Von bankrott sind wir mit AAA noch ein bisschen entfernt. Geld drucken kann die EZB, da reden noch andere mit. Steuern erhöhen ginge, abgesehen von der FDP.
Aber den Schuldendienst muss man schon im Auge behalten.
Aber wie gesagt, im Moment nicht zu besorgniserregend.
Was mich allerdings auch stört ist die Annahme, das Geld würde primär für Wahlgeschenke und Klientel ausgegeben. Es sind wirklich große Transformationen zu bewältigen, und der Staat muss dafür Geld in die Hand nehmen, sonst werden wir von der Entwicklung nur getrieben.
Hat @Dagmar schon beantwortet, aber noch mal, weil es wichtig ist: Ja, im Euro-Raum können Staaten in eine Art Bankrott gehen, weil sie eben nicht mehr eigenverantwortlich Geld drucken können. Das war genau der Kern der Euro-Krise.
Davon ist Deutschland allerdings weit entfernt und die Gefahr durch versäumte Investitionen ist wesentlich größer als die Gefahr einer Überschuldung. Da gebe ich Dir Recht.
Es entfällt zumindest wenn die Zentralbank nicht mitzieht ein Instrumentarium. Wer sich für das Thema näher interessiert nachstehedn ein guter Artikel.
Schlimm ist, dass die Infrastruktur in Deutschland vernachlässigt wurde, obwohl wir jahrelang fast ein 0% Zinsniveau (vor Corona) hatten. Da wären Investitionen ein gutes Geschäft gewesen, aber man wollte ja lieber die schwarze Null präsentieren.
Jetzt muß man halt in diesen Zeiten investieren, was leider wegen der Schuldenbremse unzureichend geschieht.
Das ist natürlich die nächste Frage, welche Investitionen sind für die Zukunft erforderlich und sinnvoll? Ich nehme an, ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz ( Bahn) wäre für einen Industriestandort zwingend notwendig . Ebenso die Digitalisierung der Verwaltung . Ob man allerdings die Ansiedlung eines inzwischen zweifelhaften Chiphersteller wie Intel fördern muß, ist wohl eher fraglich.
Der Bund hat jahrelang zu Zinsen nahe 0% Kredite aufgenommen.
Die müssen irgendwann umgeschuldet werden.
Wenn die Zinsen dann bei 2% oder 3 % stehen, ist das mit den 8% auch vorbei. Da wird es dann schnell zweistellig.
Der Satz geht aber so weiter: Und bezahlt in guten Zeiten die Schulden zurück
Die Politiker finden immer eine Krise.
Soviel ich weiß, darf die EZB Staaten nicht direkt finanzieren. Sie kann aber die Liquidität (Geldmenge) so erhöhen, dass die Banken zur Finanzierung der Staaten in der Lage sind, sie tragen dann aber auch das Ausfallrisiko.
Stimmt nur teilweise. Die Theorie sagt,der Staat muß in der Krise investieren, damit schafft er Arbeitsplätze und der Konsum wird erhöht. Durch diese Massnahmen geht auch die Wirtschaft wieder nach oben und die Investitionen des Staates werden teilweise auch wieder über die dadurch höheren Steuern finanziert. Kann man diskutieren -Sagen wir mal so : in den „guten“ Zeiten sollten der Staat eher auf einen zumindest ausgeglichenen Haushalt Wert legen. Was eine Krise ist, bewerten volkswirtschaftlich nicht die Politiker, sondern orientiert sich um Bruttoinlandsprodukt (sinkend= Krise)
Wir hatten vor Corona 7 Jahre mit der schwarzen Null. Natürlich nimmt der Staat ständig Kredite auf, er muß ja auch investieren, aber, er nimmt aber auch ein und in diesen 7 Jahren hatten wir immer einen ausgeglichenen Haushalt.
