Wo bleibt die Zuversicht?

die Liste ist nicht schlecht, aber was sagt der Durchschnittswähler dazu?

[quote=„Kalo, post:19, topic:7753“]

  1. Der weltweite Hunger ist weitgehend besiegt, außer in den Regionen in Afrikas in denen Kriege das verhindern.
    => Mir egal, was in Afrika ist.
    Meine Nachbarin muss Flaschen sammeln, wir sollten unseren Leuten helfen, nicht den Afrikanern.

  2. Wir können Krankheiten immer besser bekämpfen. außer in den Regionen in Afrikas in denen Kriege das verhindern.
    => Afrika ist mir egal. Bei unserer Zweiklassenmedizin und den geplanten Reformen wird die medizinische versorgung bei uns schlechter werden.

  3. Europa, mit Ausnahme Russlands/Ukraine, hat es geschaftt, 80 Jahre im Frieden zu leben. Wir können darauf aufbauen.
    => Das ist Vergangenheit. Die NATO (Alternative: Putin) plant den nächsten Krieg doch schon.

  4. Milliarden Menschen in Asien haben die Aufstieg von bitterer Armut in den Mittelstand geschafft
    => Asien ist mir genauso egal wie Afrika

  5. Weite Teile der europäischen und nordamerkanischen Bevölkerung leben in einem bis dati unvorstellbaren Wohlstand.
    => Was hilft mir Dein Wohlstand von gestern?!? Deutschland ist im Niedergang. Die Autoindustrie stirbt und wir werden Massenarbeitslosgkeit bekommen

  6. Wir haben zwar eine Klimakrise, aber wir haben das Wissen und die Technologie, die Erwärmung zu begrenzen. Und wir können uns heute besser als früher vor der Hitze schützen.
    => Klimakrise? Das war doch ein ganz normaler Sommer (sagt Herr Chrupalla).

  7. Der Klimawandel beeinträchtigt die Landwirtschaft stark, aber wir haben Technologien, das abzumildern (Bewässerungsanlagen, Meerwasserentsalzung, Züchtung hitzereistenter Sorten)
    => s.o.

  8. Wir erleben dank Internet und KI eine Wissensexplosion, die uns befähigen kann, zukünftige Herausforderungen und Krisen weit besser als bisher zu lösen.
    => Die KI läuft jetzt schon Amok, die wird uns alle umbringen, im Auftrag der USA oder Chinas.

Natürlich kann man jede Liste so kaputtreden, insofern sind die Kommentare nur halbernst gemeint.

Aber Deine Punkte argumentieren einerseits viel mit Erfolgen der Vergangenheit und einer guten Gegenwart, und sie beschäftigen sich zT mit Problemen / Erfolgen anderer Kontinente.
Sie haben für den Durchschnittswähler deswegen vermutlich nicht die emotionale Bindungskraft und Begeisterungswirkung wie eine AfD-Liste, in der es nur um UNS geht, in der Ängste geschürt werden und dann deren Lösung versprochen wird, und in der es (ganz wichtig!) einen Sündenbock gibt.

Im Vergleich dazu wirken Deine Punkte akademisch und blutleer.
Es geht mir nicht darum zu meckern, sondern den Unterschied herauszuarbeiten hierfür:

Wenn der Klimawandel von Außerirdischen gemacht wäre, würde es funktionieren.
Dann hätte man einen Schuldigen und ein prima Feindbild!
Stattdessen haben wir den verursacht, d.h. wir selbst sind das einzig mögliche Feindbild.
Das ist marketingtechnisch eine Katastrophe :slight_smile:

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Das liegt an der sehr nüchternen Form meiner Präsentation. Ich bin sicher, ein Kommunikationsexperte könnte das mit sehr viel Blut füllen. Und auch jedem Trottel erklären, dass und wie wir Probleme nicht nur regional sondern global lösen müssen.

Es geht mir um eben eine solche globale Vision, in der Fortschritt und nicht Rückschritt eine entscheidende Rolle spielt.

