdgas
Unter Ausbeutung verstehe ich auch nicht grundsätzlich jedes Arbeitsverhältnis. Aber zum Beispiel chonisch nicht bezahlte oder zu viele Überstunden zählen durchaus dazu, da das ja unbezahlte Arbeit ist. (es sei denn jemand hat Minusstunden)
Und Dumpinglöhne sind das häufigste Kriterium von Ausbeutung. Schlecht bezahlte Arbeit die unter Wert erbracht wird ist grundsätzlich Ausbeutung. Arbeit, die unter dem Exsistenzminimun erbracht wird, zählt auch dazu. Wer Arbeitet, hat ein Recht darauf, davon leben zu können. Sonst braucht man nicht zu arbeiten…
Das sollte eigentlich Weltweiter Mindeststandard sein. Quasi ein Menschenrecht. Wem das als Arbeitgeber nicht gefällt, soll entweder die nötige Arbeit selbst erledigen oder Roboter benutzen. Roboter brauchen keine Soziale Absicherung und keinen Mindestlohn usw.. Roboter brauchen keine Geld da sie keine Bedürfnisse und Empfindungen haben.
Und die Ausnutzung von Notlagen im Arbeitsmarkt Sinne ist eine Ausbeutung. Etwa wenn ich lieber Putzefrauen beschäftigen würde, die aus dem Ausland kommen und keinen Mindestlohn bekommen und so arm sind, dass sie den miesen Job machen müssen.
Das Gleiche gilt für Harz 4 und Geringverdiener. Wenn Harz 4 so wenig ist, oder so viele Sanktionen hat , dass die Menschen gezwungen sind miese billig- Jobs zu machen, ist das auch Ausbeutung. Und zwar eine Staatlich geförderte Ausbeutung. Und zugleich eine Staatliche Subventionierung von billigjobs im Arbeitgeber Sinne..
Sinnvoll kann nur ein Grundeinkommen sein, was dieses Thema betrifft. .. Aber das ist ein anderes Thema.
Sehe ich unkritisch, sofern dadurch kein Tarifvertrag unterlaufen wird. Die sehen aber heutzutage die Bezahlung von Überstunden vor.
Ansonsten kann man sagen: „Das Geschäft ist 8 Stunden geöffnet, es fällt aber täglich eine Überstunde an. Willste lieber eine Arbeitsvertrag über 8 x 18€ oder 9 x 16€?“
Gibt es dank Mindestlohn in D nicht mehr. Ansonsten wäre es tatsächlich
Du sprichst da ein großes Wort gelassen aus. Genau das steht uns in den nächsten Jahren in Haus.
Und das wird uns nicht gefallen, wenn wir es nicht richtig angehen …
Viele Firmen versuchen den Mindestlohn zu unterschlagen. Besonders im Subsubunternehmen Bereich. Und Harz 4 ist Ausbeutung, wenn jemand gezwungen wird einen Billig- Job anzunehmen um das miese Harz 4 aufzubessen zum Beispiel wenn das Wohngeld zum heizen nicht reicht. Dann stellt das eine Subventioierung von Billijobs im Arbeitgeber Sinne dar. Besser wäre es, die Leute zu qualifizieren und in vernüftige Jobs zu vermitteln. Das kann im Extremfall sogar eine Umschulung für Akademiker sein, die sich komplett umorientieren müssen.
Stichwort Aufstocker. Das ist in der Tat eine Art Ausbeutung, zumal denen vom Amt der meiste verdienst wieder weggenommen wird, was vollkommen unsozial ist. Und noch lange nicht jeder hat eine Bezahlung nach Tarifvertrag. Das gibt es nicht in jedem Beruf.
Wenn es durch den Wegfall der Anrechnungen sowas wie ein Grundeinkommen gibt, und keiner mehr miese billig Jobs mehr machen will, tja, dann müssen die unteren Gehaltsgruppen halt besser bezahlt werden. Und zwar so dass die Leute dann auch ohne Amt deutlich mehr haben als Harz 4 oder Bürgergeld. Darunter kann man nicht überleben, braucht man also nicht zu arbeiten. Warum muss sich Arbeit ausschließlich für den Chef lohnen? Der Betroffene scheint ja egal zu sein..
