Letzte Generation - "Kriminelle Vereinigung"?

Du unterstellst, dass die Menschheit ihr Handeln rational davon abhängig macht, wie schlimm die Lage objektiv ist. Ich kann das in der Realität nicht erkennen.
Die Leute tun mehrheitlich, was sie tun wollen und immer schon getan haben, egal was irgendein Latif berechnet. Wäre es anders, wäre der Zustand des Klimas anders.

Ja, das wird passieren.
Der Unterschied ist (hoffentlich), dass wir nicht aus Panik unsinnige Dinge tun, sondern uns so gut es geht auf die unvermeidbare Katastrophe vorbereiten.
Dazu gehört auch, dass wir unsere Wirtschaft nicht unnötig durch Klimaauflagen schädigen, die wenig bringen, aber viel kosten. Das Geld ist vielleicht sinnvoller in Krisenvorsorge investiert (Hitzeschutz, Hochwasserschutz, Evakuierungspläne, Notfallvorräte etc.).
Egal, was wir tun, wir müssen als Staat wirtschaftlich leistungsfähig bleiben, sonst können wir mit keiner Krise mehr fertig werden. Insb. dann, wenn wir erkennen sollten, dass wir durch unser Handeln die Erderwärmung nicht beeinflussen, weil global keiner mitzieht.

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Donnerwetter, es gibt jemanden, der den Menschen noch negativer einschätzt als ich :wink:
Aber Spaß beiseite …

Ja, in der Tat, ich unterstelle durchaus, dass die Menschheit/der einzelne Mensch sein Handeln schon (rational?!) daran orientiert „wie schlimm die Lage ist“.
Wobei ich das „ist“ eher ersetzen würde durch „einschätzt“.
Zum einen, da es Objektivität in diesem Fall wahrscheinlich gar nicht gibt (was für den einen eine Katastrophe ist, ist für den anderen nur ein Kolateralschaden)
Zum anderen, da diese Beurteilung von der Wahl der Parameter und der zeitlichen Entwicklung abhängt.
So ist die Nachbarschaftshilfe in den vom aktuellen Hochwasser bedrohten/bereits betroffenen Gebieten deutlich gestiegen - warum wohl? - weil Einigkeit über die Krise herrscht und klar ist, dass der einzelne damit schlechter zurechtkommt als die Gemeinschaft - das erfüllt durchaus rationale Kriterien.
Nun hat der Homo sapiens leider ein Problem damit, zeitlich langfristige Änderungen realistisch einzuschätzen - und er hat ein Problem damit, Menschenmengen jenseits seines kleinen gallischen Dorfes zu überblicken - so sind die Verhungernden in Afrika nur Kolaterlschäden, während das für die vor Ort betroffenen eine Katastrophe ist - und es fehlt an der langfristigen Vorstellungen, dass bei Klimaerwärmumng um 5° es uns genauso ergehen wird (oder zumindest wahrscheinlich könnte).

So wie Du das darstellst, ist es völlig unsinnig, Maßnahmen zu ergreifen, die aufgrund zu geringer globaler Akzeptanz viel zu kurz greifen, um tatsächlich problembeseitigend wirken zu können - aber warum ist dann die investition in den Hochwasserschutz, Evakuierungspläne, etc. wirklich die „sinnvollere“ Investition?
Denn diese sind ebenfalls bereits extrem teuer - und verschieben die - nach Deinen eigenen Worten ohnehin unvermeidbare - Katastrophe nur um ein paar Jahre.
Hier kommt nun die Letzte Generation daher, die - wenn auch mit für mich inakzeptablen Aktionen - auf diesen Widerspruch hinweist, dass es dabei nur um eine Verschiebung und nicht um eine Verhinderung geht - Verschiebung zu lasten Dritter (nämlich der nächsten Generation(en) - ist die Forderung nach dem Verursacherprinzip da nicht (auch rational) begründbar?
Unsere Investition in Dammerhöhungen hat etwas von unverantwortlich Handeln im Sinne von „die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ oder auch „Hauptsache, meine Schäfchen sind noch im Trockenen“ (zugegeben etwas polemisch)

die Menschheit wird die Klimaveränderung überleben, wie auch immer. Nicht alle und nicht alle gleich „angenehm“, aber irgendwer wird übrig bleiben.
Ich wünsche mir, dass meine Kinder und weiteren Nachfahren zu den Überlebenden gehören, und dass es für sie halbwegs erträglich wird. Deswegen finde ich Katastrophenvorsorge sinnvoll.

