Foto aus dem Bundestag, vom Donnerstag oder Freitag. es geht um Reichinneks foto
empfindet Ihr das Outfit als angemessen für den BT?
hättet Ihr Vorbehalte, wenn jemand, der so aussieht, Minister wird oder ein ähnlich wichtiges Amt bekommt?
ist das Aussehen egal oder spielt es für die Bewertung der Person (in ihrer beruflichen Funktion) eine Rolle?
wie bewertet Ihr im Alltag sichtbare Tattoos im Allgemeinen und bei Politikern im Besonderen?
spielen sie für die Bewertung der Person (in ihrer beruflichen Funktion) eine Rolle?
Dabei lohnt es sich uU, die gefühlsmäßige Bewertung von der verstandesmäßigen zu trennen, soweit das gelingt.
Mich stören nicht die Tattoos, sondern die sehr leichte, „nackige“ Bekleidung. Auch wenn es warm ist, in anderen Jobs (Bank, Behörde) darf man nicht so rumlaufen. Da müssen die Oberarme bedeckt sein. So ein Spagettitop entspricht nicht „der Würde des Hauses“ finde ich.
Aber Tessa Ganserer ist schlimmer rumgelaufen.
Wenn ich bezüglich dessen, was auf dem Foto zu sehen ist, etwas kritisieren dürfte, dann, dass die Abgeordnete während der Sitzung auf ihrem Handy tippt.
Das zeigt aber andererseits auch, dass in den Bundestagssitzungen nicht wirklich etwas entschieden wird, sondern meistens schon vorher.
Geht’s noch, habt ihr eigentlich keine anderen Sorgen?
Vor allem gerade auch noch an dem Tag, an dem der Deutsche Wetterdienst die höchste Temperatur registriert hat, die jemals in Deutschland gemessen wurde.
Sarkasmus: Vielleicht sind ja „alte weiße Männer“ und Frauen im Kostümchen oder Männer mit einem ordentlichen Seitennscheitel wie Merz und Co., die altbackende Politik betreiben, besonders besser?
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da saßen die Grünen mit Strickpullis im Bundestag.
Mir persönlich steht die Qualität der geleisteten Politik erstmal an erster Stelle und nicht das äußere Erscheinungsbild der Politiker*innen.
Im Übrigen gehören Tätowierungen inzwischen bei vielen Menschen zum normalen Erscheinungsbild und jeder Mensch kann frei entscheiden, ob er sich dies selbst antut.
Ich habe allerdings keine, na ja, ich bin ja auch eine „alte weiße Frau“.
Tja, wenn zwei das Gleiche machen, ist das noch lange nicht das Gleiche.
rückblickend vielleicht, vielleicht aber auch nicht. vielleicht gelten tattoos in 20 jahren als extrem peinlich, stichwort arschgeweih.
aber das ist der falsche ansatz.
es geht um die heutige sicht und bewertung, nicht die vorwegnahme der bewertung in 20 jahren.
und es geht auch nicht um die politische verteidigung linker politiker.
stellt euch alice weidel mit diesem outfit vor.
Für mich ist das die heutige Sicht. Tätowierungen sind mittlerweile derart verbreitet, dass sie keine außergewöhnliche Besonderheit mehr sind - in allen möglichen Berufen und gesellschaftlichen Schichten zu finden. Insofern finde ich es für ein Parlament, dass ja eine Volksrepräsentation sein soll, ganz normal dort auch Tattoos zu sehen.
Vielleicht macht sie sich auch einfach nur Notizen. Aber das ist auch so eine interessante Bewertung, dass schreiben mit Stift auf Papier in einem Gespräch oft als aufmerksam und wertschätzend gedeutet wird, tippen in ein elektronisches Gerät dagegen genau gegenteilig. Ob derjenige tatsächlich zum Gespräch schreibt oder etwas ganz anderes erledigt, ist in beiden Fällen für den Gegenüber meist nicht feststellbar.
Beide Störfaktoren, Tattoos und Handys, hängen glaub ich auch ein bisschen am Alter des Beobachters.
Nicht nur. Ich habe auch mal mit einer Bundestagsabgeordneten über die ungeschriebenen Gesetze des Bundestags (damals noch unter Kanzler Scholz) gesprochen. Eine genauere Quelle möchte ich hier nicht angeben, deshalb habe ich Verständnis, wenn dieser Beitrag gelöscht wird.
Das wir regelmäßig, vor allem auf der Regierungsbank gemacht. Oder, ganz klassisch, in Akten geblättert.
Bei den oft sehr langweiligen Debaten, verstehe ich das.
Ja, in den Aussschüssen. Dort findet die wesentliche Arbeit statt. Das Wissen um die Arbeitsweise des Deutschen Bundestags scheint jenseits aller möglichen Vorurteile nicht sehr weit verbreitet.
Ich weiß das und bin deshalb der Meinung, dass man die Bundestagssitzungen auch kürzer machen könnte ohne die langen pathetischen Reden. Natürlich müssen Abgeordnete während dieser Zeit auch arbeiten, statt dort nur herumzusitzen.
Aber wenn dann jemand etwas sagt, sollten sie natürlich auch aufmerksam zuhören.
Klar, freie Meinungsäußerung!
Und so viel praktischer, sich das auf den Unterarm zu tätowieren als es zum Beispiel mantraartig in einem Forum zu wiederholen.
Interessant. Es ist ja verboten als Abgeordneter im Bundestag Kleidung mit politischen Botschaften oder Symbolen zu tragen. (Kleiderordnung im Plenum: Grüne warnen Klöckner vor "Kulturkampf") Aber wenn die politische Botschaft auf die Haut tätowiert ist? Was dann?
Disqualifizieren im konkreten Fall nicht. Aber zeigt schon, dass sie eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber dem Bundestag und dem eigenem Amt hat und sich nicht bewußt ist, das sie Deutschland auch nach außen repräsentiert.
Ist mir auch schon aufgefallen. Die ganzen Timmy-Walretter waren auch gemessen am Bevölkerungsdurchschnitt sehr oft tätowiert.
das ist grds. richtig.
aber macht es einen Unterschied, ob es 1 tattoo auf dem Oberarm ist oder flächendeckende tätowierung?
was ist mit jemandem, der sein Gesicht flächendeckend tätowiert hat?
könnte der Bundeskanzler werden?
hast Du da kein Störgefühl?
und ich spreche bewusst von Gefühl.
Abstrakt ist klar, dass es kein Kriterium ist, ob und wieviel Farbe man sich unter die Haut nadeln lässt. Aber das ist halt sehr abstrakt.
Vermittelt Dir eine sichtbare, vollflächige Tätowierung den subjektiven, gefühlten Eindruck von Reife und Kompetenz?
das bezweifle ich, wiederum gefühlsmäßig.
In der Wirtschaft sind sichtbare tattos m.E. nach wie vor ein Problem.
und auch in der Politik ist das m.E. so.
Einen übermäßig tätowierten Bundeskanzler würde die große Mehrheit nicht akzeptieren.
Ich vermute auch, dass die tattoo-Fläche pro Körper-qm mit steigendem Status, steigender Bildung und steigendem Einkommen abnimmt.
ja, sicher.
Für mich bedeutet „viele tattos = Bildungsmangel, soziale Unterschicht, labile Psyche“.
Ich empfinde eine Tätowierung vor allem als eine Selbstverletzung, die irgendwas demonstrieren soll, bei der die Langfristigkeit der Entscheidung aber vielfach wohl nicht verstanden wird.
Das ist bis zu einem gewissen Grade natürlich ein Vorurteil, ich weiß aber nicht, bis zu welchem Grad genau.