Geht es der Jugend heute schlechter als der Generation Baby Boomer?

Neuer Thread zu OT Beiträgen aus Schulstreik gegen Wehrpflicht am 5.12.25 - #215

von @ErnstBGi :
Gemessen an unserer Generation, die übrigens auf riesigen Friedensdemos rumgelaufen ist und „Petting statt Pershing“ gerufen hat und die teilweise noch elternunabhängiges, rückzahlungsfreies Bafög bekam, gehts den jungen Leuten heute schlechter. Vorgestern habe ich zufällig mit einer Biochemiestudentin in einem Cafe gesprochen. Zum einen haben die durch Corona alle 3 Jahre ihres jungen Lebens, insbesondere ihrer Ausbildung verloren. Zum anderen müssen die hammerhart arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren und schaffen es deswegen oft nicht bis zum Abschluss.

3 „Gefällt mir“

Ja!
Du musst schon das Ganze zitieren. (Hervorhebung von mir)

Klar doch, früher war alles besser.

Jetzt übertreibst du aber.
Eine meiner Töchter hat genau in dem Zeitraum studiert.
War nicht schön, aber sie hat in der Zeit nicht aufgehört zu leben und hat auch ihre Ausbildung machen können.

1 „Gefällt mir“

Woran genau machst Du das fest? Wir hatten übrigens auch Wehrpflicht, also der männlich gelesen Teil von uns.

Zahlen bitte. Mit Vergleich zu der anscheinend paradiesischen Vergangenheit.

„Ein Drittel der Studierenden in Deutschland lebt in Armut: BAföG-Sätze sind zu niedrig, Unterkünfte zu teuer. Die psychische Belastung wächst.“
(…) "Nur zwölf Prozent der Studierenden bekommen überhaupt BAföG, also staatliche Unterstützung - im Durchschnitt 475 Euro plus 380 Euro Wohnkostenpauschale, zusammen 855 Euro.
Selbst diejenigen, die den BAföG-Höchstsatz von 992 Euro erhalten, liegen unter der Armutsgrenze, moniert auch Joachim Rock vom Deutshen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Laut einer Expertise seines Verbandes waren 2023 insgesamt 36 Prozent aller Studierenden von Armut betroffen. Von den Studierenden, die allein oder in Wohngemeinschaften leben, sind sogar mehr als 80 Prozent arm.
" (Armut bei Studierenden: Wenn das BAföG nicht zum Leben reicht | tagesschau.de)

Weitere Quellen:

Willst du noch mehr?
Armutsursache: zu hohe Mieten, Coronabedingt Ausfall von Nebenjobs, Preissteigerung. Das billige WG-Zimmer im Altbau mit Kohleofen und Klo auf halber Treppe, wie früher, gibt es nicht mehr. Die sind alle Luxussaniert.
Insofern wäre eine Idee für den freiwilligen Wehrdienst: ein Jahr rückzahlungsfreies, elternunabhängiges Bafög als Belohnung.

1 „Gefällt mir“

wie ist armut hier definiert?
wieviel % waren es früher?
in einem der Links heißt es, sie seien auch arm, wenn sie noch bei den eltern wohnen.
obwohl sie mietfrei wohnen ?
als student wenig geld zu haben ist für eine absehbare zeit. wenn ich nach 4 jahren dann einen guten job bekomme, ist es eher erträglich als wenn ich keine chance auf besserung habe.

3 „Gefällt mir“

Ja Mietpreise sind ein Problem, schon immer, das hat sich verschärft, zumindest in den beliebten Städten.

Aber dass Studenten unter die Armutsgrenze (60% des Medianeinkommens) fallen, ist nichts neues, war zu meiner Zeit gefühlt (ich habe keine Statistik aus den 70er Jahren) nicht anders. Ich hatte damals Wohngeld beantragt, das mir eigentlich zugestanden hätte, es wurde aber abgelehnt mit der hanebüchenen Begründung, ich hätte keinen eigenen Haushalt, da davon auszugehen ist, dass ich nach dem Studium wieder bei meinen Eltern wohnen würde.

