Na ja, immerhin sind wir uns einig, dass die Klimakrise ein drängendes Problem ist, gegen das etwas getan werden muss, und zwar so schnell wie möglich. Nur sind wir uns uneinig darüber, ob Geoengineering-Maßnahmen wirklich geeignet sind. Ich behaupte ja nicht, dass sie nichts bringen, sondern nur, dass sie sehr kostspielig und technisch kaum umsetzbar sind und nur die Symptome und nicht die Ursachen bekämpfen, sowie mit kaum kalkulierbaren Risiken verbunden sind, weshalb ich da skeptisch bin. (Im Übrigen würden diese Maßnahmen die Effektivität von Erneuerbaren Energien herabsetzen und damit Ökostrom verteuern, weil weniger Energie von der Sonne auf die Erde gelangen würde.)
Das ist so ähnlich wie mit der Kernfusion: das wird vielleicht in 50 oder in 100 Jahren realisierbar sein, aber so viel Zeit haben wir nicht. Wir müssen jetzt handeln, mit Mitteln, die uns bereits zur Verfügung stehen, und das sind in erster Linie die Erneuerbaren Energien sowie die Rückgewinnung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Und diese Maßnahmen haben den Vorteil, dass sie die Ursache der Klimakrise angreifen.
Du hast ja in keinem Deiner Beiträge die technische Realisierbarkeit dieser Maßnahmen bezweifelt, sondern nur die politische Durchsetzbarkeit. Das Problem sehe ich auch, und zwar weniger hierzulande (wo nur noch die AfD die Klimakrise leugnet), sondern vor allem in diktatorisch regierten Ländern wie Russland und China (obwohl letzteres durchaus massiv in Erneuerbare Energien investiert, wenn auch nicht, um das Klima zu retten, sondern einfach, um den Energiehunger der Volkswirtschaft zu stillen - zugleich werden in China neue Kohle- und Kernkraftwerke gebaut) oder auch den USA. Aber das ist noch lange kein Grund, stattdessen auf kostspielige Maßnahmen von zweifelhafter Wirksamkeit und Durchführbarkeit zu setzen, für die es wahrscheinlich erst recht keine politischen Mehrheiten gäbe, weil niemand weiß, woher das Geld kommen soll (wohingegen man mit Erneuerbaren Energien und wahrscheinlich auch mit Kohlenstoff-Rückgewinnung Geld verdienen kann, weil das eine nutzbare Energie und das andere nützliche Bau-, Werk- und Syntheserohstoffe gewinnt). Diejenigen Politiker und Wirtschaftsbosse, die das Klimaproblem leugnen und „keinen Handlungsbedarf“ sehen oder der Meinung sind, dass Klimaschutz „nicht zu teuer sein darf“, werden wohl kaum Milliarden für Geoengineering bewilligen wollen!
Anfang der 70er warnte bereits der Club of Rome vor den „Grenzen des Wachstums“. Und auch vor dem drohenden Klimawandel. Zwar betrachtete der schwedische Forscher Svante Arrhenius - einer der Entdecker des Treibhauseffekts - die bevorstehende Erderwärmung durchaus positiv, jedoch bedachte er nicht das weltweite Abschmelzen gewaltiger Gletschermassen und das dadurch verursachte Ansteigen des Meeresspiegels sowie andere mögliche Folgen. Wie kriegt man also das überzählige CO2 wieder heraus aus der Atmosphäre? In dem man die Selbstheilungskräfte der Natur unterstützt, Dringend nötig ist eine Abkehr von der Ideologie einer Wegwerf- und Überflussgesellschaft. In früheren Zeiten war es allgemein üblich, Möbel, Kleidungsstücke, technische Geräte u.a, wenn erforderlich, zu reparieren oder aufzuhübschen. Aber auch das Bevölkerungswachstum sollte gebremst werden. Sagt den Leuten endlich Wahrheit! Und pflanzt Gummibäume!
Kohlenstoff-Recycling? auch da bin ich etwas skeptisch. Denn das erfordert eine Unmenge Energie. Die grüne Pflanze kann es besser. Nue muss man sie wachsen lassen.
Man beachte, dass der CO2-Anteil in der Atmosphäre immer noch - im Vergleich zu Stickstoff, Sauerstoff und Argon - relativ gering ist. Eine Trendwende ist also durchaus machbar.
Es geht darum, mit gutem Beispiel voranzugehen. Den Leuten die Wahrheit zu sagen. Und wenn das alles nichts fruchtet, müssen wir mit den Folgen zurechtkommen, so gut wie es eben geht. Geoengineering betrachte ich jedenfalls als gefährlichen Murks. Ich erinnere mal daran, wie man vor einigen Jahrzehnten darauf bedacht war, das SO2 aus den Rauchgasen zu filtern, um das Waldsterben zu bremsen. Und Aluminium soll Alzheimer begünstigen. Also, das bringt nichts Gutes!
3 Haare in der Suppe sind relativ viel; 3 Haare auf dem Kopf sind hingegen relativ wenig. Ich wollte damit nur äußern: Eine wirksame CO2-Reduzierung ist durchaus machbar. Zudem ist der Klimawandel nicht das einzige Problem. Es sei an die weltweite Naturvernichtung erinnert, um Nahrungs- und Futtermittel zu erzeugen oder um an Rohstoffe zu gelangen. Und auch die sind endlich. Dagegen hilft kein Geoengineering und kein CCS. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu tun, die einzeln für sich nicht viel bringen, die sich aber summieren können. Es wurde bereits vorgeschlagen, die MWSt. auf Obst und Gemüse ganz zu streichen. Ein Gleiches wäre für Reparaturdienstleistungen möglich. Ebenso für Second-Hand. Ein konsequenter Tierschutz könnte und sollte die Haltungsbedingungen sog. Nutztiere entscheidend verbessern, so den Fleischkonsum verteuern und reduzieren.
Da hast Du zwar irgendwie Recht, dennoch müsste es einigermaßen umwelt- und menschengerecht umgesetzt werden. Und mit vertretbarem Aufwand.
Einen vollständiger Ersatz der Mehrwertsteuer durch eine höhere Einkommenssteuer betrachte ich mit Skepsis. Denn letzterer kann man sich durch clevere Tricks immer noch leichter entziehen. Zudem ist eine gewisse Besteuerung vieler Güter durchaus wünschenswert, zumal diese oft in irgendwelchen Billiglohnländer.gümstig (für die Produzenten) hergestellt werden können.
ExxonMobil könnte bald Schweinswale von ihrem Zuhause in der Nordsee vertreiben. Der Ölriese will für eine CO2-Deponie monatelange Tests mit Schallkanonen durchführen –
dabei sind diese Deponien als Klimaschutztechnik höchst umstritten.
Schon jetzt ist es in der Nordsee durch Schiffsverkehr und Bauarbeiten für Offshore-Windanlagen unfassbar laut. Und Schallkanonen gehören zu den lautesten menschengemachten Geräuschen überhaupt – sie könnten den bereits gestressten Schweinswalen, Fischen und anderen Meeresbewohnern den Rest geben.
(aus einem Ekö-Newsletter vom 1.8.26)
Nachtijall, ick hör dir trapsen! Ein Musterbeispiel vom Greenwashing eines Mineralölkonzerns. Die Botschaft: „Liebe Autofahrer, drückt weiterhin unbesorgt auf die Tube! Wir sorgen dafür, dass eure Abgase nicht das Klima belasten.“ Allerdings muss man sich schon einen Moment des Nachdenkens gönnen, um diesen haarsträubenden Blödsinn als solchen zu erkennen.
Ja, die Idee des CCS stammt meines Wissens ursprünglich aus der Fossile-Brennstoffe-Industrie - eine klassische End-of-Pipe-Maßnahme: statt die Emission von Schadstoffen zu vermeiden, werden sie am Ende des Produktionsprozesses abgefangen und entsorgt. Besser als gar nichts zu tun, aber es verursacht zusätzliche Kosten und Energieverbrauch. Es ist immer besser, die Schadstoffe gar nicht erst entstehen zu lassen. Also: Energiewende forcieren, und den überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen und etwas Sinnvolles damit anstellen. Kohlenstoff ist der Alleskönner im Periodensystem, der ist zum Verbrennen viel zu schade!
Es tut mir leid, dass ich dir wieder widersprechen musst, aber wenn du ungeachtet meiner Argumente immer wieder die gleichen Illusionen verbreitest, kann ich nicht anders.
Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen (DAC) ist extrem energieaufwändig (wegen der geringen Konzentration), ihn direkt an der Quelle (Schornstein) abzuscheiden (CCS) erfordert einen Bruchteil des Aufwand (wegen der hohen Konzentration).
Die Details kannst du in früheren Beiträgen nachlesen. Und übrigens ist DAU noch viel mehr End-of-Pipe als CCS.
Zweifellos ist es einfacher und billiger, CO2 an der Quelle abzuscheiden als bereits in der Luft befindliches CO2 wieder aus der Atmosphäre zu holen. Aber warum nicht die Quelle abstellen? Das ist zugleich End-of-Pipe-Denken und Greenwashing. So wie es sich bei Dir anhört, willst Du weiter fossile Brennstoffe verbrennen mit CCS (und wie willst Du das etwa bei Autos oder bei Öl- oder Gasheizungen von Einfamilienhäusern machen?), und die Klimaerwärmung mit Science-Fiction-Technologien wie einem Riesensonnenschirm im All oder absichtlicher Luftverschmutzung ausgleichen. So reden Fossil-Lobbyisten, wenn sie auf die Klimaschädlichkeit der fossilen Brennstoffe angesprochen werden. Mit wirksamem und sinnvollem Klimaschutz hat das alles nichts zu tun. Ich habe noch ein Fünkchen Hoffnung, dass ich Dich einfach nur falsch verstehe und Du nicht wirklich ein Kettentroll der Fossilwirtschaft bist, aber dieses Fünkchen verglimmt immer schneller.
Um es Dir noch einmal zu erklären zu versuchen: Bei der Rückgewinnung von CO2 aus der Atmosphäre geht es nicht darum, fossile Brennstoffe „grün“ zu machen, sondern darum, bereits angerichteten Schaden zu reparieren. Das Ganze ergibt nur Sinn, wenn man mit der Verbrennung fossiler Kohlenstoffverbindungen möglichst schnell aufhört, und dann gibt es keine Schornsteine mehr, von denen man CO2 abscheiden könnte.
Dein Denkfehler scheint mir darin zu bestehen, dass Du die Verbrennung fossiler Brennstoffe als gegeben hinnimmst, als etwas, woran man nichts ändern kann, als wäre es ein Naturgesetz, und man deshalb Möglichkeiten suchen muss, die Folgen zu kompensieren. Das ist blanker Defätismus, und da geht mir nun mal der Hut hoch. Das ist etwa so, als hätte man auf AIDS nicht mit Kondomen und auf Covid-19 nicht mit Masken und Impfungen reagiert, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sondern allein auf teure Therapien gesetzt, um die wieder gesund zu bekommen, die bereits infiziert sind. Dabei ist längst klar, dass man etwas daran ändern und zumindest die meisten CO2-Quellen abstellen kann, so dass man nicht mehr auf utopische Ideen zur Kompensation des Klimawandels zurückgreifen muss.
Wir drehen uns im Kreis, bzw. reden aneinander vorbei Es ist ja eigentlich auch kein Entweder-Oder, es kann auch ein Sowohl-Als-Auch sein, die einen Maßnahmen schließen die anderen ja nicht wirklich aus (wenngleich da eine gewisse Konkurrenz um die verfügbaren Mittel besteht). Aber ich habe meine Zweifel, dass sich Leute, die die Klimakrise leugnen oder denen die Energiewende zu teuer ist, sich dazu bewegen lassen, viele Milliarden für Maßnahmen zu bewilligen, die noch teurer und von zweifelhafter Realisierbarkeit sind. Wie ich schon mal gesagt habe: Niemand kauft Kuchen, weil ihm das Brot zu teuer ist.
Aber wir sind uns doch einig, dass die Klimakrise ein großes Problem ist, das den Fortbestand unserer Zivilisation gefährdet, und dass dringend wirksame Maßnahmen dagegen getroffen werden müssen. Wir sind uns nur nicht einig, welche Maßnahmen die besten sind.
Die Maẞnahmen schließen sich nicht aus. CCx z. B.kann uns Zeit kaufen und dort zu Einsatz kommen wo die Vermeidung von CO2 derzeit nicht/schlecht möglich ist.