Das klingt zwar gut und folgerichtig, weil es der Wirtschaft ja auch gut ging. Aber faktisch führte das zun einem großen Investitionsstau, der uns jetzt auf die Füsse fällt ( siehe Bahn, Straßen und Brücken, Schulen etc). Hinzu kommt, dass die Wirtschaft sich in einer Umbruchphase befindet, die ohne staatliche Hilfe in der EU wohl nicht konkurrenzfähig sein wird. Der Bericht von Draghi hat das ja ziemlich deutlich gemacht.
Ja dann ist ja gut, Wir haben keine Krise
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Im 2. Quartal 2024 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent gestiegen und betrug rund 1.078,7 Milliarden Euro . Im Jahr 2024 wird das BIP in Deutschland laut der im Juni 2024 veröffentlichten Prognose des DIW kaum mehr als stagnieren und im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent zulegen . Für das Jahr 2025 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent prognostiziert.
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Weil der Staat zu viel Geld konsumiert statt zu investieren.
Ja, ja der Draghi. Hat der nicht auch damals die Eurofähigkeit Griechenlands attestiert?
Warum muss der Staat Veränderungen in der Wirtschaft finanzieren während die Unternehmen Rekordgewinne ausschütten und neue Entwicklungen verpennen?
Ein leicht sinkendes Bruttosozialprodukt ist noch lange keine Krise. Zumindest habe ich ein anderes Verständnis von Krise.
Man könnte es ja auch so formulieren:
Uns ist es im letzten Jahr gelungen, trotz widriger Umstände (Ukrainekrieg, Energieknappheit, Klimatransformation) und sinkender Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung sogar etwas mehr Güter und Dienstleistungen zu produzieren, wie im Vorjahr.
Das ist etwas billig, seine Report einfach so abzutun. Ungelesen, wie ich vermute. Man nennt es ad hominem-Argument.
Es ist erst mal Sache der Wirtschaft sich auf Neues in ihrer Branche einzustellen.
Wenn Firmen lieber dicke Dividenden und Boni ausschütten statt in die Zukunft zu investieren, ist das erst mal Sache der Firmen wenn es dann schlecht läuft. Dividenden kürzen, Boni kürzen, etc. sind alles probate Mittel bevor nach dem Staat geschrien wird.
Warum soll der Steuerzahler die Gewinne der Konzerne subventionieren?
Nein, das soll er nicht, aber ich empfinde die Frage in diesem Zusammenhang als etwas polemisch. Es sollen nicht die Gewinne subventioniert werden, sondern die Transformationskosten.
Wenn der Staat z.B. will, dass Stahlwerke auf Wasserstoff umstellen, muss er das irgendwie fördern, sonst wird es nicht passieren angesichts des internationalen Wettbewerbs. Man kann natürlich in der Theorie das Ziel auch mit Einfuhrzöllen und CO2-Zertifikaten angehen, das ist aber in der Praxis sehr problematisch, weil es nicht nur den Stahl sondern auch alle Folgeprodukte verteuert.
Wenn der Staat aber Kosten der Firma übernimmt, subventioniert er auch die Gewinne. (Einnahmen-Kosten=Gewinn).
Transformation ist Sache der Firma, ob es Veränderungen am Markt sind oder neue Anforderungen aus der Politik. Wenn die Politik neue Leitplanken definiert, müssen die aber für alle gelten. Auch für Importe.
Der Staat sollte auch nicht wollen, dass auf Wasserstoff umgestellt wird, sondern das der Stahl CO2-neutral hergestellt wird. Wie der Betrieb das macht, ist seine Sache. Das muss natürlich für alle gelten. Da kommt dann die Sache mit den entsprechenden Abgaben bei denen die das nicht leisten ins Spiel. Das ganze ist natürlich sehr komplex und nicht einfach umzusetzen.
Die Firmen könnten auch ohne Transformation Gewinne machen.
Und ich sehe Unternehmen nicht als die Bösen, die der Staat so richtig in die Pflicht nehmen muss. Wenn die Betriebe reihenweise pleite gehen, ist das nicht mehr allein ihre Sache. Ich halte Industriepolitik für notwendig und ich habe auch kein Probleme mit Konzernen, die Profit machen.