Da wir die Erwärmung nicht verhindern können, würde ich es halt mit Notfallvorsorge und Adaptionsmaßnahmen versuchen.
Werden sehen, ob es dafür reicht.
wenn Du einen besseren Vorschlag hast, immer raus damit.
kollektiver Massenselbstmord?

wieso soll das unverantwortlich sein?
Dieses Schiff kann niemand verlassen (außer dem Vergangenheitsvisionär natürlich).
Meine Schäfchen sind eh im Trockenen, ich bin alt genug.
Ist doch nur die Frage, wofür ich/wir unser Geld ausgeben.
Ich will nicht alles Geld in Maßnahmen investieren, die nix bringen, weil außer uns niemand mitzieht, und dann kein Geld mehr haben für Notfallpläne.
Wobei ich damit nicht den Umstieg auf EE meine, das wird sich rechnen („nur“ das Speicherproblem müssen wir noch lösen). Das Abschalten der AKW finde ich schon zweifelhafter. Wasserstoff kann ich nicht beurteilen.
Abschaffung Agrardieselförderung? Unklar, weiß nicht, ob es für die Anwendung (schon) Alternativen gibt. Elektro-Traktoren scheinen nicht die Lösung zu sein.
So muss man das halt nüchtern durchgehen und darauf sehen, dass die Energiepreise bei uns nicht so hoch werden, dass die Wirtschaft verreckt oder auswandert.

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Auch wenn ich Deine These nicht uneingeschränkt teile (ich habe nicht so viel Vertrauen - weder in die Anpassungsfähigkeit des Menschen - noch an die Fähigkeit, die Erde weiterhin hinreichend an sich selbst anzupassen)
Aber egal - selbst wenn Du recht hättest - es sollten dann doch die mit den von Dir genannten Maßnahmen beglückt werden, die aktuell mittelfristig die besten Überlebenschancen haben - und nicht die, die uns emotional am nächsten stehen - sonst könnte sich auch das als eine teure „Fehlinvestition“ erweisen.

Ich trenne hier sehr zwischen einem politischen und einem persönlichen Ziel - ich finde es politisch in einer globalisierten Welt nicht mehr angemessen, mit nicht mehr angemessenen (steinzeitlichen) Empathien zu arbeiten - da wir für den Isländer genauso wenig Empathie haben wie für den Afrikaner oder Asiaten, werden wir auf dieser Ebene immer „Germany first“ empfinden (und - wie Du sagst - eher an unsere eigenen Kinder denken).
Dieses Denken hat sich aber seit längerem bereits als Teil des politischen Problems erwiesen - ergo gälte es genau, diesem politischen Ansatz eine Alternative entgegen zu halten.
Sonst könnten wir uns das Aufbegehren gegen „America first“ sparen, wenn wir bei nächsten Gelegenheit „we first“ praktizieren (womit wir wieder beim Messen mit 2erlei Maß wären :frowning:

welche denn? schlag mal was vor?

wer ist das? m.E. sind das die Bewohner der gemäßigten Zonen, zB Mitteleuropa.
Oder??

das finde ich sehr akademisch gedacht.
Darf ich nicht mehr für meine Kinder vorsorgen, sondern muss ich jetzt nach objektiven Kriterien weltweit suchen, wen ich mit meinem Geld unterstütze (oder wem ich mein Vermögen vererbe?)?
Weil ich sonst mit zweierlei Maß messe?!?!?
Ehrlich gesagt finde ich den Gedanken oder Vorwurf völlig absurd.
Wenn das „Mit-zweierlei-Maß-messen“ ist, dann kann ich damit gut leben.

Hast Du Kinder? Behandelst Du die genauso wie alle anderen wildfremden Menschen?
Weil Du sonst mit zweierlei Maß misst??
Und Deine Frau? Schenkst Du der nix zu Weihnachten weil Du ja auch anderen Frauen nichts schenkst?

Du konstruierst ein moralisches Scheinproblem, bietest aber keine Lösung dafür an.

