Die Frage muss man sich immer stellen. Da gebe ich Dir recht. und man muss ebenso die frage stellen, ob es zur direkten (militärischen) Konfrontation nicht Alternativen gibt. Das erwarte ich von Regierungen - aber auch von den Bürgern!
Im vorliegenden Fall beantworte ich persönlich die Frage, ob wir (?!) uns (als NATO/BRD militärisch verteidgen wollen/sollten, wenn Putin die NATO angreift, weil er Polen wieder unter russische Kontrolle bringen will, oder gar - selbst wenn es derzeit etwas theoretisch anmutet - die deutschen Ostgebiete (ehemalige DDR), zu einem eigenen russlandaffinen Staatsgebilde formen möchte, mit „Ja“ beantworten.
Zum einem, weil ich unseren rel. freien marktwirtschaftlich organisiertes deutsches wie europäisches System - bei allen bestehenden - durchaus auch größeren - Defiziten einem repressiven System ala Russland, Weissrussland, etc. so deutlich vorziehe, dass - immer vorausgesetzt, es finden sich genügend Freiwillige, die das technisch durchführen können und wollen, immer noch vorziehe. Ich halte also unser System immer noch für gut genug, um es für verteidigungswert zu befinden, und weil ich die systemische Alternative für so bedrohlich empfinde, dass ich das ablehne.
Beid er frage nach alternativen zur militärischen Konfrontation fehlt mir schicht die Fantasie.
Ich glaube nicht, dass wir innerhalb Europas (einschließlich Grönland) genügend Rückzugsräume haben, die ein hinreichendes Auffangen der Bevölkerungsgruppen, die wie ich nicht unter den Repressalien eines dann russlandaffinen politischen Systems stehen, möglich machen.
Du hattest mal davon gesprochen, dass innerhalb er Ukraine genügend Platz wäre für Umzüge. Im Falle der Ukraine kann man viellecht noch über so was zumindest nachdenken (immer vorausgesetzt, Putin plant langfristig nicht doch das „Naziregime“ in Kiew durch ein ruslandaffines politisches System zu ersetzen, weil dann wieder die ganze Ukraine unter einem solchen Regime stünde, und es keine „Rückzugsorte“ mehr gäbe).
Im Falle Polens, Ungarns Techiens, etc. schon nicht mehr, da das wohl den Ramen der europäischen Struktur überfordern würde - und selbst der unwarhscheinliche Fall, bei dem aus den Gebieten der ehemaligen DDR wieder ein autonomer Satellitenstaat russischer prägung würde, hätten wir bei der Umzugs-/Fluchtbewegung innerhalb Deutschlands erst einmal ein ganz massives Problem.
Ich persönlich halte also unser System durchaus für so erhaltenswürdig, dass ich bei solchen Szenarien eine militärische Gegenwehr für wichtig, gar notwendig halte.
Ich würde es allerdings als Demokrat akzeptieren, wenn eine Mehrheit das anders sieht, oder wenn sich schlicht nicht genügend Freiwillige finden, die bereit sind, uns notfalls militärisch zu verteidigen.
Im Falle der Ukraine sieht man allerdings, dass die Größenordnung des Aufwandes (bei uns sind es idealerweise 3-5% des BIP) wahrscheinlich ausreichen dürften. Da sind wir aber noch weit entfernt von einer „Kriegswirtschaft“.
Wenn wir derzeit eine Finanzierungskrise haben, dann könnte es eben auch auf eine Chance hinauslaufen, die über Restrukturierung lösbar wäre - was allerdings, und das ist für mich der eigentliche Knackpunkt - leider Zeit braucht, die uns die Ungeduld innerhalb eines vorrübergehenden Tals nicht geben will …