"Frauen egal wie dumm werden automatisch respektiert"

Mir fallen immer mal wieder Artikel auf, bei denen ich mich Frage, ob es noch um Gleichberechtigung geht:

Die Schlagzeile „Frauen egal wie dumm werden automatisch respektiert“ würde jedenfalls eine riesige Welle der Empörung auslösen. Und zwar zu Recht, wie ich anmerken möchte.

Noch ein Beispiel: Warum glotzen Männer Sport?

Nachtrag: Es hat sich herausgestellt, daß der Beitrag einen ganz anderen Titel hat. Nur auf der Haupseite wurde der provokante Titel verwenden (siehe Bild weiter unten)

Jetzt ist an der spannendsten Stelle eine paywall.
Also musst du mal erklären: Warum tun sie’s?
Diese Frage mit dem Sport treibt mich schon seit meiner frühesten Kindheit um, und ich kann sie bis heute nicht beantworten.

Auch Frauen glotzen Sport. Manche trinken dabei sogar Bier.

Und warum?

Das ist jetzt eine sehr schwierige Frage. Vielleicht weil es ihnen Spaß macht?

Kann sein, kann aber auch nicht sein. Es wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

Ich kann ja mal schreiben, warum ich manchmal Sport gucke.

Zum Beispiel jetzt aktuell Skilanglauf gucke ich manchmal mit, weil ich versuche, mir da was abzugucken. Zum Beispiel gefällt es mir, wie die Profis mit winzigen Trippelschritten bergab um die Kurven heizen. Das würde ich auch gern können.

Mir ist es relativ egal, wer dabei gewinnt, meistens sogar, wer wer ist.

Ich schätzte aber, die meisten Zuschauer`*innen werden andere Gründe haben.

Noch lieber würde ich zumindest annähernd so wie die Profis bergauf heizen können.

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Stell dir einfach vor, der Hang im Fernsehen wäre weniger steil. :slightly_smiling_face:

Wenn Du keine fundierte soziologsche Studie dazu brauchst, so kann ich das mal aus meiner Beobachtung schildern - Sport ist zunächst „ungefährlich“, ja in den Anfängen „spielerisch“ - sich darauf einzulassen (egal, ob selbst aktiv mitmachend oder nur zuschauend), ist Teil des Spieltriebs - hinzu kommt noch das Gemeinschaftsgefühl: „meine Gruppe“, „mein“ Verein" „meine“ Nation…
Die Identifikation ist also gefühlt sinnstiftend (Ziel ist es - so lange wir im konstruktiven Bereich bleiben -, zu gewinnen, (ohne zu zerstören).
Es gibt immer wieder auch eine neue Chance - existenziell riskiert man also nichts.

Auf dieser Basis sitzt man also als Zuschauer (im Stadion oder vor dem Fernseher) - idealerweise im Gemeinschaftsgefühl mit anderen - und lässt sich von der Frage leiten, wie es wohl ausgehen wird - i.d.R. ist der Verlauf der meisten Sportarten auch so konstruiert (Regelwerk), dass im Verlauf die Momente des drohenden Verlusts aber auch des nahenden Triumpfs (das klassische Drama also auf spielerische Weise) „schnell“ wechseln (können).

Das mit dem Gewinnen ist wahrscheinlich bei Männern etwas stärker ausgeprägt, weil bei Männern statistisch die offenen Rivalität stärker repräsentiert ist.

Wenn man also vor dem Bildschirm oder im Stadion sitzt, seine empathische Projektion auf den/die ernannte(n) „HeldInnen“ freien Lauf lässt (das ist fast so wie in einer dramatischen Oper :slight_smile: und innerhalb kürzester Zeit auch noch mitfiebernd schwankt zwischen Niederlage und Sieg, so wird der eigene Körper von diversen stimmulierenden Hormonen überchüttet, die ein unglaubliches Gefühl der Vitalität erzeugt…

Natürlich kann man das auch anders erreichen (etwas durch eigenen Sport/Wettkampf) oder wenn man Dramen im kulturellen Sinne genießt - oder durch das initiieren „eigener Dramen“…

Seit ich den Sport im Fernsehen in erster Linie dazu nutze, „aus der Distanz“/analytisch ohne Projektion und - so wie Du - unabhängig vom Ergebnis eher technische Fragen zu klären oder einfach nur die Ästhetik des Moments (Sport hat für mich immer auch einne großen ästhetischen Charakter), habe ich selber nur noch wenig „emotionale Bindung“ zum Geschehen auf der Leinwand - und damit treten diese ganzen letztlich auch im Körper sich manifestierende Dinge in den Hintergrund bzw. fallen ganz weg.

Ich bin inzwischen allerdings kein Fan mehr davon, dieses Vitalitätsgefühl abhängig von anderen zu machen - da ist mir die Eigeninitiative der - nicht zuletzt verlässlichere - Auslöser.

Wie heist es dazu so schön bei Goethe:
Zufällig naht man sich, man fühlt, man bleibt
Und nach und nach wird man verflochten;
Es wächst das Glück, dann wird es angefochten
Man ist entzückt (möglicher Sieg), nun kommt der Schmerz heran (drohende Niederlage),
Und eh man sich’s versieht, ist’s eben ein Roman (hier müsste man Ersetzen „Gesamter Wettkampf“).

Laßt uns auch so ein Schauspiel geben!
Greift nur hinein ins volle Menschenleben!
Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt,
Und wo ihr’s packt, da ist’s interessant (und spannend).

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Danke für diese Erklärung, das ergibt auf jeden Fall Sinn.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass mich Opern auch nicht wirklich mitreißen.
Eher einige Filme.

schau mal Fernsehwerbung an.
Männer kommen da im Wesentlichen nur noch als Trottel, schräge Vögel oder Staffage vor.
Ich frage mich immer, wer mit dieser Werbung angesprochen werden soll.
Frauen, die sagen „ja, mein Mann ist auch so dämlich“?
Männer, die sagen „ja, so dämlich will ich auch sein“?
Sehr merkwürdige Strategie
Aber wer´s mag … :slight_smile:

anderes Thema

War das mal anders?
Unser Favorit war früher der „Persil-Onkel“. Er sagte immer:
„Da weiß man, was man hat - Guten Abend“.
Wer sollte damit eigentlich angeprochen werden?

Wie schade :thinking:

Das war natürlich auch nur ein Beispiel für Kultur im Allgemeinen - natürlich beitet auch der Film, das Buch oder das Bühnendrama hier andere adäqaute Möglichkeiten - und selbst Musik für sich kann diese inneren Wechsel zwischen an- und Entspanung bieten…

Des wegen gibt es übrigens auch Sportarten, die sich wenig für dieses Phänomen eignen - wenn man die Schachweltmeisterschaften anschaut, so ist der Spielverlauf für die meisten Zusaschuer zu langsam (und die Wechsel zwischen Sieg und niederlage zu wenig nachvollziehbar), als dass sich dieses rauschhafte Gefühl beim Zuschauen einstellen würde.

Und natürlich - wenn man sensibel dafür ist - gibts das sogar gratis immer und überall - die großen Kabbarettisten wie Polt etc. haben das immer wieder unter Beweis gestellt, in dem sie die Situationsdramen auf der Straßeoder einfach in sich selber beobachtet und niedergeschrieben haben :slight_smile:

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Da spielen sehr wenig Frauen mit. Warum eigentlich?

Frauen und Männer sind gleichberechtigt - aber nicht gleich. Das ist die simple Wahrheit.

Aber mich würde sehr viel mehr interessieren, ob ihr auch Artikel über Männer kennt, die niemand in Bezug auf Frauen veröffentlichen würde?

die meisten „feministischen“ Texte würden im Zweifel für Empörung sorgen, wenn man sie mit umgekehrten Geschlechterrollen schreiben würde.
Oder nimm das grüne Frauenstatut.
Wenn man da Frau gegen Mann tauscht, wird einem beim Lesen schlecht.

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Keine Ahnung - es gibt durchaus Frauen, die ganz oben erfolgreich mitspielen - es kann also nicht an einem geschlechtsspezifischen Unterschied liegen, sondern nur daran, dass es einfach weniger Frauen gibt, die sich für den Sport interessieren - es scheint also einfach für Frauen als Sport wenig attraktiv zu sein - ich habe dazu aber noch nie etwas gelesen…

