Mazzucato Studie über europäische Konzerne: Extraktion statt Investition

Ich hatte bei meiner Lektüre über Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Verteilung, Beziehung zwischen Wirtschaft und Staat etc immer den Eindruck, dass mir etwas zum Verständnis fehlt. Ich glaube, ich habe jetzt einen wesentlichen Teil gefunden, nämlich die Studie von Mazzucato et al:

In der Studie verfolgen sie das Geld: wohin gehen staatliche Förderungen und Profite. Im letzten Jahrhundert ging es in Löhne, Aufrechterhalten der Gebäude und Maschinen, Rücklagen, Investitionen und Dividenden. Das alte Gleichgewicht hat sich in den letzten Jahren bzw Jahrzehnten verändert: neue Posten, oder stark gewachsene, sind Aktienrückkäufe und Geschäfte auf den Finanzmärkten, die zulasten der Werktätigen, der Investitionen in die Firma und sogar der Substanz gingen und am Ende durch Ausschüttungen und Wertsteigerungen allein den Aktienbesitzern zugute kamen.
Diese Geschäftspolitik, die Studie nennt es Extraktion, war gemessen an den Randbedingungen rational. Finanzmärkte bieten eine kurzfristige, höhere Rendite als Investitionen in den Konzern.
Diese Prozesse verfolgt die Studie anhand der 300 größten europäischen Konzerne in Produktion und Dienstleistung, teilweise wurden Daten von etwa 100 ausgewertet, für die es ununterbrochene Daten in den Jahren gab.
Die Datensätze weisen zT große Schwankungen auf, zB kann man die Finanzkrise, den Brexit und Corona gut erkennen. Aber der Trend ist überzeugend, und ich habe solche Argumentationen auch schon woanders gefunden, allerdings nicht so ausgefeilt. Und viele Studien behandeln die USA.

Eine ähnliche Entwicklung wurde schon früher beginnend auch in den USA beobachtet. Das scheint ein wichtiger Grund zu sein, dass dort die alte industrielle Basis so schwach geworden ist. Die neuen Industrien und Dienstleistungen dort profitieren von Monopolen.

Die Studie zeigt, dass billiges bzw viel Geld keine hinreichende Bedingung für Investitionen ist. Staatliche Förderungen sollten danach an Bedingungen geknüpft werden. Ich denke, dass ein weites Umdenken in wirtschaftlichen Fragen nötig ist.

Europas industrielle Basis krepiert, wenn keine Konsequenzen gezogen werden. Sie ist unter Druck von den USA durch Monopole, von China durch deren Überproduktion, basierend auf breiter Förderung, billigen Krediten, künstlich billigen Arbeitskräften und einer unterbewerteten Währung.

Ich finde, die Studie ist es wert, ganz gelesen zu werden.

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Sehe ich auch so. Es ist immer noch die Sichtweise der libertären Wirtschaftspolitiker, aber auch der CDU, dass man den Reichtum schützen müsste, weil damit ja wieder investiert werden muss. Das ist keinesfalls zwingend, schon gar nicht, dass dies im eigenen Land passiert. Die Frage ist, mit welchen staatlichen Lenkungsmassnahmen komme ich zum Ziel. - Nebenbei ich habe neulich folgende Aussage gelesen: Europa müsste mehr investieren, China mehr konsumieren und die USA mehr sparen.

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Ja, keine hinreichende, aber eine notwendige. Also kein Gegenargument, in dem Sinne wie hier vorgetragen.

Das ist, rein logisch betrachtet, ein Fehlschluss.

Es gibt aber einen anderen Grund, Reichtum zu schützen, den Schutz des Eigentums im Grundgesetz.

Ich habe die Studie nur überflogen, eine der Kernaussagen ist

The European non-financial corporate sector, historically regarded as a net borrower that
absorbs household saving to fund new investment, became a structural
net lender to the rest of the economy after 2009, with net lending reaching
+1.2 percent of EU GDP in 2024 (Figure 9).

Die europäischen Firmen verleihen netto mehr Geld als sie über Kredite aufnehmen. Und wo geht das Geld hin? Vielleicht in Firmen außerhalb Europas, die es besser investieren können als die europäischen?

Das belegt doch nur die Investitionsschwäche der deutschen Unternehmen, die viele Ursachen haben kann. Es belegt aber in keiner Weise die Aussage, dass man auch ohne Kapital investieren könne. Die Zersplitterung der EU-Kapitalmärkte scheint nach wie vor ein Problem zu sein.

ich habe die Studie noch nicht gelesen.
Stattdessen habe ich mir den Spaß gemacht, sie durch die zwei kostenpflichtigen KIs zu jagen, die ich beruflich nutze.