Und man kann auch nicht endlos Überstunden machen. Irgendwann reicht es! Ein Arbeitsvertrag ist eigentlich dazu da, zu regeln für wie viel Lohn man was wie lange arbeitet usw..
Wenn aber chronisch was ganz anderes dabei rauskommt hinsichtlich Umfang oder Arbeitsstunden oder Uhrzeit, dann verdient der Vertrag seinen Namen nicht wirklich. Auch auf diese Weise wird verucht den Lohn zu drücken. Also man hat schon ein Recht darauf, dass Arbeitsverträge eingehalten werden! Auch als Arbeitskraft. Abweichungen vom Vertrag sollte es nur im Notfall geben.
Und nicht dadurch, das vorsätzlich zu wenig Personal eingestellt wird.., wenn ein längerer Engpass vorhanden (länger als ein paar Monate) ist, so wäre mein Rechtsempfinden, muss der Arbeitsvertrag neu ausgehandelt werden. Verträge sind normalerweise da um erfüllt zu werden. Dazu macht man ja Verträge!
Ich habe gehört,dass es Statistiken dafür gibt. Die muss ich aber erst heraussuchen. Und meine Mutter wäre ein Beispiel gewesen.
Sie hat bis vor zwei Jahren mal in einer Zahnarztpraxis gearbeitet, die wollte, dass sämtliches Personal. ohne zusätzliche Bezahlung NACH dem Dienst, also nach Schließung der Praxis, die Räume putzen sollten. Im Arbeitsvetrag vorgesehen war das aber NIE, bei KEINEM, Angestellten. Etwa 3 Stunden täglich Putzen nach der Schließung war da so der Level.
Der Arzt befand die Putzfrauen Grundsätzlich für zu teuer, also für Flure, Wartezimmer, Toiletten Anmelderraum usw, zu putzen, den Müll machen usw.. Eigentlich sind Angestellte beim Zahnarzt NUR für die Hygiene im Behandlungszimmer zusändig, weil Putzfrauen nicht in Medizinischen Räumen arbeiten dürfen. Es sei denn, es wäre eine Medizinische Krankenhaus Putzfrau. Da sind aber teuerer als normale…
Weil meine Mutter sorge hatte, keinen Job mehr zu bekommen, hat sie auf arbeitsrechtliche Klage verzichtet.. Und es gab Mindestlohn, voir dem Mindestlohn wár das personal nicht zum Putzen berufen worden..
Ich habs überprüft. Stimmt. ZFAs kriegen tatsächlich kaum mehr als Mindestlohn. Hätte ich nicht gedacht, dass sie genausoviel bekommt wie ein Hilfsarbeiter, der nur Sand schaufeln kann. Das demonstriert deutlich, wie ungerecht der Mindestlohn in unser Einkommensgefüge eingreift
Und Zahnärzte sind die geizigsten Arbeitgeber, die es gibt. von dem Beruf ZFA ist abzuraten!
Und es demonstriert, dass ZFAs obwohl KEINE Sandschaufler, keinen Tarifvertrag haben, für die gibt es keine wirklichen Tarife.. und keine Lobby, obwohl wichtiges Personal weil es Gesundheitsfachkräfte sind..
Ach ja, und Röntgen können muss man auch noch, sonst kein Job in dem Bereich. Das ist etwas anspruchsvoller. das kann ein Sandschaufler nicht.
Also doch eine Art Ausbeutung.. auch in Deutschland!
Nein, der Mindestlohn ist nich unbedingt das Problem, sondern die Umgehungsmöglichkeiten und zu wenige Tarifverträge für Fachkräfte wie in meinem Beispiel.
Vorsicht mit solchen Verallgemeinerungen. Mein (Premium-)Zahnarzt hat z.B. in der Corona-Zeit das Kurzarbeitergeld aller betroffenen Mitarbeiter auf volles Gehalt aufgestockt
Das macht der aber nur weil er ein Premium Zahnarzt ist. Der ist aber auch Premium-Teuer. Also sehr viel teuerer als nicht Premium. Der holt dann den 10 Fachen Satz in der Abrechnung. Das kann der sich weit mehr als leisten.. Das ist aber für entsprechendes Premium- Personal aber wierum meistv zu wenig.
Wie viele Premium- Zahnärzte gibt es denn überhaupt?
Und meine Mutter hat Erfahrung auch mit Premium Zahlärzten, sie war immer schon gut in Ihrem Beruf. Und die bezahlen selten besser. Obwohl sie haufenweise schulungen machen musste um da arbeiten zu dürfen. Denn das war eine hochwertige ambulante Zahnklinik auf allermodernsten Stand. Da werden die Kompliziertesten Sachen gemacht, die mancher normale Zahnarzt sie NIE trauen würde sondern ins Krankenhaus schickt, oder eben dahin..
Da lassen sich auch sehr viele Privatpatienten Teure Implantate machen. Da arbeiten hochprofessionelle Zahnchirurgen, fast jedes Behandlungszimmer ist ein richtiger topmoderner OP Saal, mit eigenem Narkosegerät in Stationärer Bauweise wie im Krankenhaus. Ein normaler Zahnarzt hat heutzutage kein Narkosegerät, sondern der Narkosearzt bring ein kleines Tragbares mit. Empfindliche Patienten dürfen damit aber NICHT narkotisiert werden. . das große Gerät(1,5 m lang 1 m breit 1,6 m hoch, marke sauschwer) hat eine richtige Beatmungseinheit für echte Vollnarkose medizinischer Sauerstoffzufuhr aus großen Gasflaschen (stehen hinterm Gerät) usw..
ist tatsächlich völliger Blödsinn.
Wenn das ein Zitat sein soll, fehlt die Quelle.
Oha ! Gab’ s da nicht schon mal jemand bei den Grünen, die Quellen unterschlagen hat ?
Von Marx ist es jedenfalls nicht.
Bei ihm ist „Ausbeutung“ die Aneignung des Mehrwerts fremder Arbeitskraft.
Und den gibt 's. Den Mehrwert.
Jedenfalls wird auf ihn eine Steuer erhoben.
(Erinnert mich an die Anekdote über Michael Faraday und der Steuer auf Dynamo-Maschinen.)
Aber sei 's drum.
Unter 3.) meinst Du die Billiglohn-Länder. Da stimmt alles, was Du schreibst.
Wir, Deutschland, waren (nach dem Zweiten Weltkrieg) Billiglohn-Land ! Der Ecklohn war 1948 weniger als 1,-- DM.
Aufschlussreich ist auch ein Vergleich der Lohnentwicklung mit der Kaufkraftentwicklung.
So gesehen war das „Wirtschaftswunder“ kein Wunder.
Und die Angst vor Inflation ist - wenigstens jetzt gerade - eine „German-Angst“
Deine Quelle ist Wikipedia. Nun gut.
Habe auch (nochmal) nachgeschaut.
Nicht bei Wikipedia, sondern in den dicken blauen Wälzern vom Dietz-Verlag. - D’rum hat 's auch länger gedauert.
Marx spricht / schreibt von „Arbeit“, wenn er die Entfremdung von derselben meint.
(Der Hauptgrund, warum ich Handwerker geworden bin. Hier aber nicht das Thema.)
„Arbeitskraft“ verwendet er, wenn er den Warencharakter meint.
Und der Arbeits-Lohn ist eben nicht der Wert, sondern der Preis.
Dieser Preis kann - auch mit Verträgen (Arbeitsverträge, Tarifverträge) - ausgehandelt werden.
Er kann - eben bei ungleich starken „Handelspartnern“ - gegen Null gehen.
Das wäre dann Zwangs- und/oder Sklaven-Arbeit.
Sogar unter Null, wenn man Scheußlichkeiten der Nazis (Lampenschirme aus Menschenhaut, etc.) bedenkt.