Gar nicht mehr. Ist doch das Ziel, oder? Es sei denn, jemand erfindet ein geniales Verfahren, wie man mit CCS und CDR das CO2 mit weniger Energie einsammeln kann, als das Kohlekraftwerk erzeugt. Wir sind ja technologieoffen.
Ich dachte, du meinst CDR mit „Ausgleich“. Wie soll der Ausgleich sonst aussehen? Natürliche CO2-Senken werden nicht für viele Kraftwerke reichen.
Sind wir uns nicht einige, dass das Ziel des Zertifikatehandels eine komplette Transformation zu klimaneutraler Technologie ist? Das ist ja prinzipiell auch richtig.
Ich fürchte nur, dass das als alleiniges Steurungsinstrument nicht reicht, wie ich versucht habe, dazulegen. Um es etwas plastischer zu machen:
Die Leute kaufen jetzt noch wie verrückt langlebige fossile Güter (Heizungen, Autos) und werden in 3 Jahren dumm schauen, wenn der CO2-Preis bei 200 Euro pro Tonne liegen wird. Das kann passieren.
Wenn wir nicht mehr vorausschauend planen, laufen wir in die Falle, dass wir viel zu viel CO2 verglichen mit der Zertifikatmenge brauchen werden und das dann auch nicht kurzfristig ändern können. Das Handwerk kann eben nur eine begrenzte Zahl von WP pro Jahr einbauen. Deswegen war Habecks Plan im Prinzip goldrichtig. Beizeiten mit der Transformation beginnen. Und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sprich der Zertifikatpreis durch die Decke geht, wie seinerzeit der Gaspreis.
Aber ich weiß schon was dann passieren wird, die Politik wird den Zertifikatdeckel etwas lupfen.