Natürlich muss man bei Geoengineering kritisch hinterfragen wie hoch die Risiken sind und wie hoch der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten. Bei vielen der kursierenden Ideen sehe ich auch ein Missverhältnis bzw. Halte die für zu gefährlich. Ich glaube, @Kalo sieht das ähnlich. Oder sehe ich das falsch @Kalo ?
Ich kann natürlich nicht für @Kalo sprechen, aber was Du sagst, ist nicht falsch. Allerdings sehe ich bei diesem „Zeit kaufen“ die Gefahr, dass solche Maßnahmen dazu genutzt werden, die endgültige Lösung des Klimaproblems auf die lange Bank zu schieben. Denn weil sie die Ursache nicht beheben, sind sie eben keine Dauerlösung, und wie Du sagst, sind die Risiken kaum kalkulierbar. Dagegen ist offensichtlich und wohl auch nicht mit größeren Risiken verbunden, dass die Reduktion von CO2-Emissionen und die Schaffung von zusätzlichen CO2-Senken, entweder durch Renaturierungen, durch stoffliche Nutzung des Kohlenstoffs oder idealerweise durch beide zugleich, einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Es geht nicht darum was ich will. Ich erörtere nur die Optionen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Da gibt es oft gewichtige Gründe, je nach Quelle.
jetzt werd nicht komisch.
Bitte lege mir nichts in den Mund.
CCS kann unter Umständen ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz sein.
Ich dachte, wir hätten Frieden geschlossen?
Dein Denkfehler ist, dass du CCS als eine Kompensation vonn Folgen ansiehst. CCS, falls es funktioniert, verhindert, dass CO2 in die Atmosphäre gelangt, beseitigt also die Ursache.
Das sind zwei ganz verschieden Dinge.
Aber es ist anscheinend nicht möglich, mit dir auf einer rein technischen, sachlichen Ebene zu diskutieren. Also lassen wir es.
CCS ist kein Geo-Engineering. Es verhindert die CO2-Emission direkt an der Quelle.
Nein, du siehst das nicht falsch. Ich sehe momentan keine Geo-Engineering-Technologie die mit akkzeptablem Risiko erfolgsversprechend ist. Das kann sich aber ändern.
Im Gegensatz zu @joerg_rhiemeier sehe ich das nicht so dogmatisch. Wenn es darum geht „die Welt zu retten“ wäre mir (fast) jedes Mittel recht.
Es ist irgendwie im Grenzbereich. Offensichtlich will ExxonMobil durch diesen Ablasshandel Imagepflege betreiben und echte Maßnahmen zur CO2-Minderung durch die Reduzierung des Verbrauchs fossiler Rohstoffe verhindern. Zum historischen Hintergrund dieses Vergleichs:
Der gewiefte Ablasshändler Tetzel ermöglichte es sogar, sich von geplanten Sünden freizukaufen. So kaufte z. B. Der Hake-Ritter aus unserer Region einen Ablassbrief, der sich auf einen beabsichtigten schweren Straßenraub bezog. Ratet mal, wem er dann die Kohle abnahm!
Es ist ganz sicher günstiger, CO2 direkt an der Quelle abzuscheiden, anstatt es aus der Atmosphäre herauszufischen. Noch sehr viel besser ist es jedoch, diese Brennstoffe, die bereits Millionen Jahre in der Erde lagen, dort zu belassen und sie - wenn erforderlich und sinnvoll - für wirklich wichtige Aufgaben zu nutzen. Ansonsten:
Niemand kann, was Natur kann (aus einem WWF-Newsletter)
Man muss sie eben nur machen lassen und ihr zumindest viel verlorenes Areal wieder einräumen und das noch vorhandene erhalten. Aber wenn ich von so manchen Begehrlichkeiten höre und lese - so wird das garantiert nichts.
Ja, dachte ich auch - aber dann hast Du noch mal damit angefangen. Nein, Du bist kein Kettentroll der fossilen Energiewirtschaft, auch wenn sich Dein letztes Post aus meiner Sicht genau so las. Es sind die gleichen Argumente. Wir reden hier aneinander vorbei, und kommen zu keinem Ergebnis, also können wir es auch sein lassen.