Da hast du einen Punkt. Wenn die Grünen die Menschen, bzw. ihre Lebensweise zum Feind erklären, müssen sie sich um mangelnde Zustimmung nicht wundern.

Merz macht gerade ein ähnliche Erfahrung, er neigt ja auch zur Publikumsbeschimpfung. Bei einem Kaberettisten ist das okay, aber ein Bundeskanzler?

Da muss man marketingtechnisch eine bessere Lösung finden.

Dann muss man das aber weiter runterbrechen.

  • Deine Oma ist 80, kann nicht mehr Autofahren und nur mit Rollator gehen?
    Und der Bus kommt nur 1 mal am Tag?
    Wir bauen KI-gesteuerte selbstfahrende E-Autos, die sie abholen und überall hinfahren.
    Zu günstigen Tarifen, weil die Fahrten nicht vom Ölpreis abhängig sind.
    Der Strom kostet 5 ct/kwh und kommt aus dem Windpark oder der PV-Anlage um die Ecke.

  • Und an der Anlage kann sich Deine Oma oder kannst Du Dich beteiligen ud kriegst eine garantierte Verzinsung mind. von 3 %.

  • Oder Du kannst ein E-Auto leasen für EUR 100 /Monat. Reichweite 300-400 Km und Du musst nie mehr tanken!!

  • Deine (geförderte) Wärmepumpe heizt im Winter und kühlt im Sommer Deine Wohnung. So lässt sich die Hitze besser aushalten.

  • Ein Balkonkraftwerk kostet EUR 500 und spart EUR 25 im Monat.
    Nach nicht mal 2 Jahren verdienst Du Geld damit.

Entweder große Gefühle oder greifbare, konkrete Vorteil (oder beides).
Ziel sollte in der Darstellung nicht der Kampf gegen den Klimawandel, sondern ein besseres Leben sein.

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Das ist eine Super Idee für ein grünes Wahlkampf- Reel auf social Media:
Die Politik erklären und dabei Omas Kartoffelklöße machen. Ob die das in Sachsen so schnell noch hinbekommen?

Darfst du aber nicht in einer Mietwohnung anbringen.

Darf man in einer Mietwohnung nicht installieren.

Die Oma ist froh, wenn ihre niedrige Rente bis Ende des Monats reicht, die hat für Beteiligung nix übrig.

Bis dahin ist die Oma tot. Die ist nämlich verhungert, weil ihr der Pflegedienst gestrichen wurde, der einmal wöchentlich für sie eingekauft hat.

Es gibt nix Positives für die arme Bevölkerung zur Zeit. Außer:

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Es geht doch hier in diesem thread um Zukunftsvisionen.

Natürlich muss man aufpassen, dass zwischendurch nicht alles den Bach runter geht und man sich auch um aktuelle Probleme kümmert, aber nicht nur.

Für eine Oma in den 60ern wäre es übrigens purer Luxus gewesen, wenn fremde Leute überhaupt für sie eingekauft hätten. Das hätten schön die Kinder (damals ausdrücklich die Töchter!) zu übernehmen gehabt, anstatt in die Fremde zu ziehen und ihr eigenes Ding zu machen.

Man könnte also auch vieles thematisieren, das jetzt besser ist als früher und gleichzeitig auch kurzfristige Lösungen vorschlagen (verpflichtendes Sozialjahr zum Beispiel).

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Die Zustimmung darf der Vermieter nicht ohne triftigen Grund verweigern.

Aber darum geht es hier gerade nicht. Es geht um eine positive Vision/Erzählung/Narrativ für die Zukunft.

Es gibt auch Omas, die Geld haben. Das Klisschee der armen Rentner trifft nur auf einen Teil zu.

Für die arme Bevölkerung gabe es zu keiner Zeit etwas Positives. Das hängt mit der Definition von „arm“ zusammen. Es sind aber bei weitem nicht nur die Armen, die AfD wählen.

Aber darum geht es hier gerade nicht. Es geht um eine positive Vision/Erzählung/Narrativ für die Zukunft.

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Die positive Zukunftsvision wäre:
Jeder Mieter darf sich ein Balkonkraftwerk anbauen, und bekommt dabei tatkräftige Hilfe.
Der Stromzähler dreht sich dann rückwärts.

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Hast du dafür einen Beleg? Weil mir jemand aus der Nachbarschaft erzählte, dass er sein Balkonkraftwerk wieder abbauen musste, weil die Baugenossenschaft (Eigentümer der Mietwohnung) pauschal alle Balkonkraftwerke verboten habe - so wie früher auch die Satelitenschalen.

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na dann muss es ja stimmen …

.. Punk ist für mich in erster Linie Auflehnung gegen das Establishment. Manchmal sind Texte in Punk-Stücken provokativ düster, im Grunde zeichnet der Punk vor, dass in der „heilen Welt“ an der Oberfläche etwas nicht stimmt und lehnt sich dagegen auf.

Wenn das heutige Establishment dadurch gezeichnet ist, dass es reaktionär ist, also nicht über den Schatten auf Grund von Verlustängsten in die Klimatransformation springen möchte, eher zurück weicht und dadurch eher dekadent wird und von Rechtsextremisten mit einer vereinfachten Weltvorstellung unterwandert werden kann, ist Solarpunk bestimmt auch die richtige Antwort darauf, dass Klimakleber auf den Straßen ideologisch dort beheimatet wären und methodisch doch eher nur einen kleinen Teil der Gesellschaft für ihre Belange sensibilisieren konnten - zudem noch mit den Gesetzeshütern in Konflikt geraten waren.

Der Punk - nicht verstanden als den einzelnen mit „Haste mal eine Mark?“, war in den Achtzigern eine Bewegung, die sich als Synonym des gesellschaftliches Gegenstücks zur damaligen schwarz-gelben Bundesregierung verstand und darüber hinaus natürlich gegen rechts gerichtet war. Nicht zuletzt durch die Bedienung eines breiten Mainstreams durch die Songtexte von den Toten Hosen und den Ärzten war eine Breite Masse eher links verordnet - und konnte dann 1998 in die Mitte ausgreifen und Mitte-Links, Rot-Grün im Bund die Gesellschaft modernisieren.

Bündnis 90/ die Grünen brauchen - spätestens nach der Verteidigung ihrer Bastion in Stuttgart keine bürgerlichen Stuhlkreise, damit es möglich wird mit den Schwatten zu regieren, sondern sollten für ihre Klimapositionen wieder wirklich kämpfen.

Solarpunk - und man sollte die Mitglieder der Puhdys befragen, ob man " Alt wie ein Baum" am grünen Wahlstand in Sachsen-Anhalt spielen kann, denn die Klimaveränderungen machen auch etwas mit der Gesundheit - gerade mit älteren Menschen - und der Baum passt wohl wie Arsch auf Eimer zur Partei-Bündnis 90/ die Grünen und frisst CO2.

Ja, er musste das Balkonkraftwerk wieder abbauen und überlegte, ob er klagt. Im ganzen Stadtteil, dessen Wohnungen fast alle der Baugenossenschaft gehören, habe ich noch kein einziges Balkonkraftwerk gesehen. Bei geschätzten 2000 Wohnungen- oder mehr - kann das kein Zufall sein. Zumal sich viele Eigenheimbesitzer hier Solar aufs Dach gepackt haben.

Immer wieder „ aber da gibt es doch welche die nicht können“

Ja, es wird immer welche geben, die irgend etwas nicht mitmachen können. War immer so, wird immer so sein.

Das ist aber kein Grund, dass alle anderen es nicht machen können oder sollen.

Dieses schlecht machen von Ideen/Versionen/Vorschlägen nur weil nicht auch die letzte Bevölkerungsgruppe davon profitiert bzw. mitmachen kann nervt und führt zu dem Stillstand der wiederum beklagt wird.

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Wie viele „Welche“ gibt es inzwischen? Messe ich das an den AFD Wählerstimmen in Sachsen Anhalt, dann gibt es dort 40%.

In meiner Wohnumgebug stürzt grad die untere Mittelschicht (kl. Reihenhaus, Auto, 1 x jährl. Urlaub) wegen der geringen Renten und der Preissteigerung in die Armut ab. Die wählen deswegen alle AFD.

in meiner nicht.
Du bist sehr fokussiert auf die Armen, die sind aber nur ein Teil der Gesellschaft.
Dass es den Armen finanziell schlecht geht, liegt in der Natur der Sache, sonst wären sie nicht arm.
Maßnahmen können auch dann sinnvoll sein, wenn sie nicht spezifisch den Armen helfen.
zB Beteiligungsmöglichkeiten an PV-Anlagen.
Sollen wir die streichen, weil nicht jeder EUR 500 oder 1000 investieren kann?

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Hast du ihn nach einem Beleg gefragt?

Ansonsten: privilegierte bauliche Veränderungen im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Ich gebe zu, dass ich den konkreten Gesetzestext nich kenne. In unserer WEG ist es so, dass - wie die Tiefgarage und die Dachfläche - die Fassade (und damit auch die Aussenwand des Balkons) Besitz der WEG ist (zwar mit alleinigen Sondernutzungsrechten des Eigentümers, der sich aber an die WEG-Beschlüsse dabei halten muss). Wir haben in den letzten Jahren 3 heisse Diskussionen dazu geführt: einmal Solar auf dem Dach (wurde komplett - egal in welcher Konstellation - abgelehnt), dann die Markisen auf den Terrassen (hier wurde eine eingeschränkte Farbasuwahl und eine einheitliche Größe festgelegt, an die sich theoretisch auch jeder halten *muss, und dann die Balkonkraftwerke, die nach belieben angebracht werden können.
Wenn nun die WEG (oder der Komplettbesitzer - Baugenossenschaft) beschließt, dass die Fassade so bleibt, wie es ist (also Verbot von Balkonkraftwerken), dann ist das auch so lange Verboten, bis ein Gesetz es erlaubt, dass jeder Miter diesbezüglich machen kann was er will, ohne den Eigentümer zu fragen zu müssen

Der"triftige Grund" ist also bislang der Beschluss des oder der Eigentümer, die Aussenwirkung des Gebäudes (Fassade) nicht zu zerstören. Deswegen bei uns die (halbwegs) einheitlichen Farben bei der Markisenauswahl …

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§ 554 Barrierereduzierung, E-Mobilität, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte

(1) Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge, dem Einbruchsschutz oder der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte dienen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Interessen des Mieters nicht zugemutet werden kann. Der Mieter kann sich im Zusammenhang mit der baulichen Veränderung zur Leistung einer besonderen Sicherheit verpflichten; § 551 Absatz 3 gilt entsprechend.

(2) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

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Hab ich inzwischen auch gegoogelt. Ist ja jetzt etwas ab vom Thema.

Ich erinnere mich nur noch an einen stinksauren jungen Mann (zwischen 25 und 35), der mir aufgebracht erzählte, dass es seine Solarpanele wieder von der Außenseite der Balkonverkleidung abmontieren musste, weil er einen Brief von der Baugenossenschaft bekommen hatte. Irgendwas mit baulicher Veränderung war die Begründung. Klagen wollte er nicht, weil Rechtsanwalt zu teuer. Und da ich im ganzen Stadtteil, dessen Häuser quasi alle der Baugenossenschaft gehören, niemals ein Balkonkraftwerk gesehen habe (nur bei dem Typen, der es wieder abmontieren musste, gehe ich davon aus, dass die Rechtsanwälte der Genossenschaft sehr schnell mit Drohbriefen sind.

So ein einfacher Baumarktverkäufer mit Hauptschulabschluss kann zwar ein eigenes Balkonkraftwerk montieren, aber von Juristendeutsch lässt er sich einschüchtern.

David gegen Goliath.

So weit ist es doch nicht vom Thema: Wie einfache Menschen in ihrer Zuversicht eingegrenzt werden.

So entstehen Fake News. Jemand lässt sich einschüchtern und daraus entsteht:

Und wer hat noch mal gewonnen? Etwas mehr Zuversicht bitte.

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