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Ich dachte, das wäre - zumindest auf „regionaler“ Ebene - die u.a. Idee von Steuern - dass eben nicht die, die es können, im „sozialdarwinistischen“ Sinne nur für ihre direkten Nachkommen vor- bzw. nachsorgen, sondern die Gemeinschaft dort unterstützen, wo diese am stärksten gefährdet ist - egal, ob nun dafür an der Küste die Deiche erhöht werden oder in den Alpen die Talsperren…
Schutz also von allen in der Gemeinschaft für alle in der Gemeinschaft gemäß ihrer Leistungsfähigkeit - natürlich - an dieser Stelle waren wir schon einmal -, ist dieser Gedanke auf ein „Mindestmaß“ zu beschränken - aber zum einen ist der Kreis der „Gemeinschaft“ in den letzten 200 Jahren spürbar größer geworden (von der Dorfgemeinschaft bis zur Globalisierung) - zum anderen haben die überwiegend menschengemachten Notlagen, die es zu überbrücken gilt, ebenfalls in den letzten Jahrzehnten deutlich zugelegt, so dass aus diesem Gedanken entweder folgt , dass „wir es eben nicht mehr schaffen“ (Gegenteil von Mekelschem Zitat) - oder dass die Anstrengungen derer, die vorher noch deutlich mehr für sich und ihre eigene Community zurücklegen konnten (neben dem Gemeinwohl), eben nun weniger für sich selber haben - das ist es doch konzeptionell, was wir mit den Schlagworten „Reichesteuer“ etc. bestimmten Gesellschaftsschichten abverlangen wollen - auch hier befremdet es doch, wenn dies ausgerechnet bei uns plötzlich nicht mehr gelten sollte…
Denn wer will die Grenze ziehen zwischen dem, der nun „wirklich genug hat, um in Krisenzeiten noch mehr abgeben zu können“, und dem der „berechtigterweise noch genug übrig haben muss, um für die eigene Community genug zurücklegen zu können“ - das ist nun wirklich nur noch eine Frage der Perspektive, die in der persönlichen Perspektive meist ziemlich klar ist (alle die mehr haben als ich, haben genug, um was abzugeben) - im politischen sollte man doch dafür andere Maßstäbe entwickeln, die weniger die eigene Lage (oder die der eigenen Klientel) berücksichtigt, als vielmehr die Mittel, die notwendig sind, um z.B. das Existenzminimum (gemäß Rechtssprechung) zu sichern.

  1. Ich habe 2 Kinder

  2. Das mit dem 2erlei-Mass-Messen ist immer ein heißes Diskussionsthema bei uns (besser ist es, zu spenden, als sich überflüssigen Krimskrams - insbesondere zu Weihnachten - zu schenken - wir schenken (um diese Frage gleich mit zu beantworten) uns daher nichts sondern spenden diese Beträge

  3. da ich genetisch ebenfalls auf die eigene Familie festgelegt bin, werde ich als Familienvater und Ehemann dann doch nicht ganz drum herum kommen, selektiv die eigenen Nachkommen einseitig stärker zu fördern - politisch gilt es aber, dies intellektuell zu vermeiden, weil wir aus unserem Provinzdenken wirklich nicht mehr heraus kommen, und die globalen Herausforderungen gar nicht mehr in den Griff bekommen werden.

Daher werde ich politisch z.B. für die Verbesserung des staatlichen Schulwesens stimmen und mich einsetzen - auch, wenn ich private "Elite-"Schulen für meine Kinder vielleicht viel besser fände…

dieser Text wird nicht durch einen Punkt unterbrochen.
Ich verstehe diesen Satz nicht. Es wäre für mich leichter, wenn Du das in 5 oder 10 kürzeren Sätzen sagen würdest. Ich kann darauf mangels Verständnis nicht sinnvoll antworten.

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eben. Und das mit Trumps unreflektiertem, rein populistisch verwendeten „America First“ gleichzusetzen, finde ich völlig daneben.

was bedeutet das? welche Maßstäbe wofür?
auf welche Ebene beziehst Du das? auf die persönliche? die Landes- oder Bundesebene? Oder die globale Ebene?
Das macht nämlich einen großen Unterschied.
Du sprichst von (höheren) Steuern, ich vom Vererben von Vermögen.
Das ist nicht derselbe Mechanismus, beides schließt sich nicht aus.
Ich kann höhere Steuern gutheißen und trotzdem was vererben.

