Stellschrauben für weniger AfD-Wähler

Es ist an Vereinfachungen per se nichts auszusetzen. Nicht jeder hat neben seinem Beruf und sonstigen Pflichten noch Zeit sich mit allen Themen intensiv auseinanderzusetzen.

Ich sehe das genau als Aufgabe der Medien: Komplexe Sachverhalte möglichst objektiv aufzuarbeiten und allgemein verständlich, kurz und knapp zu präsentieren.

Die Rentner können dann auch noch Mediatheken und Web durchforsten.

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Stellschraube Staatliches Geld für Seenot NGOs.

  • Hat Regierung gestrichen.
  • Finde ich gut, denn ich fand es schon immer inkonsequent diese Schiffe zu unterstützen und die Leute dann nach Italien zu schaffen. Wenn schon hätte man die aufnehmen müssen.

Wenn man sich das Urteil zum Compact-Verbot ansieht, so ist das zunächst nur „interessant“ und lehrreich.
Warum muss man das zu einem „Triumpf“ hochstilisieren?
Auch das gehört für mich schon zur Medienkompetenz - man liest die Urteilsbegründung und versteht, wo juristische Grenzen sind - mit allen Vor- und Nachteilen - und kann zukünftige Schritte besser bewerten - nicht mehr und nicht weniger - wo ist da Platz für Triumpf auf der einen oder Niedergeschlagenheit auf der anderen Seite?

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und beim Fussball sieht man halt, wer die bessere Mannschaft war, da gilt auch:

Das ist etwas lebensfremd. Manche Leute sind schon am Boden zerstört, wenn sie beim Mensch-ärgere-Dich-nicht verlieren (der Name des Spiels erklärt eigentlich schon alles).

Bildung, Medienkompetenz, holzschnittartige Berichterstattung - spielt sicher alles eine Rolle.
Aber ich habe das Gefühl, dass das noch nicht die entscheidende Ebene ist, die liegt tiefer.
Es gibt eine nahezu weltweite „kulturelle“ Bewegung nach rechts, zum Nationalismus, zu Freund-Feind-Denken, zu Aggressivität und Gewaltbereitschaft, zu kollektiven Egoismus, zu Verschwörungstheorien, zur Faktenleugnung usw.
Das Desinteresse an Bildung und die Begeisterung für blöde Schlagzeilen sind vielleicht nur Folge, nicht Ursache dieser Bewegung.

Woher kommt dieser globale Rechtsruck?
Es könnte eine Reaktion auf die verschiedenen Krisenszenarien sein („jetzt muss jeder erstmal für sich selber sorgen“).
Es könnte ein backlash sein, eine Pendelbewegung gegen die liberale/progressive Phase, die wir seit Jahrzehnten durchlaufen. In den USA sieht man ganz schön, wie alles, was „woke“ ist, zum Feindbild wird und demontiert werden soll.
Auch bei uns wird diskutiert, ob man nun zum CSD gehen soll oder nicht.
Vielleicht haben wir es mit der Liberalität und der Progressivität übertrieben und jetzt kommt der rollback. Und in 20 Jahren geht es wieder in die andere Richtung.

Ich bin nicht sicher, ob das stimmt.
Aber wenn es so ist, dann ist dagegen kein Kraut gewachsen.
Dann müssen wir es einfach aushalten und warten, bis es vorbei ist.
Was nicht heißt, dass man nicht die AfD bekämpfen soll.
Aber man sollte sich klar darüber sein, dass man die Wähler nur zum kleinen Teil gezielt zurückholen kann, solange diese globale Pendelbewegung im Gange ist.
So meine Befürchtung.

Das kann man nicht trennen, geht Hand in Hand.

Sicher eine Ursache. Vielleicht hat es auch mit den Niedergang des Westens zu tun, Aufklärung (gefällt mir besser als Wokeness) ist ja eine westlich-europäische Errungenschaft. Je mehr die globale Macht in andere Regionen wandert, desto geringer werden unsere Werte geschätzt. Der „Westen“ wir ja von allen Seiten verunglimpft, findet sich oft genug auch in diesem Forum.

Es wird wohl nicht nur eine Ursache geben. Ich stelle mir politisch-gesellschaftliche Entwicklung eher wie das Wettergeschehen vor: chaotisch und schwer bzw. gar nicht vorhersehbar. Beides sind chaotische Systeme, wobei ich chaotisch nicht im umgangssprachlichen Sinn, sondern physikalisch/mathematisch meine.

