Aufrüstung und Sozialabbau

ist „der Russe steht vor der Tür, nimmt uns alles weg, bringt uns alle um“ nicht auch so ein Katastrophenszenario?

Das wäre auch eines. Wer behauptet das?

P.S. die Warnung vor russischer Aggression gegenüber einzelnen NATO-Staaten ist keines.

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Es tut mir sehr Leid, wenn es dich persönlich hart trifft. Bitte nehme meine Erwiderung hier nicht als Empathielosigkeit wahr, sie beziehen sich nicht auf Einzelfälle, die ich gar nicht beurteilen kann.

Um welchen Kernhaushalt geht es? Wie hoch ist der Rückbau?

Ja, es findet eine weitere leichte Privatisierung von Kosten statt, um eine massive Steigerung der Tarife der GKV zu verhindern. Dazu gibt es auch gute Gründe, es ist allerdings etwas verlogen, wenn das als eine Entlastung der Versicherten bezeichnet wird. Es ist eine Entlastung der Arbeitskosten (der Unternehmen) um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

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„Wir“ im Sinne „wir Verursacher“ - völlig zu recht. Die Frage an „die Jugend“ muss aber erlaubt sein, ob sie daraus den Schluss ziehen, lieber die Seite zu wechseln, und in die Gruppe der „älteren“ Verursacher „aufsteigen“ will - mit dem „netten Seiteneffekt“, dass sie zwar „nur“ den gleichen Fehler wie „wir“ (alte Verursacher) machen „wollen“ - aber selbst die Folgen (im Gegensatz zu uns „alten Verursachern“) auch tatsächlich tragen müssen, oder ob sie daraus etwas lernen, und versuchen, tatsächlich etwas anders zu machen (und vielleicht sogar uns alte Verursacher noch in die Verantwortung zu nehmen).

Mein Eindruck ist, dass sie dann doch lieber zu uns Verursachern mitgehören wollen, da die kurzfristigen Vorteile - wie wir alten Verursachern auch - attraktiver finden als die langfristigen Nachteile…

All denjenigen muss man also vorhalten, dass sie - so oder so - zum „alten wir“ dazu gehören (werden).

Mein Eindruck ist also, dass das ein Fehlkonstrukt ist, dass sich da abzeichnet. Getreu dem Mottto: „Ihr“ habt „uns“ mit „eurer“ Ignoranz einen riesigen Berg an Problemen hinterlasen - aber da „wir“ selbst auch keinen Status quo Verlust hinnehmen wollen, indem „wir“ „euch“ und eben auch „uns“ deutlich alles über die Verhältnisse hinausgehende streichen, machen „wir“ (und damit alle) so weiter wie bisher…

Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn das „neue wir“ deutlich zu Ungusten von uns alten, „echten“ Verursachern ausfiele. Ich sehe das aber derzeit leider nicht :thinking:

Mein Hauptproblem sind nicht so sehr die Kürzungen, sondern:
a) die Erhöhungen der Beiträge - werden bei mir im kommenden Jahr so +/-800€ sein
b) die Zementierung der 2-Klassen-Medizin

Und was ist der Grund beider Entwicklungen - der Unwille von CDU/CSU über ihren Steuer-Fetisch zu springen und der Fehler der SPD (und auch von uns), dies so zu benennen. Oder warum darf Klingbeil nicht einfach ALLE versicherungsfremden Leistungen aus RV/PV/KV übernehmen und aus dem Steuertopf bezahlen.
Stattdessen dürfen die freiwilligen GKV-Mitglieder jetzt auch noch einseitig die Steuerlöcher im Bundeshaushalt stopfen …

Ach ja - was war noch mal das Thema - Rüstungsausgaben - nunja, da wäre eine europäische Lösung super - mit nur noch einer sehr kleinen Anzahl unterschiedlicher Systeme und Kooperation als Konkurrenz zwischen den Ländern (nicht der Unternehmen). Dann wird es auch viiiel billiger und effizienter.

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das ist billig.

und vererben „Euch“ nun Billionen.

die nächste generation erbt das Land immer in dem Zustand, wie es die vorherige gestaltet hat.
Im Guten wie im Schlechten.
Wie soll es anders gehen?
Meine Eltern haben das Land nach dem Krieg in Schutt und Asche geerbt.
Was hätten sie tun sollen? Den Wiederaufbau verweigern, weil das „ungerecht“ war ???
Es ist „Euer“ Leben. Macht damit was Ihr wollt, ich bin in 5 Jahren tot

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Empathie: ja, ich weiß dass du sie hast :wink:

Hier ist der Kernhaushalt ua:

Und hierin ein OECD-Vergleich:

Was für viele Peanuts zu sein scheinen, spielt für andere eine erhebliche Rolle. Ich kann gut zwischen meinen persönlichen Belangen und Gefühlen einerseits und objektiven (immer mehr oder weniger) Fakten und Zusammenhängen andererseits unterscheiden. Aber es ist anstrengend, und manchmal wünschte ich mir, andere würden nicht nur die Sachebene sehen. Wobei: Belastung durch Sozialkürzungen sind auch Fakten..

Hier ein Thead einer Kollegin auf bluesky, die zum Thema geforscht hat (link zum thread):

Menschen sind real belastet. Kürzungen in der Psychotherapie, bei Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen, bei Geflüchteten, Kindern und Jugendlichen helfen nicht dabei, Menschen und die Gesellschaft zu stärken. Sie verschärfen die Lage.
Die Forschung zu den sozialen Aspekten von Gesundheit zeigt auch, dass gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen zu den wichtigsten Faktoren zählen, wie stark Menschen Belastungen erleben.
Wer dauerhaft damit rechnen muss, dass notwendige Unterstützung gekürzt werden könnte, lebt in ständiger Unsicherheit. Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne psychologische Folgen.
Psychische Belastung entsteht aber nicht erst, wenn Leistungen tatsächlich gekürzt werden. Sie beginnt bereits dort, wo Menschen erleben, dass ihre Existenzgrundlage und ihre Teilhabe immer wieder öffentlich infrage gestellt wird.
Debatten über Kürzungen zeigen Menschen, dass die eigene Lebensrealität und der eigene Unterstützungsbedarf zur Disposition gestellt werden. Sie nehmen Sicherheit und exkludieren. Die Angst, dass Unterstützung plötzlich wegfallen könnte, belastet Betroffene und Angehörige oft erheblich.
Nicht zu wissen, ob das eigene Kind im nächsten Schuljahr noch die notwendige Hilfe bekommt, ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Sorgen darüber, ob sich der Zugang zur Psychotherapie weiter verschlechtert, helfen nicht bei der Bewältigung von psychischen Erkrankungen.
Befürchten zu müssen, ob man sich Wohnraum noch leisten kann, löst existenzielle Ängste aus. Die Unsicherheit über den eigenen Aufenthaltsstatus belastet nicht nur die Gegenwart, sondern erschwert auch die Verarbeitung einer oft traumatischen Vergangenheit.
Wenn Teilhabe und Solidarität zunehmend negativ dargestellt werden, verändert das den gesellschaftlichen Umgang und befeuert Stigmatisierung, Unsicherheit und Ausgrenzung.
Gesundheit und Leistungsfähigkeit werden gesellschaftlich vermehrt
zum Ideal verklärt.
Krankheit, Behinderung oder
Unterstützungsbedarfe stärker stigmatisiert.
Menschen sollen funktionieren.
Narrative, die Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen abwerten oder die Bedarfe von Menschen infrage stellen, werden zunehmend in den politischen Diskurs getragen.
Ableismus & Sozialdarwinismus sind Kernbestandteil rechtsextremer Ideologie. Auch mit Blick auf anstehende Wahlen & dem stärker werdenden politischen Einfluss von Rechtsextremen sollte jetzt eigentlich Solidarität & Unterstützung im Vordergrund stehen. Die aktuellen Debatten erreichen das Gegenteil.

Sie forscht auch zu Resilienz: Was befähigt Menschen, mit Herausforderungen oder Krisen umzugehen. Manches davon kann man lernen, und mit der Zeit kann man viele Fähigkeiten aufbauen.
Aber auf der anderen Seite stehen Belastungen. Wenn die sich addieren, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht.

Kosten: Manche der Kürzungen führen zu höheren Kosten. Sie sind kurzsichtig und ohne Verständnis für Zusammenhänge.

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Du meinst also den Bundeshaushalt? Puls Länder- und Kommunenhaushalte?

Sozialausgaben sind auch eine Belastung, nämlich für die Steuer- und Beitragszahler. Letztlich ist das ein Nullsummenspiel, was der Staat dem einen gibt, nimmt er dem anderen weg. Es läuft also natürlich wieder auf die alte Verteilungsfrage hinaus: wie kann ich die notwendigen Abgaben fair auf starke Schultern verteilen, ohne dabei die Wirtschaft abzuwürgen.

Und die andere wichtige Frage: wo endet die Fürsorge der Allgemeinheit für den anderen?
Muss der Staat jedem ein komfortables Leben in Wohlstand ermöglichen, egal ob er/sie sich selber anstrengt (Eigenverantwortung)? Wie stark muss die Allgemeinheit individuelle Schicksalsschläge abfedern?

Kein einfaches Thema, aber es steht im Hintergrund vieler Diskussionen, nicht nur hier im Forum

deshalb mag ich Deine Beiträge :slight_smile:

Das ist ein verdammt schwieriges Thema.
Ich glaube, man muss es von zwei völlig unterschiedlichen Seiten her sehen.
Mir geht es so:

  1. Die individuelle Sichtweise
    Wenn ich den einzelnen Menschen sehe, habe ich Mitgefühl mit jedem, der leidet, weil er krank ist, arm ist, nicht weiter weiß.
    Ich sitze vor dem Fernseher und mir kommen die Tränen, wenn jemand sein brutales Schicksal schildert. Ich würde diesem Menschen sofort helfen, wenn ich wüsste wie, und ich habe es auch schon geschafft, die Leute zu finden, google sei Dank.
    Das ist eine normale menschliche Reaktion, die bei der übergroßen Mehrheit anzutreffen sein dürfte.
    Betrachtet man es auf dieser individuellen Ebene, muss man jedem Flüchtling, jedem Wohnungslosen, jedem, der mit dem Boot übers Mittelmeer kommt, uneingeschränkt helfen.

  2. Die staatliche/ systemische Ebene
    Diese individuelle Sichtweise kann aber nicht Grundlage staatlichen Handelns sein.
    Kein Staat kann weltweit jedem helfen, der in Not ist.
    Kein Staat kann alle Flüchtlinge aufnehmen, die es auf der Welt gibt.
    Deutschland als sehr reiches Land ist naturgemäß das Ziel vieler Flüchtlinge.
    Deutschland kann nicht alle aufnehmen, die hierhin kommen möchten.
    Ich persönlich kann nicht jeden Bettler retten, der mir in der Fußgängerzone begegnet.
    Jeder Mensch und jedes System hat seine Grenzen.
    Ich setze das als bekannte Tatsache voraus und erkläre das nicht weiter.

    Ein Staat muss daher harte Entscheidungen darüber treffen, wen er aufnimmt und wen nicht, wem er hilft und wem nicht.
    Das bedeutet auch, Flüchtlinge abzuweisen oder abzuschrecken, deren Leben bedroht ist und die vielleicht sterben, wenn sie kein Land finden, das sie aufnimmt.
    Von einer Regierung erwarte ich, dass sie diese Sichtweise zur Grundlage ihrer Politik macht.
    Das Interesse daran, Deutschland als Staat und Gesellschaft funktionsfähig zu halten, ist für die Regierung wichtiger als die Frage, ob einzelne Flüchtlinge gerettet werden.
    Andernfalls verliert der Staat jegliche Steuerungsmöglichkeit.
    Das bedeutet nicht, dass eine Regierung sinnlose Grausamkeiten begehen darf oder soll, aber dass sie -wenn es nötig ist !!- auch Dinge tun kann und muss, die für die Betroffenen grausame Folgen haben können.

Weil es diese beiden Ebenen gibt, darf man m.E. den Ministern, die solche Maßnahmen anordnen, nicht leichtfertig mangelnde Empathie vorwerfen.
Ein Minister oder Kanzler würde seine Pflicht verletzen, wenn er den Staat nach seinen persönlichen Emotionen führt.
Ich halte Merz zB für einen Menschen, der auf der persönlichen Ebene empathisch ist.
Bei Söder und Dobrindt habe ich hingegen meine Zweifel.
Aber das sind natürlich subjektive Ferndiagnosen, die nichts beweisen.

@Dagmar Dieses Dilemma macht es schwer, angemessen auf die Schilderung deiner Situation zu reagieren.
Dich persönlich würde ich sofort unterstützen, so gut ich kann (da darfst Du mich beim Wort nehmen, das weißt Du, denke ich).
Aber gleichzeitig würde ich ggf. auch Maßnahmen befürworten, die Menschen wie Dich benachteiligen, weil Leistungen gekürzt werden o.ä.
Ich komme aus dieser Zwickmühle nicht raus, diese leicht schizophrene Position muss man m.E. aushalten, wenn man die Sache ehrlich durchdenkt.
Ist das für Dich verständlich? und akzeptabel?

Ach ja, noch ein Aspekt:
ich habe mir nur sehr selten im Leben finanzielle Sorgen machen müssen, und das letzte mal ist sicher schon 30 Jahre her. Dafür bin ich jeden Tag dankbar, weil das keine Selbstverständlichkeit ist.
Aber ich kann mich vermutlich nicht wirklich in die Situation eines Menschen einfühlen, der jeden Tag mit dem Gedanken aufwacht, wie er den Rest des Monats übersteht.
Von daher tue ich mich natürlich vergleichsweise leicht, zB Sozialkürzungen zu akzeptieren, weil sie mich nicht betreffen. Insofern ist meine Sicht naturgemäß subjektiv gefärbt.
Aber ich bemühe mich, auch das einzukalkulieren.

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Naja, sie haben erkannt, dass sie bereits als Kinder und Jugendliche auch schon über ihre Verhältnisse gelebt haben und bei den Klimaschutzdemos eigentlich gegen sich selbst demonstriert haben. Deshalb ist das wohl auch wieder eingeschlafen.

Sobald die Verteilungskämpfe um die letzten bewohnbaren Orte richtig los gehen, wird diese „Lust“ bestimmt noch kommen.:wink:

Die Grafik in der ersten Quelle ist der Bundeshaushalt. Der Vergleich der OECD-Staaten in der zweiten Quelle bezieht sich auf die Gesamtausgaben für Soziales, da sind wir im Mittelfeld. Das habe ich so auch in anderen Veröffentlichungen gelesen.

Es ist nur oberflächlich betrachtet ein Nullsummenspiel. Manche Ausgaben erhöhen bestenfalls die Nachfrage, andere sparen ein Vielfaches an (späteren) Kosten ein, manche stimulieren (zeitverzögert) Wachstum und machen den Kuchen größer, und die werden nicht immer als Investition gezählt.
Auch die Belastung ist relativ: du kennst das Gleichnis mit dem Schärflein der Witwe? :wink:
Was für die einen schlaflose Nächte bedeutet, ist für andere eine Zahl weit hinter dem Komma.
Auch prinzipiell: der Staat gestaltet nicht nur, in dem er umverteilt (redistribution), sondern auch, indem er die Rahmenbedingungen setzt (predistibution).
Nicht linear, keine Nullsumme.

Eigenverantwortung: wie ich oben beschrieben und zitiert habe: die Resilienz, die Eigenverantwortung in schweren Zeiten möglich macht, kann bei zu hoher Belastung (finanziell, psychisch, körperlich, sozial) zusammenbrechen. Manches von dem, das jetzt gekürzt werden soll, sollte genau diese Eigenverantwortung möglich machen und unterstützen. Wenn man das kappt, erzeugt man teurere Pflegefälle, Klinikaufenthalte, Schulabbrüche etc.
Das ist nicht nur grausam, das ist auch strunzdumm.

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dafür habe ich auch ein Bespiel:
Die Versorgung mit psychotherapeutischen Leistungen durch die gesetzl. Krankenkassen soll (faktisch) reduziert werden. Details erspare ich mir jetzt.

Ich kenne den Fall eines damals 15-Jährigen, der wegen massiver Zwangsstörungen kurz vor der Einweisung zur stationären Behandlung stand.
Dann hat er eine fähige Psychotherapeutin gefunden und ist jetzt, mit 18, 90% der Probleme losgeworden und bereitet sich auf sein Abitur vor.
Ohne diese Verhaltenstherapie hätte ihm alles mögliche gedroht: Schulabbruch, Arbeitsunfähigkeit, Sozialhilfe.