Mal generell. 0,3 minus im letzten Quattal 2023 und ein plus von 0,2 in 2024 im ersten Quartal ist schon rein objektiv volkswirtschaftlich durchaus eine Krise, weil Stagnation schon zu einem Abbau von Arbeitskräften führt. Mehr Arbeitslosigkeit führt zu weniger Nachfrage was wiederum die Krise verstärkt. Ich rede jetzt nicht von einer tiefen Depression, aber man sollte einfach die Richtung erkennen. Dass Kapitalismus pur funktioniert und man glaubt, dass die Marktwirktschaft alles selbst regelt, mag zwar in einzelnen Libertären Ansichten noch vorhanden sein hat sich aber längst falsch erwiesen . Nicht umsonst gibt es in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft ( seit L. Erhard), weil Kapitalismus pur immer zu sozialen Katastrophen und zu Monopolisierung führt. Selbst so unterschiedliche Systeme wie in den USA und China reulieren deshalb ihre Wirtschaft. Und beide schaffen gerade bessere Bedingungen für ihre zukünftige Wirtschaft , die sich aufgrund der Transformation ergeben wird. Ich sehe Dragi wirklich kritisch und hielt seine 0% Zimspolitik für falsch, im seiner wirtschaftlichen Beurteilung der Lage der EU ( und der seines Expertenteams) ist sein Standpunkt aber absolut nachvollziehbar. Natürlich kenne ich die Diskussion, dass für Verluste die öffentlichen Hand zahlen muss ( Sozialisierung der Verluste, Gewinne für das Kapital). Das ist teilweise auch richtig, dennoch ohne Investitionen in die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft , wird das für uns alle unangehnem.
Nicht notwendigerweise bei einer schrumpfenden Bevölkerung.
Ja, richtig. Man kann sein Zinspolitik für falsch halten, deswegen muss man nicht gleich die ganze Person kritisch sehen, er kann ja trotzdem auch mal etwas Richtiges sagen und machen. Ich habe seinen jüngsten Report (noch) nicht gelesen, scheint aber Substanz zu haben, was man so über ihn liest.
Es ist eine Unsitte, eine Person und ihre Meinungen pauschal abzukanzeln, nur weil sie mal etwas gemacht oder gesagt hat, was einem nicht gefällt.
Quartale können immer Ausschläge nach oben und unten haben.
Im Jahresschnitt hatten wir immer noch ein kleines Wachstum.
Einige Zeit kein Wachstum ist auch erst mal kein großes Problem, wenn es nicht zu hoher Arbeitslosigkeit führt. Derzeit haben wir keine hohe Arbeitslosigkeit sondern Arbeitskräftemangel.
in die Rahmenbedingungen ja, aber keine Subventionen an einzelne Firmen oder Branchen die noch hohe Gewinne machen. Die Mrd. die an Firmen gehen, fehlen dann für die Rahmenbedingungen wie z. B. Verkehrsinfrastruktur.
Das mit den Gewinnen is auch so eine Sach, die ich nie so richtig verstanden habe - Wenn ich im Privaten ein Auto brauche, um in die Arbeit zu kommen, dann wird mir - selbst wenn ich ein Fahrtenbuch führe - nur die Betriebskosten in Form einer KM-Pauschale gezahlt - nicht anteilig die Anschaffungs- und Wartungskosten - wenn ich das gleiche als Unternehmen mache, dann wird das „subventioniert“ - das Fahrzeug, dass die Firma dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt wird, schmälert - auch als Anschaffung! - den Gewinn…
Und wenn es um die „Auszahlung“ geht, dann werde ich mir als Privatperson den Urlaub erst dann leisten können, wenn alle Fixkosten, die notwendig sind, um zu(über)leben, von meinem Netto bezahlt sind (das fängt mit der Unterhose an (die sich anteilig in der Arbeit verschleißt (also notwendig ist, und nicht Bürgergeldempfänger zu sein, und die ich aber nicht anteilig absetzen kann) und endet beim besagten Urlaub…
Die Eigentümer einer AG (Also die Aktionäre) sollten doch so lange keine Dividende bekommen, als nicht alle Betriebskosten und Investitionen auch abgezogen wurden, genauso, wie der Privatmann als Eigentümer z.B.: einer Wohnung erst dann in Urlaub fahren kann, wenn die Miete oder die Instandhaltungskosten des Eigenheims verrechnet wurden…
Das impliziert, dass bei den AG-Bilanzen die Zukunftsinvestitionen (auch die langfristig abzusehenden) in die Bilanz eingeht bevor über Ausschüttungen diskutiert werden kann - das ist in der Praxis aber ganz anders, da Rücklagen für politisch langfristig absehbare Kosten (z.B. durch den Klimawandel) nicht gebildet werden - die „Transformation“ war wissenschaftlich schon vor 50 Jahren absehbar - wurden dafür in den letzten 50 Jahren insbesondere in AG’s - dafür Rückstellungen gebildet, bevor Gewinnausschüttungen beschlossen wurden?
Es geht mir bei der Frage zugegeben nicht darum festzustellen, dass die „Gewinn“-Betrachtung offensichtlich zwischen Privat und Firmen (insbesondere der AG’s) mit unterschiedlichen Maßen gemessen werden - ich verstehe es als wirtschaftlicher Totallaie nur nicht und wäre froh um Nachhilfe!
Einverstanden, es wäre ja auch erst mal genug nur in die Infrastrukturmaßnahmen zu investieren. Einzelne Unternehmen zu subventionieren halte ich auch für falsch, weil die tatsächlich natürlich sich im Markt behaupten müssen.
Das kann man m.E. auch nicht vergleichen. Einkommen und Gewinn sind zu verschieden. Erst mal werden dier als Arbeitnehmer mit Einkommenssteuer keine KM- Pauschalen bezahlt, sondern du kannst sie steuerlich als Werbekosten geltend machen, was dein Einkommen schmälern kann und du deshalb weniger Einkommenssteuer bezahlen musst. Wenn du allerdings einen Dienstwagen fährst ,gilt das als geldwerter Vorteil (was wie zusätzliches Einkommen bewertet wird, allerdings durch die 1%- Regelung dann doch wieder vorteilhaft ist). Bei Unternehmen mindern alle Ausgaben im Rahmen der Unternehmensführung den Gewinn ( egal ob sinnvoll oder nicht). Die Unternehmen zahlen aber keine Einkommenssteuer sondern Körperschaftssteuer und zusätzlich an die Gemeinden Gewerbesteuern. Fliesst dann Geld an die Aktionäre müssen die diese Einnahmen natürlich auch nochmals als Kapitalerstragssteuer versteuert werden.
Kommt darauf an , bei den Versicherungsunternehmen wegen den zu erwarteten Risiken wohl schon. Ansonsten hängt das davon ab, wie konkret die Risiken bzw. die Investitionen für das jeweilige Unternehmen sind. Rückstellungen können nicht einfach frei gebildet werden, sondern unterliegen bestimmten Regeln, die dann auch von der Wirtschaftsprüfern geprüft werden.
ich bin kein Experte, aber nach dem HGB kannst Du Rückstellungen für konkrete, bezifferbare Risiken bilden.
Du kannst hingegen nicht 1990 EUR 50 Mio. Rückstellungen bilden, weil Du 2024 einen Hochwasserschaden befürchtest.
Wenn man das zulassen würde, würde kein Unternehmen mehr Steuern zahlen, weil sich alle durch solche entfernten Risiken und entspr. Rückstellungen arm rechnen würden.
Rückstellungen vermindern den zu versteuernden Gewinn.
Wegen dieser steuerlichen Auswirkungen ist der Maßstab für die Rücklagenbildung eher streng.
So mein gepflegtes Halbwissen.