Bildung ist extrem wichtig. Keine Frage, je mehr Sinnvolles wir dafür tun, um so besser. Ja, da ist, neben den Eltern, auch der Staat in der Pflicht.
Deine Liste ist ja im Prinzip richtig, aber das meiste ist keine Frage des Geldes.
Der Vergleich mit der Vergangenheit ist aber nun mal das Thema hier. Das beinhaltet zum einen den Vergleich mit der Vergangenheit, zum anderen das Wohlergehen der Jugend. Spitzfindig, wie ich ganz selten bin, könnte ich jetzt argumentieren, der Jugend geht es besser, wenn sie weniger mit Schule behelligt wird.
Die Frage ist, über was wollen wir hier diskutieren: die schulische Bildungssituation, den Erhaltungszustand der Schulgebäude, die Wohnungssituation für Studenten, die Höhe des Bafög, die Zahl der Boltzplätze für Kinder im Vergleich mit Afrika, oder was? Das geht gerade komplett durcheinander.
Die Frage ist auch was versteht man unter „gut gehen“.
Was glaubt ihr was die Jungen Leute heute sagen würden wenn die Schulen besser in Schuss wären (wobei ja bei weitem nicht alle Schulen in schlechtem Zustand sind), Wohnungen günstiger, es mehr Bolzplätze gäbe (gab es früher mehr?) usw., aber dafür keine keine Smartphones, Laptops, Tabletts, Internet, an jeder Ecke einen Döner-, Burger-, Pizza-Laden, Nicht einfach mal nach Malle fliegen, usw. usw.
Man könnte den Spieß auch umdrehen indem man sagt den Jugendlichen in den 70ern und 80ern ging es schlechter, weil sie all das nicht hatten.
Ganz platt: Tun wir genug für Kinder und Jugendliche?
etwas differenzierter: Bereiten wir Kinder und Jugendliche ausreichend auf das Leben vor, das sie erwartet?
oder: Vernachlässigen wir Kinder und Jugendliche im Vergleich zu anderen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben?
oder: Was müssen wir zusätzlich tun für Kinder und Jugendliche?
Wobei es mir nicht entscheidend auf eine andere Überschrift, sondern auf eine Änderung der Denkrichtung ankommt: nicht in die Vergangenheit gerichtet (Vergleich mit Boomern), sondern in die Zukunft.
Macht doch einfach einen eigenen thread dazu auf.
Hier wurde schon viel zu dem Thema der aktuellen Überschrift und den aktuellen Schlagworten geschrieben, und ich finde das auch nach wie vor interessant.
Dazu würde ich gerne ein oder zwei Studien als Grundlage nehmen, damit wir auf einer gemeinsamen Basis diskutieren können. Die müsste ich aber erst raussuchen. Wahrscheinlich muss das Thema dann noch aufgeteilt werden, weil es sehr umfangreich ist. Aber das wird sich zeigen.
In Kombination mit dem entscheidenden Wörtchen „müssen“ halte ich diese Aussage in der überwiegenden Anzahl der Fälle für einen beliebten - weil gesellschaftlich akzeptierten - Mythos. Unbestritten gibt es Härtefälle, auch nicht wenige. Aber vielfach ist es so, dass die erwachsenen Kinder sich nicht trauen, von ihren Eltern eine angemessene Finanzierung ihres Studiums zu verlangen. Und nicht wissen, dass ihnen das rechtlich zusteht. Viele Eltern werten es auch als „charakterbildend“, wenn ihre studierenden Kinder sich das selbst verdienen müssen. Mir ist bewusst, dass da viel Konfliktpotenzial herrscht. Manchmal haben die Eltern auch einfach große Teile des Einkommens, das sie für die Ausbildung ihrer Kinder hätten einplanen müssen, in andere Dinge investiert oder vorgesehen.
Umgekehrt wollen viele Studierende sich einen Lebensstandard leisten, den ich angesichts ihrer Einkommenssituation für unvernünftig und/oder übertrieben halte.
Wo ich StudentInnen tatsächlich bemitleide - und hier kommt es zu den nicht wenigen, o.g. Härtefällen - ist die häufig schwierige Wohnsituation, die zum Bezug überteuerter Unterkünfte zwingt. Aber ich würde auch in vielen Fällen widersprechen und nicht pauschal jeder „Ich-finde-kein-Zimmer“-Klage beipflichten. Dafür sind die (Über)Ansprüche und Umstände zu unterschiedlich.
Unabhängig von allen spezifischen Problem, die es gibt: die Zahl der Menschen zwischen 15-25 ist absolut und auch gemessen am Bevölkerungsanteil so niedrig wie nie seit 1950.
Ende 2025 waren es rund 8,3 Millionen beziehungsweise nur 10,0 % der Bevölkerung.
Auch alle unter 15 Jahren machen gegenwärtig nur 14 % der Bevölkerung aus.
Damit ist klar, das mindestens über die nächsten 2 Jahrzehnte junge Wähler kein angemessen starkes Gewicht an den Wahlurnen haben werden, was sicherlich nicht dazu beiträgt, eine kinder- und jugendfreundliche Politik mehrheitsfähig zu machen.