Moderne grüne Männlichkeit

Einige wichtige grüne Politikerinnen und Politiker haben ein Manifest zu moderner Männlichkeit verfasst.

Es lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Aus meiner Sicht werden klassische Bilder von Männlichkeit kritisiert und dann wieder gefordert.
Und zu meiner Überraschung haben das auch Ricarda Lang und andere Frauen unterschrieben.

1 „Gefällt mir“

So geht es den Frauen schon lange (in Bezug auf „klassische“ Bilder von Weiblichkeit)
Ich würde solche Anleitungen, wie man zu sein hat, nicht allzu ernst nehmen.

1 „Gefällt mir“

Da wird kein bestimmtes Verhalten gefordert. Im Gegenteil:

Moderne Männlichkeit bedeutet die Freiheit, der Mann zu sein, der du sein willst

Naja, es ist zumindest eine klare ABgrenzung zwischen dem alten Bild und der Idee eines neuen Verständnisses - es klingt vielleicht an der ein oder anderen Stelle komisch, weil dem Autor die Begrifflichkeiten ausgehen - was isch wichtig finde, ist die AUssage, dass man Männlichkeit unbedingt von Menschlichkeit trennt - in erster Linie sind wir alls (gleichbereichtigte) Menschen - und dann erst Männer, Frauen oder noch etwas anderes…

Das alte Rollenbild hat dies wohl umgekeht gesehen: erst der Mann und dann der Mensch (ok, etwas verkürzt dargestellt!).

Es gibt einen netten Text dazu, der mir gerade einfällt:

ja, der Text ist ideologischer Käse.
es gibt keine schlechte alte und keine gute moderne Männlichkeit. Nur Männlichkeit.
Der Versuch, Männlichkeit in gute M. und böse M. aufspalten, ist zum Scheitern verurteilt.
Männer sind Männer.

Der Text ist auch in sich widersprüchlich bzw. heuchlerisch. Und zT einfach falsch.
Der ganze Text verengt die Männlichkeitsfrage auf das Verhältnis zu Frauen.
Das ist ein elementarer Fehler. Männlichkeit geht über das Mann-Frau-Verhältnis hinaus.
Ein Mann ist auch ohne Frau ein Mann.

  1. "

Jahrhundertelang wurde Männlichkeit über Dominanz definiert. Ein Mann war stark, wenn er sich nahm, was er wollte – notfalls gegen Widerstand. Er war erfolgreich, wenn er andere unterwarf. Er war respektiert, wenn er keine Schwäche zeigte. Dieses Männerbild hat unermessliches Leid verursacht, vor allem bei Frauen, die diesem System unterworfen waren"

Das ist falsch. Männer sind vor allem darauf geeicht, Dominanz gegenüber anderen Männern auszuüben. Unterwerfung fand nicht vorrangig im Wohnzimmer, sondern auf dem Schlachtfeld statt. Seit Jahrtausenden töten Männer Männer in Kriegen und Schlachten, beim Kampf um Nahrung oder Land - oder um Frauen. Das weiß jeder Hirsch :slight_smile:
Unter männlicher Dominanz und Gewalt haben vor allem Männer gelitten.

„Wir haben definiert, was Männer nicht sein sollen: Nicht gewalttätig, nicht dominant, nicht unterdrückend. Alles richtig.“

Nein, alles falsch, jedenfalls in dieser einfältigen Absolutheit.
Die Aussage bezieht sich unbewusst wieder nur auf das Mann-Frau-Verhältnis und greift daher zu kurz.
Keine Gesellschaft kann darauf verzichten, dass es Personen und Institutionen gibt, die Gewalt und Dominanz ausüben. Polizei, Justiz, Gefängnisse, Armee, ich denke, das muss man nicht weiter erklären. und das alles machen zum ganz überwiegenden Teil Männer
Ansonsten gilt hier, wie so häufig bei dem Thema, der Spruch: frag die Ukrainer.

  1. „> Moderne Männlichkeit bedeutet die Freiheit, der Mann zu sein, der du sein willst“

Das ist gelogen. Die Verfasser des Textes wollen den Männern diese Freiheit nicht lassen.
Sie wollen nur „gute Männlichkeit“, und sie glauben, dass alle Männer „gut“ werden, wenn sie von dem (angeblichen) Druck befreit werden, dem alten „schlechten“ Männerbild nachzueifern.

Was dabei nicht bedacht wird: was ist, wenn die Männer „die Freiheit, der Mann zu sein, der du sein willst“, dazu nutzen, „schlechte“ männliche Verhaltensweisen zu pflegen?
Ist es das dann auch ihre Freiheit, das zu tun?
Oder sind sie nur frei, „modern“ männlich zu sein?
Hier wird geheuchelt, dass sich die Balken biegen.

Der Beitrag gibt vorsichtshalber schon mal eine lange Liste von „dos and donts“:

Du willst jeden Tag ins Gym gehen und achtest auf deine Ernährung? Hervorragend, dass du daran Spaß hast und gesund lebst. Mach das.
Du willst für deine Familie sorgen können? Großartig. Das ist eine Form von Fürsorge, die Respekt verdient.
Du willst beschützen können? Ja, bitte. Die Welt braucht Menschen, die sich schützend vor andere stellen.

Und gleichzeitig – und hier wird es entscheidend – moderne Männlichkeit bedeutet zu verstehen, dass wahre Stärke nicht darin liegt, andere klein zu machen, sondern gemeinsam zu wachsen. Dass Beschützen und Verantwortung Augenhöhe bedeutet und allen zugutekommt.

Da wird dem freien Mann sehr genau diktiert, wie er als „richtiger“, „moderner“ Mann zu sein hat.

  1. Und dann wieder der alte Trick:
    Irgendjemand hat die Menschheit in Rollen gezwungen, die niemand haben wollte.

„Das alte Männerbild war ein Käfig, nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer selbst. Es hat Männer in Rollen gezwungen, die sie krank gemacht haben.“
Wer hat denn die Männer in die Männerrollen gezwungen?

Die Frauen können sich damit rausreden, dass „das Patriarchat“ sie in ihre Rolle gezwungen hat.
Die Männer können das nicht.
Aber wer hat dann die Männer gezwungen??
Die Möglichkeit, dass die Männer diese Rollen so wollten, weil sie für das Leben und Überleben nötig waren, kommt den Verfassern nicht in den Sinn.

„Gleichzeitig darfst du stark sein wollen. Du darfst Ambitionen haben.“

Das ist so anmaßend, dass es in jedem selbstbewussten Menschen heftigen Widerwillen erzeugen muss. Wer sind diese Hampelmänner, dass sie allen Männern die Grenzen ihrer Wünsche diktieren?
Wie würde es ankommen, wenn ich einen Text schreibe, in dem ich „den Frauen“ erkläre, wie sie als „moderne Frau“ zu sein haben?
„Du darfst den Wunsch haben, weiblich zu sein.“
„Du darfst Dir einen Beruf und eine Karriere wünschen.“
Die Frauen würden zurecht brechen.
Dem Mann wird das als hilfreicher Hinweis verkauft.

Moderne Männlichkeit zeigt sich im Alltag. Sie zeigt sich im Vater, der sich Zeit nimmt für seine Kinder, der Windeln wechselt und Tränen trocknet, weil Fürsorge keine Geschlechterfrage ist. Sie zeigt sich im Partner, der Gespräche führt, statt Konflikte zu vermeiden, der Emotionen zulässt, statt sie wegzudrücken. Sie zeigt sich im Kollegen, der eine Kollegin unterstützt, statt sie zu untergraben, der Erfolg nicht als Nullsummenspiel begreift, sondern als etwas, das wächst, wenn wir es teilen. Sie zeigt sich in der Fähigkeit, Nein zu sagen zu den Erwartungen, die nicht zu dir passen. Du musst nicht der Ernährer sein, wenn deine Partnerin das besser kann oder will. Du musst nicht ständig konkurrieren. Du darfst weinen. Du darfst Hilfe brauchen und sie in Anspruch nehmen. Das ist keine Schwäche, sondern einfach Menschsein.

Das sind schöne Beispiele und es ist gutgemeint.
Aber das ist nicht „moderne Männlichkeit“, sondern Menschlichkeit.

Moderne Männlichkeit ist kein Verzicht auf Durchsetzungsvermögen, sondern die Einsicht, dass es darauf ankommt, wie und wofür du dich durchsetzt. Setzt du dich durch, um andere zurückzudrängen? Oder um Räume zu öffnen? Nutzt du deine Stärke, um zu dominieren? Oder um zu ermöglichen?

Das ist nur noch realitätsfernes Gelaber.
wenn ich mich „durchsetze“ und meine „Stärke nutze“, wie sieht das praktisch aus?
Ich muss jemand anderen in irgendeiner Form besiegen (und sei es in einer Wahl), ihm meinen Willen aufzwingen (durch einen Befehl zB), ihn bekämpfen.
Aber ich darf ihn ja nicht „dominieren“ oder „zurückdrängen“.
Wie soll das gehen?
Das sind naive, infantile Wunschbilder, die in der Realität nicht existieren.

Richtig.
Das geht nur durch konsequente Realitätsverleugnung.
„Es gibt Macht, die niemandem weh tut.“
„Sei stark und setze Dich durch, aber so dass Du andere nicht dominierst.“
Wie macht man das? So lange und so „stark“ Bittebitte sagen, bis der andere aufgibt?

Ich erspare Euch weitere Kommentare, ich denke es ist klar geworden, was ich sagen will.
Männlichkeit gibt es nur mit allen Vor- und Nachteilen.
Wenn wir als Gesellschaft Männer mit männlichen Eigenschaften brauchen, müssen wir verstehen, dass es bei diesen Männern immer Licht und Schatten geben wird.
Eine sorgsam filettierte und gesäuberte „moderne Männlichkeit“ wird es nicht geben.

2 „Gefällt mir“

Die Aussage ist richtig - hat aber erstmal nichts mit „Männlichkeit“ zu tun

Woraus schließt Du das? Aus dem Text selbst geht das für mich nicht hervor, zumal die Kategorisierung „gut“ und „schlecht“ gar nicht passt. Es geht doch eher darum, daß eine Bild durch das andere zu ersetzen, da Ersteres sich als untauglich für die Gesellschaft - aber auch für die Männer selbst - erwiesen hat…

Auch hier steht nichts von „richtig“ oder „falsch“…

Naja, wenn ich mir das männliche Leitbild, dass mir in meiner Jugend vermittelt wurde, so ansehe, so war das doch stark vom nationalsozialistischen Ideal geprägt (zäh wie Windhunde, schnell wie Kruppstahl und hart wie Leder - oder so ähnlich :slight_smile: . Klar liegt es an jedem selbst, in wieweit er diese Motive für sich adaptiert - aber das ist nicht ganz trivial - deswegen konnte es sich in der HJ auch bei den meisten reinmanipulieren lassen…

Insofern können zumindest die Generation vor meiner und eben auch noch meine Generation - wenn auch nicht ganz so krass schon eine Begründung liefern.

Das ist für mich tatsächlich das eigentliche Problem dieses Textes - er wirkt ein wenig „besserwisserisch“. Allerdings würde ich das den Autoren nicht wirklich als bewusstes Element vorwerfen. Aber vielleicht bin ich da zu blauäugig und der Text soll doch erzieherische Elemente beinhalten?!

das halte ich für falsch.
das bisherige (Männer)Bild ist nicht untauglich, es ist nur nicht perfekt und hat Fehler und führt zu Nachteilen.
Die gesamte Entwicklung der Menschheit beruht (auch) auf diesem Männerbild.
Die Spezies Mensch wäre ohne solche Männer nicht lebensfähig gewesen.
Das gleiche gilt für Frauen und das Frauenbild.

Das ist auch nicht richtig.
Historisch und statistisch sind alle diese Funktionen mehrheitlich mit Männern verbunden.
Früher mal zu 100%.
Es ist doch merkwürdig:
Männer werden tendenziell als gewalttätig empfunden / beschrieben, als Menschen, vor denen frau sich schützen muss.
Bei der Frage, ob Männer und Frauen für eine Tätigkeit geeignet sind, bei der Gewalt ausgeübt werden muss (Armee, Polizei), wird dann aber jeder Unterschied geleugnet und Frauen für gleich geeignet befunden. Ja was denn nun?

Das ganze Mann-Frau-Thema ist durchsetzt von Mythen, Wünschen, Illusionen, Ideologien, Unterstellungen und versteckten Machtstrategien.
Es fehlt zu häufig die Bereitschaft, einfach erstmal den Ist-Zustand anzuerkennen, auch wenn der mit den Wunschvorstellungen kollidiert.

das ging, weil es echte Wünsche der Jungs und Männer ansprach.
Stark sein, dominant sein, überlegen sein, gemeinsam für etwas kämpfen, Gefahren bestehen, einen Feind besiegen, seine Familie und seine Gemeinschaft verteidigen.
Diese Wünsche muss niemand in einen Jungen „hineinmanipulieren“, die bringt er in 80-90% aller Fälle von Geburt an als Werkseinstellung mit.
Wenn man das nicht versteht und anerkennt, ist die Beschäftigung mit dem Thema „Männlichkeit“ völlig fruchtlos.

mag sein, aber wer liefert die Begründung für diese vorhergehenden Generationen?
Wenn man es immer auf die Vorgeneration schiebt, kommt man bei Adam und Eva aus.
Das erklärt den Ursprung dieses Männlichkeitsverständnisses nicht.

Die „traditionelle“ Männlichkeit ist kein soziales Konstrukt, dass von finsteren Mächten erfunden und der Menschheit aufgedrückt wurde.
Es ist das Ergebnis der Evolution:
es haben die Individuen, Familien, Stämme und Völker überlebt, die (neben anderen Ressourcen) ausreichend viele starke, dominante und gewaltbereite Männer hatten (wenn die dann noch klug waren, umso besser).
Den anderen wurde der Schädel eingeschlagen.

Dieses evolutionäre Erbe sitzt in (fast) jedem Mann, mit allen Vor- und Nachteilen.
Das kann man nicht durch fromme Sprüche über moderne Männlichkeit ändern, so wünschenswert das auch sein mag.

Was in der Vergangenheit funktioniert hat, muss nicht notwendigerweise in der Zukunft funktionieren.

Evolution funktioniert so, dass unter veränderten Bedingungen auch die Selektionsfaktoren andere sind.

Sie haben euch mitgeteilt, was für einen Mann sie gern hätten, nicht mehr und nicht weniger. Wenn sie ihn dann finden, geben sie vielleicht seine Gene weiter an die nächste Generation.

Kennt ihr noch dieses Lied?

1 „Gefällt mir“

Ich halte das für ein Missverständnis. Es geht ihnen darum, Männer, wie auch Frauen, von festgelegten Rollenbildern zu befreien. Das sagt erstmal noch gar nichts, über ihre persönlichen Präferenzen.

Das wäre eine schöne Intention, aber so wirkt es auf mich nicht.

Dazu kommt mir auch ein altes Lied in den Sinn:

Wäre die dort vermittelte Lebenseinstellung auch im Rahmen der modernen grünen Männlichkeit tragbar?

Zitat daraus: „Just give me bread and water, put a guitar in my hand“
Hier der komplette Text: https://genius.com/Albert-hammond-the-free-electric-band-lyrics

Ich glaube auch, dass das eher ein politisches Statement sein soll in Bezug auf das Rollenverständnis des Mannes in unserer aktuellen Gesellschaft. Die Formulierungen sind auch nicht individualisert im SInne "das ist mein Rollenverständnis des „modernen Mannes“, sondern schon im Kontext, wie der Mann im allgemeinen so siene Rolle intererpretieren sollte…

ja, klar.

Aber sind die Bedingungen wirklich verändert?
oder wünschst Du Dir nur (oder redest dir ein), dass sie verändert sind?
Spielen Macht, Dominanz und Stärke keine Rolle mehr?
Oder sind sie wichtiger denn je?
Frag wieder die Ukrainer.

Und lassen sich die Selektionsfaktoren auf Befehl oder Wunsch ändern?
Selektion ist das Ergebnis eines Prozesses.
Entweder eine Eigenschaft setzt sich durch oder nicht, weil sie entweder hilfreich ist oder nicht.
Sind Macht, Dominanz und Stärke hilfreich für das Wohlergehen und Überleben des Individuums? oder des Staates?
Frag wieder die Ukrainer.

Oder frag Dich selbst:
welche Erfolge hast Du erzielt alleine durch gutes Zureden und ohne irgendeine Form von Druck auszuüben? hast Du überhaupt Erfolge erzielt mit Deiner Einstellung?
was nimmst Du im Rest der Welt wahr?
wer erzielt welche Erfolge mit welchen Mitteln?
Sind das Deine Mittel?

Du weigerst Dich, die von mir geschliderte Realität anzuerkennen.
Du widerlegst meine Überlegungen nicht.
Stattdessen redest Du über mögliche Änderungen in der Zukunft.
Das ist eine klassisch links-grüne Reaktion auf eine unangenehme Wirklichkeit.

Nein, ich rede über die Gegenwart.

Viele Frauen brauchen schon lange keinen Mann mehr als „Ernährer“, weil sie selbst Geld verdienen und ihre Kinder ohne Mann erziehen können.
Das lassen sie die Männer auch spüren.

Hierauf antworte ich jetzt mal nicht, weil das erstens mal wieder typische PN-Fragen sind und ich zweitens eine Frau bin, während es hier um Männer geht. Frauen dürfen ja Druck ausüben, so wie ich dich verstanden habe…außerdem lassen sich einige Erfolge auch durch Leistung erzielen.

Kinder (Mädchen und Jungen) werden immer öfters allein von der Mutter erzogen. In Kindergarten und Grundschule gibt es fast nur Frauen.
Da muss m’r sich doch die Frage stellen, warum die Erziehung durch Frauen zu soviel „toxischen“ Männern führt? Und vielleicht auch beziehungsuntauglichen Frauen?

2 „Gefällt mir“

Gibt es denn so viele „toxische“ Männer?

Die Männer sind halt, wie sie sind? Im Rahmen der Evolution so geworden?
-Stimmt. Aber nicht ganz so, wie du @lawandorder es offenbar meinst.

Streben nach Status, mehr Aggressivität als bei Frauen, mehr Muskelkraft uä sind zwar da, aber sie haben eine erhebliche Bandbreite an möglichen Verhaltensweisen, die gelernt werden. Auch das ist evolutionär entstanden.

Männer mit viel Testosteron zb tun das, was zum Erlangen eines hohen Status nötig ist, und mit dem Status kommt mehr Testosteron. Wenn eine Gesellschaft Zusammenarbeit und prosoziales Verhalten belohnt, so tun erfolgreiche Männer genau das. Wenn Kampf belohnt wird, so kämpfen sie. Auch die Bandbreite im Verhalten gegenüber Frauen und Kindern ist breit, und gesellschaftlich gelernt. Auch im Lauf des Lebens wird weiter gelernt, wobei die Jugendzeit besonders wichtig dafür ist. Diese Anpassungsfähigkeit hat der Menschheit im Laufe der Evolution das Überleben gesichert.

Lernen in Kindheit und Jugend ist ein aktiver Prozess. Kinder suchen nach Vorbildern, denen sie nacheifern, und meist wählen sie ein Vorbild gleichen Geschlechts. Jungen finden ihre Vorbilder bei Vater, Onkel, Lehrer, Nachbarn oder auch über Geschichten, die Medien, Stars etc. In der Jugend sind es die Freunde, die einen großen Einfluss ausüben.
Deshalb haben (alleinerziehende) Mütter nicht unbedingt den stärksten Einfluss, das Mann-Werden ihrer Söhne zu lenken.

Die Vorbilder und damit die Weise, Mann zu sein, haben sich im Laufe der Geschichte immer geändert, an der Geschichte vergangener Gesellschaften kann man das deutlich sehen. Es ist seltsam, es ändert sich und bleibt doch irgendwie gleich.
Auch innerhalb von Gesellschaften gibt es eine erhebliche Variabilität, je nach Milieu. Ich erinnere mich an eine Studie, die das Vater Sein in Deutschland untersucht hat. (Übrigens waren nicht die Väter des grünen Milieus diejenigen, die sich am meisten um ihre Kinder gekümmert haben, sondern Familien, in denen das zur Bewältigung des Alltags schlicht notwendig war).

Diese vergleichende Forschung zeigt, wie sehr Rollenverteilung, Geschlechterverhältnisse und insgesamt Verhalten von den Bedingungen abhängen, unter denen die Menschen leben und lebten.
Natürlich, die evolutionäre Ausstattung bleibt gleich, mitsamt ihrer Varianz. Aber die Unterschiede sind doch bedeutend.

4 „Gefällt mir“

Da machen sie keine Vorgaben. Sie sagen nur, die Männer (und natärlich auch die Frauen und alle anderen) sollten die Freiheit haben, sich ihre Rollenvorbilder selber auszusuchen.

Bitte beachten, das sind keine Gegensätze. Ein Individuum kann situationsspezifisch beide (und viele andere Verhaltensweisen) zeigen. Genau diese Variabilität und Flexibilität ist oft die Grundlage von Erfolg.

2 „Gefällt mir“