Israel Krieg mit Hamas ein Hausgemachter Konflikt?

Objektiv völlig richtig, und die jetzige Regierung Netanjahu wird vermutlich die derzeitige kriegerische Auseinandersetzung politisch auch kaum überleben. Aber was kommt danach?
Meine Zweifel was die Bereitschaft Israels angeht, sich auf die Schaffung eines echten, lebensfähigen Staates für die Palästinenser einzulassen, habe ich ja heute schon in einem längeren Beitrag mit Hinweis auf demographische Veränderungen in der israelischen Bevölkerung (wachsender fundamental-orthodoxer Anteil) zum Ausdruck gebracht und will das hier nicht alles wiederholen.

Und sollte sich mein Pessimismus in dieser Hinsicht bewahrheiten, werden wir in Deutschland noch erhebliche Probleme mit dem vollmundigen Versprechen von der „Staatsräson“ bekommen.

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Das hatte ich doch auch schon geschrieben, es ist eben nicht ein Problem der Fläche sondern der Infrastruktur:

Manchmal habe ich das Gefühl, man sagt hier einen Halbsatz, der vielleicht provozierend wirkt, und nur auf den wird geantwortet, alles davor und dahinter wird ausgeblendet.

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O.k., lass’ uns - zumindest in dem Punkt - „Frieden schließen“.
Ich gestehe zu, im Grunde warst Du bei halbwegs gutem Willen nicht wirklich mißzuverstehen.

Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass auf der im südlichen Gaza-Streifen verbleibenden Restfläche selbst für die allernötigste Infrastruktur für 2 Mio. Menschen kein ausreichender Platz wäre. Und einstöckige Container und Zelte einfach zu „platzraubend“.
Darüber, dass Israels Hinweis auf die Ausweichmöglichkeiten für die Palästinenser aus dem Norden des Gaza-Streifens in den Süden keine wirkliche Lösung für die zu vermeidenden „Kollateralschäden“ im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Hamas darstellt, sind wir uns ja offenbar einig.

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das hier zu diskutieren wäre ausufernd, gern anderswo

aber auch die Antwort auf eine vollständige andere Theorie deinerseits, fehlt da noch :wink:

du übersiehst weiterhin worum die Rede an jenem Punkt gewesen ist, insofern konstruktiv ist es deinerseits nicht gerade gewesen :wink:

wir können gern mal genauer hinschauen was da passiert ist, von dem was ich mitbekommen habe bisher (Loch im Zaun), gehe ich von gravierenden Mängeln in den Überwachungssystemen aus, also auf banaler Ebene, was mit den Möglichkeiten oder nicht der Hamas, nichts zu tun hat

die Problematik ist ja das Resultat einer Systematik, die eben weitgefasst ist, das ist eine Realität,
insofern

gefragt hattest du was anderes, egal:

man sollte schon differenzieren, wer wofür schuldig ist …

ich hatte weiter oben den MIK (als Überbegriff, wohl in pluraler Realisation in verschiedenen topi) als eine Hauptinstanz (hinter dem Elend in der Welt auch generell)
erwähnt,
hinter, neben, unten …dazwischen :wink: ist aber freilich auch ein kapitalistisch-profit- und eigentumsbasierte, meist auch national / religiös gefärbtes Denken einer quasi demokratischen Gesellschaft (Westen) (samt weniger oder kaum demokratischen Gesellschaften, Russland/China und wo sonst auch immer), die MIKs kaum kontrolliert zulässt …,

wenn man annimmt, dass diese "demokratische Gesellschaft"en die Macht haben, die MIKs-Politik(en) zu bestimmen, dann sind diese Gesellschaften die am Ende Schuldigen in dieser Kette,

und darin wiederum freilich auch Einzelorganisationen bis hin zu Individuen die das Mindset dieser Gesellschaften in obiger Hinsicht mit-beeinflussen /-bestimmen…
(damit ich auch Leute, die gerade auch hier in diesem Forum die Verhältnisse nicht radikal genug kritisieren, sondern womöglich sogar zu verteidigen versuchen, die Menschenrechte missachtend, nicht vergesse :wink: (eben nochmal Prost :wink: ) )

