Ja eben, aber das ist doch jetzt nicht die Basis für die Rentenbeiträge. Basis sind jetzt die Verdienste der Versicherten, die haben erst mal wenig bis eigentlich nichts mit der Wertschöpfung zu tun.
Deshalb hat Sophia recht, dass die Produktivität bei einer zukünftigen Rentenbasis maßgebend sein muß: Beispiel: benötigt man in den 60er Jahren durchschnittlich 200 Arbeitnehmer für die Herstelung eines PKW , sind es heute ca 50 ( bitte nicht an den Zahlen festkleben, ich weiß, dass man da differenzieren müsste). In Beiden Fällen haben wir ein vergleichbares Produkt. Natürlich zahlten die 200 ihre Rentenbeiträge und damit war alles gut, aber die 50 heute sind nach dem bisherigen System zu wenig, obwohl die Wertschöpfung durch die Herstellung des modernen Autos wohl noch höher ist. Richtig ist sicher, dass die Wirtschaft die Beiträge zur RV erwirtschaften muss. Deshalb muß der Staat es aber auch dort holen. Mir ist schon klar, dass das auch wieder Probleme mit sich bringt, deshalb wird politisch wohl nur ein System möglich sein, das sowohl das Betragssystem berücksichtigt, aber eben auch den Produktivitätsfaktor.
Richtig und du wirst Die Leute auch abbbauen müssen, da du sonst nicht konkurrenzfähig bist. Arbeitskräfte sind nunmal ein wesentlicher Faktor. Das zeigt, wie falsch es ist, dass die RV durch Arbeitslöhne finanziert wird. Und da würde es auch nichts nützen, wenn es in Deutschland wieder mehr junge Arbeitskräfte geben würde, die müssen zukünftig erst mal einen Job haben. Im Moment wird ja eher kräftig abgebaut.
Ja, genau. Ein Besteuerung der Effizienz und Produktivität, also Maschinensteuer.
Das wäre schlimm, wenn das so wäre. Warum denken wir dann nicht lieber über Mitarbeiterbeteiligungen an Firmen nach, wie es in den USA gang und gäbe ist?
Generell, wenn die Produktivität steigt, steigen tendenziell auch die Einkommen (nicht in jedem Fall, aber in der Breite schon), dann können auch die RV-Beiträge angemessen steigen, das wäre systemkonform: immer weniger Arbeitende können dank höherer Produktivität immer mehr Rentner finanzieren.
Immer nur neue Steuern fordern hilft wirklich nicht.
Dafür wäre ich zumindest als Ergänzung zum jetzigen System offen.Ein mehrstufiges Modell mit einem Staatsfonds als Bestandteil wäre m.E. noch eine Alternative.
Nein, keine gute Idee. Damit hat der Arbeitnehmer ein doppeltes Risiko. Bei einem Konkurs verliert er nicht nur seinen Arbeitsplatz, sondern auch noch seine Rentenansprüche. Etwas anderes wäre ein Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge als 3. Stand beim einen Stufenmodell. Dort müssten zum Beispiel die Ansprüche bei einem Arbeitgeberwechsel übertragbar sein ( gibt es nur sehr eingeschränkt). Den Konkursfall wird dort doch den Pensionssicherungsverein abgefedert. Meine Grundidee wäre also Beibehaltung der bisherigen gesetzlichen Beiträge auf dem jetzigen Niveau, plus Einzahlung durch den Bund auf einen individuellen Anteil an einem staatlichen Fonds ( das muss über wirtschaftliche Erträge oder über die Vermögenssteuer finanziert werden), plus Ausbau der Betrieblichen Altersvorsorge. Da steckt sicherlich noch viel Detailarbeit dahinter und es mag auch Alternativen geben, aber wie gesagt, dass sollte man halt langsam mal angehen. Rentenkürzungen sind ja auch nicht wirklich günstiger, da sonst der Anteil der Leute die andere Sozialleistungen benötigen immer größer wird. Den Sozialstaaat insgesamt in Frage stellen, wird hier hoffentlich niemand wollen.