Steuern zahle ich aber nur in D.
Also fällt die globale Ebene mehr oder weniger weg.
Ich wäre auch nicht bereit, große Teile meines Geldes an einen anderen Staat zu überweisen, weil irgendwer meint, der hat es nötiger. Soviel Vaterlandsliebe, Patriotismus, Verbundenheit mit meinen Mitbürgern (und gesunden Menschenverstand) möchte ich mir erhalten.

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Wenn man sich die Entwicklung von der ursprünglichen „Herde“ Großfamilie über die ersten dörflichen Strukturen, die kleinen Herzogtümer, dann die „Länder“ wie Bayern, Sachsen, etc. Bis hin zur derzeitig „grössten“ Struktur (Deutschland) im Verbund mit anderen (europäischen) Ländern ansieht, so wäre der nächste konsequente Schritt vom Staatenbund zum Bundesstaat (wie wir sie im 19 Jhd. In Deutschland erlebt haben), dann der „Bundesstaat“ Europa.
Dein „deutscher“ Patriotismus müsste dann einem „europäischem“ Patriotismus weichen - ebenso wie vorher der bayerische "Lokal"patriotismus dem deutschen Patriotismus weichen musste…
Das „neue Vaterland“ hieße dann eben Europa.
Warum sollte das nicht möglich sein, wo der vorherige Sprung von Bayern (und natürlich aller anderen aktuellen Bundesländer) auch geklappt hat.
Unsere Steuern fließen doch jetzt bereits zu einem nicht unwesentlichen Teil in andere europäische Staaten…
Die „Unvorstellbarkeit“ dieser „Patriotismusgrenze“ teilen wir heute mit den Einwohnern Europas vor ca. 200 Jahren - trotzdem gibt es heute Deutschland.
Was spricht also dagegen, diesen Sprung hin zum Mutterland Europa nicht heute schon zu forcieren - die Sprache kann es nicht sein - ein Plattdeutscher aus Norddeutschland kann sich genauso wenig mit einem Niederbayern verständigen wie der Engländer mit dem Franzosen.
Die Kultur - ist aus meiner Sicht ebenso ein nur schwaches Argument - es ist vielmehr - wenn wir ehrlich sind - doch eher das „es war schon immer so, und wird nie anders sein“, wobei sich genau dies über die letzten Jahrhunderte immer wieder als falsch erwies.
Ein zweites Argument könnte vielleicht noch sein, dass die Vorteile nicht so auf der Hand liegen, um den steinzeitlichen Lokalpatriotismus Einhalt zu gebieten - das ist aber eine Frage der Werbung/Gewohnheit - immerhin haben wir uns bereits auf viele politische Vorgaben aus Brüssel schon gewöhnt…

Was bleibt da noch von Deiner Vaterlandsliebe/Patriotismus etc. übrig - sicher nicht der gesunde Menschenverstand…

Es mag in Teilen der Bevölkerung vielleicht noch das „gesunde Volksempfinden“ sein - mit diesem haben wir in der Vergangenheit - und nicht nur als Deutsche - schon mehrmals schlechte Erfahrungen gemacht…

Doch, auf Hochdeutsch. Beide lesen die gleichen Zeitungen, sehen die gleiche Tagesschau. Das verbindet.

Abgesehen davon, fände ich eine gemeinsame, europäische Außen- und Verteidugungspolitik sehr sinnvoll.

Sollten wir Südtirol vielleicht doch wieder heim ins Reich holen, so ganz sprachsolidarisch? :stuck_out_tongue:

Mach dir mal den Spaß zu recherchieren, wieviele deiner Steuereuros schon (über den EU-Haushalt) nach Athen geflossen sind. Der Ouzo geht aufs Haus :wink:

Nein, darum ging es wirklich nicht. Wie kommst Du auf die blöde Idee?

Es ging um gemeinsames Nationalgefühl, was sich laut dir über gemeinsame Sprache bildet. Diese Gemeinsamkeit haben die meisten Südtiroler eher mit Berlinern als mit Römern. Und was hält eigentlich Schweizer oder Belgier zusammen? Ok letztere wohl aktuell wirklich nicht mehr viel, aber das ist ein anderes Thema.

wenn Du klarer reden würdest, könnte man Dir auch klarer antworten.
Ich habe ja extra gefragt, auf welche Ebene Du das beziehst mit dem Verteilen nach anderen Maßstäben (welche das sind, hast Du nach wie vor nicht gesagt).

Du hast davon gesprochen, dass in Sachen Klimawandel diejenigen durch

Ich glaube nicht, dass Du da von anderen EU-Ländern gesprochen hast, sondern von Ländern, die deutlich näher am Äquator liegen (aber ich weiß es nicht, es ist unklar).

auch das hat nichts mit der EU zu tun.

Jetzt tust Du so, als ob Du von Europa gesprochen hättest. Ich halte das für eine Ausrede.
Aber nun gut.
Mit Europa und europäischem Patriotismus habe ich überhaupt kein Problem, im Gegenteil (abgesehen von Gestalten wie Orban, der ja leider auch dazu gehört).
Wir haben nur in der EU eine Zukunft, und die EU wird hoffentlich zu einer wirklichen europäischen Identität und einem echten europäischen Patriotismus führen (heute ist das ja alles noch etwas schwach ausgebildet).

Dass Deutschland einen Teil seines Geldes an die EU abtritt und sie mitfinanziert, steht doch nicht zur Debatte, das ist eine Selbstverständlichkeit. Alles andere würde bedeuten, die EU abzuschaffen, und ich hoffe, das Du mir derartige Absichten nicht unterstellt hast.
Ich dachte bei meiner Antwort an Nicht-EU-Staaten.

Außerdem ist es trotz EU doch nach wie vor so, dass ich Steuern nur an und in D zahle (vielleicht abgesehen von ein paar EUR, die ich aufgrund irgendeines Doppelbesteuerungsabkommens in die USA oder sonstwohin zahle für Wertpapiererträge).
Also, um das nochmal klarzustellen: die EU war nicht gemeint.

Was DU wirklich gemeint hast, ist mir aber nach wie vor nicht klar.

Ich wiederhole mich: es wäre wirklich hilfreich, wenn Du klarer sagen könntest, was Du eigentlich sagen willst.

s.o.

Naja, wenn man den Gedanken konsequent zu Ende denkt, dann landet man - zumindest derzeit - als Heimatgefühl bei der Erde als Ganzes - die Identifikation als Weltbürger - der Patriotismus bestenfalls noch als Abgrenzung gegenüber Ausserirdischen - und dann sind wir eben doch bei der Frage, wie eine globale Verteilung dann aussehen könnte - wenn wir erstmal so weit sind, zahlst Du dann eben doch - zumindest einige - Steuern nicht in (oder für) die (Provinzstruktur Europa)…

Da sehe ich für uns auch „für längere Zeit“ noch keine Chance - einmal, weil die wirtschaftlichen Unterschiede zu groß sind (die Wiedervereinigung ist da völlig lächerlich) - aber schon auch, weil die Fähigkeit, die schon länger nicht mehr zeitgemäße Identifikation mit einer lokalen Struktur (Wirtschaft und Soziales laufen hier schon lange weit ausseinander) zu überwinden, nicht in dem Maße vorhanden sind - wir handeln global (z.B. bei der Umweltzerstörung), und denken lösungsorientert konkurrierend lokal (wie können wir uns lokal retten, wo alles andere der Zerstörung ausgesetzt ist?) - und wundern uns dann, wenn sie alle flüchtend zu uns strömen, oder irgendwann einfach keine Meeresecke mehr übrig bleibt, wo man noch Fische fangen könnte, weil die Dezimierung global so „erfolgreich“ ist, dass nichts - aber auch gar nichts mehr übrig bleibt.
Und dann lehnen wir uns auch noch rel. behaglich zurück, und ergehen uns in der - unbegründeten?! - Feststellung, dass es zwar für Nachfolgegenerationen „echt hart“ wird, aber die Menschheit schon nicht ebenfalls aussterben wird, und es im übrigen aber im Sinne augenblicklicher Sozialverträglichkeit noch möglichst kein Verzicht zu üben sei - derweil basteln wir aber auch noch an noch effektiveren Massenvernichtungswaffen bis rauf zur nuklearen Globalzerstörung (Stichwort Verstrahlung in „der langen Nacht danach“).
Nur weil uns unser Lokal-Patriotismus uns unreflektiert - und eigentlich gegen die Vernunft - dazu auffordert…

Und dann gibt es da junge Leute, die - wenn auch mit etwas unpassenden Mitteln - eine bessere Lastenverteilung fordern, die sogar in Deutschland höchstrichterlich bestätigt wurde.
Neben den regionalen Engagement in Form von Klimaklebern begehren auch zunehmend die Länder des globalen Südens zunehmend auf - allerdings ebenfalls mit untauglichen Mitteln, da sie primär gar nicht unbedingt im Sinn haben, global weniger Zerstörung anzurichten, sondern einen Ausgleich dahingehend fordern, ähnliche Komfortzonen bei ihnen aufzubauen - weil es angeblich alles nur „eine Frage der Verteilung“ ist.

Die Frage ist nun, ob es durch reine Verteilung tatsächlich möglich ist, z.B. den südamerikanischen Regenwald komplett zu erhalten, und trotzdem dort ein ähnlich behagliches Leben für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hinzubekommen - ich persönlich halte das - abgesehen davon, dass das weit entfernt von einem globalen Konsens ist - auch rein technisch für illusorisch.

Aber zumindest ist für mich ganz klar, dass ein wie auch immer gearteter Lokalpatriotismus - so sehr auch als tief verwurzeltes Gefühl nachvollziehbar ist - kein rational begründetes Argument sein kann

Hier ist die Lösung:

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Ja, WENN.
und wenn man Gedanken mit Gefühl gleichsetzt.
Ich kann nicht erkennen, dass auch nur eine nennenswerte Minderheit der Weltbevölkerung dieses globale Bewusstsein und Heimatgefühl hat, und dass Patriotismus nur noch dazu dient, uns von ET und seinen Freunden abzugrenzen.

Du redest von einem Zustand, der vielleicht irgendwann mal eintritt, aber nicht von den Menschen und der Welt, wie sie jetzt sind.
Dieses Idealkonstrukt stellst Du über die Wirklichkeit und willst Argumente, die dem widersprechen, nicht mehr akzeptieren.

Kann man machen, hilft aber bei der Lösung der aktuellen Probleme nicht weiter.
Das Ignorieren der Fakten taugt nicht als Grundlage zur Änderung der Fakten.

Auf absehbare Zeit wird die Menschheit ganz überwiegend in „lokalen Strukturen“ denken, wie Du das nennst. Stadt, Landkreis, Bundesland, Staat, Europa (selbst Europa bedeutet für Dich ja nur „Provinzstruktur“).
Das kann man bedauern, ist aber als Tatsache erstmal hinzunehmen.
Wir haben ja seit einigen Jahren sogar eine globale Entwicklung, die eher den Nationalstaat wieder in den Vordergrund stellt (die ganzen rechten Politikströmungen, Trump, Orban, AfD, usw usw). Von daher entfernen wir uns tendenziell weiter von Deinem Idealbild.

Was das mit dem Schicksal der Nachfolgegenerationen zu tun hat, dem Verzicht, dem Aussterben der Menschheit und den Massenvernichtungswaffen, ist mir nicht so recht verständlich.

Das ist klassisch für Dich: Du bringst im 1. Halbsatz ein Argument und widerlegst es im 2. Halbsatz.
Der Süden begehrt auf, aber er will es auch nicht besser machen als wir sondern genauso.
Schon das zeigt, wie wenig tragfähig das Gerede von einer Art „globalem Bewusstsein“ ist.
Es macht keinen Unterschied, ob ich durch die deutsche Brille gucke oder die nigerianische:
beide Brillen zeigen mir dieselben Wünsche und Ziele.
Die Vorstellung, dass anderswo auf der Welt die besseren Menschen wohnen, auf die wir hören sollten, ist Teil der naiven grünen Traumwelt.
Ich wette eine Menge Geld darauf, dass die Arschlochquote in jeder Gesellschaft auf diesem Globus in etwa gleich ist.

Zusammengefasst sagt Du eigentlich, dass Du mit dem Zustand und dem Verhalten der Menschheit auf dieser Erde unzufrieden bist und ihn ablehnst, und dass Du insb. jeglichen „Lokalpatriotismus“ ablehnst (obwohl er global überall anzutreffen ist).
Was daraus folgern soll, sagst Du aber nicht.

Was passiert wenn man Probleme mit ungeeigneten Lösungsansätzen versucht zu ändern? Bestenfalls gar nichts (das Problem besteht weiterhin) - schlimmstenfalls verschlimmert man das Problem dramatisch - wenn wir also unsere globalen Problem versuchen mit lokalen Ansätzen zu lösen, landen wir entweder bei "bringt doch nichts, weil wir nur (CO2) für 2% verantwortlich sind - also im Prinzip „weiter so“ bis wir am Ende bei 5° landen - womit wir das Problem dramatisch verschlimmern - und da wir die Klimaflüchlinge in ihrer Verzweiflung auch noch in Heerscharen zurückweisen (wollen), werden diese sich irgendwann mit Gewalt einen Weg nach Europa bahnen, womit wir aus einem mindestens 2 (wenn nicht mehr) Probleme gemacht haben…
Da übrigens auch ich der Meinung bin, dass es dafür eben keine Lösung gibt - schon gar keine „reine Verteilungslösung“ - sollten wir uns neben den Milliarden für den Hochwasserschutz (steigende Meeresspiegel, vermehrte Starkregenfälle) und andere Umweltkatastrophen auch gegen die Verteilungskriege - ebenfalls mit Milliarden - wappnen - wohl wissend, dass es am Ende wahrscheinlich doch auf ein grausames Hauen und Stechen - notfalls mit Nuklearwaffen - hinausläuft - wenn zudem die Wahrscheinlichkeit dafür alles andere als zu vernachlässigen ist, haben wir darüber hinaus im Rahmen der Ehrlichkeit aber auch der Aufklärung die verdammte Pflicht, dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch - und auch in der gebotenen Dramatik - publik zu machen…
Das steht im krassen Widerspruch zur offiziellen Weichspültaktik der Partei - aber auch durchaus konträr zu „optimistischen, rein technischen“ Lösungen, die hier immer wieder einen breiten Raum einnehmen uns suggerieren, damit bekäme man die Kuh schon irgendwie vom Eis…
Es ist damit nicht falsch, diese Dinge zu tun bzw. auf den Weg zubringen - aber eben nicht mit diesem Optimismus, sondern eher mit dem Unterton, es zumindest zu versuchen - auch wenn’s wahrscheinlich nicht mehr reichen wird…

Ja.

Und noch mal ja.

Wir sollten trotzdem diese „technischen“ Lösungen versuchen. Es gibt überall auf der Welt auch Menschen, die global denken. Und es gibt neben dem Verteilungskampf auch durchaus Ansätze, die globalen Probleme durch globale Kooperation zu lösen. Ich habe da die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben.

Wir müssen uns aber auch dafür vorbereiten, dass es nicht funktioniert.

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Nach der Teilnahme an Sitzblockaden ist ein 65-jähriger Aktivist der Klimagruppe Letzte Generation in Berlin zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Jahr und zehn Monate Gefängnis ergingen gegen den Mann am Amtsgericht Tiergarten, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Er habe sich der Nötigung, versuchten Nötigung und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig gemacht.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Im Prozess ging es um Straßenblockaden, an denen sich der 65-Jährige beteiligt und laut Angaben der Sprecherin teils auch an die Fahrbahn geklebt hatte. Insgesamt seien 40 Fälle abgeurteilt worden.

Erst im Juli war eine Klimaaktivistin nach Farbattacken und Straßenblockaden in Berlin zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden.

https://www.upday.com/de/65-jaehriger-klimaaktivist-muss-fuer-knapp-zwei-jahre-in-haft?utm_source=upday&utm_medium=referral

https://www.upday.com/de/letzte-generation-klebt-wieder-was-ist-aus-den-ermittlungen-geworden

Straftaten als Hauptzweck?

Dafür müsste unter anderem nachgewiesen werden, dass der Zweck oder die Tätigkeit der Letzten Generation auf die Begehung von Straftaten gerichtet ist, die mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden können. Dazu gehört zum Beispiel auch Nötigung – einer der Hauptvorwürfe bei deren umstrittenen und inzwischen eingestellten Straßenblockaden.