Veganismus als Religion oder eher als Eßstörung?

Als Ökologin halte ich nicht viel davon, das Gleichgewicht noch mehr in Richtung Industrialisierung zu verschieben.

https://das-gruene-forum.de/t/veganer-retten-nicht-die-welt-sie-wissen-zu-wenig-ueber-die-natur-oder-warum-veganismus-die-lage-verschlimmert/179

In aller Regel vermeide ich Diskussionen, aber die Bewegung ist ja überall.

Da Veganismus ökologisch unsinnig ist (all die wiederkehrend genannten Benefits lassen sich ebensogut und besser erreichen, wenn Tiere eingebunden werden), bleibt als Begründung doch nur

  • Religion

(Religion kann wie auch andere Weltanschauungen Wertvorstellungen normativ beeinflussen, menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen, und in diesem Zusammenhang eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen.[3] Diese umfassenden Eigenschaften von Religion bergen in sich das Risiko der Bildung religiöser Ideologien.[4])

  • Eßstörung
    (Eine Essstörung ist eine Verhaltensstörung, bei der die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ eine zentrale Rolle spielt. Essstörungen betreffen die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Sie hängen meist mit psychosozialen Problemen sowie mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen (Psychosomatik) und können zu ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden führen. Von manchen werden Essstörungen zu den Zivilisationskrankheiten gezählt.)

Ich freue mich auf die Debatte.

Veganismus ist an sich keine Essstörung. Zu den Essstörungen gehört eine Störung des Körperbildes (meist “ich bin zu dick”, selbst bei objektivem Untergewicht) und starke Angst vor dem Dickwerden. Ein wesentlicher Faktor ist das Bedürfnis, die Kontrolle über sich und die Umwelt zu behalten, meist, wenn im Leben die Kontrolle entgleitet.

Bestimmte Einschränkungen in der Ernährung können sich zu einer Essstörung entwickeln, am häufigsten stehen Diäten am Anfang. Ob Veganismus auch häufiger am Anfang steht, müsste ich nachlesen, aber ich fände es plausibel, wenn es einen statistischen Zusammenhang gäbe. Wie stark der sein könnte, weiß ich nicht, aber es spielen so viele andere Faktoren für die Entwicklung einer Essstörung eine Rolle, dass er nicht so fürchterlich groß sein dürfte.

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Interessant.

Dann eher Religion. Ergibt für mich auch mehr Sinn.

Kontrolle ist ja extrem wichtig.

Jedenfalls bei den Veganern, die ich kenne.

oder Wokeness. Oder ist das das gleiche :wink:

Hm.
Gute Idee. Ist ja beides nicht besonders flexibel. Wokeness würde ich aber als aktiv-aggressiv bewerten und Veganismus als passiv-aggressiv.

Woke springen dich an. Veganer kippen nur wortlos das Essen ins Klo, wenn du mit der falschen Gabel was aus dem Salat geholt hast.

Wohingegen aber:

" Veganismus als Doppelaspekt: Ethik und Kontrolle

Veganismus kann auf ethischen und moralischen Überlegungen basieren, die den Fokus von der reinen Nahrungsaufnahme auf das Tierwohl und Umweltaspekte lenken. In einigen Fällen kann diese ethische Komponente dazu führen, dass Menschen mit Essstörungen ihre Ernährung auf rein moralischer Grundlage rechtfertigen, wodurch der eigentliche Fokus auf die eigene Gesundheit verloren gehen kann.

Vegane Ernährung und Kontrolltendenzen

Menschen, die Essstörungen durchleben, neigen dazu, Kontrollmechanismen in Bezug auf ihre Ernährung zu verstärken. Veganismus bietet eine klare Struktur und Regeln für die Lebensmittelauswahl, was die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme erleichtern kann.

Somit kann Veganismus für manche Menschen zu einem Kontrollmechanismus werden. Die strikten Regeln und Einschränkungen, die mit dieser Ernährungsweise einhergehen, könnten von Menschen mit Essstörungen als Möglichkeit genutzt werden, ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren und zu beschränken."

Ich wollte Wokeness nicht Veganismus sondern mit Religion gleichsetzen.

Wokeness als Religion? Mal sehen, was @ErnstBGi dazu sagt?

Ich kann in beiden Gebieten nur „rummeinen“. Aber in Reli kann sie uns vermutlich helfen.

na ja. Oder ein schlichter Irrtum über die ökologischen Sinnhaftigkeit.
Aber das ergibt natürlich keine knallige Überschrift :slight_smile:

Ne, nur in Theologie. :wink:
Veganismus ist keine Relgion, denn diese setzt immer einen Glauben an wie auch immer geartete übernatürliche, heilige (transzendete) Kräfte (Götter) voraus.

Veganismus ist eine Weltanschauung mit starken ethischen und moralischen Prinzipien.

Veganismus hat aber einige Elemente, die man auch in Religionen, insbesondere in religiösen Sekten, findet:

strenge (einseitige) Ethik: Ehrfurcht vor dem Leben von Tieren als einziges Dogma. (Ich frag mich grad, was Veganer zu Abtreibung meinen, theoretisch müssten sie Gegner sein.)
Auch religiöse Sekten reduzieren ihre Lehre meist auf wenige Dogmen.

