Komisch, und wieso wird dann gefordert das wir alle kaum noch Fleisch essen sollten? warumm wollten die Grünen dann vor einiger Zeit mal unbedignt per Gesetz einen Veggy Day an Schulen einführen?
das passt nicht zusammen. Dann gibt s ja genug Kapazitäten für unseren Fleischkonsum..
Hier ein imho hochinteressantes Interview mit Joel Salatin über die Entwicklung unseres Umgangs mit Getreide. Sehr vieles darin war mir überhaupt nicht bewusst.
Kurz und knapp nochmal erklärt, wieso Ackerbau und Viehhaltung sich sinnvoll ergänzen und nicht in Konkurrenz zueinander stehen: https://www.youtube.com/watch?v=4OA0U5NZ0Zo
@Binnen_un_Buten : für Deine Sammlung: Ich hab grad ein video von Greg Judy gesehen, in dem er erzählt, dass sein Vorgänger „Eastern Gama Grass“ Samen produziert hat (warm season grass, perennial, native).
Und der hat irgendwann mal ein Loch gebuddelt und Wurzeln von diesem Gras noch bis in 20 Fuß Tiefe gefunden! 6m Tiefe für ein Gras von vielleicht 60cm Höhe! Kaum unglaublich
Was das für die Bodengesundheit und die Hochwasser/Starkregen/Dürrefestigkeit bedeuten, brauche ich hier wohl nicht zu erklären.
"Und wir stellen fest: Es gibt Äcker, auf denen bis zu 30 verschiedene Pestizide das ganze Jahr über liegen. Die bauen sich auch sehr viel langsamer ab, als man erwartet hätte. "
Und hier noch Informationen darüber, wie sehr konventioneller Ackerbau den Böden schadet.
Es gibt eine neue Studie dazu, wie sich eine großflächige Substitution tierischer Produkte (Schwein, Rind, Hühnchen und Milch) durch vegane Fleisch- und Milchalternativen auf verschiedene Umweltfaktoren auswirken würde:
Eine Zusammenfassung des Papers auf Deutsch gibt es bspw. hier:
Hier das Fazit aus dieser Zusammenfassung:
Die Ergebnisse der Studie zeigten eine deutliche Reduktion globaler Umweltauswirkungen, wenn weltweit 50 % der vier genannten Haupttierprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzt würden. Die Reduktion von Wald- und Naturflächen würde nahezu vollständig gestoppt werden. Die Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft und Landnutzung würden bis zum Jahr 2050 im Vergleich zum Jahr 2020 um 31 % sinken. Das Wiederherstellen landwirtschaftlich genutzter Flächen könnte die Klimavorteile verdoppeln. Dabei weisen die Auswirkungen regionale Unterschiede auf, denn sowohl die Bevölkerungsgrößen als auch die Ernährungsgewohnheiten und die daraus resultierende Nachfrage nach Tierprodukten unterscheidet sich in den 13 Regionen immens. So konsumiert China z. B. am meisten Schweinefleisch weltweit (45 % des weltweiten Konsums) und Hühnerfleisch (15 %), während die USA den höchsten Rindfleischkonsum (15 %) haben. Insbesondere in China, Subsahara-Afrika und Südamerika zeigten sich die größten landwirtschaftlichen Auswirkungen. Grundsätzlich zeigte der Austausch von Rindfleisch den größten Einfluss auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Biodiversität, während der Ersatz mehrerer Produkte synergetische Effekte hatte.
Wichtig ist wie immer bei solchen Studien zu beachten, dass Durchschnittswerte verwendet werden und somit einzelne Szenarien des Konsums tierischer Produkte mit geringen Umweltauswirkungen nicht explizit betrachtet werden. Das ist in dem Fall aber auch in Ordnung, da es bei der Studie um die Potentiale einer großflächigen Substitution geht, ausgehend von einer durchschnittlichen Ernährung, und nicht um das Optimum auf individueller Ebene.
Vielleicht habe ich demnächst mal Muße, das in Ruhe zu lesen. Aber ich habe bereits jetzt den Eindruck, dass es hier erneut nur um den konstruierten Gegensatz Tier-Pflanze geht und nicht um die tatsächlichen Gegenpole fossil-rezent oder Bodenschonung - Umbruch/Erosion oder alter vielfältiger Genpool - wenige Arten/Sorten oder Kreislaufwirtschaft - Fabrikproduktionen etc. pp.
Alleine diese Aussage ohne Bezug zu rezentem bzw fossilem Kohlenstoff zeigt doch, dass hier nicht differenziert wurde. Oder die Differenzierung war nicht wichtig genug, um um die Zusammenfassung zu kommen, was wiederum zeigt, dass der Unterschied nicht verstanden oder beachtet wurde.
Mich irritieren diese ganzen Studien, in denen so klipp und klar hochindustrielle Produkte wie Ersatzfleisch gewinnen und am wenigsten Umweltschäden verursachen sollen, obwohl Land umgebrochen sein muss, Äcker artenarm, vergiftet und von Erosion bedroht sind und oft der Humusgehalt sinkt, bzw die Mineralisierung und damit der CO2-Ausstoß zunimmt. Dann muss die Pflanze noch verarbeitet, umgeestert und sonstwie verarbeitet werden, um wie Fleisch auszusehen. Trotzdem soll das immer noch besser sein als das Rind vom Bauern um die Ecke, das den ganzen Sommer auf dem Grünland steht?
Ach nein, es wurde ja verglichen mit den Schweinen, die in China produziert werden…
Hier zum Beispiel:
„The results presented above assume inefficient processing in which the totality of a plant is assigned to an input for a novel alternatives’ recipe, e.g. a soy plant and a soy protein isolate (Supplementary notes8). An efficient scenario is more economically likely and assumes a market for co-products (as occurs in agricultural processing today).“
Wenn man schon mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert, könnte man doch auch argumentieren, dass eine effiziente, regionale Weidehaltung angenommen werden kann und -zack- hat man schlechte Zahlen für Rinderhaltung optimiert. Man nimmt einfach an, dass die Leute das gute alte Galloway einmal die Woche verspeisen und das ganze Tier tutto completto verarbeiten bis auf die letzte Sehne.
Das wäre dann derselbe Argumentationsweg wie in der Studie. Wir nehmen einfach auch an, dass es effizienter, besser und schonender genutzt wird als unsere Zahlen hergeben.
Diese Differenzierung, so wie du sie gerne hättest, wird absichtlich nicht gemacht. Es ist in der (heutigen) wissenschaftlichen Community nun mal Konsens, dass Methan (rezentes Kohlenstoff) einen Treibhauseffekt hat (28x auf 100 Jahre berechnet), der in die CO2e-Bilanz einbezogen wird.
Wäre interessant auch so eine Studie zu haben. Gibt es wohl noch nicht.
Das ist nach meinem Wissensstand nicht haltbar.
Bitte Quelle dazu
Warum sollte das si sein, während Millionen von Bisons keine Auswirkungen auf das Klima hatten?
Wo ist für die heutige Wissenschaft die Grenze zwischen rezentem und fossilem C?
Für was genau hättest du gerne eine Quelle? Der Einbezug von Methan-Emissionen in die Klimabilanz mit einem Faktor von 25 oder 28 auf den Zeithorizont von 100 Jahren wird quasi in jeder Studie so gehandhabt. Den Faktor von 28 findest du bspw. auch in den IPCC-Berichten, bspw. in dem von 2014.
Hier muss man differenzieren. Damals waren die Methan-Emissionen von Bisons nicht problematisch fürs Klimasystem, da wir Menschen noch keine fossilen THG-Emissionen emittiert haben. Heute, aufgrund der Dramatik der Klimakrise, sollten wir jegliche THG-Emissionen, die entstehen, kritisch betrachten.
Man kann natürlich einem einzelnen Tier keinen Vorwurf machen, das Klima zu schädigen. Jedoch sollten wir sehr wohl die massenhafte, industrielle Tierhaltung von heute mindestens auch dafür kritisieren, dass sie einen relevanten Beitrag zur Klimakrise leistet. Ohne die Methan-Emissionen von Wiederkäuern könnte das Klima sich (glaube ich) um 0,2 °C abkühlen (müsste ich mal im anderen Forum mit Quelle verlinkt haben).
In der CO2e-Bilanz von Produkten wird meistens einfach der Beitrag der jeweiligen Emissionen zum Treibhauseffekt auf 100 Jahre einbezogen (Global Warming Potential, GWP). Eine andere Metrik, die jedoch nicht ganz so gängig ist, ist der Beitrag auf das Temperaturveränderungs-Potential (GTP).
Ich kann eine Quelle suchen, wenn dir der Allgemeinplatz nicht reicht, dass es diese Herden vor Ankunft der Europäer gab und anschließend nicht mehr und das Klima in diesem Zeitfenster stabil blieb.
„Der Vorwurf klingt plausibel, beruht jedoch auf der irrigen Annahme, man könne Rinder nur im industriellen System der Intensivtierhaltung züchten. Dort sind diese Vorwürfe durchaus zutreffend.“
" Dieses Buch stellt die Systemfrage und bietet weit mehr als die Rehabilitierung der Kuh: Es belegt die Multifunktionalität des Boden-Pflanze-Tier-Komplexes in der nachhaltigen Landwirtschaft, nennt die wissenschaftlichen Fakten und lässt Menschen zu Wort kommen, die mit dem Wissen des 21. Jahrhunderts wieder auf die symbiotischen Potenziale der Weidewirtschaft mit Kuh und Co setzen."
Auf der anderen Seite ist es eben der Ackerbau, der spürbar das Klima beeinflusst hat.
Aber das schreibe ich auch schon seit Jahren und es ist hoffnungslos, anzunehmen, dass jemand diesen Gedanken folgen mag oder kann.
Zu tief ist das Vorurteil Pflanze = gut, Tier = schädlich eingebimst worden. Ist ja auch super einfach und nicht so komplex wie die Biosphäre nun mal ist.
„Die vorindustrielle Zeit eignet sich besonders gut, um die Folgen der Landnutzung für das Klima zu analysieren. Denn vor 1850 war die weltweit voranschreitende Ausdehnung der Landwirtschaft die einzige „menschengemachte“ Störung des globalen Klimasystems. Da die gewonnenen Ackerflächen häufig durch Rodung von Wäldern entstanden, landete der im Holz gespeicherte Kohlenstoff über kurz oder lang als Bestandteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre.“
Eine Quelle, die fossiles und rezentes C trennt.
Ist dir der Unterschied klar oder soll ich das noch mal erläutern?
Was zirkuliert, zirkuliert halt und hat keinen Einfluss. Rinder, die Gras und Silage, ja selbst Soja in Lebensmittelqualität fressen, emittieren nur C, das vorher per Fotosynthese der Atrmosphäre entnommen wurde.
Problematisch wird die Sache dann, wenn das Soja mit Kunsstdüngern gefüttert wurde.
Aber wie oft soll ich das noch schreiben…
Wenn aber dem Kreislauf was zugeführt wird, verändert sich das Gleichgewicht.
Das ist bei Kohlenstoff nicht anders als bei Geld.