also wer "Haupt"schuldig ist, wäre „Definitionssache“

insbesondere
wenn man annehmen würde, dass diese "demokratische Gesellschaft"en die Macht doch nicht haben, die MIKs-Politik zu bestimmen, denn die MIKs hätten eine funktionelle Kontrolle auf Waffen und Überwachungs- bzw. Mediensysteme allgemein, die eine gesellschaftliche Handhabung und Bestimmung praktisch „ausschalten“ kann, dann sind diese Gesellschaften wiederum weniger die am Ende Schuldigen in dieser Kette… dann identifiziert man das / ein „Böse/s“ als externen Faktor (außerhalb der Gesellschaft)… in Schaltzentralen irgendwelcher MIK-Kreise auf die wenig Zugang ist… (und das hat btw mit Verschwörungstheorien nichts zu tun, das ist just auch banale Militär- bzw. Geheimdienst-, bzw. kapitalistische Logik)

MMn, selbst wenn man den zweiten Fall als gegeben annehmen würde, müsste man trotzdem für die Änderung der Verhältnisse zugunsten einer besseren Welt kämpfen, daher ist die Frage nach dem „Hauptschuldigen“ sekundär…- was gemacht werden müsste, ist das Wichtigere ( : Eine macht-transparente demokratische Welt, auf dem Primat der Menschenrechte)

und das ist übrigens kaum was als

dienlich für deine Sichtweise, denn doch prinzipiell analytisch
(und den Bezug auf die 70er, den klammere ich schon mal aus, da ich nicht weiß, was du genauer meinst als Kritik gegen einer Kritik eines kapitalistischen Imperialismus (…oder so))

Was für eine Theorie?

Und hör doch mal auf, mit den ständigen :wink: Oder nimmst du das alles nicht ernst?

Schöne Thesen, die du da aufbaust. Aber ist der deutsche MIK, so wie du ihn definiert hast, überhaupt hauptschuldig am Krieg in Gaza? Erst wenn das belegt wäre, (und dazu bringst du keinerlei Belege) könnte man darüber spekulieren, inwieweit eine ihn kontrollierende Gesellschaft am Ende schuldig ist.

Vielleicht ist das ein deutscher Satz, jedoch ich versteh ihn nicht.

deinen paternalistischen Ton nehme ich sicher nicht ernst :wink: _sei froh drüber

MIK des Westens wäre ein sinnvollerer Rahmen (Nato-Lobby), sowie welcher auf der Gegenseite …

versuch oben nachlesen zu :

  1. andauernder Krieg
  2. haupt-schuldig ist relativ

anhand der Frage „wer profitiert davon“, landet man zu einer Kette / Pool von Akteuren…
Oder, was erwartest du genauer als einen Beweis?

Das heißt also, irgendwie sind die Regierungen aller Nato-Staaten zusammen mit ihren Streitkräften (also den Generälen?), den Vorständen aller Rüstungsfirmen sowie den Chefs und Mitarbeitern ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilungen am andauernden Gaza-Krieg relativ hauptschuldig. Läuft es darauf hinaus?

Das eben ist ein Beispiel, für die überholte 70er-Jahre Ideologie. Weil die Waffenindustrie Gewinne machen will, zettelt sie Kriege an. Und weil die Bestattungsfirmen Gewinne machen wollen, engagieren sie Mörder.

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das brauchen sie nicht, die Leute sterben irgendwann sowieso

  • insofern hinkt der Vergleich -

denn ohne Kriege, kaum Waffenverkauf

welche mal wieder?

wozu das Selektieren? es geht um eine eher systemische Frage…

das ist eine kleine Auswahl von Akteuren, die am andauernden Israel-Palästina-Krieg, an einer Schuld irgendwie beteiligt ist,
und noch all die Lobbies die mitspielen

  • und du hast die Politiker und die, diese Politiker bestimmende Gesellschaften, vergessen zu erwähnen, …
    und …dich selbst auch

_ jede:r hält einen relativen Teil an Schuld an den Zustand unserer Welt,
manch eine:r mehr, manch andere:r weniger - bei konkreten Fällen / Zuständen -, so auch am Israel-Palästina-Krieg

Das ist historisch falsch. In den fast kriegsfreien 70er und 80er Jahren waren die Rüstungsausgaben der BRD prozentual höher als jetzt.