Heilsversprechen: die vegane Lebensweise wird nicht nur als einzig gesunde für den Körper gesehen, sondern soll die Welt vor dem Klimawandel retten. Die Rettung des Menschen und der Welt vor der Sünde ist oft ein wichtiges Element in Religionen.

Askese: enthaltsame Lebensweise zur Verwirklichung sittlicher Ideale galt schon immer als vorbildlich und findet sich im Mönchtum von Religionen wieder. Nahrungsmittelverzicht (Fleisch) galt schon bei den alten Griechen als Ideal.

Exklusivität und Abgrenzung zur Stärkung des Selbstwertgefühls: die asketische Lebensumstellung mit starker Ausrichtung auf die vegane Ideologie führt zu persönlicher Aufwertung und starker Abwertung und Abgenzung von Andersdenkenden bis zur Intoleranz. Dies findet man auch in religiösen Sekten.
Oft beginnen Veganer ein Gespräch mit dem Satz: „Seitdem ich Veganer bin, geht es mir viel besser“, so wie viele charismatische Christen ein Gespräch mit „Seitdem ich Jesus mein Leben übergeben habe, geht es mir viel besser.“ beginnen.

Mission sowohl Veganer, als auch religiöse Sekten, haben einen starken missionarischen Eifer.

Daher einnert das Verhalten von Veganern oft an eine Religion.
Trotzdem ist Veganismus keine Religion, denn es fehlen wichtige Elemente wie Götter, Rituale, Lehren (Schriften), Spiritualität und Priester/Prediger/Lehrer.

Esstörungen:
Nicht alle Veganer sind essgestört, aber viele Essgestörte sind Veganer. Sie finden im Veganismus einen gesellschaftlich legitimierten Rahmen für ihre Störung, die sie auf diesem Weg ungehindert ausleben können.

(Auch wenn so aussieht, der Beitrag wurde nicht von einer KI erstellt, ich kann nämlich noch selber denken.)

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Das alles funktioniert andersrum bei Wurstfetischist:innen aber auch..?

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Wenn der Wurstfetischist meint, dass alleine das Wurstessen seine Gesundheit und die Welt rettet und er deswegen ausschließlich Wurst und keinen Schinken, Steak oder Blumenkohl isst, würde das eventuell auch passen. Aber ich kenne keine Wurstfetischisten, die so eingegrenzte Dogmen haben, wie Veganer.

Der Wurstfetischist war - ich denk wenig überraschend - eine Anspielung auf eine erst kürzliche Äußerung zu einem recht bekannten Foodfluencer.

Der zwar mehr isst als Wurst, aber andere Ernährungsweisen als die seine nicht weniger ablehnt, als ein sehr dogmatischer, belehrender Veganer (was btw auch nicht alle sind).
In etwa sowie das Elternpaar das über mindestens zwei Instanzen geklagt hat, weil es Mangelernährung bei seinem Kind befürchtete, weil es in der Mittagsverpflegung des Kindes nicht täglich fleischhaltige Gerichte gab.

Ich seh da ehrlich gesagt nich viel Unterschied. Extreme gibt es auf allen Seiten. Vegane Ernährung pauschal als Essstörung oder alternativ religiös zu framen, empfinde ich allerdings als ausschließlich polemisch.
(es sei denn ich hab die satirische Unternote in diesem Thread übersehen)

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Der?

So nehme ich „Debatten“ mit Veganern wahr.

Immer dasselbe. Tierleid, 4356789 Liter Wasser für ein Steak, Tiere fressen Menschen das Essen weg etc pp.

Keines dieser Argumente ist verhandelbar.

Ich habe noch nie (!) erlebt, dass ein Veganer sich für die Nachteile des Ackerbaus interessiert hat oder zumindest versucht hat, dem Gedankengang zu folgen.

Es sind strikte und sachlich falsche Inhalte, die stets als Gebetsmühle wiederholt werden.

@ErnstBGi, dient die Webseite von Peta als Bibel?

Das mit der Industrialisierung ist ein wichtiger Gesichtspunkt,
die gibt es aber sowohl bei der Pflanzenproduktion als auch bei der Tierproduktion, und das müsste man wohl noch mal in einem anderen thread vertiefen.

Veganismus selbst habe ich noch nicht ausprobiert, aber ich war als Teenager mal ein halbes Jahr lang Vegetarierin. Meine Motivation war damals tatsächlich, keine Tiere zu töten.
In diesem halben Jahr wurde mir dann aber klar, dass dies in dieser Absolutheit gar nicht möglich ist.

Das ist heute die größte Motivattion, denke ich.

Genau.
Im alten Forum war dazu eine ganz gute Debatte. Ob die noch da ist?

Ich habe zum Beispiel nirgendwo eine Energiebilanz zu Erbsenprotein gefunden

War ich auch. Und seitdem hat sich viel getan i der Tierhaltung.
Allerdings wachsen Kinder nun ohne Rinder auf

Ich denke schon, vielleicht geht sie ja weiter, wenn das Forum wieder aufmacht.

Das Zusammenleben mit Rindern war jetzt in Deutschland über viele Jahre kein hohes Statussymbol, deshalb wollten viele Leute das nicht mehr.