Einführung einer Vermögenssteuer / Erhöhung der Erbschaftssteuer

ich habe keinen bemerkt :grinning:
Natürlich gibt es Konstellationen, bei denen es nicht passt (das völlig überschuldete Mietshaus), aber die gibt es immer, das sind aber die Ausnahmen, die die Regel nicht unrichtig machen.
Und selbst wenn er die Sozialversicherungsbeiträge bei den Gehältern wie Steuern behandelt, ist die Aussage immer noch korrekt, dass Gehalt stärker belastet wird (und mehr zur Gemeinschaft beiträgt) als Erbe (und meistens auch Kapitalerträge, 25%).
Die von Dir aufgeführten Fehler sind m.E. eher formaler Natur oder betreffen Sonderfälle.
Da hätte er präziser formulieren können oder mehr differenzieren, aber das ändert m.E. nix an der Grundaussage.

Ich frage mich eben auch, was die Alternative ist: mehr Schulden? weniger Sozialleistungen? weniger Investitionen in die Infrastruktur? keine Unterstützung der Ukraine mehr?
Irgendwann darf Eigentum auch mal verpflichten. Und jetzt, wo die Kacke wirklich an allen Ecken dampft, fände ich es Zeit.

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Einzeln betrachtet ja. Da sich diese Fehler aber ‚zufällig‘ alle in die gleiche Richtung addieren, muß ich von vorsätzlicher populistischer Polemik ausgehen.

Erhöhung des ESt-Tarifs. Da ist wesentlich mehr zu holen und man braucht nicht diese tausend Ausnahmeregelungen.

Ein weitere riesiger Topf wäre die Verschlankung unserer Behördenprozesse. Technisch/organisatorisch kein Problem, aber politisch ein Minenfeld. Traut sich also mal wieder keiner ran.

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Das wäre einen eigenen Thread wert - vor allem in Hinblick auf den nötigen Umbau unserer (Energie-)Infrastruktur und allem was da dran hängt

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Wir kommen immer wieder auf Staatsfinanzierung zurück. Das ist aber nicht der wesentliche Grund, für Vermögens- und Erbschaftssteuer. Bestreitet irgend jemand das die Vermögensungleichheit auf diesem Planten seit Mitte des letzten Jahrhunderts immer weiter zunimmt? Bestreite jemand, das die Macht von Multimilliardären nicht gut für Demokratien ist?

Wenn die Entwicklung nicht gestoppt wird, dann besitzen in hundert Jahren 0,01 % der Weltbevölkerung 99,99 % der Vermögens auf diesem Planeten (nagelt mich jetzt bitte nicht auf diese Zahlen fest).

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Nein, aber ich bestreite, dass eine höhere Erbschaftssteuer in Deutschland die Vermögensungleichheit auf diesem Planeten verringern würde.

Was schätzt du denn, wer die Sachwerte aufkaufen würde, wenn ihre Eigentümer und Erben aus Deutschland sie wegen hoher Vermögens- und Erbschaftssteuern verkaufen müssten?
Ich tippe da auf ausländische Investor*innen, die dann immer noch genug Geld dafür hätten.

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Ich bestreite das (zumindest in dieser generalisierten Formulierung). Ich kenne gleich mehrere Milliardäre (insbesondere aus silicon valley), die mehr für die Menschheit tun und bereits getan haben als z.B. unser Bundeskanzler.

Kommt drauf an.

  • Demokratie i.S.v. Staatsform: die Anhäufung finanzieller Macht ist tendenziell kontraproduktiv gegenüber „one man one vote“. Das ist aber eh eine Farce, wie wir gerade in unserer eigenen Partei gelernt haben.
  • Demokratie i.S.v. Nation mit Demokratie als Staatsform: Die Aktivitäten von Miliardären kann man keineswegs pauschal als ‚nicht gut‘ für die Bevölkerung abkanzeln.
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Also den Bundeskanzler als Maßstab zu nehmen ist ja nun gemein :slight_smile: Trotzdem würde mich jetzt schon interessieren, an wen du da denkst.

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Ja, da liegt die Latte fast auf dem Boden. Aber zeig mir unter den zigtausenden gewählten Politikern dieser Welt welche, die tatsächlich etwas für die Menschheit getan haben. Außer ein paar Freidensnobelpreisträgern fällt mir da keiner ein.