Ich habe mich trotzdem nicht arm gefühlt, aus mehreren Gründen. Ich wusste, es ist eine temporäre Armut, in meinem sozialen Umfeld hatten alle ähnlich wenig Geld, ich hatte kaum Ausgaben für Kleidung, anfangs kein Auto (braucht man in der Stadt nicht), kaum Ausgaben für Möbel, Urlaub im Zelt oder irgendwann mal im alten VW-Bus (ich hatte in den Semesterferien gearbeitet und deshalb etwas Geld übrig) usw.

Wie gesagt, bei meinen Freunden sah es nicht anders aus. Wirklich arm hat sich keiner geführt. Vielleicht auch weil wir immer noch Eltern im Hintergrund hatten und vor allem, weil es eine temporäre Armut war.

1. Armutsschwelle
„Mit der jüngsten Reform wird der BAföG-Höchstsatz inklusive Zuschüssen zum Wohnen und zur Kranken- und Pflegeversicherung 992 Euro betragen. Dagegen lag die amtliche Armutsschwelle für Einzelhaushalte 2023 bei 1.314 Euro netto im Monat, was 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung entsprach.“

2. Höhe Bürgergeld
„Erst neulich hat das Berliner Verwaltungsgericht das BAföG als verfassungswidrig eingeschätzt, weil es nicht das Existenzminimum abdeckt und der für Wohnkosten vorgesehene Betrag längst nicht dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Das Fazit der Richter lautete: „BAföG für Studierende darf nicht geringer sein als Bürgergeld.“ Auch dieser Fall geht jetzt nach Karlsruhe.“ (Quelle: Sicherheitsüberprüfung - Studis Online)

In welchem? Hab ich nicht gesehen.

Gibt es keine Statistiken, soweit ich finden konnte. Aber:

R.K.: Ich glaube nicht, dass der Lebensstandard bei uns damals bescheidener war. Zwar war das Studentenleben günstiger – ich habe z.B. noch 1976 nur 180 DM für ein Studentenappartement in Münster im Wohnheim bezahlt, das war ungefähr ein Drittel des mir zur Verfügung stehenden Monatsgeldes. Aber daneben standen in dieser Zeit in meinem Umfeld Fernreisen hoch im Kurs. Dafür hat man dann in den Semesterferien gejobbt, um in den folgenden Semesterferien eine Rucksackreise machen zu können; mein Lebensstandard hatte weniger mit dem Frisör oder teuren Klamotten zu tun, sondern mit dem Kennenlernen der Welt durch Reisen. " (die-bonn.de/zeitschrift/22005/)

Die Studenten haben im Vergleich zu früher höhere Ausgaben für Internet, Mobilfunk oder teure Elektronik (Laptops).
Damals reichte ein Schreibmaschine und Papier und ab und an Kopierkosten. Telefonanschlüsse für Studenten waren ermäßigt und es gab ein Telefon in der WG, das alle nutzten.

Kannst du denn mit Statistiken beweisen, dass es den Studenten heute besser oder gleicht geht wie denen in den 70ger/80ger/90ger Jahren?

Kommt auf des Studium an, ob du einen gutbezahlten Job kriegst. Sozialpädagogen z.B. erhalten ca. 200-300 Euro mehr als ein Erzieher, der nur zwei Jahre Fachschule hatte und kein Bafög zurückzahlen muss. Und das auch nur, wenn nach öffentlichen Tarifen gezahlt wird. Ich kenne einige Sozpäds, die mit 45 immer noch ihr Bafög abzahlten.
Als Anwalt kann das natürlich anders aussehen. Aber nicht immer.

Richtig.
Der deutsche Durchschnittsanwalt verdient laut Studien (die aber schon ein paar Jahre alt sind) unter 2000 im Monat. Da sind halt viele Wohnzimmerkanzleien dabei.
Die 5-10% der Anwälte, die in großen Kanzleien arbeiten, verdienen 6- oder 7-stellig (im Jahr). Auch bei uns ist die Spreizung riesig.
Aber jeder hat die Chance …

3 „Gefällt mir“

Zwar OT:

Stimmt, als Einzelanwalt hat man es wirklich nicht einfach, wenn man bedenkt, dass auch evtl. Angestellte bezahlt werden müssen.

Es sei denn, man hat das Glück und bekommt einen Job in einer bekannten größeren Anwaltspraxis und hat die Chance irgendwann “Partner” zu werden oder man übernimmt Papas Job.