Hier mehr zur Chaostheorie:

:thinking:
Ich glaube, ich verstehe die Intention. Ich war früher ein ganz schrecklicher Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spieler :slight_smile:
Und ich glaube auch, dass

Da spielen ganz viele Faktoren rein, die sich dann in übersteigertem Ehrgeiz, Herabwürdigung der Spielpartner, etc. manifestieren.
Es ist auch manchmal trotz intensiverm Fahnden nicht wirklichermittelbar, auf welcher Ebene was genau der Auslöser für eine potentielle Eskalation ist/war.
Aus der bewussten Wahrnehmung heraus ist es aber zumindest möglich, den aufkeimenden Impuls gleich wieder zumindet zu entschärfen - wenn nicht gar ganz zu stoppen, bevor er endgültig eskaliert.
Am einfachsten sit das noch beim Verfassen vo schriftlichen Nachrichten - hier kann man einen selbstverfassten Text vor der Veröffentlichung beliebig genau auf seine inneren Untertöne hin überprüfen, und sich die Frage stellen, ob man damit wirklich das ausdrückt, was man will - und auch, ob das, was man ausdrücken will, nicht kontraproduktiv ist, weil es sich aus einer inneren Quelle speist, die - vielleicht von 100.000 Jahren - noch das Überleben sicherte - inzwischen aber schädlich ist.
Wenn man zu so einem Schluss kommt, kann man den Schaden einfach verhindern, indem man so lange umformuliert, bis das Resultat zufriedenstellen ist.
In spontanen Situationen ist das etwas schwieriger - das ist aber m.M. nach eine Frage der Übung.
Das alles ist mit (z.T. erheblichem) Aufwand verbunden. Wenn wir aber zu dem Schluss kommen, dass wir schon so weit von unserer Lebensform, auf die wir angepasst sind, entfernt sind (Großfamilie/kl. Herde), dann lohnt sich der Auwand vielleicht doch, denn viele - gerade gesellschaftliche - Probleme entstehen doch genau dadurch, dass die Gruppe zu groß geworden ist, und die - selbst aus einem demokratischen Konstrukt - resultierenden Entscheidungen nur noch eine sehr geringe Akzeptanz finden, sofern sie sich nicht - gefühlt - positiv auf das eigene Befinden auswirken.

Das fängt bereits im rel. kleine an - wenn ich mir die Diskussionen in meiner WEG ansehe (Beispiel die bestehenden Regelungen für das Grillen), dann stelle ich fest, dass viele WEGen das gleiche Problem haben wie auch wir: jeder weiß, wie die Regeln aussehen - jeder weiß auch die Gründen dafür - aber an Ende obsiegt zu oft die Bevorzugung der eigenen Befindlichkeit. Selbst dann, wenn es so offensichtlich ist, dass man das eigene Fehlverhalten tendenziell eher milde bewertet und das gleiche bei anderen als schweren Eingriff in die eigene Befindlichkeit bewertet.
Dieser Unterscheid zwischen Innen- und Aussenansicht wird nun z.B. von der AfD istrumentaisiert, in dem sie Konstrukte anbietet, die einen „künstlichen“ Unterschied zwischen Mitbürgern deutscher Herkunft und solchen mit fremddländischen Wurzel definiert (wir hatten so was schon mal be der Definition von „Ariern“) …
Wenn also fast alle, denne diese willkürlichen Konstrukte angeboten werden, die der eigenen Befindlichkeit schmeicheln, darauf bei bewusster Wahrnehmung eher skeptisch ragieren, wäre viel gewonnen.
Die Sensibilität für solche dringend zu hinterfragenden Konstrukte ist eine frage der geschulten Selbstwahrnehmung - „geschult“ landet dann wieder bei einer - möglichst früh einsetzenden - Form von Bildung (auch heir wieder: man muss das „trainieren“).
Warum sollte also

nicht ein zielführender Ansatz sein - selbst wenn

Ist also

tatsächlich zwingend richtig?

na ja, ich schrieb ja „wenn es so ist“, d.h. ich sage nicht, dass es zwingend richtig ist.

doch klar, das hilft, schon mangels Alternative müssen wir das versuchen.

