„Niemand in Afrika mag es, wenn Europäer den Eindruck erwecken, als sei ganz Afrika ein Land mit einer einheitlichen, weil schwarzhäutigen Bevölkerung. Außer, es geht um Rassismus und Kolonialismus und eine klare Aufteilung in weiße Täter und schwarze Opfer – dann haben selbst afrikanische Eliten, die ansonsten zuhause Heldenkult betreiben, nichts dagegen, zu Opfern erklärt und mit anderen Afrikanern in einen Topf geworfen zu werden. Und so lügen sich dann anti-koloniale und anti-rassistische Europäer und Afrikaner gegenseitig in die Tasche und gehen stillschweigend über alles hinweg, was diesem simplen Weltbild widerspricht. Und das ist eine ganze Menge.“
"Die Deutschen treten dabei stellvertretend für alle weißen Europäer auf und die nigerianische Regierung stellvertretend für alle Afrikaner. Keiner lacht. Keiner protestiert. "
Unscharfe Begriffe von Rassismus und Kolonialismus.
„Denn ein Ausgangsmaterial für die Bronzegüsse waren aus Kupfer, Bronze oder Messing hergestellte Armreifen, sogenannte Manillas. Der Hof von Benin hatte die Manillas von europäischen Händler:innen erhalten, im Tausch gegen versklavte Afrikaner:innen, mit dem das Benin-Reich die Sklavenroute über den Atlantik fütterte.“
Im Fächer habe ich übrigens den ganzen Text zu dem falsch verstandenen Kolonialismus und Rassismus gepostet. Link ist oben.
Auch in Afrika gab es Sklaverei. Schwarze Sklaven, schwarze Herren.
Auch in Rom, in Griechenland, bei den Arabern, Germanen, den Wikingern, den Azteken und sonstwo.
Wahrscheinlich auf der ganzen Welt (kann das nicht für jedes Land explizit sagen).
Kostenlose Arbeitskräfte konnten nicht nur weiße Europäer gut gebrauchen.
Je nachdem, wie man den Begriff definiert, gibt es zB in Indien heute noch Sklaven.
Wer baut in Qatar die Stadien? das sollen auch sklavenähnliche Bedingungen sein.
Natürlich kann man die eine Sklaverei nicht mit der anderen entschuldigen.
Aber wenn man das ganze, weltweite und historisch vollständige Bild ansieht, kommt man ja vielleicht zu einer anderen Gewichtung mancher Dinge.
Zumal in D heute niemand mehr leben dürfte, der persönlich an Sklaverei und Kolonialismus in Afrika beteiligt war. Das heißt nicht, dass man geklaute Kunst einfach behalten kann, aber die Rückgabe sollte auf mehr als einem flagellantenhaften grünen Reflex und einer Idealisierung aller Einwohner Afrikas beruhen.
Ich würde da gern etwas differenzieren. Erst mal ist es egal, warum, von wem und wie bezahlt Kunstwerke erschaffen werden. Diese sind dann im Besitz der Erstbesitzer und - und das ist in meinen Augen wichtig - wechseln dann auf mehr oder weniger „legale“ Weise ihre Eigentümer.
Wenn in der Kette ein Raubzug oder Ähnliches stattgefunden hat, dann … sind alle folgenden Eigentumsübergaben eigentlich nichtig.
Ob der König von Benin sich mit der Beutekunst ( aus dem Sklavenhandel aber auch anderen Raubzügen ) heute noch schmücken will, ist … sein Problem. Die Artefakte als „Erbe der Menschheit“ unter gesonderten Schutz zu stellen finde ich - wie bei allen anderen Kunstwerken eher schwierig. Welterbe-Stätten sind mir persönlich zwar wichtig aber … das geht nur mit den Besitzern und Bewahrern der Stätten - bei uns wie in Afghanistan oder …
Die Bronze stammt offensichtlich aus Deutschland (Isotopenanalyse oder so).
Wenn diese dann nach Afrika kommt, in Form von Manillas als Lohn für gehandelte Sklaven, dann ist nach dieser Logik der Handel nichtig, weil Sklavenhandel zu verurteilen ist und die Bronze darf zurück nach Hause, also nach Deutschland und dort ins Rheinland? Jede Bearbeitung (Umschmelzen von Manillas zu Skulpturen) ist ebenfalls nichtig?
Wenn sich jemand/ein Kaiser/Volk/… etwas kauft und es als Heiligtum verehrt dann … ist das erst mal deren Sache.
Die Manilas waren ein Tauschmittel - so was wie Dollars heute. Damals war der Sklavenhandel innerhalb der afrikan. Völker vlt. sogar „normal“ und selbst die chr. Europäer hatten kaum größere Schwierigkeiten den Sklavenhandel ethisch „zu rechtfertigen“. Rückblickend das zu „de-legalisieren“ ist doch arg konstruiert. Selbst für die Raubkunst im 3.Reich ist das ja eine z.T. nicht einfache Sache, da ja vieles auch „normal“ verkauft wurde …
Und dann - wir schmelzen andauernd etwas um aber … normalerweise klauen wir es nicht sondern kaufen es - ob zu einem fairen Preis … steht auf einem anderen Blatt Papier …
Das nenne ich Chuzpe. Erst Sklaven kaufen und dann auch noch die Bezahlung zurückfordern.
Das ist in etwa so, wie wenn ein Freier eine Prostituierte nicht bezahlt mit dem Argument das Geschäft sei sittenwidrig. Ich glaube das war früher sogar rechtlich in Ordnung.
Haben sie eigentlich gefordert oder wollten die Grünen dem zuvor kommen?
Das ist die forstwirtschaftliche Definition.
Man kann auch sagen, unseren Nachkommen soll es genauso gut oder besser gehen.
Dann brauchen wir die Bronzen noch
Nein, ein königlicher Nachfahr. Sein königlicher afrikanischer Vorfahr hat mit dem Verkauf von Menschen in alle Welt ein Vermögen gemacht und konnte sich dadurch leisten Erze aus Deutschland (Aachen) zu kaufen.