‚Schuld‘ ist hier eine untaugliche Kategorie… es geht doch um den gesellsch. Kontext: wer hat ‚Handlungs- und Gestaltungsmacht‘ bzw. alle nötigen ‚Freiheitsgrade‘ in der Gestaltung seines Lebens: der zur Mobilität gezwungene Arbeitnehmer, der zu bestimmten Heizmodalitäten gezwungene Mieter?
(hier reden hier ja von der größten Bevölkerungsgruppe).
In solchen systemischen Kontexten sind die Ölkonzerne sicher nicht als Handlanger zu exkulpieren.
Von wem werden die denn gezwungen? Würden die freiwillig lieber frieren und 20 km mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren? Und wer zwingt sie 3 Mal im Jahr in den Urlaub zu fliegen? Für eine Wochenden nach Malle oder zum Shopping nach London?
Bitte komme nicht mit dem alt-linken Mythos für alles sei die Industrie und der böse Kapitalismus verantwortlich.
Mir geht es nicht um den Begriff, sondern um die Frage, wem die CO2-Emissionen verantwortlich zuzuordnen sind.
Ich hab vor ein paar Tagen mehrere videos aus vielen Ländern zu LG et.al. Protesten gesehen. Selten mit Körperverletzung, meistens nur Wegschleifen von der Straße. Das ist offenbar nicht strafbar, oder?
Das Problem dabei: Nach dem Wegschleifen stehen die auf und setzen sich wieder auf die Straße. @lawandorder : wenn man die mit Kabelbindern am nächsten Laternenmast festbindet, was für eine Straftat ist das dann? Freiheitsberaubung? Wenn sich andere aus der Gruppe mittels Kleber selbst die Freiheit nehmen, wäre das doch angemessen
Gezwungen werden sie natürlich nicht, aber es wird ihnen von der Mehrheit der Gesellschaft suggeriert, dass sie schön blöd sind, wenn sie es nicht tun.
Wenn die „Letzte Generation“ da ein Umdenken anregen könnte, hätte sie aus meiner Sicht einen wichtigen Beitrag geleistet. Die Frage ist aber, ob es ihnen gelingt.
Wer sagt: „Ich fahre lieber nicht die 20 km jeden Tag zur Arbeit sondern bleibe lieber zu Hause im Kalten sitzen, um möglichst wenig CO2 zu produzieren“ ist ein…Held?
nein, das nennt man faule Ausreden, Opferhaltung und Veranwortungsverschiebung.
Wenn die Mehrheit sich selber irgendwas suggeriert (was ich als solches schon bestreite), dann kann sie sich nicht nachher darauf berufen, dass sie Opfer ihrer eigenen Suggestion geworden ist.
eben.
Niemand zwingt mich zum Flug nach Mallorca.
und sich dann damit zu entschuldigen „machen alle so“, „wird doch immer suggeriert“ ist eine Ausrede. Wer da hin fliegt, der soll dazu stehen, dass es seine Entscheidung als erwachsener Mensch ist, in Kenntnis aller möglichen Folgen.
Das ist kein Sarkasmus, sondern eine Mitteilung meiner Beobachtung:
Die Leute wollen ein wertvolles Mitglied dieser Gesellschat sein und Lob und Anerkennung bekommen.
Dazu gehört aktuell, regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, die tollsten Urlaubsreisen in Social Media zu präsentieren und eine große warme Wohnung.
Die „Letzte Generation“ versucht, andere Wertmaßstäbe zu setzen, weiß aber offensichtlich noch nicht genau, welche.
Diese Ansätze von dir fand ich zum Beispiel schon mal richtig gut.
Ein deutscher Youtuber der in Panama lebt erzählt von aktuellen Straßenblockaden.
Hier protestiert zwar jetzt nicht die letzte Generation sondern der gemeine Bürger der im Stich gelassen wird, einige von ihnen drei Monate lang kein Wasser haben.
Hört mal rein es gibt ein paar interessante Fakten.
Razzien gegen Mitglieder der Letzten Generation sind rechtmäßig, da es sich bei der Klimagruppe um eine kriminelle Vereinigung handelt. Das entscheidet jetzt das Landgericht München. Damit weist das Gericht Klagen mehrerer Aktivisten der Gruppe zurück.
Das Landgericht München I hat in einer rechtskräftigen Entscheidung die Klimaschutzgruppe Letzte Generation als kriminelle Vereinigung eingestuft. Der Zweck und die Tätigkeit der Vereinigung seien auf das Begehen von Straftaten ausgerichtet, entschied die Staatsschutzkammer des Gerichts. Das Gericht verwies zur Begründung unter anderem auf Blockaden von Straßen und Flughäfen durch Klimaaktivisten der Letzten Generation.