Mein Prompt:

1. bitte erstelle eine maximal 3-seitige zusammenfassung der Studie in deutscher Sprache.
Gib dabei die Kernaussagen vorab als bullet-point-Liste wieder

2. prüfe die Studie und erstelle eine Einschätzung (in deutscher Sprache),

- ob sie auf ausreichenden und korrekten Daten beruht
- ob sie methodisch richtig aufgebaut ist und argumentiert
- ob sie objektiv verfasst ist, oder ob sie einen „bias“ aufweist
- ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Verfasser der Studie bei dem Thema voreingenommen und nicht objektiv sind
- ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Interessen des Auftraggebers European Trade Union Confederation (ETUC) in der Studie über Gebühr berücksichtigt wurden.

3. welche Gegenargumente könnte man gegen die Kernaussagen der Studie vorbringen?
Gibt es andere Untersuchungen zu dem Thema, die zu anderen Ergebnissen kommen?
Wenn ja, benenne sie, fasse sie kurz zusammen und bewerte die Stichhaltigkeit ihrer Argumente.

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Hier das Ergebnis

Gesamtbewertung Legora:

Die empirischen Kerndaten der Studie (steigende Ausschüttungsquoten, sinkende
Nettoinvestitionen, stagnierende Lohnquote) sind weitgehend von unabhängigen Quellen
bestätigt und nicht ernsthaft bestreitbar. Der Dissens betrifft die Kausalinterpretation:
ob Finanzialisierung Ursache oder Symptom ist, ob Corporate-Governance-Reform das
richtige Instrument darstellt, und ob staatliche Konditionierung von Beihilfen die
gewünschten Wirkungen erzeugt. In diesen Punkten ist die Gegenliteratur – insbesondere
aus dem Mainstream der Wirtschaftswissenschaften und aus pragmatisch-
industriepolitischer Perspektive (Draghi) – substanziell und belastbar. Die Studie wäre
überzeugender, wenn sie diese Gegenargumente systematisch einbezöge, statt sie
rhetorisch zu übergehen.

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Gesamtbewertung Copilot

Datenbasis:

solide für einen Policy Brief, aber nicht ausreichend für abschließende Kausalbehauptungen

Methodik:

transparent, aber überwiegend deskriptiv; Gegenhypothesen werden zu schwach geprüft.

Objektivität:

klar normativ und arbeitnehmerorientiert; kein neutraler Forschungsbericht.

Bias:

deutlich im Framing, in der Sprache und in den Empfehlungen; keine erkennbaren Belege für Datenfälschung.

ETUC-Einfluss:

sichtbar und teilweise stark; vor allem bei Fragestellung, Tonalität und politischen Forderungen.

Stichhaltigkeit der Kernaussage:

Die These, dass Kapitalverwendung und Ausschüttungspolitik ein legitimer und wichtiger Teil der europäischen Wettbewerbsdebatte sein müssen, ist überzeugend. Die weitergehende These, dies sei der zentrale oder dominierende Grund für Europas Investitions- und Produktivitätsschwäche, ist nicht hinreichend bewiesen.

Alle Details im pdf
KI Prüfung der Studie Labour Squeezed Investment Stalled 2026-07-17.pdf (389,2 KB)

Reichtum im GG: Da lässt das Verfassungsgericht viel Spielraum, zb ist Vermögenssteuer nicht verfassungswidrig.
Enteignung ist aber nicht das wohin Mazzucato steuert.

Notwendig nicht hinreichend: Sie sieht das Kapital durchaus als notwendigen Bestandteil einer funktionierenden Wirtschaft. Aber es sind gegenüber der Sicht in der klassischen Ökonomie weitere Teile nötig, um die Wirtschaft funktionell zu machen bzw zu erhalten:
Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Rolle des Staates insbesondere in neuen Wirtschaftsfeldern, in denen die Wirtschaft in der Vergangenheit kaum das nötige große Wagniskapital aufgebracht hat, sondern der Staat die Richtung sowie Forschung, Entwicklung und Infrastruktur vorgestreckt hat. Auch Habeck hatte sowas im Hinterkopf.
Auch staatliche Wirtschaftsförderung sollte das beachten. China arbeitet übrigens sehr erfolgreich mit sowas wie diesem Modell.

Das hat niemand behauptet. Mazzucato ist keine Revoluzzerin, sondern hat die klassische Ökonomie weiterentwickelt, wie etliche der modernen Ökonomen.
Das mit dem Verleihen könnte ich jetzt nachlesen, aber ich möchte auch nicht über jedes Stöckchen springen. Es ist aber für die Argumentation gar nicht mal zentral, sondern eine Facette in einem umfassenden Bild, das die Studie liefert.