Jetzt ist ist die maximale Schuld-Diffusion erreicht. Erst benennst du die MIKs als die Schuldigen, führst als Beweis lediglich die Profitmotivation an, jetzt ist plötzlich jeder schuld, sogar ich. Die einzigen Unschuldigen sind natürlich die Palästinensern und vermutlich du.

Aber mir ging es eigentlich um den Begriff MIK . Das ist einerseits nach deiner Definition eine nicht genau umrissene Menge von Personen, die als verbindendes Element lediglich eine irgendwie geartete Beziehung zur Rüstung haben.

Andererseits benennst du die MIKs als die Hauptschuldigen am Krieg zwischen Israel und Palästinensern, als seien sie schuldfähige Subjekte. Dazu müssten diese Subjekte aber agierend sein, ohne Tat keine Schuld. Dazu wiederum müssten sie eine, alle Beteiligten verbindende, formelle oder informelle Organisationsstruktur besitzen, die ein gemeinsam abgestimmtes planvolles Handeln ermöglicht. Des weiteren müsste dieses Handeln für den Krieg zumindest mitursächlich sein.

Das alles sehe ich nicht, und das einzige was du präsentierst ist ein Profitmotiv, wie es jedes Wirtschaftsunternehmen hat.

Nein, die Hauptschuld liegt bei Israel und Palästina, deren Regierungen und ihren Wählern und Unterstützern. Man kann eine gewisse Verantwortung bei den jeweiligen Partnerstaaten sehen, die beide Seiten nicht stärker zu einer Beilegung des Konflikts gedrängt haben. Man muss aber auch sehen, dass sich die USA intensiv um eine Friedenslösung bemüht haben (Camp David).

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ich verstehe nicht, warum du übergreifend bis polemisch die Aussagen von Anderen ändern musst und anderes behauptest als sie:

1._

dabei davor

ich hab also weder die Palästinenser, noch mich, da rausgenommen

2._

dabei davor

und

eben - strukturell systemisch - und deshalb auch wirkmächtig im Windschatten eines doing as usual -Alltags,
das Interesse von Waffenindustrieunternehmen ist Absatz mit ihren Produkten zu haben, wofür sie, wie viele andere Unternehmen auch, Bedürfnisse nach ihren Produkten auch gern entstehen lassen ;), falls gerade keine da wären …(modernes Kapitalismusmarketing)

Einen Bedarf nach mehr Beweisen für das Ganze sehe ich natürlich auch,
hatte dazu auch was verlinkt :
_

_plus darauffolgende, und

sicher ist da ein großer Teil der Schuld auch zu finden,
ich sage gern aber zu solchem Framing :
„Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles!“
(vermutlich von Antoine Béchamp, französischer Arzt, Chemiker und Pharmazeut, 1816–1908)

und das Milieu in diesem Fall ist ja, das internationale kapitalistische Sytem samt den MIKs überall …

Richtig, das hast du nicht explizit getan, du hast sie meiner Aufzählung aber auch nicht hinzugefügt, mich dagegen schon.

Also die Menschheit an sich? Hat das kommsunistische System keine Kriege geführt? Das ist genau das, was mich hier stört, dass bei jedem Problem das internationale kapitalistische System verantwortlich gemacht wird. Das hat irgendwie den Beigeschmack einer Verschwörung der globalen Eliten, was du sicher nicht sagen willst.

MIK ist ein Begriff, der in den USA für die korruptionsartige Verflechtung der Rüstung mit der Politik geprägt wurde. Die gab es tatsächlich, vor allem zu Zeiten von Bush Jr.

Die Übertragung auf bundesrepublikanische Verhältnisse ist sehr problematisch. Es gibt keinerlei Beweise, dass die deutsche Rüstungsindustrie in irgendeiner Weise an den Kämpfen zwischen Israelis und Palästinensern profitieren geschweige denn an ihnen mitschuldig seien.

