Ein paar wirtschaftliche Grundsatzfragen

Ich habe nicht gesagt, dass das Internet perfekt ist. Ich habe gesagt, die Wissensvermittlung ist perfektioniert, dazu gehören Bücher, Schulen, Universitäten, aber auch das Internet.

Bitte genau lesen.

Hier kommt ein Grundproblem mit dem Wachstum bzw. Nicht-Wachstum hoch.

Wachstum ist notwendig, damit bei steigender Produktivität die Leute noch ausreichend beschäftigt werden können.
Kein Unternehmen wird Leute beschäftigen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Ist nicht schön, ist aber so. So läuft unser Wirtschaftssystem nun mal.
Dann ist zudem die Frage, ob man Volumen Wachstum nicht durch Qualitatives Wachstum ersetzen kann. Wobei da wieder die Frage ist, was ist Qualität? Da gibt es wahrscheinlich verschiedene Sichtweisen. Da stellt sich dann auch die Frage, ob die Leute da mitmachen oder doch lieber Volumen bevorzugen.
Unter Qualitativem Wachstum kann man ggf. verstehen:
Biofleisch statt Massentierhaltung Biofleisch ist teurer → mehr Umsatz → Wachstum
EE-Strom statt Kohlestrom → erfordert Investitionen → Wachstum → aber trotzdem weniger Umweltschaden → Qualität (Umweltqualität).
Also Wachstum muss nicht schlecht sein.

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Wachstum ist auch nötig, für Essen, Wohnung, Kleidung, medizinischer Vorsorge, einen bescheidenen Wohlstand (Radio, Fernsehen, Laptop, Handy, Mobilität) usw. Bei uns in der Gegenwart zwar nicht mehr, aber woanders immer noch.

Wie Du sagst:

Kommt prinzipiell kein Widerspruch von mir :slight_smile:
Allerdings übersieht diese Betrachtung, dass ohne eine langfristige Einpreisung von Risiken und Nebenwirkungen (und hier wird leider dann dann der gefragt, der beispielsweise die Investoren ebenfalls befriedigen muss, und nicht der Arzt oder Apotheker - oder der Wirtschaftswissenschaftler) es zu Problemen komme kann…
So war einer der Faktoren, die zum Aufstieg der Nationalsozialisten (und damit zur Verwüstung nicht nur Deutschlands sondern ganz Europas führte) die Massenarbeitslosigkeit war…
Eine Nummer kleiner habe ich auch noch die Erzählung eines guten Bekannten vor Augen, der einen Teil seiner Jugend im damals noch aparten Südafrika verbrachte - einerseits war der Wohlstand groß - ein erkläglicher Teil ging allerdings für diverse Sicherheitsdienste drauf…
Diese mittel- und langfristigen sozialgesellschaftlichen Aspekte kommen in den Gewinnbetrachtungen kaum vor…
Der Staat sollte - eigentlich - für diese Einpreisung sorgen (in Form von paritätisch zu finanzierenden Sozialversicherungen oder beim Klima durch Umweltstandards - was aber, wenn die augenblicklichen Wähler durch seinen aktuellen Wohlstand das langfristige (kaum wahrgenommene) langfristige Risiko (Stichwort: exponentieller Verlauf) das beim Urnengang nicht honoriert - und auch der Aktionär nur an kurzfristiger Gewinnmaximierung interessiert ist?
Die Folge ist ein schleichender Abbau dieser Systeme - nur um dann, wenn der flächendeckende Abstieg droht (oder da ist) erschreckt festzustellen, dass man das seinerzeit nicht eingepreist hat…

Sorry für das Delay in der Diskussion. Solange es noch einen Mangel gibt, kann ich mit mehr Effizienz mit der gleichen Arbeit diesen Mangel verringern.

Wenn es aber keinen Mangel mehr gibt, kann ich einen solchen künstlich hervorrufen (durch Werbung usw.) oder einfach weniger Arbeiten. Solange das Ziel ist immer mehr Geld zu verdienen haben wir ein Problem. Sollten wir uns aber entscheiden einfach nur alles was wir brauchen so effizient zu produzieren, wie wir können und den Rest der Zeit Marvel-Filme zu sehen oder Proust zu lesen.

Dann wäre der Himmel auf Erden ja da!

(ok, Marvel Filme schauen und Proust lesen ist aus meiner Sicht gleich furchtbar, aber das ist ein anderes Thema :slight_smile: )

Was ist den Wachstum?
Qualitatives Wachstum ist zum Beispiel, wenn ich ein E-Auto entwickle das jeder haben will und teurer ist und das die Umwelt schont. Müssen ja deshalb nicht mehr Autos werden.
Duke hat bestimmt eine Idee wer da als Beispiel herhalten könnte. :laughing:

Ja, wir viele Probleme wären entschärft, wenn sich die Menschen mehr mit Dingen beschäftigen würden, die die natürlichen Ressourcen schonen.

Aber zwei Einwände habe ich doch:

  • Ressourcenverbrauch hat nur bedingt etwas mit volkswirtschaftlichem Wachstum zu tun. Und es soll Menschen geben, die sehr gerne arbeiten (im weitesten Sinne)
  • Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die einen Mangel an Gütern haben.
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