Dabei sind Frauen noch erheblicher benachteiligt, es sei denn, sie heiraten einen Anwalt. :smiley: (Traurig, ist aber so).

1 „Gefällt mir“

Du hast mit Statistik angefangen. Du hast behauptet, den Studenten ginge es heute schlechter. Da wird man doch noch nach Evidenz fragen dürfen.

Ich werde immer skeptisch, wenn die sozialen Zustände in D derart lustvoll und einseitig schwarz-weiß schlechtgeschrieben werden.

Unsere Kernprobleme liegen nicht im unterentwickelten Sozialstaat. Im Gegenteil. Angeblich ist es so, dass in 5 Jahren die Kosten für Soziales, die anderen fixen Staatskosten und die Schuldzinsen den gesamten Haushalt „auffressen“. D.h. es gibt kein Geld mehr für Investitionen, für staatliche Lenkung, für die Zukunft. Irgendwas stimmt da nicht.

Siehe unten:
Unsere Sozialausgaben haben sich seit 1991 mehr als verdreifacht.
Wieviel % des Staatshaushalts sollen für Soziales ausgegeben werden?
50%? 70%? 100%
Wann ist es genug bzw. nicht mehr finanzierbar?
Wer bezahlt das? Wieder die „Superreichen“?

Aber zum Thema, aus der SZ:

20.15 Uhr, beste Fernsehzeit und auch noch kurz vor einem Champions-League-Spiel mit deutscher Beteiligung. Deshalb kann Heidi Reichinnek, die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, in einer RTL-„Sondersendung“ mit einem Millionenpublikum rechnen. Die angeblich derzeit populärste deutsche Politikerin nutzt das weidlich aus und stellt eine Reihe von kühnen Behauptungen auf. Unter anderem die Mär, dass zwei Millionen Kinder in Deutschland in Armut leben und „hungrig in der Kita oder Schule sitzen“. Es sind solche Sätze, die auch gerne selbst von seriösen Medien ungeprüft übernommen werden, für den Volkswirt und Autor Georg Cremer aber lediglich „empiriefreie Empörung“ darstellen. Man könnte auch einfach „Unsinn“ sagen. Die RTL-Moderatorin Pinar Atalay fragt Reichinnek zwar nach ihren Quellen, bekommt aber keine Antwort und lässt dann die angeblich darbenden Kinder in ihrem Elend sitzen.

Cremer analysiert und decouvriert in seinem – trotz der nicht einfachen Materie gut lesbaren – neuen Buch unter anderem ausführlich 22 solcher „Mythen“. Die werden nicht zuletzt auch von einigen Sozialverbänden (für den Autor die „Echokammern der Unzufriedenheit“) ständig über die Zustände in Deutschland verbreitet. Dazu zählt etwa die (nur scheinbar) schrumpfende Mittelschicht, die falsche Feststellung, dass „sich Arbeit nicht mehr lohnt“, oder auch die nostalgische Vergangenheitsverklärung, wonach im Gegensatz zu heute „früher“ eine Familie von einem Gehalt gut leben konnte.