Ich weiß nicht ob es dir bewusst ist, aber damit enthebst du jeden von persönlicher Verantwortung und Schuldfähigkeit. Den Spruch (der nur in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht blöd war) könnte man auch die Nazis 1933 anwenden.

Natürlich, sogar gegeneinader. Vietnam und Kambotscha, zwischen der UdSSR und China war es teilweise sehr gespannt… auch im Ostblock soll es vorgekommen sein, dass in Bruderländer einmarschiert wurde.

Weil ich es so gerne sage und man es offenbar nicht oft genug sagen kann:

Liberal demokratische Staaten führen keine Kriege gegeneinander. Das kann keine andere Staatsform von sich behaupten.

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Inzwischen nimmt die Staatsräson groteske Formen an:
„Die ARD hat den palästinensischen Film „Wajib“ angesichts Gaza-Krieges aus dem Programm genommen. „Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Nahost halten wir ihn aktuell aufgrund seiner Erzählperspektive alleinstehend für nicht richtig im Programm platziert“, teilte die ARD-Programmdirektion am Freitag auf Anfrage mit.“

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ja, es ist immer derselbe Schwachsinn.
Ein an sich guter Gedanke oder Impuls (Rücksicht auf Israel, keine einseitige Parteinahme zugunsten der Hamas) wird so übertrieben, dass das Ergebnis nur noch lachhaft ist.
Aber irgendein Heinz bei der ARD hat damit bewiesen, dass er der Sensibelste von allen ist, wenn es um Antisemitismus geht und klopft sich selber auf die Schulter :roll_eyes:

So kann man jede gute Idee oder Haltung kaputtmachen: einfach 150% fordern oder machen und alle wenden sich augenrollend ab. Zu solchen Übertreibungen neigen die Grünen leider auch.

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Deine Wortwahl „schuldig“ finde ich deplatziert. Und wenn deine Wortwahl nicht einfach nur ungeschickt, sondern sehr bewusst getroffen ist, dann ist es mehr als das, nämlich ein Indiz für ein krudes (Rechts)Verständnis von „Schuld“. Ich empfehle dir dringend, dich mit den Unterschieden der Begriffe „Schuld“, „Verantwortung“, „Ursache“ und „Auslöser“ zu befassen, durchaus auch im juristischen Sinne. Und es ist keine Spitzfindigkeit, insbesondere bei solche einem Thema, auf die richtige Wortwahl zu achten - würde dir nicht nur hier im Forum, sondern auch woanders helfen, da bin ich mir sicher!

Einige Widerworte und Bsp. hast du hier bereits geerntet. Dem möchte ich noch zwei weitere hinzufügen:

  1. Wenn meine erwachsene Tochter nachts durch eine ausgestorbene, unbeleuchtete Unterführung geht, obwohl sie selbst weiß, dass es dort in jüngster Zeit unter ähnlichen Umständen wiederholt zu Gewalttaten gekommen, dann ist sie irgendetwas zwischen unvorsichtig, naiv, unbekümmert, verantwortungslos, leichtsinnig und fahrlässig, aber mit Sicherheit nicht schuldig, wenn ihr dort irgend etwas zustößt.
    Kein Gericht würde urteilen:„Tja, selbst Schuld, Sie mussten mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen“. Wenn die gleiche Tochter noch minderjährig wäre, dann würde die Schuldfrage vom Gericht exakt gleich beantwortet werden, aber man würde mir als Erziehungsberechtigten zusätzlich eine Verantwortung für ihre ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit zuweisen. Aber auch nicht schuldhaft (bestenfalls moralisch), wenn sie 16 J. alt wäre, aber ganz sicher im Alter von 6 oder 12 J. Das wäre aber ein anderer Tatbestand, der mit der eigentlichen Tat nichts zu tun hat, vielmehr mit meiner Sorgepflicht.

