Genetik und Umweltfaktoren als Grundlage menschlicher Eigenschaften

https://das-gruene-forum.de/t/wie-sich-die-welt-zu-unseren-lebzeiten-veraendert-hat/4775/29?u=binnen_un_buten

Damit haben wir angefangen. Ist die Erste Welt schlauer? Das ist schon der Punkt hier.
Aktuell ändert sich was. Die Erste Welt strauchelt.

Genetisch kann man das bei der aktuellen Vermischung vielleicht nicht erklären. Oder mischen sich die Leute vielleicht trotzdem gar nicht so sehr? Paart sich jeder mit jedem oder doch nicht?
Werden wir durch geburtenstarke Ausländer überfremdet?
So wie USA so viel Angst davor hat, dass Weiße die Mehrheit verlieren?

Auch wenn ich meine, dass das nicht in diesen Thread gehört: ich finde diesen oberflächlichen Umgang mit Populationsgenetik nicht hilfreich. Wenn wir uns fachlich auf ein angemessenes Niveau heben wollen: hier ganz aktuelles Top-Paper aus ‚Science‘ als Beispiel, das zeigt,was diese Disziplin kann … und dabei auch noch Kolonialgeschichte widerspiegelt.

Admixture’s impact on Brazilian population evolution and health | Science

Editor’s summary

Many medically relevant traits, such as drug metabolism, are characterized by some genetic variants having relatively large effects. However, it can be difficult to identify such variants when the genetic variation of a population is not well understood. Nunes et al. generated whole-genome sequence data for 2723 healthy individuals across Brazil, a population characterized by recent and unequal admixture among Indigenous Americans, Europeans, and African enslaved people. They identified nearly 9 million previously unreported genetic variants, including some predicted to negatively affect protein function, and used these data to refine admixture timing estimates. These data represent an important step toward ameliorating the disparities in genomic coverage between populations. —Corinne Simonti

Abstract

Brazil, the largest Latin American country, is underrepresented in genomic research despite boasting the world’s largest recently admixed population. In this study, we generated 2723 high-coverage whole-genome sequences from the Brazilian population, including urban, rural, and riverine communities representing diverse ethnic backgrounds. We reveal the impressive genomic diversity of Brazilians, identifying >8 million previously unknown variants, including 36,637 predicted deleterious and potentially affecting population health. We found a positive correlation between these deleterious variants and ancestry. Brazilian genomes are a global haplotype mosaic shaped by nonrandom mating, with peak admixture in the 18th and 19th centuries. Within this diversity, ancestry-specific haplotypes exhibit an uneven spatiotemporal distribution. We also identified putatively selected genes in this diverse population, primarily linked to fertility, immune response, and metabolic traits.

The European colonization of the Americas initiated the largest intercontinental population displacement in human history. From the 15th to the 20th centuries, ∼5 million Europeans immigrated to Brazil. These European settlers forcibly brought at least 5 million enslaved Africans from different ethnic groups during the first four centuries of colonization (1). At the time of European arrival, the original population living in present-day Brazilian territory consisted of >10 million Indigenous individuals speaking more than a thousand Indigenous languages (2). Contact with European colonizers led to the decimation of the Indigenous population. It is estimated that the effective population size (N e) decline in Brazil ranged between 83% inland and 98% on the Atlantic coast (2). Currently, the Brazilian Indigenous population is divided into four main genetic groups, mainly related to geography but also to linguistic diversity (2). Brazil also has the greatest African diversity found in the Americas, presenting almost all African mitochondrial haplogroups and a great variability of African genetic ancestries (3, 4). There are 56 European languages or dialects officially in use in Brazil today, with German being the second most spoken language (after Portuguese), with 3 million speakers, as of 2022, per IPOL (Instituto de Investigação e Desenvolvimento em Política Linguística), together with 274 Indigenous languages; however, no African language is spoken by the descendants of enslaved individuals, as per IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística). This demonstrates the cultural richness of the present-day Brazilian population and the impacts of power asymmetry resulting from the colonization period.

However, the genetic heterogeneity resulting from this extensive admixture in Brazil has not been thoroughly characterized. There is a lack of studies investigating the fine-scale population substructure and ancestral sources across the entire country. Existing studies have focused on array data or on specific Brazilian regions (5, 6) and have only broadly characterized the Brazilian population, identifying a limited number of previously unknown variants potentially associated with specific traits in the studied cohorts. Furthermore, no study on natural selection or fine-scale genetic structure based on whole genomes focusing on the Brazilian population has been conducted, leaving a gap in evidence regarding the potential relationships between ancestry, admixture, and relevant medical traits in the Brazilian population.

Conclusions

By leveraging the extensive genetic diversity of the world’s largest admixed population through a comprehensive genomic database spanning diverse Brazilian regions, we have demonstrated that fine-scale demographic analyses play a critical role in unraveling diversity’s complexity and its implications for population health. Our findings underscore the discernible influence of different ancestral backgrounds on Brazilian admixed individuals’ health and genetic makeup. We show that this genetic landscape finds its roots in the evolutionary history of Brazilian Indigenous communities and the intricate demographic interplay stemming from both coerced and voluntary historical immigration to Brazil.

Wenn wir das vertiefen wollen, dann aber bitte unter einem anderen Titelthema

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Eine Rasse oder Sorte steht taxonomisch unterhalb der Art. Die Art ist der zentrale Punkt. Angehörige einer Art sind untereinander fruchtbar. Rassen und Sorten entsprechend auch. Eine Stufe über der Art steht die Gattung. Die Mitglieder sind untereinander nicht mehr fruchtbar.