Sozialverbände als „Echokammern der Unzufriedenheit“

Dabei ist Georg Cremer als früherer Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes unverdächtig, neoliberalen Ideen anzuhängen. Denen zufolge zerstört der Staat mit seinen vielen Unterstützungstöpfen die private Hilfsbereitschaft und „pampert“ die Familien. So etwas glaubt aber nur eine Minderheit, üblicher ist die Klage über das „immer unsozialer“ werdende Land. Bereits in mehreren Büchern (am bekanntesten „Armut in Deutschland“ von 2017) hat Cremer solche schlicht falschen oder zumindest stark überzeichneten Äußerungen konterkariert. Doch die von ihm so genannte Skandalrhetorik wird sogar immer bissiger. Und das in einem Land, dessen Sozialausgaben sich seit 1991 mehr als verdreifacht haben. Was freilich nicht heißt, dass es hierzulande keine Missstände und soziale Probleme gäbe.
…
Wie kam es aber nun zum Narrativ der hungernden Kinder? Auslöser war schon 2011 ein Bericht des UN-„Ausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“, in dem es hieß, „bis zu 25 Prozent“ der deutschen Kinder gingen hungrig zur Schule.
Cremer moniert, dass nicht nur das verräterische „bis zu“ in der Berichterstattung weggelassen wurde, sondern sich niemand die Frage gestellt habe, woher denn der Ausschuss seine Erkenntnisse habe. Es existiere nämlich gar keine Erhebung zu dem Thema.
Was nichts daran ändert, dass manche Kinder nicht frühstücken. Nach einer Allensbach-Umfrage wird von den meisten Eltern Zeitmangel am Morgen genannt. Cremers Resümee: Es sei sicher verdienstvoll, sich für die materielle Besserstellung von Familien mit niedrigem Einkommen einzusetzen, aber dafür müsse man „nicht Deutschland zum Hungerland erklären“.
…
Aber warum gibt es überhaupt in einem reichen Land wie Deutschland Arme? In der EU hat man dafür „eine recht willkürliche Grenze“ (Cremer) festgelegt. Als „im Armutsrisiko lebend“ (neuerdings nicht ganz so dramatisch: „mit Niedrigeinkommen“) gelten danach Personen in Haushalten, deren verfügbares Geld geringer als 60 Prozent des mittleren Einkommens ist. Das ist die Summe, die die Bevölkerung in eine obere und untere Hälfte teilt (sogenanntes Medianeinkommen). Es ist also keine absolute Zahl, sondern eine relative Größe.

Das relative und das absolute Konzept von Armut

Das bedeutet, dass sich beispielsweise bei einer gleichen Erhöhung aller Einkommen die Armutsrisikogrenze nicht verändern würde. Und wenn der Mittelstand Einkommen einbüßt, geht es rein rechnerisch den Armen besser, aber eben nicht real. Cremer: „Die Crux mit der Rhetorik, die Armen würden immer ärmer, ist, dass mit ihr ein relatives und ein absolutes Konzept von Armut durcheinandergeworfen werden.“

Wer soll denn die Beiträge zum Ausbau des Sozialstaats leisten?

Auch wenn viele Vorwürfe gegen das vermeintlich unfähige Gemeinwesen ungerecht oder gar bösartig sind, muss der Sozialstaat weiter ausgebaut und auch gerechter werden. Trotzdem hat das seine Grenzen, weil alles von den Bürgern auch finanziert werden muss. Diese fordern zwar grundsätzlich in großer Mehrheit immer gerne eine bessere Unterstützung der Bedürftigsten. Wenn es aber heißt, dafür müsse auch der Mittelstand und nicht nur der Superreiche seinen Beitrag leisten, dann sinkt die Hilfsbereitschaft sofort dramatisch.
Das liegt vor allem daran, dass die Selbsteinstufung weit an der Realität vorbeigeht. So fordern fast 70 Prozent der Deutschen (ein Spitzenwert unter den 38 OECD-Staaten) eine stärkere Besteuerung „der Reichen“. Doch nur drei Prozent zählen sich zu den oberen 20 Prozent, denen sie aber tatsächlich angehören. Da wird es dann schwierig mit der Finanzierung.

1 „Gefällt mir“

Du hast nach Statistiken gefragt. In SH haben wir grade wieder einen Aufschrei der Studenten, weil das Land zukünftig Verwaltungsgebühren für die Unis verlangt. (Verwaltungsgebühr für Studierende in Schleswig-Holstein kommt | ndr.de).
In den 80/90gern reichte der Bafögsatz für ein einfaches Dach über dem Kopf (WG-Zimmer/Altbau) und einfache Ernährung (Spagetti mit Tomatensauce), Fahrtkosten, Krankenkasse und Studienkosten aus. Studenten jobbten, um sich zusätzlichen Luxus zu leisten, wie Reisen, ein Auto, Möbel, die nicht vom Sperrmüll waren.
Heutzutage müssen Studenten zusätzlich zum Studium arbeiten, um Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen zu können. Das liegt an der inflationsbedingten Preissteigerung und den hohen Mieten. Sie haben zwar nicht weniger Geld als früher zur Verfügung, aber viel höhere feste Kosten.

Der größte Teil der Sozialausgaben sind Rente und Krankenversicherung mit 60,9 %. https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/abbII2.pdf

Also Geld für die Alten, die erfahrungsgemäß auch kränker sind und mehr medizinische Versorgung brauchen.
Fast die Hälfte des Bürgergeldes sind Leistungen für Migranten (Bürgergeldempfänger Ausländeranteil 2025 | Statista). Ein weiterer großer Teil der Sozialhilfe sind Ausgaben für Pflege und Altersheime und Asylbewerberleistung.

Für unsere Kinder und Jugendlichen geben wir am wenigsten aus.

Deutschland gibt so viel Geld für Soziales aus wie kaum ein anderes europäisches Land. Gleichzeitig ist es bei Zukunftsthemen wie Bildung und Investitionen schwach und beim Wachstum abgeschlagen.

Rund 41 Prozent unserer staatlichen Gesamtausgaben fließen inzwischen in die sozialen Sicherungssysteme. Fast die Hälfte davon geht allein in die Renten, dazu kommen Kranken- und Pflegeversicherung. Gleichzeitig muss der Staat an vielen Stellen sparen, um den bestehenden Sozialstaat zu finanzieren.

Die Nettoinvestitionen des Staates liegen seit rund zwei Jahrzehnten nahe null. Das heißt: Zieht man den Verschleiß unserer Straßen, Brücken und Schulen ab, wird im Grunde nichts Neues geschaffen. Auch bei den Bildungsinvestitionen hält sich Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn auffällig zurück.

Die Quittung kam mit den jüngsten Pisa-Ergebnissen: In allen Kompetenzbereichen ist Deutschland zurückgefallen. So schlecht wie zuletzt waren die Ergebnisse noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000.

Der Handlungsspielraum der Politik wird dabei immer enger. Nur über etwa 16 Prozent des Bundeshaushalts kann die Politik derzeit noch frei entscheiden, Tendenz sinkend. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat es im aktuellen Jahresgutachten drastisch formuliert: Ab 2029 wird voraussichtlich der gesamte Bundeshaushalt für Soziales, Verteidigung und Zinsen verbraucht. Für die Zukunftsgestaltung: null Euro.

was wäre denn, wenn wir die Frage des thread-Titels einfach mit „Ja“ beantworten?

Auch der durchschnittliche Arbeitnehmer muss heute mehr für die Wohnung ausgeben als vor 30 oder 40 Jahren und kann sich häufig keine eigene Wohnung kaufen, geschweige denn ein Haus.
Die hohen Wohnungskosten sind kein Studenten-Problem. Sie haben dasselbe Problem wie viele andere.
Mit dem Unterschied, dass bei den Studenten häufig die Eltern im Notfall einspringen können, und dass es gute Chancen gibt, dass es nach dem Studium besser wird.

Das muss man sich bei der Wahl des Studienfachs überlegen und ggf. was anderes studieren.
Oder Erzieher werden.

Das wäre dann falsch.

1 „Gefällt mir“

[Geändert, war falsches zitiert]

Fast alle meiner Kommilitonen haben nebenbei gejobt, ohne großen Luxus zu haben.

Das sind doch alles gefühlte Statistiken, solane du keine harten Fakten hast, brauchen wir eigentlich über dieses Thema nicht diskutieren.

Die würden mich ernsthaft interessieren, weil auch ich hier nur mit gefühlter Wahrheit argumentieren kann. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch vor 50 Jahren ein erheblicher Anteil der Studenten unter der Armutsgrenze lag.

Die Menschen sind heute nicht kränker als früher, auch wieder so ein Mythos. Die Kosten für Gesundheit steigen aus anderen Gründen

Wirklich?

Von der Geburt bis zur Volljährigkeit kann ein Kind mehr als 190.000 Euro kosten

Eltern geben laut der letzten offiziellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Stand 2021) im Schnitt 763 Euro im Monat für den Nachwuchs aus. Auf 18 Jahre gerechnet kommt so eine Summe von knapp 165.000 Euro zusammen.

Öffentliche Bildungsausgaben im Jahr 2024 um 7 % gestiegen

Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Jahr 2024 auf rund 198 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das nominal (nicht preisbereinigt) 7 % oder 13 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2023. Betrachtet man die realen (preisbereinigten) Bildungsausgaben, so ergibt sich im Vorjahresvergleich lediglich eine Zunahme von 4 % oder 5 Milliarden Euro. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung gaben die öffentlichen Haushalte damit im Jahr 2024 insgesamt 2 400 Euro je Einwohnerin und Einwohner für Bildung aus (2023: 2 200 Euro). Bezogen auf die Personen unter 30 Jahren waren es 8 000 Euro (2023: 7 400 Euro). Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2024 mit 4,6 % über dem Wert des Vorjahres (2023: 4,4 %).

Das habe ich nicht geschrieben, du hast meinen Satz im Zitat umgeschrieben. Ich hoffe, das war ein Versehen und nicht absichtlich. Es steht dort:

1 „Gefällt mir“

Sorry, habe ich geändert

1 „Gefällt mir“

Betrachten wird das weltweite Ranking, liegt Deutschland damit im unteren Mittelfeld. Hier einige Beispielzahlen aus dem weltweiten Ranking:

20x10 Tuvalu 12,8 % 2023
20x13 Namibia 9,0 % 2023
20x12 Kirgisistan 6,8 % 2023
20x13 Tunesien 6,7 % 2023
20x12 Finnland 6,5 % 2021
20x13 Algerien 5,6 % 2023
20x13 Frankreich 5,4 % 2021
20x11 Vereinigte Staaten 5,4 % 2021
20x13 Südkorea 4,9 % 2021
20x13 Österreich 4,8 % 2022
20x12 Deutschland 4,5 % 2022
Weltdurchschnitt 3,8 % 2022

Quelle: Liste der Länder nach Bildungsausgaben – Wikipedia.

Jetzt hast du bestimmt was an den Zahlen zu meckern? :wink:

Kannst du auch eine Quelle für diesen Text angeben? Eigendlich kann ich das Thema auch mit einer KI diskutieren …

"Die Frage, ob Kinder und Jugendliche heute ärmer sind als 1980, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten, da sich die Art der Armut und die statistische Erfassung stark verändert haben.

  1. Relative Armut ist gestiegen

In Deutschland wird heute meist die Armutsgefährdungsquote (relative Armut) gemessen. Diese ist seit den 1980er und frühen 1990er Jahren tendenziell angestiegen.

  • Heute (2024/2025): Laut aktuellem Statistischem Bundesamt ist gut jedes siebte Kind (ca. 14,4 % bis 14,8 %) armutsgefährdet. Andere Studien, die soziale Teilhabe stärker einbeziehen, sprechen sogar von über 20 %.
  • 1980: Die Quoten waren in den 1980er Jahren (in der damaligen Bundesrepublik) deutlich niedriger, da die Einkommensunterschiede geringer waren und das Modell der Alleinverdiener-Familie noch stabiler funktionierte.
  1. Absolute vs. Relative Armut
  • Absoluter Wohlstand: Rein materiell gesehen besitzen Kinder heute oft mehr (Smartphones, Laptops, Zugang zu Informationen) als 1980.
  • Soziale Ausgrenzung: Armut heute bedeutet vor allem den Ausschluss von Teilhabe. Während 1980 ein Kind ohne Markenkleidung weniger auffiel, führen fehlende finanzielle Mittel heute schneller zu Isolation, da viele Freizeit- und Bildungsaktivitäten kostenpflichtig sind.
  1. Risikogruppen im Wandel

Die Ursachen für Kinderarmut haben sich verschoben:

  • Damals: Armut war oft mit Arbeitslosigkeit der Eltern verknüpft.
  • Heute: Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden, Familien mit drei oder mehr Kindern sowie Familien mit Migrationshintergrund.
  1. Prognose für die Zukunft

Studien deuten darauf hin, dass die heutige Generation junger Menschen („Millennials“ und jünger) Gefahr läuft, im Laufe ihres Lebens weniger realen Wohlstand anzuhäufen als ihre Eltern – ein Bruch mit dem jahrzehntelangen Versprechen des sozialen Aufstiegs.

Fazit: Während der absolute materielle Standard gestiegen ist, ist das Risiko, relativ arm zu sein und dadurch soziale Benachteiligung (insb. bei Bildung und Gesundheit) zu erfahren, im Vergleich zu 1980 deutlich höher."

Wir stellen fest: Es geht Kindern heute schlechter, die KI hats gesagt. Fertich das Thema. :slightly_smiling_face: