Paris - Sturm auf die Bastille?

Es war nur eine kleine Gruppe von gewaltbereiten Randalierern, die für die weltweiten Schreckensbilder von einem brennenden Rathaus sorgten, plünderten, Feuer legten, demolierten und randalierten. Die mit den schwarzen Kapuzen, die sich überall in Europa treffen, wenn eine Demo verspricht, mal richtig die Sau rauslassen zu können um dann in der Menge unterzutauchen.

Friedlich demonstrierten 500.000 - 800.000 Menschen in ganz Frankreich für bessere Schulen, Bildung und gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Nicht nur dort, sondern auch in Belgien, Portugal, Italien und Albanien.
Zu hohe Miete, zu teure Lebensmittel und ein kaum noch bezahlbarer Arbeitsweg wegen der Benzinpreise. Dazu mangelnde Austattung der Schulen und Universitäten und niedrige Löhne.

Dass Berlin fast nicht betroffen war, liegt nach meiner Vermutung am Wahlsieg der Linken und ihren Enteignungsversprechen. Da will die autonome Linke wahrscheinlich nicht dazwischenfunken. (Berliner Kleistpark: Schüler protestieren für bessere Bildung)

Die Proteste zeigen, dass sich die Lebenswirklichkeit der Politiker weit vom Volk entfernt hat. Sie bekommen gar nicht mehr mit, womit die Menschen immer mehr zu kämpfen haben. Die einen glauben mit 10 Euro monatlicher Aktienanlage kann die „Frühstartrente“ der Kinder gesichert werden und die anderen wissen nicht mehr, wie sie ihre Wohnung und ihr Essen bezahlen sollen und ob ihrer Kinder angesichts des Unterrichtsausfalls und maroder Schulen überhaupt noch eine ausreichende Bildung bekommen.

Erinnert mich irgendwie an „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.“

Ob es zuküftig auch Unruhen in Deutschland geben wird?

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Es war nicht nur eine „kleine“ Gruppe, es waren viele Gruppen. Rund 2400 Personen wurden festgenommen, nahezu 1000 Polizisten, Gendarmen und Feuerwehrleute verletzt.

Die Proteste zeigen nur, dass sich auch die Bevölkerung in Frankreich aufhetzen lässt, mit den gleichen dämlichen Narrativen wie in Deutschland, die auch du hier immer wieder bemühst.

Ja, die gibt es, aber das ist eine Minderheit, auf die du dich ständig fokussierst.

Man kann sie herbei reden. Das versucht die AfD mit aktivem Social Media Support aus Russland. Und auch deine Beiträge hier sind dazu geeignet.

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Diese Gewalttäter sind einfach nur Vollidioten, die dem RN helfen, Wahlen zu gewinnen!

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Das sind vermutlich auch viele Linkschaoten dabei, die Melenchon helfen wollen.

Ich poste mal ein paar Eindrücke, die ich auf bluesky aufgeschnappt habe.

Jemand der sich mit Frankreich auskennt und häufig über Frankreich postet:

Es ist nicht verwunderlich in diesen Zeiten, dass bestimmte Staaten Europa destabilisieren wollen und es auch erreichen.

Polizeigrün schreibt, dass die französische Polizei nicht so sehr deeskalierende Maßnahmen einsetzt wie etwa die deutsche.

Eine Erklärung eines Soziologen zur französischen Polizei:

Nochmal Polizeigrün:

Eyméry zu den Gründen der Schüler:

Auch in Italien Proteste. Bericht der Taz: Sozialproteste in Rom: Italiens Vorstadtjugend kocht vor Wut | taz.de.

Die meisten dieser Demos, an denen auch Eltern und Leh­re­rin­nen teilnahmen, verliefen friedlich. Doch in Turin suchte eine Gruppe vermummter De­mons­tran­tin­nen vor der Präfektur den Zusammenstoß mit der Polizei, während in Bologna ein kleiner Teil der De­mons­tran­tin­nen in den Bahnhof vorzudringen suchte – und vorneweg vom Gros der friedlichen De­mons­tran­tin­nen daran gehindert wurde. In Rom wiederum warfen ins übliche Schwarz Gekleidete Knallkörper und Steine auf das Bildungsministerium.

…

Mitten im Zentrum Mailands gingen sie zur Sache, attackierten auf dem Domplatz die Polizei, zogen dann randalierend durch die Straßen rund um den Dom. Doch mit dem Spektrum der besetzten Autonomen Zentren haben sie nichts zu tun. Durch die Bank handelte es sich um Kids aus den Stadtrandvierteln Mailands und aus kleineren Städten des Umlands. Viele von ihnen – aber beileibe nicht alle – stammen aus migrantischen Familien.

…

Eine weitere Eskalationsstufe wurde dann am Sonntag in Mailand erreicht. Niemand hatte für den Tag offiziell zu weiterem Protest aufgerufen. Dennoch kamen am Nachmittag erneut Hunderte Jugendliche im Zentrum zusammen; sie hatten sich nach Berichten der italienischen Medien über Tiktok und Instagram koordiniert. Die erste Aktion war die Plünderung eines Supermarkts.

Wenn ich mir das durchlese, denke ich an meine meist männlichen Jugendlichen im Treff, die ich betreut habe. Ohne Hoffnung für die Zukunft, in der Schule gescheitert, ohne Halt in der Gesellschaft, in einem eigenen Milieu mit eigenen Regeln. Häufig mit Problemen der Impulskontrolle, mit einer hohen Grundanspannung, zb durch traumatische Erlebnisse, die durch Aggression abreagiert wurde. Funktionale Bewältigungsmechanismen haben sie nie gelernt.

Diese Jugendlichen sind typischerweise nicht links, sondern eher unpolitisch. Sie suchen Konfrontation mit der Polizei häufig nur, um sich abzureagieren und sich lebendig zu fühlen.

Diese abgehängten Jugendlichen gibt es überall, in Europa und anderswo. Die jungen Mädchen entwickeln eher internalisierende Störungen, die Jungen externalisierende. (Aggressives Verhalten mit einigen Zusatzmerkmalen kann in der Adoleszenz eine Diagnose begründen)

Ich vermute, dass der Beginn der Proteste eher in bürgerlichen Schichten lag, mit guter Organisation und entsprechenden Forderungen, die sich auf die Situation in den Schulen bezogen.
Dann hat es sich wie eine Lawine ausgebreitet.

Ich vermute, die Polizei in Deutschland würde mit den Organisatoren eine Deeskalationsstrategie besprechen. In Frankreich scheint das nicht üblich zu sein.
Auf jeden Fall kann ein über die soz. Medien verstärkter Zulauf alle überfordern, insbesondere wenn die Polizei nur Insiderinformationen von bestimmten Blöcken erhält, aber nichts über die spontanen Aktionen, die sich über die Medien bilden und offenbar vom Ausland angefeuert werden.
Für die Jugendlichen im Treff hätte jedenfalls eine Nachricht ausgereicht: ab soundsoviel Uhr, da und dort, gibt es Zoff. Die wären dabei gewesen.

Was hilft:
Ein Professor in Kriminalpsychologie: Job, Auto, Freundin.
Das gilt für diese Jugendlichen immer noch.
Und natürlich alles, was weit früher ansetzt. Versäumnisse in der Familien- und Bildungspolitik rächen sich unweigerlich: Pisa-Schock 2: Immer noch Gedöns?.

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Darüber habe ich auch schon einen Artikel gelesen, der iähnliches behauptet. Die Polizei in Frankreich hat einen gewissen Hang zur Brutalität. Die Polizei bei uns scheint so schlecht nicht zu sein.

Kann es sein, dass in Frankreich der eine Teil der externalisierenden jungen Männer auf die Straße, der andere Teil zur Polizei geht?

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Das ist ein grundsätzliches Problem bei Polizei, Militär uä.
Bei der Einstellung sollte darauf geachtet werden, und ich meine mich zu erinnern, dass das in Deutschland geschieht, mehr oder weniger erfolgreich.

Auch in der Ausbildung kann man diese jungen Männer noch auf einen guten Kurs bringen, aber das braucht etwas Zeit und gute Mentoren, die sie meist bis dahin nicht hatten. Sie sehnen sich oft richtig danach.
Im Kampfsport etwa wird von Anfang an darauf geachtet, dass er nicht zur Waffe im Körper eines Hitzkopfes wird. Viel ist Charakterbildung, manche werden aber gar nicht genommen.
Da die deutsche Ausbildung Deeskalation beinhaltet, können sie dort ihre Reaktionsfähigkeiten in einem Konflikt erweitern. In der Therapie nennt man das soziales Kompetenztraining :wink:

Eine Massensituation ist noch etwas anderes. Da müssen die Strategien von der Führungsebene aus auf Deeskalation gerichtet sein, etwa durch Trennen der Blocks, Schutz der friedlichen Demonstranten usw. Die Psychologie ist da auch eine andere. Ich denke, auch das Verständnis dieser Mechanismen wird in der Ausbildung behandelt. Sollte es jedenfalls.

In Frankreich waren während der Gelbwesten 89 Tsd Polizisten eingesetzt, jetzt 10 Tsd. Man hat das fürchterlich unterschätzt.
Dieses Aufhetzen und anfeuern in den unsoz. Medien braucht noch eine Antwort der Sicherheitsorgane.

Es sieht so aus, als würden die Social Media gezielt benutzt, um europäische Staaten zu destabilieren. Müssen wir SM ab jetzt als eine auf uns gerichtete Waffe betrachten? Brauchen wir ein Verbot? Oder Zensur?

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Hier noch ein Link zu dem Thema

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Was sehen meine entzündeten Augen?

Du wünscht dir Zensur?

Gute Fragen.
Ja, sie werden als Waffe benutzt.
Nicht alles dort gepostete ist eine.

Europa hat Mittel, sich dagegen zu wehren, indem es Betreiber in die Pflicht nimmt. (Näheres dazu finden wir auf Netzpolitik.org ua. Lohnt sich für ein Monatsthema?)
Bislang wurden bereits Strafen ausgesprochen, es hat den Bros aber nicht genug wehgetan.
Trotzdem wehren sie sich schon vehement, mit Unterstützung der US-Regierung. Sollte die EU wirklich durchgreifen, wird das ein Machtkampf mit den USA, mit allen Mitteln, ideologisch aufgeladen. (Freie Rede und so)
Zur Vorbereitung sollte die europäische Unabhängigkeit bei Zahlungsstruktur, Finanzmarkt, Plattformen, Clouds, Militär uvm vorangetrieben werden, denn da ist Europa verwundbar, und auch auf die Exporte in die USA sollten wir nicht allzu sehr angewiesen sein.

Ich denke, diese Auseinandersetzung wird kommen. Noch ist Europa nicht soweit. Aber es drängt. Der Preis ist der innere Frieden.

Edit:

Der Autor sieht die deutschen Parteien, aber es ist ein globales Problem, das wir auf europäischer Ebene lösen müssen.
Europa braucht für so etwas mehr Handlungsspielraum und wesentlich mehr Unterstützung.

Ich frage mich, ob nicht agents provocateurs der extremen Rechten, entweder in Frankreich selbst oder aus dem Ausland, da kräftig mit angeheizt haben, um die französische Demokratie zu destabilisieren und Le Pen und ihren Spießgesellen Wahlkampfmunition zu liefern.

Sie ist schon da:

Die EU will Satellitenfrequenzen für europäische Anbieter reservieren. Der US-Botschafter in Brüssel kündigt »verheerende« Vergeltungsmaßnahmen an. Welche genau das sein sollen, lässt er offen.

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Eine Merz’sche False Flag Operation?

Merz nicht. Den mag ich zwar nicht, aber so krass ist er nun auch wieder nicht. Eher Le Pen, Trump oder Putin - aber das driftet dann doch in Richtung Verschwörungstheorie ab. Mein Fehler. Wahrscheinlich waren es einfach Idioten, die meinten, mit dem Abfackeln von Autos und dem Einwerfen von Schaufenstern etwas gegen den Kapitalismus tun zu können. Die gibt es bei uns auch, sind aber nicht so viele, und die Behörden haben sie besser in Griff.

das ganze digitale Zeugs überfordert die Menschen und macht sie irre.
Es ist eine neue Technik, die wir mental und kulturell noch nicht beherrschen.
Wenn das auf Dauer gutgehen soll, werden wir völlig neue Regeln brauchen.
uU bis hin zu Zensur und Verboten.
Anfangen könnte man zB damit, dass jeder Internetzugang und jede SM-Nutzung eine Identitätsprüfung voraussetzt, mit Personalausweis o.ä.
Weiterhin vielleicht Zerschlagung der Tech-Monopole? „Vergesellschaftung“ von Facebook und Youtube und Tiktok?
Da kann man sich vieles ausdenken. Ich hoffe, es gelingt schnell genug, solche Regeln zu finden.
Aber großen Optimismus habe ich nicht.

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Man könnte das ja auch einfach als ersten Schritt gut finden und begrüßen.
das Ergebnis kann sich auf einige zigtausend Euro belaufen bei Renteneintritt.
Ist das schlecht?
Bist Du dagegen?
Ist es kein Fortschritt ? kein Vorteil?
Wieviel Euro müssten es sein, dass Du nicht meckern würdest?

Da habe ich nich missverständlich ausgedrückt. Ich habe mich auf die kürzliche Aussage von Merz bezogen, die Stimmen für den AfD-Präsidenten könnten als False-Flag-Operation auch von SPD oder Grünen gekommen sein. Ich fand das absurd, ähnlich wie deinen Versuch, die Gewalt den Rechten in die Schuhe zu schieben.

Die Gewalt in Frankreich nutzt sicher vor allem Le Pen und sie hat sie vermutlich auch angefeuert, aber nach meinen Zeitungs-Information waren vor allem linke Gruppen aktiv.

Ich wollte das ironisch etwas knapper ausdrücken. Ging schief.

Damit kannst du bei russischen oder chinesischen Bots nichts ausrichten. Das könnten - wenn überhaupt - nur die Plattformbetreiber. Aber die werden von ganz oben geschützt.

:open_mouth: :zany_face:

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Jemand (nicht du!) müsste mal versuchen, ein attraktiveres soziales Netzwerk in Konkurrenz zu diesen Anbietern aufzubauen.