Utopie / Was-Wäre-Wenn: Erbschaftsteuer auf 100 %

Ähh … ich verwende eigentlich das gleiche Menschenbild wie Du hier:

Ehrenamt macht Spaß und/oder ist mir irgendwie besonders wichtig. Es kann aber nur einen speziellen Ausschnitt unseres Arbeitsmarktes abdecken. Oder warum habe ich noch keine Vereine zum Füllen der „Pflegelücke“ gesehen?

Elon ‚arbeitet‘ nicht, sondern geht wie besessen seinem Hobby nach (der Marskolonie, alles andere ist Mittel zum Zweck). Er ist für mich in mehrerlei Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.

Viele andere silicon valley Gründer haben sich längst deutlich zurückgenommen. Bezos, Page, Brin, Schmid, …
Am deutlichsten ist es aber am typischen Werdegang von Startups zu beobachten. Da geht die storyline meist Idee->Patent->Pilotbetrieb->für 10-100 Mio verkaufen->Ruhestand.

Mir geht es natürlich auch gegen den Strich, wenn die verzogenen Gören eines reichen Erblassers mit ihren Skandälchen die Regenbogenpresse füttern. Es gibt aber auch reichlich Erben, die mit dem Erbe verantwortungsvoll und erfolgreich umgehen (Familie Porsche z.B.). Die stehen dann nur nicht so häufig in der Zeitung.

Ich würde es aus den genannten Gründen zwar eher als Dystopie bezeichnen, aber egal. Es macht immer sehr viel Sinn, bei einem Parameter beide Extremwerte zu betrachten. Also zur Vollständigkeit:

Was wäre bei einer Erbschaftsteuer von 0 % anders?

  • der Staat hätte IIRC 16 Mrd weniger Einnahmen
  • die Konzentration von Vermögen würde etwas schneller voranschreiten
  • Schenkungen im Zuge der vorweggenommenen Erbfolge würden häufig entfallen (Notare hätten etwas weniger zu tun)

Ansonsten würde sich nichts ändern, oder?
==> bei einer Erhöhung der Erbschaftsteuer sollten wir zumindest sehr viel Fingerspitzengefühl zeigen.