Persönlich (gedeckt durch den Kommentar des Exweltmeisters Fischer: „Schach ist Krieg“) liegt für mich die Spekulation nahe, dass es - im Gegensatz zu vielen anderen Spielen/Sportarten beim Schach tatsächlich darum geht, den Gegner zu vernichten/völlig zu zerstören - das ist im Grunde ein sehr destruktiver Ansatz/Matchziel (vor allem im Vergleich zu Sportarten, wo es eher darum geht, gegen die Uhr zu kämpfen, und eben dann um 100erstel Sekunden besser zu sein als der Kontrahent) - selbst beim Fußball ist nach dem Spiel wieder alles OK, weil jeder weiß, dass der Unterschied z.T. in den Rahmenbedingungen (z.B. Schiedsrichter) und - als Mannschaftssport - durch die tagesformabhängige Koordination zwischen den einzelnen Spielern/Mannschaftsteilen gelegen haben kann, was bei einem neuerlichen Aufeinadertreffen wieder anders sein kann.
Das ist beim Schach völlig anders - hier gibt es nur „mein Geist“ gegen „Dein Geist“ - und das Ziel bzw. am Ende steht die demütigende(?!) bedingungslose Kapitulation des einen Geists.

Interessant wäre hier, in einem Vergleich Ähnlichkeiten mit Kampfsportarten zu untersuchen (z.B. Boxen)

Erschwerend kommt noch hinzu, das es während eines Spiels keinerlei Möglichkeinten gibt, die eigenen Emotionen zu kanalisieren - es findet - trotz Publikum - idealerweise in völliger Stille und ohne jede menschliche Regung statt…

Deswegen habe ich das irgendwann auch an den Nagel gehängt - ich war diese ewigen „Vernichtungskriege“ leid - da lobe ich mir körperliches Messen (z.B.: Tischtennis, dass ich durch meinen Sohn erst so richtig kennen gelernt habe, und das ich sehr schätze, weil es eher ein abwechlungsreiches - ein Ballwechsel dauert nur ein paar Sekunden - ich habe beim Schach auch schon mal für einen einzigen Zug über eine Stunde Bedenkzeit gebraucht - Miteinander (auch wenn es einen Sieger gibt) als ein destruktives gegenseitiges Vernichten ist…

Jetzt könnte man noch trefflich darüber spekulieren, das dieser Vernichtungsansatz eine Motivation ist, die Frauen noch weniger liegen als Männern - aber das ist im Grunde hochspekulativ

Es gab mal ne zeitlang den Versuch, Frauenschach durch Frauenturniere (bis hin zu einer eigenen FrauenWM) zu fördern - das hat wohl nicht so viel gebracht - und viele selbstbewusste Frauen lehnen das - aus meiner Sicht völlig zu Recht - ab…

Eigenwillige Interpretation, vor allem im Vergleich zum Boxen.

Genau. Ich glaube nicht, dass Frauen, weniger destruktiv sind als Männer. Das wäre doch frauenfeidlich gedacht, oder? :wink:

:frowning: quote=„kalo, post:18, topic:3406“]
Genau. Ich glaube nicht, dass Frauen, weniger destruktiv sind als Männer. Das wäre doch frauenfeidlich gedacht, oder? :wink:
[/quote]

naja, irgendwie schon - Frauen sind, wenn sie destruktiv sind sicher nicht „besser/schlechter“ destruktiv als Männer - ich könnte mir aber durchaus ein evolutionären Unterschied vorstellen, der sich auch in der Ausbildung von Hirnstrukturen wiederfindet, wonach Männer eher auch auf „Vernichtungs- und Kriegs“-Szenarien „programmiert“ sind - es gibt meines Wissens sehr wohl Unterschiede in der Art, wie Frauen Ziele Erreichen im Gegensatz zu Männern - ohne dabei besser oder schlechter zu sein (das wäre ein Messen, das in Frauen-/Männerverachtung/-feindlichkeit münden würde) - sondern eben nur „anders“…
Aber es kann natürlich auch sein, dass mein tief versteckter verbleibender Vorbehalt gegenüber Frauen sich hier (wieder??) Bahn bricht..:frowning:

Wieso - beim Boxen geht es - nicht während der Vorbereitung aber sehr wohl beim Kampf selber - doch schon darum, auf den anderen so lange einzuschlagen, bis er körperlich zusammenbricht - das Ziel ist es doch nicht, auf möglichst ästhetische Weise Körpertreffer zu landen, die bei Punktrichtern für Hochstimmung sorgen, ohne indess dem Gegner wirklich weh zu tun - oder verstehe ich diesen Sport falsch?!

Hier sollte es eigentlich nicht um die offensichtlich unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern gehen, sonder um eine bestimmt Form der meiner Ansicht nach männerfeindlichen Berichterstattung in den Medien. Eine Art der Berichterstattung, die gegenüber Frauen niemand dulden würde.