Vor allem dann, wenn sie statt gar nicht wählen zu gehen, die AfD wählen…
Der Kernaussage, die Menschen „müssten“ sozusagen AfD wählen, weil ihnen leider gar nichts anders übrig bleibt, da sie von den „dummen Politikern“ nun schon seit x Jahren eingelullt und entpolitisiert wurden halte ich für eine Entmündigung der WählerInnen.
Ich glaube nicht, dass die WählerInnen hier „Opfer“ der miesen Politik der letzten x Jahre sind! Das untergräbt das Rollenverständnis der WählerInnen innerhalb unseres gesellschaftspolitischen Demokratieansatzes.
Wer meint, eine Wahlentscheidung treffen zu wollen (und auch zu können), der ist für die Folgen der Wahl (mit-)verantwortlich (zusammen mit allen anderen, die ebenfalls ihre Stimme abgegeben haben).
Wem die Einflussnahme auf dieser Ebene nicht ausreicht, kann jederzeit einer Partei beitreten und hat zudem die Chance, im Rahmen eines Mandats (egal, auf welcher Ebene) politische Prozesse aktiv mitzugestalten. Vor allem, wenn er/sie zu dem Schluss kommt, dass die aktuelle Repräsentanz dazu nicht hinreichend in der Lage ist.
Der Wähler ist hier eindeutig zunächst Täter und nicht Opfer - wenn er/sie doch mal temporär zum Opfer einer solchen Konstellation wird (was in einer repäsentativen Demokratie mit freiem Mandat durchaus auch mal passieren kann), kanner/sie das spätestens bei der nächsten Wahl ändern oder durch all die Möglichkeiten, die auch innerhalb einer Legislatur trotz allem vorhanden sind, auf diverse Wege Einfluss nehmen, und dadurch wieder zum Täter werden.
Daher bleibt nicht viel übrig vom „armen Wähler als Opfer widriger politischer Umstände“ der leider getäuscht wurde, und daher leider Parteien wähler muss, die dummerweise laut Verfassungsschutz gesichert rechtsextrem sind (was übrigens inkl. der Begründungen jedem bekannt sein sollte, der zum Wählen geht), und - so sie denn eine Mehrheit bekommt - auch wahrscheinlich leider und dummerweise dann rechtsradikale Politik betreiben wird.