Ok, ich habe mal wieder ziemlich viel gelesen ;), aber es ist schwer zusammenzufassen.
Meine Bitte: greift euch nicht einzelne Sätze raus, um dann gegenzureden, sondern betrachtet es eher als gemeinsame Suche, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Ich werde es als Aufreihung von Sätzen/Thesen oder wichtigen Punkten zum Verständnis schreiben.

  1. Wähler und Politiker der extremen Rechten (eR) unterscheiden sich sehr in ihrer sozioökonomischen Zusammensetzung, die Geldgeber sind idR sehr reich.
  2. Die Wähler sind zum großen Teil Verlierer der Globalisierung oder anderer gesellschaftlicher Entwicklungen. Dabei spielt die „relative Deprivation“ eine besondere Rolle: sie sehen andere gesellschaftliche Gruppen an sich vorbeiziehen oder sie fallen sogar zurück. (Dazu zB die Statistik des diw zur realen Einkommensentwicklung ab 2000: die vier ersten Dezile hatten bis 2013 keine Steigerung des Reallohns oder sogar einen Verlust, die anderen dagegen teilweise deutliche Steigerung.)
  3. Besonders in Gebieten (Land), aus denen junge und qualifizierte Leute wegziehen, oder in Gebieten mit starker Gentrifizierung (Stadt) gewinnen die eR Wähler.
  4. Zuwanderung ist oft mit einer Zunahme der eR positiv korreliert.
  5. In Gebieten/Stadtteilen mit sichtbarem Migrantenanteil und oberflächlichem Kontakt steigt der Anteil der eR Wähler. Dieser Effekt wird mit der Zeit/Gewöhnung kleiner.
  6. Intensiver, wiederholter, vor allem kooperativer Kontakt mit Migranten verringert den Zuspruch zu eR. Das gilt besonders stark für Arbeitnehmer in kleineren Betrieben, bei gleicher Qualifikation und bei sicheren Arbeitsbedingungen.
  7. Wenn Migranten als Konkurrenz gesehen werden, etwa um Arbeitsplätze, Wohnungen oder soziale Zuwendungen, steigt der Anteil der eR. Das gilt besonders in Zeiten von ökonomischen Krisen.
  8. Es wird eine klare positive Korrelation zwischen gesellschaftlicher Ungleichheit und Anteil der eR gezeigt.
  9. Als Hauptgründe für eR werden wirtschaftliche und kulturelle Gründe unterschieden. Bei den wirtschaftlichen Gründen liegt die Ungleichheit im Fokus, vermittelt über den Vertrauensverlust der Eliten, und der (drohende) Abstieg. Schnelle kulturelle Veränderungen etwa werden als kulturelle Ursache angegeben. Diese beiden Bereiche interagieren. (Teilweise sind sie Ursache, Trigger oder Ausdruck des Problems.)
  10. Ideologisch haben die eR einen sehr kleinen Kern, aber das macht sie anpassungsfähig: sie können auf alle möglichen Themen aufspringen und sie politisieren und damit okkupieren. Damit wird trotz ihres kleinen Kerns das Feld der Auseinandersetzung sehr groß, und es muss keine logischen Zusammenhänge geben, sogar Widersprüche sind möglich.
  11. Der Kern ist „wir das Volk gegen die Elite“ und „mit einer autoritären Führungsperson wird alles wieder gut“. Elite sind Politiker, Wirtschaftsführer, Akademiker. Die Wähler der eR sehen sich von der Elite enttäuscht und im Stich gelassen. Sie sehen die Elite als abgehoben, korrupt und moralisch verkommen. (Daher könnten sie auch Bildungsmaßnahmen ablehnen und sind nicht mehr erreichbar)
  12. Ein Gefühl der Frustration ist bereits da, bevor „schlecht“ bewältigte Krisen, va Finanzcrashs, als Auslöser für einen Anstieg der eR verantwortlich sind. Normalerweise reduziert sich der Anteil der eR in den folgenden Jahren wieder, nach der Finanzkrise 2007/08 war das anders, der Anstieg ging weiter. Dabei dürften die sozialen Medien eine Rolle gespielt haben, wie auch externe Agitation.
  13. Politische Einstellungen werden stark in der Adoleszenz geprägt. Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften sind ein Risiko, in Krisen ins eR Milieu abzudriften.
  14. Es gibt neuere Forschungen in der human geography, die Infrastruktur mit Risiko für eR zusammenzubringen. Studie zB zeigen den kleinräumigen Zusammenhang zwischen Gentrifizierung und eR Wählern, oder den Verlust von Infrastruktur wie ÖPNV, Geschäften des täglichen Bedarfs oder Ärzten mit eR. Andersherum hat sich gezeigt dass die Regionalförderung der EU in den geförderten Regionen den Anteil der eR reduziert hat.
  15. Die Brandmauer heißt international, auch in der Forschung, cordon sanitaire. Es hat sich gezeigt, dass sie die eR aufhalten kann. Es wird auch über einen medialen cs diskutiert, der aber durch die sozialen Medien unterlaufen wird.
  16. Ein Übernehmen der Parolen hat sich als unwirksam bzw schädlich erwiesen.
  17. Die Entwicklung in eine faschistische Gesellschaft geht von dieser Unzufriedenheit und dem Misstrauen gegenüber Eliten zu einer Phase, in der der Mob das Sagen hat. Es gibt Fachleute, die sagen, dieser Mob hat sich ins Internet verlegt, bevor er in die analoge Welt schwappt. Bei diesem Mob gibt es eine „Lust an der Gewalt“. Psychologisch sind bei einem Mob die Hemmungen des Individuums abgeschaltet.

Soweit erstmal. Man kann daraus schon etliche Schlüsse für das Thema ziehen. Ich schlage vor, erstmal diese Zusammenhänge gemeinsam zu verstehen. Zum Thema, wie die eR zurückgedrängt werden können, gibt es bislang nicht so viel Forschung. Deshalb fand ich die Studie zur europäischen Regionalförderung so interessant.

Ich kann nicht garantieren, dass keine Fehler in der Liste drin sind, aber es ist ein Anfang :slight_smile:

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dazu hier ein Video zu Trump, das die besten Erklärungsansätze bietet, die ich dazu gehört habe.

Kernsatz: Trump bietet keine Politik an, sondern Identität.
Deswegen sind Themen, Lösungen, Fehler, sinnlose politische Aktionen völlig egal.
Deswegen gibt es aber auch wohl keine politischen Mittel gegen solche Leute.
Es geht nicht um Politik!

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Eine sehr kluge Analyse. Das ist Führerkult. Wie schade, dass das Video plötzlich abbricht. Diese Dinge sind in der Psychologie bekannt, sie fasst das in Bezug auf Trump sehr gut verständlich und strukturiert zusammen. Ich finde nicht nur das mit der Identität wichtig, sondern zB das mit der Rache an Eliten ua., bei der sich die Leute bei Gewaltanwendung gut fühlen. (Das bekommen hier die Grünen stark ab.)
So weit wie mit Trump sind wir in Deutschland noch nicht. Diesmal.
Noch können wir gegensteuern. Nicht gegen die Fanatiker, aber viele lassen sich wohl noch zurückholen. Hoffentlich. Wenn sich erst ein Führerkult etabliert hat, wird es ungleich schwerer.

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Die Grünen haben das ja inzwischen auch für sich entdeckt.

Ist das wirklich der Schlüssel zum politischen Erfolg?

Das würde wirklich so Einiges erklären, natürlich insbesondere den Erfolg der AFD, aber auch die Reaktionen der Grünen darauf (hier zum Beispiel)

Von Anfang an. Die Sozialdemokraten schon vor 100 Jahren, die NSDAP gleichermaßen, plus Führerkult.

Das ist an sich nichts Neues, es kann positiv oder negativ sein. Im Falle Trump kommen noch die anderen beiden Faktoren hinzu, über die auch in dem Video gesprochen wurde: Revenge und Strong Man.

Hängt das nicht irgendwie zusammen?
Ist nicht die Hemmschwelle, sich notfalls auch Gewalt für eine Sache einzusetzen, mit der man sich identifiziert (im Extremfall ist das die eigenen Existenz), damit sie sich durchsetzt - bei der eigenen Existenz sichert der Gewalteinsatz genau diese in einigen Situationen, bei der man daher auch „Notwehr“ für sich reklamiert …

Die Stellschraube wäre dann also, ob das Spektrum, das uns von Parteien im Politischen, aber natürlich auch bei jeder anderen Gelegenheit von Institutionen oder auch von Einzelpersonen als Projektionsfläche möglicher Identifizierung angeboten werden, genau zu prüfen, und dann - in den allermeisten Fällen - zu verwerfen? Der „Trick“ bestünde darin, nicht den angesprochenen Emotionen aus der Mottenkiste der unbewussten (und vielleicht gar archaischen) eigenen Gefühlswelten unreflektiert zu folgen - sondern bewusst abzuwägen.