Da die Grüne Linke hier im Forum unterrepräsentiert ist, zitiere ich der Ausgewogenheit halber mal einen ihrer Autoren mit diesem Beitrag:
„Das Rentensystem in Deutschland war seit der Gründung der Bundesrepublik darauf gerichtet, Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen zur Finanzierung der Renten heranzuziehen. Dieser weise Grundsatz bekam, um Gerechtigkeit zu schaffen, in den 70er Jahren immer mehr Bedeutung, weil aufgrund von Automation und Computerisierung die Produktivität der Wirtschaft dramatisch anstieg. Das bedeutete zugleich, dass durch Automation und Industrieroboter am Fließband massenhaft Arbeitsplätze wegfielen und die Gewinne der Unternehmen drastisch stiegen. Diese Tendenz setzt sich durch Computerisierung der 80er Jahre und zuletzt die KI bis heute exponentiell fort. Anstatt diese Entwicklung zu thematisieren, wurde gezielt eine scheinwissenschaftliche Demografie-Debatte als Ablenkungsmanöver erfunden. Scheinwissenschaftlich deshalb, weil völlig unwissenschaftlich, aber nicht zufällig, verschwiegen wird, dass die derzeit steigenden Rentenkosten, die der Staat auffängt, ein zeitlich begrenztes Phänomen sind, das in etwa 20 Jahren, wenn die meisten der “Babyboomer-Generation” gestorben sind, sich in Luft auflösen wird. Stattdessen soll die herbeigeredete “Krise” genutzt werden, um zu entsolidarisieren.“
bis auf den Satz ist der Text nicht schlecht.
Das Geraune, dass irgendwo böse Mächte sitzen, die „uns“ (wer auch immer das ist) fertigmachen wollen, gehört zur linken Alltagsfolklore.
Viele Emails der Grünen und viele Petitions- und Demoaufrufe machen das auch so.
Mich stößt es ab, dass immer versucht wird, mir eine Bedrohung durch einen amorphen Feind einzureden, um mich zum Mitmachen zu motivieren.
Diese versuchte Manipulation ist mir zuwider.
Die AfD macht das auch so, ein Feindbild aufbauen, gegen das man sich zusammentut.
Das brauch ich nicht.
ich würde gerne hierzu noch was hören.
Mir scheint das mit der Wertschöpfungsabgabe nicht zu Ende gedacht zu sein.
Insb. die m.E. zwangsläufig folgende Preiserhöhung halte ich im Wettbewerb für schwierig.
ja, wie der Unternehmer auch. Man kann nicht beides haben: Anteil am Unternehmenswachstum und Sicherheit vor Konkurs. Es wären übrigens keine Rentenansprüche, sondern Firmenanteile.
Du willst also das Geld vom Unternehmer, der voll ins Risiko geht, einkassieren und dem Arbeitnehmer risikolos geben. Ich finde das ist unfair. Sozialismus durch die Hintertür.
durch Streuung kann man das Risiko mindern (ETFs).
aber auch durch
der wahrscheinlich auch nur ETFs kaufen wird.
Nicht jeder Arbeitnehmer muss sich mit vollem Risiko an seinem Arbeitgeber beteiligen.
Das gibt nur wider Dramen wenn mal einer pleite geht, und dann springt der Staat wieder ein.
Erträge gibt es ja nur wenn auch Gewinne erwirtschaftet werden. Egal welches Modell ihr hier diskutiert, natürlich muss doch das Geld für die RV durch die Wirtschaft gewonnen werden. Woher soll denn das Geld sonst kommen? Da hat mit Sozialismus wenig zu tun, mit Sozialstaat aber schon. Und was stört dich daran? Es gibt ja eine große Vermögensungleicheit, also,grundsätzlich ist also das Geld da , um sowas zu finanzieren. Natürlich gibt es da die Schnittstellen, dass auch Kapital,für Neuinvestitionen benötigt wird, aber das ist nur eine Frage der Ausgestalung und nicht des Systems.
