„Das ist Demokratie“, sagte der CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze gestern Abend, nachdem die AfD in Sachsen-Anhalt mit Abstand die meisten Stimmen geholt hat. Tagesspiegel-Newsletter CheckPoint vom 7.9.26
So ist es. Die anderen Parteien hatten ihre Chance. Und haben sie immer noch. In Berlin, Meck-Pomm, in den anderen Ländern und bundesweit. Und auch für Sachsen Anhalt gilt: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ohne die Beschäftigung mit der Frage „Was haben wir verkehrt gemacht? Was muss künftig besser laufen?“ und einer ernsthaften Kurskorrektur wird’s nichts. „Kein Verbot, sondern inhaltliche Auseinandersetzung“ - so forderte es vor 26 Jahren ein Leserbriefschreiber für den Umgang mit der NPD. Ohne dem nützt aller K(r)ampf gegen Rechts nichts.
wie wärs mal mit etwas für statt gegen - bestenfalls für die Bürger von denen man sich die Stimme erhofft. Mag sein, dass die AfD nicht halten können wird was sie verspricht, aber die „Altparteien“ und allen voran die CDU haben eben auch nicht gehalten was sie versprochen haben.
Es gab in Schwerin (ca. 30% AfD-Sympathisanten) gerade in diesem Jahr einen Bürgerentscheid mit 98% Zustimmung zum Erhalt einer Grünfläche. Die Dokumentation dazu wurde schon zweimal verlinkt, deshalb mache ich es jetzt nicht noch mal.
Ich befürchte, dass sich bei den nächsten Wahlen plötzlich viel mehr Leute trauen werden, die AfD zu wählen. Wirklich gefährlich ist die Ulrich Siegmund - eine Mischung auch Netter-Junge-von-Nebenan und Rampensau.
Ich bin gespannt, was jetzt die Springerorgane berichten. Welt & & Co haben durch ihre Dauerhetze massiv zum Erfolg der AfD beigetragen Was sagt Dömpfner, der sich noch kurz vor der Wahl lauthals für eine Zusammenarbeit von Union und AfD ausgesprochen hat?
Melanie Amann empfiehlt in ihrem heutigen Kommentar in der WAZ, Sachsen-Anhalt / die Ostländer mit Geld zu fluten. Vielleicht ist das keine schlechte Idee. Alles was kompliziert ist, kommt bei den Leuten nicht an, aber mit Geld bekommt man Dummen auf seine Seiten schon. (Brot und Spiele hieß es im Alten Rom). Gerade die Dummen die haben AfD gewählt – insbesondere auch dummen, männlichen Wähler unter 30. Bei denen würde womöglich die Wehrpflicht helfen. Bei Militär gibt es ja reichlich Gelegenheit sich männlich zu fühlen.
Tut mir leid, dir diese Hoffnung nehmen zu müssen, sie entbehrt jeder empirischen Grundlage. Aus Zeit-Online
… Heike Klüver. Sie ist Professorin für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Zusammen mit ihrer Kollegin Annina Hermes hat sie im vergangenen November eine Studie veröffentlicht zur Frage: »Kann die Einbindung in Regierungen die Attraktivität von extrem rechten Parteien brechen?« Dafür haben sie 1.237 Regierungen in 57 demokratischen Ländern untersucht: von Brasilien bis Finnland, von der Türkei bis Neuseeland. Ausgewertet wurde ein Zeitraum von 47 Jahren (1976 bis 2023). Ihre eindeutige, statistische Antwort: Regierungsbeteiligungen »brechen die Attraktivität der extremen Rechten nicht, sondern stärken ihre Wählerbasis«. Im Schnitt gewannen die Parteien bei der folgenden Wahl sechs Prozentpunkte hinzu. Rechte Regierungen: Jetzt lasst sie halt mal machen? – Das geht nach hinten los | DIE ZEIT
Es geht doch nicht um die Chancen von Parteien, es geht um unser aller Zukunft
Wie oft habe ich diese Aufforderung in den letzten 10 Jahren gelesen. Sie zerschellt an dem real existierenden Unmut der Wähler, sich mit komplexen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, anstatt populistisch-emotionalen Parolen hinterherzulaufen.
Bei vielen Menschen sind die emotionalen Hirnzentren den rationalen Zentren weit überlegen.
Man könnte ja auch mal fragen, was wir richtig gemacht haben und was immer noch sehr gut läuft.
Die klügeren Köpfe im Nationalsozialismus haben aber dann ihre Meinung geändert.
Hier einige, die Anfangs von den Nazis begeistert waren und dann in den Widerstand gegangen sind: Martin Niemöller (evangelischer Theologe), Gottfried Benn (Schriftsteller), Ernst Jünger (Schriftsteller), Graf von Stauffenberg (Offizier), Wilhelm Canaris (Admiral), Ulrich von Hassell (Diplomat), Kurt Huber (Professor für Philosophie ), Jochen Klepper (Theologe, Journalist), Fritz Elsas (Jurist und Politiker), Eduard Spranger (Philosoph und Pädagoge) um nur einige zu nennen. (Die KI hat mir geholfen . )
Zumeist waren sie moralsch geschockt, als sie Deportationen oder Morde durch die Nazis hautnah mitbekamen.
Ich kann mir vorstellen, das viele klügere AFD Anhänger irgendwann doch einen Schrecken bekommen und ihre Meinung ändern.
Ich habe das in einer Dokumentation gesehen, in der es um die Ohnmachtsgefühle von AFD -Wählern gegen die „Politik da oben“ ging, als positives Beispiel, dass Bürger „da unten“ doch etwas bewegen können.
Wie war denn dein Haustürwahlkampf?
Wärst du bitte so lieb und würdest den Link zu dem Artikel unter das Zitat setzen- wegen Urheberrecht. Macht übrigens nix, wenn der zu einer Bezahlsperre führt. Danke
Die Christopher-Street-Day -Party (CSP)? Der Canabis Club Schwerin (CCS)? Die Chaotischen Basisdemokraten (CBD)? Oder etwa der Club Der Unvernunft (CDU)?
ich halte die aussagen der studie für weitgehend nutzlos
für die erste folgende wahl mag das Gesagte stimmen. aber was ist mit der dritten wahl?
siehe polen, siehe niederlande, siehe UK, siehe ungarn. siehe die usa, wo trump sich nur noch durch wahlbetrug retten kann. es dauert, aber eine partei die vom umsturz lebt, gerät ins nirvana wenn sie selber 10 jahre regiert hat. sie kann sich dann nur noch selber stürzen
weiterhin basieren die überlegungen auf der prämisse, dass wir eine wahl haben, ob wir die AfD regieren lassen oder nicht. haben wir aber bei 44% nicht mehr. also werden sie regieren. egal was das für ihre glaubwürdigkeit usw bedeutet.
falls es die dann noch gibt. Sie zeigt zumindest gewisse Indizien. Für die Entzauberungsthese gibt es auch keine Evidenz, Ungarn vielleicht ausgenommen.