Ja, das ist richtig. Auch als Nato-Mitgliedsländer wären sie in Verhandlungen immer noch zu guter Moderation geeignet. Es gab nachdem das bekannt wurde, Bemühungen aus Moskau, ich glaube gegenüber Finnland das zu verhindern und unterschiedliche Kommentare, u.a. wollte man aus Moskau erstmal schauen, wie sich Finnland innerhalb der Nato positioniert.
Aber es wäre eine Idee die Verhandlungen zu verschleppen und damit Präsident Erdogan zu begeistern und ins Boot zu bekommen. Es besteht die leichte Gefahr, dass sonst Wladimir Putin auf Präsident Erdogan als Verhandler ausweichen würde, um wirkliche Ergebnisse hinauszögern oder zu verbauen. Erdogan darf ja mit ihm verhandeln, sollte idealer Weise ein doppeltes Spiel spielen und dann könnte er Moskau weiter ein vorgaukeln, indem er sich vehement weiter gegen die Aufnahme wehrt. In dieser Zeit könnte dann aber auch die Gespräche laufen, die die Aufnahme von Finnland und Schweden weiter nach vorne bringen - nur Putin darf von dem Fortschritt nicht erfahren, damit Erdogan Spaß in den Backen, bei den Verhandlungen später, wo alle teilnehmen, auch Xi Jinping , der Präsident Japans und alle Staatschefs der ehemaligen UdSSR, haben wird.
Es sollte dann ja auch ein Übergang zu neuen INF Verträgen und Handel gelingen, der ohne große Handelskriege und Strafzölle auskommen sollte und vielleicht neue Handelsverträge beinhaltet.
Ich habe für Dich den Forderungskatalog:
Russische Vertragsentwürfe für die USA und NATO – russland.NEWS
Du findest unter Russland-News auch noch die damalige Nato und US-Antwort auf diesen Katalog.
Es ist nicht erkennbar, dass er eine Forderung stellte, dass die Nato sich auf die Positionen von 1997 zurückziehen sollte, in der Form, dass die weiteren Mitglieder später ihre Mitgliedschaft rückgängig machen sollten, sondern der Artikel in dem Entwurf bezog sich auf die alten Mitgliedsländer vor der Osterweiterung. Dass diese ihre Stellungen und Stationierungen nicht weiter nach Osten ausbauen sollten.
Es ging ihm zudem um eine Zustimmung der Amerikaner und der Nato, dass keine weiteren früheren Sowjetstaaten Mitglied werden sollten, was die Mitgliedschaft der Ukraine ausschließen würde und es gibt einen Punkt zur Ukraine konkret:
Die Mitgliedstaaten der Nordatlantikpakt-Organisation verzichten auf jegliche militärische Aktivität auf dem Territorium der Ukraine sowie anderer Staaten Osteuropas, Transkaukasiens und Zentralasiens.
Um Zwischenfälle auszuschließen, führen Russland und die Mitgliedstaaten der Nordatlantikpakt-Organisation in einem Streifen mit vereinbarter Breite und Konfiguration beiderseits der Grenzlinie zwischen Russland und den Staaten, die mit ihm ein Militärbündnis bilden, sowie den Mitgliedern, die Mitgliedstaaten der Nordatlantikpakt-Organisation sind, keine militärischen Übungen oder sonstigen militärischen Aktivitäten oberhalb der Brigadeebene durch.
Das ist im Grunde genommen eine ähnliche Vereinbarung wie schon von der Nato in der Nato-Russland-Akte damals vereinbart worden war, allerdings hat er jetzt die Krücke „Ukraine“ da hineingebracht.
Aus dem Fettgedruckten erkennst Du, dass er die Nato-Osterweiterung weiterhin akzeptiert, wie er es bereits 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz in der Hinsicht, keine Einwände zu haben, kommentierte, aber ihm geht es wohl wie Macron bereits sagte, um russische Sicherheitsinteressen, das bedeutet Nato-Stellungen die er in der Nähe der russischen Grenze nicht haben möchte.
Es herrscht Bündnisfreiheit für die Ukraine und seit dem Budapester Memorandum sollte das klar sein. Und darüber sollte man aber verhandeln, auch um die Ukraine-Beitrittsperspektive wie einen Elefanten für ihn vom Eis zu nehmen, wie auch immer dann die Vereinbarung sein wird.
Ich würde als Ziel für die Nato definieren, dass eine spätere Aufnahme der Ukraine mit der Russischen Föderation in späteren Verhandlungen abgesteckt wird, falls eine Nato-Aufnahme nicht so fort mit ihm überein zu bringen ist. Hinzu kommen natürlich der Rückzug aus der kompletten Ukraine einschließlich Krim-Halbinsel und die Rücknahme der Annexionen verbunden mit einer Absichtserklärung für weitgehende Abrüstung von der französischen Grenze bis zum Ural als Verwirklichung eines neuen Nato-Doppelbeschlusses unter Kontrolle und als Vorlauf für neue INF Verträge und Handelsbeziehungen.
Abschließend noch einen Absacker für ernste Stunden:
Abannibi - Frieden (Offizielles Video) - YouTube