Elon Musk
Bill Gates
Warren Buffet
Larry Page
Sergej Brin
Eric Schmid
Peter Diamandis

Aber nehmen wir Deutschland. Die Albrecht-Brüder haben bekanntlich den ‚Diskounter mit gediegener Qualität‘ erfunden. Die Abteilung Hass&Neid wird sagen: „Die haben ihre Milliarden durch Ausbeutung der Armen gemacht.“
Ja, aber gleichzeitig haben sie das Leben eben dieser Armen ein Stück erträglicher gemacht. Win-win.

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sorry, aber das ist doch offenbar falsch.
Alles, was in den letzten 50 Jahren in D und Europa passiert ist, ist unter Beteiligung oder Führung hunderttausender oder Millionen gewählter Politker geschehen.
Und man kann nicht behaupten, dass alles schlecht war.
Die Versöhnung mit Frankreich und allen anderen westlichen Staaten nach WK II haben auch Leute wie Adenauer bewirkt, Kohl die Wiedervereinigung, Brand die Ostpolitik, usw usw.
Den Leuten kann man individuell allerhand vorwerfen und sie haben sicher alle auch schlechte Dinge getan, aber das ist normal, es sind keine Heiligen, sondern eben auch nur normale Menschen, die „zufällig“ Kanzler oder ähnliches geworden sind. Das ändert aber nichts daran, dass viele auch ihre guten Seiten und Taten hatten.

Diese Attitüde „Politiker sind alle egoistische, amoralische Vollidioten“ finde ich billig und selbstgerecht.
Wir haben keinen Anspruch darauf, dass die Politiker (die WIR wählen!) bessere Menschen und perfekt sein müssen, das ist unrealistisch. Die sind nicht besser, aber auch nicht schlechter als wir alle (weil WIR sie wählen). Sie sollten keine Schweine sein, das kann man verlangen.

Bei den Milliardären ist es ähnlich, wie Du richtig sagst.
Alles keine Heiligen, aber was sie tun hat auch positive Seiten.
ich verstehe nur nicht, warum Du das nicht für die Politiker gelten lässt.

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Mistverständnis.
Ich will nicht bestreiten, dass Politiker auch Gutes tun. Nur ist das wegen ihrer Zuständigkeit meist nur für ‚ihr‘ Volk, manchmal auch für zwei. Das qualifiziert nicht als ‚für die Menschheit‘.

Wenn hingegen Bill Gates Polio ausrottet oder Elon mittels Starlink auch den letzten Winkel dieses Planeten an das Internet anschließt, ist das eine andere Liga.

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Das meiste Produktive und konstruktive, auch für die Menschheit wurde durch Politiker angestoßen und durchgeführt.
Zum Beispiel die UNO könnte kein Superreicher begründen.
Politik ist leider immer auf gemeinsame Nenner angewiesen.
Ganz besonders international. Milliardäre bespielen da höchstens
Felder die unabhängig von Konflikten existieren.
Starlink in RUS wird nur funktionieren , wenn EM seine ( Empfangs- )
Technik dort unters Volk bringen kann.
Die meisten Gegner von freiem Internet werden Starlink zu unterbinden
versuchen.
Zur Krankheitsbekämpfung kann man nur sagen das die meisten erfolgreichen
Unternehmungen dazu auf dem Mist von Universitäten und Forschern gewachsen sind
die sich dafür karge Forschungmittel , crowdfunding und distributed Computing
zunutze machen. Nicht so weit und umfassend von der Erreichung der möglichen
Ziele aber zum Beispiel ausreichend um einen ganzen Haufen von Medikamenten zu entwickeln die ein Leben mit HIV ermöglichen.
Auch in den ärmsten Ländern weil Ergebnisse sind meist opensource.
HIV zum Beispiel kann man bisher nicht heilen. Sehr wahrscheinlich geht das auch gar nicht.
Als MS Betroffene kann ich beim Thema Autoimmun nur auf den großen Anteil an mißbräuchlich genutzten
Ergebnissen sowie Mitteln aus Forschung , Stiftungen und staatlichen Förderungen die zu Medikamenten geführt haben wozu die pharmaunternehmen oftmals genau nichts außer den Produktionsmitteln und dem Produktionsknow - How beitragen.
Dort sind die Bemühungen von Gates foundation eher etwas besonders lobenswertes , aber Einzelfall.

Ein Beispiel eines Forums für distributed computing bei dem ich schon ein weilchen gezielt Strom spende und den DC Client nach meinen Prioritäten steuere:

warscheinlich für die meisten Leute viel zu nerdig :wink:

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Das liegt daran, dass PolitikerInnen und UnternehmenslenkerInnen per Definition in anderen Ligen spielen. Gates und Musk spielen in der stark globalisierten Liga der Wirtschaft und des Kapitals, in der viele Grenzen abgebaut wurden. PolitikerInnen spielen überwiegend in nationalen, regionalen oder kommunalen Ligen, für die sie explizit gewählt worden sind. Einige arbeiten in UN und EU, dass nationale Grenzen und Hindernisse abgebaut und Politik dadurch weitreichender und universeller wird.

Funfact zum Schluss: Ausgerechnet die Player in der globalisierten Finanz- und Wirtschaftsliga haben ihr nahezu grenzenloses „Spielfeld“ der Politik zu verdanken, die nämlich nationale Wirtschafts- und Finanzhemmnisse abgebaut haben. In anderen Fällen war es Politik, die z.B. Monopole aufgebrochen und Normen eingeführt hat, damit eine Produktion und somit der Verkauf nach einem einheitlichen Muster grenzüberschreitend möglich ist. Darunter sind bestimmt einige mit weitreichenden Folgen auch für die Menschheit.

Nebenbei bemerkt: Man kann darüber streiten, ob es den Beschäftigten in vielen nationalen wie globalen Unternehmen und damit auch der Menschheit nicht besser ergangen wäre, wenn ein Teil der exorbitanten Gewinne in faire Löhne geflossen wäre.
Der umgekehrte „Trick“ funktioniert regelmäßig nicht nur in den USA, aber dort besonders eindrucksvoll: Es sind meist republikanische Regierungen, die z.B. die finanzielle Ausstattung von Kirchen/religiösen Gruppen stärken, damit diese mehr Geld für wohltätige Gaben an prekär Beschäftigte und verarmte Menschen verteilen könne, die es in dieser großen Zahl überhaupt erst gibt, weil die gleiche oder andere Regierungen der selben Partei eine Politik betrieben haben, die Prekarisierung und Verarmung fördert. Auch das ist eine win-win-Situation (Republikaner - Kirchen), die die Loser geschickt ausblendet. Schnell noch hinterhergeschoben: Natürlich gibt es in den USA auch Demokraten, die nicht viel besser sind.

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Es gibt durchaus positive Beispiele von extrem Reichen Menschen, die positives für Menschheit leisten.
Solche Beispiel gehören für mich in die gleiche Kategorie, wie Diktatoren oder Könige oder wie immer die gerade lokal heißen, welche Ihr Land voranbringen und z.B. den Lebensstandard erhöhen.

Aktuelles Beispiel: Erdogan und Putin - beide haben eigentlich (vor 10 oder 15 Jahre) objektiv positives für ihr Volk erreicht.

Aber ein einzelner Mensch mit zu viel Macht (Geld = Macht) ist immer ein großes Risiko.
Das gilt um so mehr, wenn sich eine Gesellschaft einen ganze Klasse von solchen Personen toleriert.

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zuerst mal wäre zu klären, ob es diese unternehmen überhaupt gäbe, wenn höhere löhne gezahlt und weniger hohe gewinne erwirtschaftet worden wären.
man kann nicht einfach einen so wesentlichen parameter wie den gewinn eines unternehmens ändern, und glauben, dass im übrigen alles beim alten bleibt.

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ja, das ist ein risiko.
aber was ist die alternative?
geht es gesellschaften besser, die dieses risiko vermeiden, indem sie großen reichtum einzelner verbieten/verhindern?
historisch betrachtet würde ich das verneinen. die erfolge des sozialismus / kommunismus und ähnlicher ansätze sind doch eher bescheiden.

auch hier gilt wieder, dass man das mit dem reichtum einzelner nicht abstellen kann, ohne viele nebenwirkungen und nachteile.
das leben gibts einfach nicht ohne risiken, egal wie man es anstellt. es gibt keine gesellschaftsform die per se „gerecht“ oder fair ist, weil der mensch nicht gerecht oder fair ist.

und um die kurve zum thema zu kriegen:
weil der mensch so ist, muss er durch steuern gezwungen werden, etwas von seinem vermögen abzugeben

Was hat meine Haltung mit Sozialismus oder Kommunismus zu tun? Gar nichts.
Ich selbst bin nach allgemeiner Definition „reich“. Vermutlich Millionär.
Diese Art von Reichtum hat aber nichts, rein gar nichts mit dem Problem zu tun. Ich verlnke es immer wieder gern: Reichtum, maßstabsgetreu - Scollle und staune.

Es geht nicht darum Sozialismus oder Kommunismus einzuführen, sondern das Wiedererstarken einer feudalistischen Welt zu verhindern. Wenn die Entwicklung wie von Piketty beschrieben weitergeht, dann leben wir bald in einer Welt in der 99 % der extrem Reichen reich sind, weil ihre Eltern reich waren und die besten Aufstiegschancen darin liegen, reich zu heiraten.

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Hmh, ich würde es so sehen - das Vermögen einer Person sollte nahezu „frei“ sein von Ansprüchen Anderer. Was aber nicht frei sein sollte ist die (nahezu ungebremste) Vermögensakkumulation innerhalb einer Generation wie auch über Generationen hinweg - Sprich die Erbschafts- und Schenkungssteuer sollte so geregelt sein, dass die Weitergabe aller sehr großen Vermögen stark eingeschränkt wird. Das Problem der Weitergabe von Firmenvermögen kann man sicher auch über Stundungs/Ratenvereinbarungen regeln.

Und innerhalb einer Generation - Anhebung des Spitzensteuersatzes bis 80..90% bei Einkommen jenseits der 100M€/Jahr sowie Einbeziehung von Kapitalerträgen in die EST.

Alles nichts Neues ( fordern auch Schick et.al.) Aber wir machen lieber populistische (ideologische) Politik a’la BGE & Vermögenssteuer unter Einbeziehung selbst kleiner Vermögen …

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dann habe ich Dich vielleicht nicht richtig verstanden.
Aber andererseits bleibt für mich die Frage:
welche Maßnahmen müsste man ergreifen, welche Regeln ändern, um diesen „Superreichtum“ zu verhindern? welche Folgen hätte das für das Gesamtsystem?
dem Grundgedanken (modernen Feudalismus verhindern) stimme ich zu, aber wie geht das?

Hochzeiten verbieten, wenn die Partner zu reich sind? das wird es nicht sein.
Erbschaftssteuern oder Einkommenssteuern von 80% oberhalb von 100 Mio.?
denkbar. Aber wo gilt die Regel und wo nicht?
dann wohnt Bezos eben ab morgen in Shanghai, Singapur oder Dehli.
Oder er bleibt einfach in den USA, weil die so ein Gesetz nie erlassen werden.
Sollen wir in D also so ein Gesetz machen obwohl es bei uns diese Art des Reichtums in Bezos-Dimensionen gar nicht gibt?
Wem hilft das?

In einem Satz:
Ich bezweifle, dass man diese Art des Reichtums wirklich abschaffen kann (und soll),
aber ich bin sicher, dass man davon etwas abzweigen kann.

Im Übrigen kann man Amazon und andere Fast-Monopole zerschlagen und aufteilen, dafür gibts Mittel und Wege, sogar in den USA.

Die Reichtumsseite ist nett gemacht, aber ich glaube mein Zahlenverständnis reicht auch so aus, um den Unterschied Deiner Mio. zu Bezos’ Fantastilliarden zu begreifen :smile:

Im Raum München bist Du übrigens mittlerweile fast zwangsläufig Millionär, wenn Du ein Reihenhaus in brauchbarer Lage hast. Dass das nichts mit großem Reichtum zu tun hat, den man beschneiden muss, ist klar.

Richtig. Aber auch eine Chance.
Und bitte nicht unsere Multimilliardäre machtmäßig in die gleiche Liga stellen wie Autokraten. Da liegen dann doch noch mal 2-3 Größenordnungen dazwischen.

Das ist genau der Punkt. Viele Superreiche sind dazu sogar bereit. Insbesondere diejenigen, die ihr Geld selbst verdient haben, sind durch einen ausgeprägten Gestaltungswillen gekennzeichnet.

Deshalb ist meine Lieblingsidee, den Reichen das Privileg der Entscheidung einzuräumen, für welche gemeinnützigen Zwecke diese zusätzlichen Steuern verwendet werden sollen. Viele haben da nämlich verdammt gute Ideen.

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zufällig gefunden, von heute

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