Ist das nicht die grundsätzliche Frage bei allen Pflichtversicherungen?
Ist nicht der, der einen sehr umsichtigen und sehr passiven Fahrstil hat, bei einer KFZ-Haftpflicht „der Dumme“, weil er statistisch mehr einzahlt, als er „raus“ bekommt.
Ist nicht die Rentenversicherung ebenfalls „dumm“, weil - wer das Geld privat anlegt, i.d.R. deutlich höhere Renditen erzielen kann?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele nicht genügend Engagement an den Tag legen, um hinreichend Vorsorge zu treffen.
Und es gibt nun Bereiche, bei denen die Gesellschaft überein gekommen ist, das individuelle Risiko über eine im weitesten Sinne solidarische Pflichtversicherung abzudecken (auch bei der Krankenversicherung, die für Arbeitnehmer ebenfalls verpflichtend ist.
Die Diskussion, ob nicht doch zu viele die „Dummen“ sind, muss natürlich geführt werden - es ist aber nicht per se so.
Wichtig ist bei der Fragestellung dieser Hausbesitzer-Pflichtversicherung, ob zu erwarten ist, dass die Umweltschäden so zunehmen, dass aufgrund der Vielzahl der zu erwartenden Umweltschäden an Häusern eine solidarische Pflichtversicherung für die Gesellschaft langfristig die billigere Variante ist.
Eine andere Möglichkeit wäre - theoretisch - den Staat oder die EU (oder die Weltgemeinschaft) als betroffener Hausbesitzer zu verklagen, da diese Gremien durch zu hohe Grenzwerte die Katastrophen erst ausgelöst haben, und somit in die Haftung zu nehmen wären.
Prinzipiell wäre das nach dem Verursacherprinzip (auch eine Gesellschaft als ganzes könnte die „Ursache“ für entstehende Schäden sein) - das scheitert aber a) am Willen der Allgemeinheit, für ihren überbordenden Lebensstil und deren Nebenwirkungen die Verantwortung zu übernehmen - und auch daran, dass die Katastrophen statistisch nur „wahrscheinlicher“ werden, und somit nur noch ein statistischer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang besteht…
Aber Fakt ist, dass die Schäden bzw. deren Behebung - z.B: durch den Klimawandel - noch nicht eingepreist ist (z.B. in die fossilen Brennstoffe, die demnach dramatisch teurer wund die möglichen Einnahmen für den Schadensfall zurückgelegt werden müssten.
Wenn man sich den prognostizierten Meeresspielgelanstieg der nächsten 150 Jahre ansieht, dann wäre es gut, für die gigantischen Summen, die fällig würden, um die Benelux-Länder entweder vor der dauerhaften Überflutung zu schützen oder/und die bevorstehenden Massenumsiedelungen zu finanzieren, jetzt einen Puffer zu schaffen, der von denen finanziert werden müssten, die immer noch fossile Energieträger mittel- oder unmittelbar verwenden.
Leider bislang Fehlanzeige - und die Gelder der CO2- und anderer Abgaben werden meines Wissens noch nicht mal vollumfänglich für Klimaschutzmaßnahmen verwendet (zugegeben, ich habe das nicht im Detail recherchiert…