Du kannst also Israel Geheimdienst und Militär vorwerfen, ineffektiv, unfähig, mit mangelnder Verantwortung, womöglich unzureichender Dienstpflicht und was weiß ich noch was gehandelt zu haben, aber nicht Schuld an der Ermordung der Menschen durch die Hamas und der anschließenden Kampfeinsätze im Gazastreifen zu sein. Das sind zwei unterschiedliche rechtliche Tatbestände. Die Schuld an dem Tod der vielen Zivilisten ist eindeutig. Daneben stehen auf einem ganz anderen Blatt persönliche/dienstliche/institutionelle Versäumnisse.

Wenn ich dein Haus anzünde mit der vollen Absicht, dass du und deine Familie in den Flammen umkommen soll, dann spricht mit das Gericht genau für diese Absicht und Tat schuldig.
Dass die Feuerwehr zusätzlich ihr Telefon nicht besetzt hatte und die Mannschaft nicht einsatzbereit war, ist eine andere Baustelle (so etwas wie „Vernachlässigung der Dienstpflicht mit Todesfolge“). Und schon gar nicht wird das Gericht dir eine Mitschuld geben, weil du schon lange geahnt hast, dass ich dein Haus anzünden wolle, und du keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen hast.

  1. Ein beliebter Verwechslungsfall von „Schuld“ zu Ursache/Wirkung/Folgen ist die Zuweisung von Schuld auf Grund vorheriger Ereignisse, die nicht unmittelbar und v.a. nicht unweigerlich miteinander zusammenhängen. Dieser Fehler wird aber gerade jetzt im Nahostkrieg immer wieder gemacht, da wird den Israelis ja häufig eine (Mit)Schuld auf Grund verfehlter oder sogar rechtswidriger Politik in der Vergangenheit zugewiesen. Mit einer solchen Argumentation kann man jedes (Kriegs)Verbrechen auf die Urheber einer bestimmten Ausgangslage zurückwerfen. Dann waren nicht die USA an den Atombombenabwürfen oder den Brandbombenangriffen auf Tokio „schuld“, sondern Japan, die schließlich den Krieg begonnen hatten. Und Vergewaltigungen alliierter Soldaten im Nachkriegsdeutschland, daran sind nicht die Soldaten selbst Schuld, sondern Hitler und Nazi-Deutschland, die den Krieg (und somit den Grund für die Anwesenheit der Soldaten) erst ausgelöst haben. Sowohl juristisch wie auch moralisch scheint mir die Schuldfrage eindeutig zu sein. Dass die Taten auf Grund einer bestimmten Situation oder eines Motivs vielleicht mit mildernden Umständen bedacht werden, sei dabei nicht ausgeschlossen.
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„Staatsräson“ und „bedingungslose Unterstützung“ ! Alles so Übersprungfloskeln der deutschen Politikprominenz.

Wichtiger wäre es, wenn man die Beachtung des Völkerrechts einfordern würde - insbesondere auch von Israel. Aber nein, man argumentiert, dass das Völkerrecht außer Kraft ist, weil ja eine Verbrecher- und Terroristenbande sich nicht an dreierlei Regeln hält.

Mal ganz abgesehen davon, dass in Sachen Ukrainekrieg offenbar die Dinge offenbar ganz anders beurteilt werden. Hier ist man sehr zögerlich, wenn es darum geht, den angegriffenen Staat darin zu unterstützen, den russischen Raketenbeschuss ziviler Ziele aus dem russischen Hinterland zu begegnen. Man möchte den Zar im Kreml nicht zu sehr verärgern.

Natürlich machen die öffentlich-rechtlichen Sender postwendend den ganzen Schwachsinn mit. Das resultiert schon aus der Verfilzung von Politik und öffentlich-rechtlichem Journalismus.

Und dann liest und hört man dann so etwas - im schrillen Stakkato :

Was denken diese Leute eigentlich? Glauben die denn, dass Deutschland des Jahres 2023 plötzlich ins Jahr 1938 zurückgefallen ist.
Ich empfinde das schon als eine ziemliche Beleidigung.

Aber… die Angelegenheit hat Methode. Es geht darum, die Kritik an der israelischen Regierung, am Vorgehen in Gaza, an der Siedlungspolitik niederzuhalten bzw. dieses zu unterbinden.

In England, in den USA und anderswo wahrscheinlich von dreierlei Beeinflussungsversuchen abgesehen, weil man weiß, dass sie dort nur wenig Wirkung entfalten.

Baerbock:

„Der Kampf richtet sich gegen die Hamas und nicht gegen Zivilisten. Deshalb ist es für uns von entscheidender Bedeutung, dass dieser Kampf im Einklang mit dem humanitären Recht und mit größtmöglicher Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung in Gaza geführt wird“, sagte Baerbock bei einer hochrangig besetzten Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag in New York

Wer sagt das?

Vielleicht nicht 38, aber:

Immer noch beleidigt?

Sagt man in dieser Deutlichkeit zwar nicht, aber es kommt immer weider das Argument: „…aber die Hamas hat am 7. Oktober ja auch …“. Das stimmte aber so nicht. Man darf eben nicht z.B. die zivile Bevölkerung aus ihren Wohnquartieren vertreiben und diese dem Erdboden gleich machen, weil sich dort eine Verbrecherbande aufhält. Auch die Annahme, dass dieses Vorgehen gerechtfertigt wäre, weil sowieso alle Araber/Muslims unter einer Decke stecken, ist nicht zulässig .
Die geannte Denke scheint aber der Netanjahu-Regierung durchaus nicht fremd zu sein.
So hat ja Avi Dichter vor ein paar Tagen noch gesagt, dass der aktuelle Krieg Gazas Nakbar wäre.
Und Netanjahu hat in Bezug auf den Israels Krieg gegen die Hamas vor 2 Wochen passgerecht an die Gebote der Thora erinnert …
1.) Wir sollen die Aggression der Amalekiter in Erinnerung behalten
2.) dieses unmenschlich-grausame Volk zur gegebenen Zeit vernichten.
3.) Es ist es verboten, Amaleks Untaten zu vergessen
(Zitat aus Die Erzfeinde | Jüdische Allgemeine )

So „harmlos“ wie in der Jüdischen Allgemeinen liest es sich in den 613 Mizwot, die von den Ultraorthodoxen streng befolgt werden, freilich nicht.

Tatsächlich steht in Mizwot:

187: Dass man die bekannten sieben Völker im Lande Jisrael ausrotte.
(5. Buch Moses 20,17)
188 : Dass man den Samen von Amalek ausrotte.
(5. Buch Moses 25,19).
189: Dass man jederzeit in Erinnerung behalte, was Amalek an Jisrael tat.
(5. Buch Moses 25,17).

Die sieben Volker sind die Hetiter, Amoriter (=Amalek), Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter

Nach heutigen Mässstäben handelt es sich bei den obigen Geboten offenbar um eine Aufforderung zum Völkermord

Zu den auszurottenden Völkern…
Hethiter – Wikipedia Existenz belegt
Amalekiter – Wikipedia (Existenz archelogisch nicht belegt)
Kanaaniter – Wikipedia Sammenbegriff - Existenz belegt
Perisiter – Wikipedia (Existenz archelogisch nicht belegt)
Hiwiter – Wikipedia (Existenz archelogisch nicht belegt)
Jebusiter – Wikipedia (Existenz archelogisch nicht belegt)


(Quelle : na ja … besseres hab’ ich nicht gefunden, da die Völker ja historisch meist nicht nachweisbar sind)

und

(Sieht doch schon sehr nach gewaltsamer Kolonialisierung aus !)

Ja, alle diese gewaltsamen Übergriffe sind scharf zu verurteilen!! Daran darf kein Zweifel bestehen.
Inzwischen herrscht aber in Deutschland eine Stimmung, in jeder kleinste Zweifel der Richtigkeit der Politik Israels, als antisemitsche defamimiert wird - wobei freilich gleichzeitig gebetsmühlenhaft behauptet wird , dass man genau dies keinesfalls beabsichtig sei.

Fraglos, seitens Israels werden alle möglichen Stellen eingeschaltet im Propaganda-Krieg die Oberhand zu behalten. Die Botschotschaft, jüdischen Zeitungen, geneigte Journalisten posten/schreiben im einem fast schon hysterischen Stakkato . Da ist man dann auch nicht zimperlich und stellt Deutschland auch gerne mal als eine Land, dass wieder einmal kurz davor ist, einen neuen Holocaust zu initieren. Man glaubt zu Recht, die Politik auf diese Weise auf Linie halten zu können.
Wichtig: Es geht gar nicht so sehr um die öffentlich Meinung hier in Deutschland, es geht um die offizielle Politik - die Stellungnahmen von Scholz & Co auf internationaler Bühne und in der EU.

Ich glaube nicht, dass es eine ähnliche Vorgehensweise in den USA, in England und anderswo gibt. Dort „erduldet“ man, dass es Demonstrationen mit 10’000den Teilnehmern gibt, die an die Zivibevölkerung in Gaza erinnern und nimmt auch Bidens Ermahnungen, sich ans Völkerrecht zu halten, ohne empörtes Aufschreien hin. ( Schielßlich hängt man ja auf Gedeih und Verderb von der US-Unterstützung ab !)
In Deutschland wird dagegen fordert man, sog. „Pro-Palästina“-Kundgebungen schlichtweg zu verbieten und Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit im Sinne der Netanjahu-Regierung einzuschränken.
Na ja, man kann sich ja auch auf die von Scholz bekundete UNEINGESCHRÄNKTE Solidarität / Unterstützung berufen. Wenn man die Demonstrationen zuläßt, ist von kann von „uneingeschränkt“ ja wohl keine Rede mehr sein. Gleiches gilt auch für die Außerungen, die Rechtsausleger in Netanjahus Regierung regelmäßig von sich geben.

Ich frage mich nur, wie Scholz das seine Uneingeschränkheitsklausel mit seinen aktuellen Äußerungen zu 2-Staaten-Lösung und Siedlungpolitik unter einen Hut bringt. Netanjahu hat ja offenbar in beiden Punkten eine diametral andere Meinung.

„Fordert man“ ist ja kein Verbot. Solche Forderungen wird es vermutlich

auch geben.

Soweit ich es verstanden habe, ist es in Deutschland nur verboten, eine andere Verfassung (Kalifat, Scharia, IS o.ä.) oder die Vernichtung Israels zu fordern und entsprechende Symbole zu tragen.

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Auch dieses Argument kommt so nicht. Der 7. Oktober plus die andauernde Geiselnahme plus der andauernde Raketenbeschuss rechtfertigen aber nach Völkerrecht eine militärische Verteidigung.

Doch, wenn die Wohnquartiere gleichzeitig Raketenabschussbasen sind. Auch zivile Einrichtungen werden nach Völkerrecht zu legitimen militärischen Zielen, wenn sie militärischen Zwecken dienen. Sonst wäre eine Verteidigung gegen einen Gegner, der das ausnutzt, nicht möglich.

Das Buch Moses, aus dem du zitierst, ist nicht nur Grundlage des jüdischen Glauben, sonder auch des islamischen und christlichen.

Kolonialisierung bedeutet, dass ein Staat in einem fremden Land Gebiete unter seine Kontrolle bringt. Das ist bei Israel eindeutig nicht der Fall. Ich frage mich,welchem Zweck diese begriffliche Unschärfe dienen soll.

Das ist diffamierender Blödsinn. Und es ist einseitig anti-israelisch. Die hysterischen Pro-Palästina-Proteste blendest du dabei vollständig aus. Genauso wie die vielen bedächtigen und kritischen Stimmen, die von Israel Mäßigung fordern auch. Und erst recht alle Stimmen, die ein Ende der Siedlungspolitik und eine Zwei-Staaten-Lösung fordern.

Wer fordert das? In dieser Pauschalität ist das ist schlichtweg falsch. Kein seriöser Journalist fordert das, kein Mitglied einer Regierung fordert das.

Die Solidarität gilt nicht Netanyahu sondern der Existenz Israel. Aber mit so feinen Unterscheidungen kann man schlecht Stimmung machen.

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