Grundsatzdebatte: Werk und Autor

Es soll hier nicht um Harry Potter gehen (nettes Kinderbuch sagt der SF und Fantasy Fan) oder um Transgender oder um J, K. Rowling sondern ums Prinzip :slight_smile:

Das Videospiel „Hogwarts Legacy“ erfüllt die Kindheitsträume vieler Harry-Potter-Fans. Kann man es genießen, obwohl die Autorin J. K. Rowling sich transfeindlich äußert? [1]

Diese Frage scheint mir ein besonders gutes Beispiel zu sein: Zunächst: Soweit ich weiß sind die Äußerungen von Frau Rowling nicht strafbar gewesen. Ich habe jedenfalls nichts von irgend welchen Gerichtsverfahren gehört. Es gilt in demokratischen Staat das Prinzip der freien Meinungsäußerung.

Erschwerend kommt hinzu, daß das Videospiel um das es hier geht, gar kein Werk von Frau Rowling ist. Ja, sie verdient Geld mit der Lizenz, aber es gibt hunderte von kreativen Menschen, deren Arbeit in so einem Spiel steckt.

Also wie wollen wir es in unserer Gesellschaft in Zukunft halten?

Ein deutlicheres Beispiel: Im Zuge des Weinstein-Skandals wurde Spacey ab Oktober 2017 mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert, jedoch bisher in keinem Fall für schuldig befunden. [2]
Darf man heute ohne schlechtes Gewissen noch Staffel 1 von „House of Cards“ schauen?


  1. ↩︎

  2. ↩︎

Ich hab das nicht sonderlich verfolgt, aber hat sie sich Transfeindlich oder Transaktivistenfeindlich geäußert? Wie an einem bekannten Beispiel gesehen, ist letzteres durchaus verständlich.

Lass uns im Rahmen dieser Diskussion einfach mal davon ausgehen, daß Frau Rowling das getan hat.

Das sollte man unbedingt tun, wenn man seinen Horizont ein wenig erweitern möchte.

Ich bin sehr enttäuscht, dass die Staffel, in der „Frank Underwood“ sich näher mit den Drahtziehern der US-Politik beschäftigen wollte, nicht gedreht wurde. Was stattdessen dann ohne ihn gedreht wurde, habe ich dagegen nicht angesehen, vermutlich wäre es Zeitverschwendung.

Oh Hogwarts Legacy wollte ich mir kaufen, das Spiel scheint ganz gut zu sein..

Aber von den Transfeindlichen Thema hab ich auch schon gehört. Das Problem ist da, allerdings muss man sagen, als Herry Potter aufkam, war das noch gar kein so ein Thema wie heute.

Aus dieser Zeit kommt Harry Potter eigentlich. Wobei dieses Thema inzwischen teilweise überrepräsentiert ist, so viele transgender Personen gibt es ja eigentlich gar nicht. Das heißt natürlich nicht, dass man sowas diskriminieren darf. Aber eigentlich ist das nicht unbedingt unser dringendes Problem.

Leider ist aus dem wichtigen Thema, Geschlechts-Diskriminierung zu beenden, ein Genderwahn geworden. Ich würde mir da eine sachlichere Debatte darüber anstatt Genderwahn wünschen. das bringt viel mehr.

Nur mal gefragt, wie viel Gender sollte in Spielen drin sein? Wie viel, das hängt zumindest zum Teil auch davon ab wie wichtig das Thema ist. Äh also wie viele Transmenschen usw. gibt es denn überhaupt? Was wäre grundsätzlich notwendig um diskriminierung zu vermeiden? (unabhängig von der Betroffenenzahl) Und wie groß ist diese Zielgruppe?

Weiß das jemand?

Kannst du mir mal kurz erklären in wiefern Hose of Cards den Horizont erweitern soll, wenn daran dieser Weinstein Skandal haftet?

Es handelt davon, wie man Abgeordnete dazu bringt, auf eine bestimmte Art und Weise abzustimmen, sprich, Mehrheiten zu beschaffen.

Daran haftet nicht der Weinstein-Skandal, sondern der Spacey-Skandal. Also nix mit Frauen, nix mit Trans Frauen. Es geht dabei um sexuelle Belästigung von Männern durch den Schauspieler Kevin Spacey.

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Es ist mir vollkommen egal, welches Verbrechen mit ein Schauspieler begangen hat: Wenn herauskommt, daß der Schreiner, der meinen Schlafzimmerschrank gebaut hat ein Pädophiler Verbrecher ist, werfe ich dann den Schrank weg? Nun gut der Schrank ist bezahlt und der Schreiner hat keinen Vorteil davon, wenn ich den Schrank behalte. Bei Büchern und Filmen bekommt die Autorin ja immer noch Tantiemen.

Dennoch ist das eine Art Sippenhaft: Vom Lektor bis zum Buchhändler verdienen noch eine Menge mehr Menschen an einem Buch. Warum werden die alle mit bestraft? Warum versuchen wir überhaupt - außerhalb des Strafrechts - Menschen zu ächten?

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Aus meiner Sicht ist das völlig unnötig. Dazu haben wir ja schließlich das Strafrecht.

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Was hat das miteinander zu tun? Ich trenne Personen und Werk. Das Werk ist gut und die Person ist schlecht? Dann bestraft die Person und nicht das Werk. Die Person ist gut und das Werk ist schlecht? Dann wird es entweder ignoriert oder von Netfix verfilmt.

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Man muss Werk und Autor nicht unbedingt trennen, die Persönlichkeit des Autors mit all Ihren Höhen und Tiefen prägt eben auch das Werk. Aber dass man aufgrund der Verbrechen (ob jetzt strafrechtlich oder moralisch) des Autors dessen Werke nicht mehr aufführen oder hören oder sehen sollte, finde ich absurd. Ich werde jedenfalls die Werke von Richard Wagner, Phil Spector oder Lewis Carroll nicht verbannen.

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wer weiß, was Goethe alles gedacht oder gesagt hat?!
oder Beethoven oder Tacitus oder Sokrates oder Einstein oder auch Marie Curie (schreibt man die so?) oder vielleicht sogar die Leute von der Weißen Rose? oder Gandhi? Mutter Theresa? alle Päbste seit 1500 Jahren?

Jeder Mensch verhält sich im Laufe seines Lebens mal wie ein Schwein oder einfach dumm.
Wenn man die alle ausschließen und verbannen möchte, bleibt niemand mehr übrig.
Auch nicht die, die andere unbedingt ausschließen möchten.
Das ganze ist völlig sinnlose Moralhuberei.

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Die bedeutet doch im Umkehrschluss, dass die Werke ohne die Arschlochigkeit derinn(y)en Verfasserinnen nie entstanden wären.