Was mir an Halbgarem zum Thema durch den Kopf geht:
Durchschnittliche ungefährliche Entfernung zu Fuß zu einem hochwertigen naturnahen Erholungsraum. Dafür muss eine Definition für „hochwertig naturnah“ gegeben werden und eine Mindestgröße und/oder andere Maße für Erholungswert und Begegnungswert angegeben werden. Ansätze für diese Messgrößen gibt es bereits. Die Messwerte sollten noch für Kinder, Alte, Arme usw aufgedröselt werden.
Diese Entfernung ist negativ korreliert mit physischer/psychischer Gesundheit bei Kindern und Alten und mit der altersgerechten körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung bei Kindern, auch wenn man für verschiedene relevante Einflussfaktoren kontrolliert.
Prozentsatz der gefährdeten Personen (alleinlebende Senioren/Vorerkrankte…), die bei einer Hitzewelle durch ein präventives Angebot der Stadt erreicht werden. Das würde zu einem Maß für funktionierende public health gehören.
Die Häufigkeit und Verteilung von ACEs (adverse childhood experiences): Die ACEs messen bestimmte besonders belastende Erfahrungen in der Kindheit, die ein besonderes Risiko für Gesundheitseinschränkungen, körperlich und psychisch, im weiteren Leben bedeuten. Dazu gehören Gewalt/Missbrauch, psychische Erkrankung eines Elternteils, Sucht eines Elternteils, chronische Erkrankung eines Familienmitglieds, Verlust, längere Arbeitslosigkeit, Migration, Isolation, usw. Man kann das Vorliegen einfach aufaddieren, und dieses Maß erklärt einen wesentlichen Teil der Varianz der späteren Gesundheitseinschränkungen (verlorene Lebensjahre, Lebensmonate mit Erkrankung), aber auch Ausbildung und Einkommen im späteren Leben. Mit jedem zusätzlichen Punkt steigt das Risiko stark nichtlinear an, ab vier gehört ein Kind zur Hochrisikogruppe.
Ein Maß für die Performanz von Regierungen könnte schlicht die kumulative Häufigkeit sein, aber auch die Breite der Verteilung oder eine abnehmende Korrelation mit späteren Beeinträchtigungen, da dann offenbar kompensierende Maßnahmen greifen könnten.
Vermeiden lassen sich solche Erfahrungen nicht ganz, aber Häufigkeit, Kumulierung und Auswirkungen könnten durch gute Randbedingungen vermindert werden.
Das Ziel finde ich gut. Wenn du aber von ausschließen sprichst. Ginge es aber darum alle Atomkraftwerke auf diesem Planeten sofort abzuschalten. Das würde sicher auch Streit in der EU bedeuteten.
Wir wäre es stattdessen mit dem Ziel einer Außenpolitik, die die Wahrscheinlichkeit von atomaren Katastrophen verringert.
Das kann man auch besser Messen, denn die Anzahl der Atomkraftwerke auf der Welt sollte dann kontinuierlich sinken.
Wenn man es genauer will, könnte man auch sagen: Im Jahre 2050 soll es keine Atomkraftwerke mehr auf diesem Planeten geben.
Nicht mogeln: Erst ein Ziel formulieren und dann über einen Messwert nachdenken
„Gute Außenpolitik“ ist mir zu vage und kein messbares Ziel.
Um die Atomkraftwerke ging es mir in diesem Fall gar nicht, sondern um die Diplomatie.
Leider kann man mit dem Geigerzähler die schlechte Diplomatie erst dann feststellen, wenn es zu spät ist.
Das stimmt, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass diese scheuklappenmäßige Fixierung auf einzelne Ziele in der Politik nicht funktionieren wird, weil es zu viele (uns) unbekannte Faktoren gibt.
Da braucht man nicht viel zu rechnen. Kann man z.B. hier nachlesen:
Antwort: derzeit (2021) 20% bezogen auf den Endenergieverbauch. Und vergesse bei der Betrachtung nicht die erheblichen Schwankungen über den Tages- und Jahresverlauf.
Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite ist eine ökologische Produktion von Gütern und Dienstleistungen ebenso zielführend, also Verbrauchsreduzierend. Dazu muss zum Einen der Verbrauch des Produktes reduziert und zum anderen die Lebenszeit des Produktes verlängert werden.
Ganz einfach: bei 20 % EE auf 80 % des Konsums und der Investitionen verzichten.
Etwas anschaulicher: alle Nettoeinkommen um 80 % kürzen. Da man Hartz4 nicht kürzen kann, eher 85-90%. Dann sind allerdings > 90% der Bevölkerung auf Hartz4.
==> Keine Option.
Es würde ein bisschen weniger schlimm werden, weil wir Bezugsquellen in Norwegen, den Niederlanden und als LNG in den USA (gilt bei uns noch nicht als Schurkenstaat, ist aber leider dreckiges Frackinggas) haben und außerdem noch heimische Kohle. Die gäbe es auch noch in Australien. Zahlen dafür, habe ich jetzt aber nicht zur Hand
Ich sehe das nicht als Fixierung auf einzelne Ziele, Von scheuklappenmäßiger Fixierung würde ich ja eher heute Reden. Bruttosozialprodukt und Arbeitslosenzahlen. Das sind doch aktuell die beiden goldenen Kühe der Politik oder? Es gibt eine Naturkatastrophe wie im Ahrtahl und das Bruttosozialprodukt steigt. Na super!
Wenn man ein größeres Set von solchen Messwerten hat, kann man nicht immer feststellen, welche Gesetzesänderung, welchen Messwert beeinflusst hat. Aber man kann die Gesamtlage viel besser erkennen.
Ja, dann leben wir wohl reichlich über unsere Verhältnisse.
Das schaffen andere Länder auch, warum nicht wir?
Insgesamt ist der Lebensstandard wohl für die meisten Menschen das Wichtigste.
Sämtliche Maßnahmen zur Energiewende betrachte ich als Maßnahmen zur Erhaltung des gewohnten Lebensstandards. Deshalb sind sie vielen auch erst dann wichtig, wenn kein Öl und Gas, keine Kohle und kein Uran/Thorium mehr verfügbar ist.
Wenn der Lebensstandard die meisten Wählerstimmen bringt, ist es schwer, irgendwelche anderen Parameter zur Performanz-Messung zu etablieren.
Und vergiß bitte nicht, dass die „80 % weniger“-Regel auch auf staatliche Leistungen zutrifft, also Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr, Rettungkräfte, Schulen, Universitäten …
und last not least 80 % weniger Wohnraum.
Natürlich vergesse ich das nicht.
Es ist aber gut, dass du es noch einmal explizit ansprichst, weil ich denke, dass Viele das nicht auf dem Schirm haben, wenn sie sagen „Deutschland ist so ein reiches Land, und der Staat hat noch so viel zu geben…“.
Der Reichtum unseres Landes ist halt zu großen Teilen auf Raubbau und Ausbeutung gegründet und wäre eigentlich gar nicht da, wenn man gewisse Prinzipien ernst nehmen würde.
Wenn es einen besseren Staat geben würde, könnte ich mir gut vorstellen, die Staatsangehörigkeit zu wechseln.
Das wundert mich auch. Ich hätte eigentlich vor allem die eher armen Staaten mit wenig Industrie weit oben erwartet. Aber andererseits, GB hat wenig Industrie!
Im Ernst, ich kenne den EPI nicht im Detail, weiß nicht, was die genauen Kriterien sind, ist mir auch egal, ich will jedenfalls (noch) nicht auswandern.