Ich verstehe nicht, was du gefragt hast.
Wenn wir 10% weniger Elektroschrott produzieren würden, müssten wir 10% weniger exportieren.
Ist das eine Antwort wie du sie dir vorstellst, oder was genau fragst du?
Aber die verbleibenden 90% würden immer noch auf Kosten der dritten Welt entsorgt. Also keine Lösung des Problems, höchstens eine leichte Milderung.
Entsprechend kann ich auch sagen:
Wenn wir 80% weniger Elektroschrott produzieren würden, müssten wir 80% weniger exportieren.
Wenn Du den Vorschlag machst, das Problem durch Reduzierung des Schrotts zu lösen, solltest Du doch eine zumindest ungefähre Vorstellung davon haben, wie viel Schrott realistisch eingespart werden kann. Dem ist aber offenbar nicht so, weil du hier beliebige Protentzahlen anführst.
Jetzt weiß ich, was du meinst. Mal sehen, ob ich dazu was finde.
Hier zum Beispiel:
„Würde sich die Reparaturhäufigkeit von aktuell 24 % nur um ein Viertel erhöhen, würde sich die jährlich verursachte Menge an Elektroschrott um rund 94 Tausend Tonnen reduzieren“ Quelle:
https://magazin.nebenan.de/artikel/elektroschrott-vermeiden-reparieren-statt-wegwerfen
Vieles was nach Afrika geht ist kein schritt, sondern sind Altgeräte die oft noch funktionieren.
So werden die auch (oft auch von afrikanischen Händlern) deklariert, sonst dürfte man die gar nicht dort hin exportieren.
Das da auch Schrott drunter ist, ist nicht immer zu vermeiden.
Und viele der Geräte, auch nicht mehr funktionsfähige, werden vor Ort noch als Ersatzteilquelle genutzt. Was dann nicht mehr verwertbar ist, wird dann zu Schrott und wird recycelt oder entsorgt. Das dies dann dort umweltschonend geschieht, ist vor allem erst mal dort sicherzustellen.
Wenn wir diesen Export gänzlich unterbinden, berauben wir unzähligen Menschen dort ihrer Lebensgrundlage.
Aber Hauptsache wir fühlen uns beim Thema Umweltschutz besser?
"
Kühr: Dieser ganze Elektroschrott, der da herkommt, kommt vornehmlich zunächst mal aus dem lokalen Markt in Ghana. Wir haben den Eindruck immer wieder, auch aufgrund bestimmter Berichte, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, dass es vornehmlich direkt aus Europa, aus den USA oder aus Japan dort angelandet würde. Dem ist nicht der Fall, das haben viele verschiedene Studien, unter anderem auch mit Interpol und anderen Akteuren, mittlerweile bewiesen, sondern es kommt sehr viel von dem Gebrauchtwarenmarkt aus Ghana, was dann peu à peu auf dieser Müllhalde als solches landet.
"
Hauptsache die Schadstoffe gelangen nicht in die Umwelt.
Ja, klar, aber wenn das so einfach wäre, könnten wir es genau so gut in Deutschland machen, meinst du nicht?
Das macht bei einer Million Tonnen insgesamt 10%. Damit war deine erste Zahl gar nicht so schlecht.
Dankeschön!
Vielleicht ist hier ja noch ein bisschen Luft nach oben…
Verstehst du nicht was ich schreibe oder ignorierst du es?
Die Geräte gehen nicht als Schrott sondern als Gerbraucht/Altgeräte und Ersatzteile dort hin. Von der Aufbereitung und dem Verkauf leben dort unzählige Menschen und viele dort können sich nur deshalb solche Geräte leisten.
"
Erlaubt ist nur der Export „voll funktionsfähiger Gebrauchtgeräte“. Als diese wird dann aber bei der Ausfuhr auch Elektroschrott deklariert.
"
Also immer aufpassen wer was veröffentlicht.
Da wird auch vieles in den Medien nicht richtig dargestellt.
Siehst du ja schon an der Überschrift dieses Artikels. Was heißt z. B. teilweise?
Das es da auch kriminelle Machenschaften gibt, ist leider so.
Aber daraus abzuleiten das wir unseren Elektroschrott zu großen Teilen auf Kosten der Menschen in Afrika entsorgen, ist so nicht richtig.
Ich denke, wir reden aneinander vorbei. Gebrauchtgeräte, die nicht kaputt sind, landen ja nicht auf der Deponie und spielen hier deshalb keine Rolle.
Funktionsfähige Ersatzteile kann man auch im ausgebauten Zustand exportieren.
Kannst du nicht oder willst du nicht?
Wenn ich einen Gebrauchtwagen nach Afrika verkaufe, landet der auch dort irgendwann auf dem Schrottplatz.
Oder wenn ein Kleidungsstück aus der Altkleidersammlung nach Afrika geht, landet es auch dort irgendwann im Müll.
Wie kann das sein, wenn der Schrott aus Ghana kommt?
Auch das soll man dort nicht hin exportieren. Ist aber hier vermutlich off-topic.In Afrika türmen sich die Berge von Altkleidern - [GEO]
Das entscheidende Wort in dem Satz ist „würde“.
Man kann sofort sehr leicht tausende Sätze bilden, die mit „würde“ anfangen und mit einer positiven Schlussfolgerung enden.
Aber wie setzt man das „würde“ in Tatsachen um?
Wer oder was bringt die Leute dazu, ihre 5 Jahre alte Kaffeemaschine für EUR 80 zu reparieren, wenn die neue EUR 30 kostet?
und wer macht so eine Reparatur überhaupt?
Eine Waschmaschinenreparatur kostet vielleicht 250-300 EUR.
Eine neue Maschine 600. Lohnt das?
Ich habe eine etwas ältere, aber funktionsfähige Digitalkamera mit einem Riss im Bildschirm. Die kann ich nicht mal verschenken (habs versucht).
Wertgarantie (aus dem Bericht) bietet die Display-Reparatur eines IPhone 7 für EUR 110 an.
Bei ebay kostet ein Iphone 7 ohne Schaden („wie neu“) EUR 89.
Um das zu ändern, musst Du die gesamte globale Ökonomie umkrempeln.
Man müsste „faire“ Entsorgungskosten in den Neupreis einkalkulieren. „Fair“ heißt, dass die die Entsorgung ohne Umweltschäden, ohne Gesundheitsschäden für die Entsorger und angemessen Löhne für sie stattfindet. Das Konzept ist nicht neu, wird leider nur selten angewandt.
Ich habe eine Weile tatsächlich versucht, alles reparieren zu lassen.
Das Krasseste war ein Tintenstrahlrducker, bei dem ein kleines Plastikteil abgebrochen war. Es muste aus den USA geliefert werden, was 3 Wochen gedauert hat, und die Reparatur war insgesamt teurer als ein neuer Drucker.
Es ist ja allgemein bekannt, dass Drucker absichtlich billig verkauft werden, weil das Geschäft mit den Patronen gemacht wird, bei denen man sich mit komplizierten Chip-Einstellungen hartnäckig gegen Wiederbefüllungsversuche abschirmt.
Das Wegschmeißen wird also mit Absicht herbei geführt, das Reparieren „bestraft“, bzw. man mach sich lächerlich und gilt als „schrullig“, wenn man es trotzdem macht.
Da die Meisten Leute erfahrungsgemäß so gestrickt sind, dass sie das tun, was sich „rechnet“, würde ich an dem Punkt auch ansetzen.
In Frankreich gibt es gerade einen interessanten Versuch mit einem Reparaturbonus, allerdings leider nur für Schuhe und Kleidung.
Die Leute, die irgendwas reparieren können, sterben leider langsam aus, und es wird ja auch immer schwieriger, wenn zum Beispiel keine Schrauben mehr bei der Produktion verwendet werden, sondern Nieten.
Ich bin tatsächlich der Meinung, dass man die Dinge durch Gesetze und Zölle anders regeln muss. Das Beispiel, das du hiergenannt hast, ist aber kein Negativbeispiel, sondern sogar noch ein der Guten: „Gebraucht wie neu“ ist ja nichts Schlechtes. Allerdings gibt es davon vermutlich nicht so hohe Stückzahlen, und deshalb muss der nächste Interessent an diesem Gerät die Reparaturkosten dann vielleicht schon mit dem Neupreis vergleichen.
Ja, das müsste man.
wer ist „man“ in dem Fall?
wer kann das?
oder gibts das schon?![]()
Das müsste über den Gesetzgeber geschehen und dann müsste die Regierung noch EU-weite und international Abkommen schließen, bzw über Einfuhrzölle für Ausgleich sorgen.
Ich habe nicht geschrieben, dass es einfach ist.
In Ansätzen, ja.
Man müsste, man sollte, man könnte ![]()
Zurück zu Afrika.
Vieles oder vielleicht sogar das meiste was da hin geht, geht erst mal in den second hand markt. Wir dort aufbereitet oder als Ersatzteil genutzt.
Also genau das, was ihr wollt.
Was dann übrig bleibt oder später irreparabel kaputt geht macht besagte Probleme.
Aber dafür müssen die Regierungen dort für bessere Lösungen sorgen.
Aber das können wir denen dort nicht vorschreiben. Wir wollen ja schließlich nicht wie Kolonialherren auftreten.
Wenn darüber hinaus wirklicher Schrott durch kriminelle Machenschaften dort hin geht, muss das unterbunden werden.
Das wird sich durch immer höhere Rohstoffkosten und besseres Recycling dann weitgehend erledigen.
Vielleicht sogar das meiste? Vielleicht aber auch das wenigste. Hast du Daten dazu?
Ich will aber auch mal was Positives verlinken: Windräder, die bei uns abgebaut werden wg. repowering, gehen oft nach Afrika: