Der Median, der sich auf Vollzeitarbeitnehmer bezieht, ist für die Berechnung und den internationalen Vergleich des Mindestlohns relevant und damit auch für das Lohnabstandsgebot.
Wikipedia dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohngesetz_(Deutschland):
Die Anwendung des Medianlohnkriteriums von 60 % zur Festsetzung eines armutsfesten Mindestlohns entsprechend den EU-Richtlinien würde einen Mindestlohn von rund 15 Euro für 2026 ergeben.
Ich bin auf 17€ gekommen, das liegt wahrscheinlich an den Transferzahlungen wie Wohngeld, die beim Bruttoeinkommen zT. mitgezählt werden.
Der Mindestlohn beträgt in Deutschland aktuell 13,90 € und wird 2027 auf 14,60€ angehoben. Er hinkt damit seit Jahren der Inflation hinterher.
Die Tabelle von @OberdiUl zeigt Prozente, aber nicht die entsprechenden Einkommen und nicht die Grundlage der Berechnung. Die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung ist ein zusammengesetztes Konstrukt.
„Armutsgefährdung“ bezieht sich offenbar auf alle Einkommen, auch Transfer, da hast du @Kalo recht.
„Erheblich materiell und sozial depriviert“ ist ein Kriterium, das die konkrete Lebenssituation abfragt, also nicht am Durchschnitt oder Median orientiert ist.
„Niedrige Erwerbsintensität“ ist ebenfalls ein anderes Kriterium.
20% sind schon ein Anteil der Bevölkerung, der zu denken gibt. Dazu kommen die Bürger und Familien, die zwar zurechtkommen, aber Sorgen wegen der steigenden Preise wie für Mieten, Lebensmittel, Sprit und Heizung haben. Bei denen lässt die Zuversicht durchaus berechtigt zu wünschen übrig. Das geht weit in die Mittelschicht hinein, zumal 50 % keine nennenswerten Rücklagen haben.
Diese Hälfte der Bevölkerung bzw Haushalte sind für die allgemeine Stimmung relevant. Das ist die Abstiegsangst, über die so viel geredet wird. Auch in Umfragen spielen die Lebenshaltungskosten zurzeit eine entscheidende Rolle für die Stimmung.
Die Leute schalten um von Zukunftsplänen auf Überlebensmodus und ihr Geld zusammenhalten. Auch für ihre Kinder ist der Spatz in der Hand das Ziel, Träume vom Aufstieg sind Tauben, die längst weggeflattert sind.
Die Perspektiven für ihre Kinder haben einen noch größeren Einfluss auf ihre Zuversicht als die eigenen, und Aufbruchstimmung bei den Jugendlichen kann eine ganze Bevölkerung unter Strom setzen. Da kommen dann die Pisa-Ergebnisse ins Spiel, und der berechtigte Eindruck, dass der Politik die Kinder und Jugendlichen nicht so wichtig sind.
Der Wegzug von jungen Leuten spielt gerade im Osten eine große Rolle, der Wohnungsmangel für junge Leute in den Städten.
Zuversicht in einer Bevölkerung wird von den Jungen getragen, die eine Zukunft sehen und ihren Platz darin finden wollen.