Mir hat letztens jemand erzählt, dass ihm bei Anti-AFD-Demos richtig einer abgeht und er sich dabei total gut fühlt. Er nimmt deshalb so oft es sein Terminkalender erlaubt, an ihnen teil.
Das fand ich sehr interessant. Das hat vermutlich auch mit Identitätsstiftung zu tun, ist aber für mich genau die Art der Polarisierung, die ich gern vermeiden möchte.

Mit Sachthemen kann man wohl kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken, das muss ich leider einsehen.

ich frage mich zunehmend, ob das überhaupt jemals möglich war.
Vielleicht haben wir uns das nur eingebildet.
Vor 1945 müssen wir nicht diskutieren, denke ich.
Und nachher?
War die Politik von 1950 bis 2000 von Sachthemen geprägt?
Unideologisch, rational, nüchtern?

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Ja, wahrscheinlich ist das so. Deshalb danke für die Erhellung.
Ich denke auch, dass einige Probleme im Privatleben damit in einem andern Licht erscheinen.
Die Identifikation mit irgendeiner Gruppe oder Organisation hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert.

ja, das wäre der Trick.
Wieviel % der Bevölkerung können das?
5? 10? 2?

Wäre ein interessantes Thema: Ist Sachpolitik überhaupt möglich?

Und was bedeutet das nun konkret?
Das akzeptieren, und wieder mal ein Apfelbäumchen pflanzen?
Einerseits natürlich schon - man kann doch aber zumindest versuchen, daran zu arbeiten, dass aus den 2-5 % mehr werden - vielleicht reicht es am Ende doch noch, wenn’s wirklich hart kommt.

Vielleicht müssen wir diesen Versuch sogar machen, auch wenn wir nicht mehr daran glauben - einfach, weil alles andere in die „Konsumagonie“ führt, der ich persönlich zumindest so lange wie möglich entgehen möchte, oder zumindest, um sich selbst treu zu bleiben (ohne dabei selbst ideologisch zu werden :slight_smile: .

Es gäbe noch die Möglichkeit, dies als gegeben hinzunehmen, und statt Sachpolitik ähnlich manipulativ zu agieren wie die AfD.
Das würde aber m.E. bedeuten, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben - in ständiger Gefahr, sich unbemerkt dem anzunähern, was man eigentlich ablehnt.

Wir hatten das an anderer Stelle schon mal unter dem Label „mehr Populismus wagen“.

Selbstkritisch merke ich, dass sich meine ablehnende Haltung dieser Überlegung gegenüber nichts geändert hat, obwohl es in dem damaligen Teil-Thread z.T. kurzfristig einleuchtend klang …

Zunächst dass ich jetzt besser verstehe, was dieses Identitätsgetue bei den Grünen soll. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich das gutheiße, aber wenn ich weiß, dass das eine gewisse Erfolgsquote hat, nehme ich es ernster.

das ist mir zu schnell.
Wenn wir der Meinung sind, dass es so ist, und zwar nicht nur bei Trump, sondern allgemein, würde ich das erstmal sacken lassen. Das wirft doch vieles über den Haufen, woran gerade die Grünen glauben.

Was das konkret bedeutet?
erstmal gibt es ein bessers verständnis davon, wie die welt funktioniert.
Dann die Erkenntnis, dass die AfD vermutlich nicht durch Sachpolitik zu besiegen ist (Trump sowieso nicht).
Weiterhin die Erkenntnis, dass der politische Erfolg auch der eigenen Partei nicht (nicht nur/ nicht überwiegend) von Sachpolitik abhängig ist.
Die Einsicht, dass der Wähler und der Mensch im allgemeinen an den entscheidenden Stellen nicht rational funktioniert.
Die Einsicht, dass es keinen Sinn macht, allzu idealistische Anforderungen an die Menschen zu stellen, weil sie die nicht erfüllen können und dann mit Ablehnung reagieren.
Unerreichbare Utopien sind kontraproduktiv.

Ich finde, das ist schon eine ganze Menge.

Und weil ich ahne, was jetzt kommt:

nein, ich will damit nicht sagen, dass wir uns ab sofort alle wie amoralische Schweine benehmen und es wie die AfD machen sollen :slight_smile: