Das Gendern und die Wut

Da bei uns Grünen ja - in Bezug auf die Klimakatastrophe - immer mal wieder das Argument auftaucht: Das kann man dem Wähler/Bürger nicht zumuten: Beim Thema Gendern sehen „wir“ das wohl anders:


(Quelle)

Ich erinnere mich noch an ein Interview von Annalena Baerbock vor der letzten Bundestagswahl, bei dem Sie sich zu einer Äußerung über das Gendern von Gesetzestexten hat verleiten lassen. Das ist bei den 86% vermutlich nicht gut angekommen.

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Es ist ja fast alles schon gesagt:

  • die Behauptung, dass das generische Maskulinum Schuld an der ‚Geschlechterungerechtigkeit‘ habe steht auf wissenschaftlichen sehr dünnem Eis
  • Der moralische Druck (‚Nur wer richtig gendert ist politisch sauber‘) lässt doch stark vermuten, dass die Protagonisten nicht frei von Orwell’schen Ambitionen hinsichtlich ‚Neusprech‘ sind.

Wenn die Grünen ihr Image als ‚Bevormundungspartei‘ endgültig betonieren wollen… weiter so.

… und immer dieses unerträgliche Partizip Präsens (dazu * : _) … es nervt maßlos … und ändert im ‚wahren Leben‘ nichts am gender pay gap, an der geschlechterspezifischen Berufswahl etc. … und ruiniert die Lesbarkeit von Texten … dämliche Symbolpolitik
Zu manchen Themen lese ich lieber englische Texte … und die ÖRR-Nachrichten kann man auf DW auch in Englisch haben.

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Das Gendern und die damit verbundenen Aufwände sind auch eine Futterstelle für Grüne und Freunde.

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Cool - vlt. haben wir genau deshalb +/-15% und kommen nicht darüber hinaus …

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Schriftlich gender ich schon seit Jahren mit dem Sternchen und es ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen, sogar im Büro, als ich noch berufstätig war.

Mir ist es im Grunde auch egal, wenn jemand dies nicht macht.

Andersrum kann ich den ganzen Aufstand und die Aufregung um die Genderei nicht nachvollziehen, es wird doch niemand dazu gezwungen.

Ich finde das „Gendern“ inzwischen ganz normal, selbstverständlich und ist nur eine Gewohnheitssache.

Ähnlich wie mit der „neuen Rechtschreibung“, die schon jahrelang nicht mehr so neu ist, und einige Menschen diese immer noch nicht verwenden

Witzig. Ich gendere extra nicht, weil ich es für unerheblich halte, ob ich die Kinder als Lehrer oder Lehrerin unterrichte. Ich hoffe sehr, dass die Erfolge nicht an meinem Geschlecht festgemacht werden oder dieses fachlich eine Rolle spielt.
Außerdem denke ich schon seit Ewigkeiten an Leute wie @RiedelJe oder @Teelicht, die dann erst recht vor die Tür geschoben werden.
Und wenn ich schon lese „Lehrpersonenraum“, dann frage ich micht ernsthaft, ob diese mitschwingende Lächerlichkeit beabsichtigt ist und vorher niemand eine Frau erwartet hat, wenn es ans Lehrerzimmer klopfte.

Und was den Erfolg angeht, ist der ja mäßig. Sonst wären im englischsprachigen Bereich die Probleme mit der Gleichberechtigung wohl signifikant geringer.

Aber Sprache ist eben quasi nie das Problem, die Einstellung ist es.

Mein Mann hat „Neger“ als den freundlichen Ausdruck kennengelernt und meine Kinder wissen nicht mal mehr, was ein Negerkuss ist. Rassismus und Totschlägerei gibt es trotzdem noch.

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Das ist ein originelles Argument! Danke dafür :slight_smile:

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4 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Die Grenzen des Feminismus werden durch das Grundgesetz definiert

Den kenne ich allerdings auch nicht, bei uns hieß er „Mohrenkopf“.

Ich denke, das ist auch gut so und das müssen sie auch nicht mehr.

Hat ja auch nichts mit „Gendern“ zu tun.

Da muss ich zugeben, dass ich darüber noch nie nachgedacht habe.
Aber trans Frau = Frau und trans Mann = Mann, nicht-binäre bzw. diverse Menschen werden tatsächlich vergessen.

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Mohrenkopf ist was anderes als Negerkuss.
Und ich bin unbedingt dafür, dass man alle Begriffe der Sprache kennenlernt. Besonders mit dem Hintergrund!

Sonst kommen die Woken und halten Mohrenstrasse für rassistisch und Schwulität für homophob.

Und deshalb hat es sowas von viel mit dem Thema zu tun.
Weil alles Neusprech ist und suggeriert, dass Sprache Probleme löst.

Dabei ist es exakt andersrum.

„Der Spruch „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“ wird falsch zitiert. Friedrich Schiller hat diesen Satz in seinem Werk so nie geschrieben. Stattdessen verwendet der berühmte Schriftsteller das Wort „Arbeit“ statt „Schuldigkeit“. Setzt man dieses Wort in die Redensart ein, entsteht ein ganz anderer Sinn: Eine Person wurde nun nicht mehr schamlos ausgenutzt, sondern verlangt bzw. erhält lediglich den Lohn für einen abgeschlossenen Auftrag“..

So anders kann es sein, wenn man weiterliest. Aber die Woken sind der Meinung, dass Schiller rassistisch geschrieben hat..


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Die Briten sind uns mal wieder einen Schritt voraus im vermeintlichen ideologischen ‚Kinderschutz‘:
Der Verlag, der die Kinderbücher von Roald Dahl herausgibt, hat Hunderte von Änderungen im Text vorgenommen (Dahl kann sich nicht mehr wehren - ist seit 33 Jahren tot).
Alle Änderungen gehen in Richtung ‚Sprachreinigung‘ bzw. folgen aktuellen ‚Empfindlichkeiten‘. Sprache in Bezug auf Gewicht, psychische Gesundheit, Gewalt, Geschlecht und Rasse wurde gekürzt und neu geschrieben. Da haben sich ‚sensitivity reader‘ wohl ausgetobt.
Inzwischen gibt es prominente Proteste: Salman Rushdie nannte es „absurde Zensur“ und der PEN USA äußerte sich auch kritisch über den Versuch, die "Bücher von etwas zu säubern, was jemanden beleidigen könnte.“

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