Ich bin etwas erschlagen von dem KI output.

Nur zwei Punkte, die ich kurz anmerken möchte:
Mazzucato steht nicht außerhalb der klassischen Ökonomie, wie etwas polarisierend dargestellt wird. Ihre Forschung ist anerkannt und hat wichtige Sichtweisen ergänzt, wie andere modernen Ökonomen auch, die genauer nachgesehen haben, unter welchen Voraussetzungen Märkte funktionieren oder eben nicht.

Die Perspektive der Arbeitnehmer ist hoch relevant in unsere Demokratien. Der Weg von einer stakeholder Marktwirtschaft, was die alte soziale Marktwirtschaft ja war, zu einer shareholder Marktwirtschaft ist unumstritten. Manche finden das gut so, aber die Forschung, nicht nur von Mazzucato, zeigt, dass damit ein hoher Preis bezahlt wird. Insofern ist die Einbindung der Belegschaft ein logischer Schritt. Ich sehe sie allerdings nicht als hinreichend an für bessere Unternehmensentscheidungen.

Gegenhypothesen, Richtung der Kausalität: Das ist ein Forschungsbericht, der in andere Forschung mit vielen Studien eingebettet ist. In einem komplexen System Kausalrichtungen festzustellen ist nicht einfach.

Am Ende sind es Menschen, die einen Sinn herstellen, gerade in einem komplexen Forschungsgebiet, das Folgen für die Gesellschaft, Wirtschaft, Staat, Demokratie hat.
Deshalb lese ich so viel.

Die klassische Ökonomie (Adam Smith, David Ricardo, Jean-Baptiste Say, Thomas Malthus, John Stuart Mill – ca. 1776 bis Mitte 19. Jahrhundert) ist heute nicht mehr der Weisheit letzter Schluss.
Aber schon sie kennt mehr Produktionsfaktoren als nur Kapital:

  • Boden (Natur, Rohstoffe)
  • Arbeit (menschliche Arbeitskraft)
  • Kapital (Maschinen, Werkzeuge, angespartes Vermögen)

Auf Nachfrage antwortet Claude (gekürzt):

Ja, die moderne Ökonomie hat das klassische Modell erheblich erweitert. Hier die wichtigsten zusätzlichen Faktoren:

Humankapital
Technologie und Innovation
Arbeitskosten / Lohnstückkosten
Energiekosten und Ressourcenverfügbarkeit
Institutionen
Infrastruktur
Finanzsystem und Kapitalmarktzugang
Demografie
Regulierung und Bürokratie
Regulierung und Bürokratie
Globalisierung und Lieferketten
Nachhaltigkeit / ökologische Faktoren
Konsumentenvertrauen und Erwartungen

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ich habe versucht, es so zu stricken, dass man es auch häppchenweise lesen kann.
Zusammenfassung der Studie
zusammenfassung der 1. KI Abfrage
zusammenfassung der 2. KI Abfrage

ja, „in unseren Demokratien“ schon.
Da sind wir wieder bei der Konkurrenzfähigkeit unserer Demokratie mit weniger demokratischen Regierungungsformen.
Solche Themen sind so vielschichtig, dass ich mich mit auch nur irgendeiner Aussage schwer tue.

das ist die Krux.
Ich glaube gerade bei globalen volkswirtschaftlichen Themen.
Es sind alles Theorien, und in 50 Jahren wissen wir (vielleicht), welche richtig war.
so mein Eindruck.

damit tue ich mich schwer, rein zeitmäßig

Ja, den Eindruck hatte ich auch. Es ist eher, dass KI mir das Gehirn verknotet. Wenn ich es lese, bekomme ich ein so starkes Störgefühl, so dass die Konzentration sofort wegrutscht. :wink:

Das wirkt durchaus nicht immer so bei dir :wink:
Aber ja, das geht mir auch so. Es sind jetzt ein paar Jahre, dass ich versuche, die Sachen besser zu verstehen, seit ich gesehen habe, wie folgenreich es ist. Das fing in den 90ern mit den Ursachen des Klimawandels an, und nach 2007/08 dann Ursachen und Folgen der Finanzkrise etc. Es fehlt Spezialwissen, aber eine Einordnung fällt mir langsam leichter.

Konkurrenzfähigkeit: Ja, das ist ein riesiges Thema gerade für unsere Unternehmen. Man muss aber genau hinschauen, welchen Kampf man aufnehmen will und kann. Lohndumping als race to the bottom sollte jedenfalls keine Option sein, nicht noch einmal.
Demokratie vs Autokratie spielt zwar im Hintergrund eine Rolle, aber die EU hat durchaus die Mittel an der Hand, auf unfaire Handelsbedingungen zu reagieren: Auf China mit der staatlich unterstützten Überproduktion und auf die USA mit ihren Monopolen und dem übermächtigen Finanzmarkt. Die Kommission ist dran.

Die Extraktion, von der die Studie handelt, begann bereits, als Wirtschaft und Exporte noch gut liefen. Es gab Investitionsmöglichkeiten und Investitionsbedarf in der Wirtschaft, es wäre also nicht nötig gewesen, in den Finanzmarkt zu gehen, nur lukrativer. Nachvollziehbar, aber nicht nachhaltig.

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Wenn eine Firma erweitern und investieren will, geht sie an den Finanzmarkt, um Kapital zu bekommen. Das bekommt sie von Investoren, die oft wiederum das Kapital bei vielen, auch kleineren Geldgebern einsammeln.

Wenn eine Firma brummt, Gewinne erwirtschaftet und diese Gewinne nicht auszahlen will, legt sie diese an, z.B. bei Investoren.

Das sind also viele komplexe Kapitalströme die ständig fließen. Wenn die Kapitalströme in das Ausland fließen, ist das erstmal nicht so schlimm, wir leben vom Export, es ist nur recht und billig, wenn Firmen dort investieren und produzieren, wo sie auch verkaufen. Das ist sogar ein Zeichen von Wettbewerbsstärke. So ist es eine ganze Zeit lang zwischen Deutschland und China gelaufen, zum beiderseitigen nutzen.

Es ist auch überhaupt kein Problem, solange wir Vollbeschäftigung haben.

Es wird zum Problem, wenn diese zurückgeht, wenn die Kapitalexporte ein Zeichen für eine strukturelle Investitionsschwäche (Lohnkosten, Energiekosten, Fachkräfte, usw) sind. Wenn also z.B. deutsche Anleger KI-Entwicklung in den USA mitfinanzieren statt sie in Deutschland/EU aufzubauen und wir irgendwann komplett abgehängt sind.

Du beschreibst es richtig, wie es sein könnte, wenn es funktioniert.
Wenn strukturelle Fehlentwicklungen sich mit den Jahren aufbauen, wirken sie häufig wie eine Variation einer funktionierenden Wirtschaft, können aber dramatische Folgen haben. Dass uns das Ganze dann um die Ohren fliegt, haben wir bereits erlebt.
Wenn dann vernünftige Ökonomen vor einer Fehlentwicklung warnen, nehme ich das ernst und versuche zu verstehen, worum es geht.

Heute gelesen: The Crash of 2026 - Robert Reich, und es ist nicht neu, dass der Dow Jones auf einen Crash zuläuft, ausgehend von den Silicon 5.
Wenn europäische Unternehmen ihr Geld dorthin lenken und die Substanz vernachlässigen, ist das nicht gesund.
Die USA haben ihr hohes Defizit, weil die ganze Welt Geld dorthin lenkt (verleiht). Es sieht so aus, dass auch die europäischen Unternehmen das tun, und das ist ein Risiko wie die Finanzkrise 2007.

Gute Idee und Du hast mich dazu stimuliert, die Studie unter Verwendung Deines Prompts durch ChatGPT bewerten zu lassen.
Die Antwort (16 Seiten als Word-Dokument) war üppig und ich bin zu wenig Ökonom, um das alles auf die Schnelle zu verarbeiten.
Deshalb nur die Abschließende Einordnung von ChatGPT:

[quote:]
"Die zentrale Stärke der Studie besteht darin, eine häufig vernachlässigte Frage zu stellen:
Was geschieht eigentlich mit den erheblichen Cashflows großer europäischer Unternehmen?
Ihre Antwort – mehr Ausschüttung, mehr Finanzvermögen, relativ wenig produktive Reinvestition – ist im Kern plausibel und durch zahlreiche Daten gestützt.

Nicht hinreichend belegt sind jedoch die stärkeren Behauptungen:

  1. Finanzialisierung sei die Hauptursache der europäischen Investitionsschwäche.
  2. Ausschüttungen verdrängten systematisch rentable Investitionen.
  3. Lohnzurückhaltung sei weitgehend eine Folge von Shareholder-Value-Strategien.
  4. öffentliche Auflagen und gewerkschaftliche Mitsteuerung würden Kapital zuverlässig produktiver lenken.
  5. Energiepreise, Regulierung, Marktfragmentierung, Technologie- und Unternehmensstruktur seien lediglich vorgeschobene Erklärungen.

Die angemessene Schlussfolgerung wäre deshalb nicht:
Europas Problem sind die Aktionäre, nicht Kosten und Regulierung.
Sondern:
Europas Investitionsschwäche hat mehrere Ursachen. Eine davon kann die kurzfristige Ausschüttungsorientierung großer etablierter Unternehmen sein; daneben sind aber mangelnde Investitionsgelegenheiten, Energiepreise, Marktfragmentierung, regulatorische Unsicherheit, Technologiedefizite und die schwache Skalierung neuer Unternehmen mindestens ebenso ernst zu nehmen.

Die Studie trifft somit einen realen wunden Punkt, erklärt ihn aber kurzerhand zum gesamten Krankheitsbild. Das ist als gewerkschaftspolitische Intervention wirkungsvoll – als wissenschaftliche Gesamtdiagnose hingegen deutlich zu selbstgewiss." [end quote]

Ich finde da etliche Parallelen zu den anderen KI-Bewertungen.
Man müsste hierzu eigentlich ein online-Seminar unter Anleitung eines gelernten Ökonomen durchführen.

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vielleicht müsste so der schulunterricht aussehen. 3 gruppen bearbeiten eine komplexe thematik mit jeweils einer anderen KI, und dann werden die ergebnisse verglichen, geprüft und bewertet.
dabei lernt man was über die jeweilige sache, und über den umgang mit und die grenzen der KI.
und nicht alles zu glauben was irgendwo im netz steht

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kostenlose version?

Im Prinzip ja - aber bisher too little and too late
Die EU hat doch über Jahrzehnte unter Wirtschaftspolitik immer nur Wettbewerbspolitik verstanden (Kartellrecht, offene Ausschreibungen, Beihilfenkontrolle, diskrim.-freie Marktzugänge, freier Kapitalverkehr).
Industriestrategie gab es kaum.
Dabei hat man doch mit Airbus ein Beispiel, wie es gehen kann, ein global erfolgreiches europäisches Unternehmen aufzubauen.

Die USA profitieren ja nicht nur von der Stärke der Kapitalmärkte, sondern auch davon, dass vieles, was dort im high tech-Bereich zur Marktdominanz führte auf staatlich finanzierten Programmen beruht. Das lief dort nur nicht unter 'Industriepolitik, sondern erwuchs u.a. aus Rüstungs- und Weltraumforschung, NIH-Finanzierung (Biotech) und anderen staatlichen Programmen. Es gäbe Silicon Valley in dieser Form nicht ohne ganz viel Steuergeld in frühen Jahren).
Z.B. mit Bidens ‚Inflation Reduction Act‘ (eigentlich ein irreführender Titel) wurde ganz viel Geld in innovative Bereiche geleitet.

Und die EU: keine Solarindustrie mehr, Batterietechnik abgehängt, Halbleitertechnik ohne europäische Wertschöpfungskette, labile Lieferketten … von KI ganz zu schweigen.
Die Lobby der Autoindustrie verhinderte wirksame Zollmaßnahmen der EU gegen chinesisches Dumping aus Angst um die eigenen Pfründe (was ihnen langfristig bekanntlich auch nicht geholfen hat).
Wir haben eine Mischung aus Markt- und Staatsversagen (zugespitzt gesagt).

Die gewerkschaftlich inspirierte Mazzucato-Studie hat natürlich ihre Berechtigung, weil sie dagegen argumentiert, hohe Arbeitskosten ständig als Innovationsbremse zu denunzieren und weitet den Blick auf andere Ursachen.

Und jetzt kommen wir Grüne auch noch ‚um die Ecke‘ mit Post-Wachstums-Ökonomie, Energiewende, Degrowth, EU Green Deal, Sustainability (bitte keine schmutzigen geologischen Explorationen für Rohstoffe bei uns) und immer wieder erkennbarer Technologie-‚Skepsis‘ (freundlich gesagt, ich habe dabei immer die grüne Gentechnikphobie vor Augen).
Die fetten Jahre sind vorbei, der Osten versumpft im Rechtspopulismus und die staatlichen Ressourcen reichen nicht mehr aus, durch Wohltaten die schlechte Stimmung und miese Gesinnung mit Geld ‚zuzuscheißen‘.

Das soll keine Nestbeschmutzung und keine Warnung vor der Apokalypse sein, ich will nur unterstreichen, unter welchen Bedingungen heute Grüne Politik betrieben werden muss… und ich nicht weiß, mit welchen Verbündeten das klappen könnte.

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dachte ich mir.
Das Ergebnis war zu gut

Du irrst. Das ist keineswegs zugespitzt.