Ja sicher, in Norwegen ist der Staatsfonds zwar traditionell stark an der Ölindustrie orientiert ( was sicher geändert werden muss), in Schweden wohl eher allgemeiner aber noch ziemlich im Umfang bescheiden, aber beide Ansätze sind als zusätzliches Standbein aus meiner Sicht sinnvoll. Wie gesagt, kann man da viel diskutieren, aber man sollte da wirklich mehrere Standbeine etablieren und so die zukünftige Altersvorsorge auch auf mehrere Quellen stützen. Im Regelfall sollte der Rentner der Zukunft seine Rente aus der RV, der betrieblichen AV, dem neuen Staatsfonds, eventuell auch einer neu strukturierten Kapitallebensversicherung einem staatlichen Zuschuss aus der Vermögensteuer etc. erhalten. Es gibt da schon Möglichkeiten. Und vielleicht ergänzend. Es mag sein, dass wir Babyboomer in ein paar Jahren natürlich immer weniger werden und so die Blase der Anspruchsberechtigen kleiner wird, dadurch wird das alte System aber nicht gerettet. Denn wir werden in einer produktiveren und bessere organisierten und technisch noch fortgeschrittener Welt weniger Arbeitskraft benötigen. Und das ist eine positive Einschätzung ansonsten finden wir uns auf 3. Welt- Niveau wieder, ist aber eher unwahrscheinlich. Allerdings wird auch der Klimawandel auf die Weltwirtschaft noch Einfluss nehmen, der Auswirkung noch nicht absehbar sind.
Mir ging es um die Haltung, einerseits gegen den wachsenden Reichtum von Unternehmern, die in ihr Unternehemn investieren und alles auf eine Karte setzen, zu wettern, und andererseits, wenn ich den Vorschlag mache, Arbeitnehmer daran systematisch zu beteiligen, „Risiko“ schreien.
Mir ging es um den direkten Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Motivation für das „eigene“ Unternehmen.
Vermögen ist nicht gleich Geld. Schreibe ich jetzt zum wiederholten Mal, aber diese einfache wirtschaftliche Erkenntnis wird einfach nicht verstanden.
Deswegen mein Vorschlag, die Arbeitnehmer stärker am Vermögen (=Unternehmen) zu beteiligen. Mit allen Chancen, aber auch allen Risiken.
Die „linke“ Haltung ist, die Unternehmer erst mal ins Risiko gehen zu lassen, und die erfolgreichen dann abzuschröpfen.
Es hat etwas mit Sozialismus zu tun, Arbeitnehmerbeteiligung an Unternehmen über einen staatlichen Fond zu organisieren. Irgendwann gehören dann große Teile der Unternehmen dem Staat.
Fallen darauf doch an.
Mein “Gewinn” ist mein “Unternehmerlohn” und auf den zahle ich sowohl Einkommensteuer als auch Sozialabgaben wie Krankenkasse.
Lediglich von Rentenbeiträgen bin ich (noch) freigestellt. Dafür bekomme ich dann aber auch keine, wenn ich nicht freiwillig einzahle.
”wenn darauf Abgaben anfallen, müssen die Produke aber entsprechend teurer werden.
Gefährdet das nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte?”
Nein, die Preise steigen nicht, da die Lohnnebenkosten dann sinken, wenn die gesamte Arbeitsleistung berücksichtigt würde. Lediglich Bezieher von parasitären leistungslosen Einkommen hätten weniger in der Tasche.
Und die tun mir natürlich unheimlich leid.
dann haben wir nicht denselben Gewinn-Begriff.
Gewinn ist, was Du als Inhaber Deines Unternehmens nach Abzug aller Kosten übrig behältst.
Darauf fallen keine Sozialabgaben an, nur Kapitalertragssteuer.
ESt. und Sozialabgaben fallen aber auf Dein Gehalt als Geschäftsführerin an (wenn Du das bist). Meinst Du das mit „Unternehmerlohn“?
Welche Rechtsform hat Dein Unternehmen? GmbH?GbR? KG? OHG?
den Satz verstehe ich nicht. Die Lohnnebenkosten sinken, wenn auf mehr Arbeitsleistung Sozialabgaben anfallen?? Die Vergrößerung der Berechnungsbasis führt doch zu höheren Abgaben, die Du als Unternehmen irgendwie kompensieren musst.
Würdest Du den Gewinn, den Du als Inhaberin /Gesellschafterin Deines Unternehmens erzielst, als parasitäres Einkommen bezeichnen?
Wenn ich mich morgen mit 10% an Deinem Unternehmen beteilige und dafür eine Einlage von TEUR 100 leiste, damit Du eine neue Maschine kaufen kannst, ist dann mein Gewinnanteil von 10% auch parasitäres Einkommen?
Wenn diese Art Einkommen so leicht und leistungslos erreicht werden kann, warum stecken dann nicht alle jeden Cent in Unternehmensbeteiligungen?