Die Kosten für seine Behandlung haben sich x-fach gelohnt, sowohl für ihn als auch für die Gesellschaft und die Sozialsysteme. Da zu sparen, wäre ein Fehler gewesen.

(und abgesehen davon ist es einfach schön zu sehen, wie sich so jemand hartnäckig aus der Scheiße rausarbeitet).

Aber …
Am selben Fall kann ich auch belegen, dass Geld für Unsinn ausgegeben wird.
Der Junge hat vorher 2 Jahre lang eine andere Therapie (Psychoanalyse, glaube ich) gemacht, die nichts gebracht hat. Dabei ist für Zwangsstörungen m.W. Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl. Schade ums Geld (und ein Unding, dass diese Therapeutin ihn nicht gleich woanders hin geschickt hat).

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Ja, das weiß ich. Und es hilft mir, das zu wissen.

Das Dilemma kenne ich auch von mir. Jeder, der Verantwortung trägt, ist damit konfrontiert. Ich habe schon schwere Entscheidungen treffen müssen, schwer für mich und für andere.
Meine Erfahrung ist, dass die Entscheidungen gut werden, wenn man beide Pole im Blick behält und integriert. Das erfordert eine reife Persönlichkeit, eine Ich-Stärke, nach dem alten Freud. Das heißt, nicht spontan den Impulsen nachzugeben, sondern die Ambivalenz auszuhalten, und Ambiguitätstoleranz, mit Ungewissheiten leben zu können.

Politiker neigen eher dazu, schnell zu entscheiden, als „Macher“. Habeck konnte das besser, er hat diese Integration geschafft. Merz steht mE zu sehr unter Druck, sich beweisen zu müssen, dass er der empathischen Seite zu wenig Raum gibt, und das wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Ich würde auch einschneidende Maßnahmen beschließen, wenn ich es für nötig halte, und sie dementsprechend auch akzeptieren. Manche der jetzt beschlossenen sind richtig und notwendig. Aber zu viele sind einfach nicht klug.
Was dazu kommt: sie beruhen auf einem Modell von Wirtschaft und Gesellschaft, das ich in wichtigen Teilen nicht so sehe (dazu mache ich ein neues Thema). Deshalb denke ich, vieles geht einfach in die falsche Richtung, und das macht falsche Kürzungen noch weniger akzeptabel.

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Im Zeitverlauf gesehen hast du Recht, bei stagnierendem BIP bleibt es aber ein Nullsummenspiel, in dem Sinne, dass insegsamt nicht mehr verteilt werden kann, als erwirtschaftet wurde. Es gibt nur unterschiedliche Möglichkeiten es zwischen den Menschen aufzuteilen. Das wollte ich ausdrücken.

Du hast Recht, eine stärkere Föderung einkommensschwacher Schichten kann das Wachstum vermutlich steigern, das gilt aber gleichermaßen für viele andere „Investitionsmöglichkeiten“. Deswegen sehe ich die Verteilung eher als eine moralisch-ethische Frage.

Eigenverantwortung heißt für mich nicht, Unmögliches von Menschen zu fordern. Jeder muss sich im Rahmen seiner Möglichkeiten anstrengen. Wir reden hier von unterschiedlichen Situationen. Du redest von Menschen in Not, die sollte man natürlich nicht allein lassen. Ich rede von Menschen, die es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht haben. Sorry für das Klischee, aber diese Menschen gibt es tatsächlich, und nicht zu wenige.

Man muss also beides im Blick haben.

Gilt eigentlich für jede heilbare Krankheit.

Das ist bei dem Thema eine wichtige Überlegung! Vor allem deswegen, weil sie nicht vom eigenen Status Quo abhängt und - hoffentlich - auf plausiblen Überlegungen basiert.

Das ist hingegen eine unbewiesene Aussage - ich unterstelle Merz an dieser Stelle möglichst nicht, dass er weniger sorgfältig mit diesem Dilemma umgeht als seinerzeit Willy Brandt oder Helmut Schmidt. (auch wenn ich persönlich die beiden als Charaktäre bevorzugen würde). Es ist nur deutlich schwieriger, in Zeiten, in denen es kein Wachstum oder gar Rezession gibt, das zu vermitteln.

Idealerweise werden in solchen Zeiten wie diesen möglichst alle etwas belastet ohne sie zu überlasten - ich sehe es als einen sehr großen Fortschritt an, dass die aktuelle Regierung die Erarbeitung solcher Belastungen (ich glaube, zum ersten Mal in der Geschichte!) nicht nur an ein externes, wissenschaftliches Gremium deligiert hat, sondern auch die dort erarbeiteten Vorschläge möglichst als ein in sich stimmiges Gesamtkonstrukt übernehmen will, ohne groß auf den empörten Lobbyismus einzugehen - mal sehen, ob das auch gelingt.

Dass dabei natürlich dort, wo gehobelt wird auch Span fällt (schön wärs, ich meine natürlich: Späne fallen), ergo handwerkliche Fehler begangen werden, halte ich für trivial und auch ob des Dilemmas für vertretbar.

Was Deine Forderung nach Resilienzstärkung angeht, so kann ich die nur unterstützen! Allerdings habe ich selbst keine Ahnung, welche Maßnahmen (auf Bundesebene!) ergriffen werden müssten, um hier flächendeckend etwas zu verbessern.

Die Grundbausteine für eine gute Resillienz werden doch vor allem in der Kindheit gelegt, deren „Nachrüstung“ in späteren Jahren ungleich aufwändiger ist (so zumindest meine eigene, leidvolle Erfahrung).

Bisher wir sie von pschologischen Laien, auch „Erziehungsberechtigte“ genannt, durchgeführt. Da bin ich wieder bei meinem Lieblingsthema Bildung (die aber Ländersache ist!) - es wäre von Vorteil, dies über möglichst frühe Ganztagesbetreuungen in die Hand von Profis zu legen, verbunden mit einem vernünftigen Betreuungsschlüssel - dazu findet sich aber nichts im Finanzkalkül der Bundesregierung - nicht zuletzt deswegen, weil das eben Ländersache ist.

Die Frage ist auch was es mit einer Gesellschaft macht wenn ein Teil nicht mal unbedingt so zusammenbricht, sondern eher eine gewisse Verzweiflung und Ohnmacht entsteht. Ich glaube, die meisten Menschen sind schon zu Opfer bereit, das Problem ist eher, dass sie keinen richtigen Plan und eine Strategie erkennen, die auch Hoffnung macht, dass es nur ein Tal ist, das zu überwinden ist.

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Mich wunderte es ein bisschen, dass dann doch ein anderes Monatsthema aufgemacht worden ist. Egal, was ich beisteuern kann, dass mir persönlich Bildung und sozialer Zusammenhalt wichtiger sind als Militärausgaben und ich schon auch dieses Damoklesschwert darüber erahne, dass trotz des Sonderhaushalts Militärs, what ever it takes, der Staat an anderen Ecken wegen der Militärausgaben, die nichts anderes wie Schulden sein werden, sich Sparzwänge selber auferlegen wird.

Investitionen in Bildung und sozialen Zusammenhalt sind Werte, aus die auch eine andere Außenpolitik abgeleitet werden kann, so wie Spanien an der Stelle argumentiert. Irgendwo sind wir mittlerweile selbst erklärter Kriegsgegner Russlands, wenn auch nicht auf aktive militärische Operationen bezogen und geraten Stück für Stück weiter in diesen Strudel hinein. Wir wollen es nur nicht wahrhaben.

bieserGu:

Ich glaube, die meisten Menschen sind schon zu Opfer bereit, das Problem ist eher, dass sie keinen richtigen Plan und eine Strategie erkennen, die auch Hoffnung macht, dass es nur ein Tal ist, das zu überwinden ist.

Ich glaube das inzwischen - unter dem Vorbehalt, dass überhaupt ein Problembewusstsein vorhanden ist - auch.

Die Grundlage ist doch erst einmal überhaupt, ein Problembewusstsein zu entwickeln. Und dann gilt es, ein Problem so plausibel anzugehen, dass ein Opfer/ein Verzicht sogar sehr bereitwillig akzeptiert wird, wenn es mit einer Erzählung einher geht, dass die mittel- und langfristigen Folgen eher eine Verbesserung versprechen.

Klar besteht derzeit bei der Vermittlung der Maßnahmen bereits ein Problem.

Wenn man sich die aktuellen „Bedrohungslage“ ansieht, so glaube ich nicht, dass es viele gibt, die tatsächlich damit rechnen, dass wir bald im Kriegszustand mit Russland sind. Ich glaube, dass viele immer noch zu dem Schluss kommen, dass der Krieg zwischen der Ukraine und Russland ein „lokales“ Problem ist, das sogar, sobald man die russische Perspektive des Wunsches nach „Wiedervereinigung“ auch nur in Erwägung zieht (auch wenn das bei näherer Betrachtung so plausibel ist wie eine Wiedervereinigung Deutschlands mit Teilen Polens (Schlesien)).

Warum also viel mehr Geld in Verteidigung stecken als in andere Strukturen (z.B. das Sozialwesen). Hinzu kommt noch, dass wohl viele auch Angst haben, dass gerade durch die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine und die eigene angekurbelte Rüstung eine Gefahr der „Eskalation“ erst einen möglichen Krieg wahrscheinlicher macht.

Das alles führt nicht gerade dazu, dass die Akzeptanz des Geldflusses in die Rüstung plausibel erscheint und damit auf uneingeschränkte Akzeptanz stößt, weil das gar nicht also großes eigenes Problem erkannt wird.

Freilich muss man kritisch überprüfen, ob die heraufbeschworene Gefahr tatsächlich besteht, mithin die Verneiner dieser „These“ nicht sogar im Recht sind.

Beim Klimaschutz haben wir die gleiche Diskussion, ob die späteren Kosten wirklich die aktuellen Investitionen rechtfertigen (auch wenn das wissenschaftlich - übrigens auch wirtschaftswissenschaftlich) besser belegt ist als bei der Aufrüstung, so ist die Zahl der Zweifler des Problemumfangs vermutlich noch höher, womit wir auch hier das Problembewusstsein noch nicht in hinreichendem Maße haben.

Was muss nun passieren, um im Falle der Aufrüstung (gesetzt, die These der Notwendigkeit ist tatsächlich belegbar), das daraus resultierende Problembewusstsein zu stärken und vor allem auch die „Lösung“ (Aufrüstungskosten) als reine Übergangslösung darzustellen. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, gilt zwar die 3-5% bis auf weiteres (solange von einem räumlich rel. nahen Nachbarn laut der These so eine Gefahr ausgeht) - das geschaffenen Sondervermögen sollte doch aber eine reine vorübergehende „Anschubfinanzierung“ sein - so wie bei der maroden Infrastruktur auch, die - wenn erst einmal repariert - wieder eine ganze Zeitlang stabil hält, mithin die Kosten auch wieder sinken werden.

Interessante Frage am Rande ist auch, das rechtzeitiges Reparieren immer billiger ist als eine marode gewordene Struktur aufwändig zu sanieren (auch das gilt wieder, egal, ob man die Verteidigung, die Infrastruktur oder das Sozialwesen nimmt).

Die logische Folge müsste sein, dass wir das bei künftigen Investitionen machhaltig berücksichtigen, um dieses temporäre „Über-die-Verhältnisse-Leben“ zu Lasten späterer teurerer Generalsanierungen generell eine Absage erteilen zu können. denn das ist ebenfalls ein Problem, für das viele erst gar kein Problembewusstsein entwickeln.

Es sollen im Herbst Manöver der Staaten, die der
" Koalition der Willigen" angehören in Polen für eine Stationierungen in der Ukraine stattfinden. Die BRD hatte sich erst zögerlich geäußert - will aber jetzt
mit GBR, Frankreich und Polen mit der Bundeswehr teilnehmen. Russland hat diese Stationierungen, für die trainiert werden soll, bereits zum legitimen militärischen Ziel erklärt.

Keiner kann die militärischen Kosten und was nötig sein wird einschätzen, es wird im blauen Dunst mit Steuergeldern verfahren.

das liegt im Wesen jedes möglichen Krieges. Man weiß nicht, was er kosten wird.
Gleiches gilt für Massnahmen zur Abschreckung und Vermeidung eines Krieges.
„whatever it takes“, ist die Basis.
Oder möchtest Du bei Putin einen Kostenvoranschlag zur Genehmigung einreichen?