Neue Arten (nicht mehr untereinander fruchtbar) entstehen durch Isolation. Zeitlich, räumlich etc.
Würdes du den neuen Faden eröffnen? Ich traue mich nicht so recht.

Wenn ich das richtig verstanden habe, entstehen Rassen in erster Linie durch gezielte Züchtung. Sonst gibt es nur Spezies (fortpflanzugsfähig) und evtl. lokal entstandene Unterarten (bei räumlicher Teilung)

Beitrag 43 müsste eigentlich vor Beitrag 42 eingeordnet sein. Dafür bitte ich um Verzeihung.
Ansonsten hoffe ich, einen logischen Redefluss hinbekommen zu haben.
Viel Freude beim Weiterdiskutieren dieses sehr interessanten Themas.

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als Nicht-Fachmann habe ich nichts anderes anzubieten :slight_smile:

das hilft mir so nicht weiter.
Ich verstehe nicht, was dieses Papier zu unserem Thema aussagt.
Kannst Du das mal zusammenfassen und erklären?

„play a critical role in unraveling complexity“?!
Das ist für mich blabla, ich kann darin keine „conclusion“ erkennen.
Kann aber an mir liegen.

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Sie sagen, dass in Brasilien selbst auf kleinstem Raum eine große genetische Diversität vorliegt. Das sollte man bei der Medikation beachten, da bei Medikamentenwirkung die genetische Disposition eine große Rolle spielen kann.

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Sorry, magelnde Impulskontrolle … bin übers Ziel hinausgeschossen.
Unpassender Ort, unangemessene Komplexität
Forget it

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Machst du das an einer einzigen Person fest?

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Der faszinierendste Aspekt dieses Artikels (dazu muss man tiefer tauchen) sind die genetisch sauber dokumentierbaren Einflüsse von Kolonialismus, Rassismus und Verdrängung/fast Auslöschung indigener Ethnien, dazu die Wanderungswege (freiwillig und unfreiwillig).
Selbst die sexuelle Gewalt europäischer Kolonialisten ist noch heute dokumentierbar: Die Y-Chromosomen in den untersuchten Gruppen haben zu rd. 70% europäischen Ursprung - und das sicher nicht auf Basis beidseitiger Zustimmung
Wenn das keine ‚weiße‘ Dominanz belegt …

Trotzdem, dass passt hier nicht hin .. sorry, Spontanreaktion.

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Bitte nicht. Ich will es nachher lesen und möchte genau sowas hier machen

Passt. Du bist hier in meinem Thema. Hier gibt’s kein off topic-Theater.

Das ist hochgradig interessant. Bitte mehr davon

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wenn ich der einzige bin, der das nicht verstanden hat, darf ich nicht der Maßstab sein!
Wir sollten uns nie an den unwissendsten Teilnehmern ausrichten.
Also bitte gerne weitermachen!

Schön wäre nur eine allgemeinverständliche Erklärung für unsereins.
so was in der Art hilft ungemein:

Ich verstehe es so, dass das „Genmaterial“ in Brasilien so „gemischt“ ist, dass es als Ursache für verhaltensmäßige Besonderheiten der Bevölkerung wohl nicht in Frage kommt.
Richtig?

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Das war nicht Inhalt der Studie. Es ging lediglich um die Analyse der Diversität und Übereinstimmung. Aber man kann es aus dem Ergebnis schlussfolgern.

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und das hat @OberdiUl offenbar getan.
Das ist auch für mich nachvollziehbar, aber nicht nur anhand des Artikels, dazu brauche ich bei dem Sachgebiet zwei erklärende Sätze. Danke.

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Bei Bienen kein Problem.

Ansonsten finde ich nach wie vor nichts.

https://www.spektrum.de/magazin/macht-gedraenge-aggressiv/826707

Das ist ganz nice

" eine Menge abwegiges Verhalten bis hin zu sexuellen Auswüchsen und schließlich auch Kannibalismus. Größtenteils ereigneten sich solche wüsten Exzesse dort, wo das meiste Gedränge herrschte: in einem der mittleren Käfigabteile. Diesen hatten überproportional viele Ratten zu ihrer Heimstatt erkoren. Hauptsächlich die Bewohner dieses einen Abteils verhielten sich derart abnorm. In den Randabteilen dagegen, wo deutlich weniger Tiere hausten, lief alles viel ruhiger ab.

Dennoch schienen die Tiere gerade zu diesem Zentrum des Geschehens wie magisch hingezogen. Insbesondere wenn dort andere Ratten fraßen, versuchten sie sich noch dazwischenzuzwängen – obwohl viele gar nicht bis zum Futtergefäß vordrangen. Calhoun sprach von einem pathologischen Zusammenschluss der Ratten. Angesichts des Verhaltenschaos und des Verfalls im sozialen Umgang prägte er den Ausdruck "behavioral sink „, als würde alles im Abfall oder in einem stinkigen Ausguss verrotten.“

https://www.gutefrage.net/frage/warum-sind-europaeer-so-aggressiv

Das ist auch viel Zucht im Spiel. Ich würde die Verhältnisse bei Bienen nicht umbedingt auf Menschen übertragen.

Natürlich ist Agressivität auch genetisch veranlagt, das heißt aber noch lange nicht, dass Afrikaner agressiver sind als Europäer. Da spielen die genetische Vielfalt auf beiden Kontinenten sowie die Kultur vermutlich entscheidende Rollen.

Vermutlich. Haben wir eigentlich Soziologen hier?

Kennst du den Psychopathen der Psychologie studiert hat?

Oder umgekehrt.
Der Psychologe, der sich selbst als normal scannen wollte und so heraus gefunden hat, dass er Psychopath ist?

James Fallon