Nein. Deine vier Möglichkeiten klingen zwar sehr logisch, aber sie verkleinern den Spielraum, der hoffentlich noch bleibt.
Wir, die EU, sind aktuell ein Protektorat der USA, ein Vasallenstaat, obwohl diese Bezeichnung eher für kleine Staaten gebraucht wird, die von einem großen abhängig sind. Dies Größenverhältnis galt für die einzelnen europäischen Staaten. Durch die Integration der EU ist es ein seltsames Konstrukt geworden, ein Übergang zu etwas Anderem. Die USA tun gegenwärtig alles, um die Integration der EU zu hintertreiben. Sie fordern von ihren Verbündeten auch Vasallentreue ein, hier von Südkorea:
Der Graben zwischen EU und USA weitet sich rapide. Die EU ist ein wirtschaftlicher Riese, mit einer Bevölkerung größer als die der USA. Ihr Gesellschaftsverständnis, Politikverständnis, Kulturverständnis und inzwischen auch ihr Wirtschaftsverständnis unterscheiden sich sich inzwischen deutlich von denen der USA. Das Regime der USA tritt inzwischen offen feindlich auf.
Insbesondere die ökologische Transformation wird von ihnen aktiv, teils mit Zwang hintertrieben. Der Plan ist offensichtlich, die EU in Abhängigkeit von amerikanischen Gaslieferungen zu bringen und zu halten. Das ist eine völlig andere Zukunft, in die wir gedrängt werden, als die, die wir wollen. Schließlich gibt es Beschlüsse und Programme auf EU-Ebene, die sich klar für die Transformation stark machen. Energieunabhängigkeit ist auch klar in unserem Interesse, unabhängig vom Klimawandel.
Auch in der technologischen Entwicklung divergieren die Vorstellungen beträchtlich, erkennbar an den Bemühungen der USA, die entsprechende Gesetzgebung der EU, wie Datenschutz , AI act, den digitalen Euro. usw zu kippen.
Die USA taumeln mit erschreckender Geschwindigkeit in einen Abgrund. Selbst wenn die Demokraten in den midterms hohe Gewinne einfahren sollten, es wird nie wieder wie früher. Und wir sind an sie gebunden.
China droht der EU nicht so offensichtlich, aber drängt so auf den Markt, dass viele europäische Unternehmen an ihre Grenzen kommen. Sie erweitern rasant ihre geopolitische Macht und planen dies langfristig. Ab der Hälfte des Jahrhunderts wird ihre Bevölkerung schrumpfen, und bis zum Ende werden sie wahrscheinlich unter die der EU sinken. Das wird eine erhebliche Herausforderung sein, ihre wirtschaftliche Dynamik wird sich wahrscheinlich deutlich abschwächen. Die Jahre bis zur Jahrhundertmitte werden sie möglicherweise auf ihrem Zenit sein.
Und dann gibt es noch Indien, Brasilien, Indonesien, die afrikanischen Staaten, Kanada, Australien usw. Die USA versuchen, ihren Einfluss global zu halten und auszubauen, aber es gibt viele aktuelle und mögliche Verbündete für die EU.
Was also tun?
Wie bei einer dreckigen Scheidung: Es gibt Verluste. Man bleibt in einigen Punkten verbunden, in anderen sucht man sich neue Partner und reaktiviert alte Freundschaften, in anderen Bereichen wird man selbstgenügsam, und es gibt Bereiche, in denen man aufblüht.
Dh übersetzt: Es wird ein Gemisch verschiedener Optionen. In Bezug auf Erneuerbare Energien und Elektrifizierung der Wirtschaft haben wir mit China große Überschneidungen. Beim Militär und der Ausrüstung werden wir noch eine Weile an den USA hängen, mit Bestrebungen, uns schnell unabhängig zu machen und vor allem eine europäische Kommandostruktur aufzubauen. In den neuen Technologien wird sich der Konflikt mit den USA wohl verschärfen, und die Trennung könnte wirklich weh tun. Kulturell könnten wir von der Trennung profitieren.
Das mag ein bisschen aussehen wie deine Option a, aber niemanden brauchen gibt es nicht. Es geht darum, ein kluges Geflecht von wechselseitigen Abhängigkeiten aufzubauen, das Entwicklung zulässt und flexible Reaktionen auf Druck oder Ausfälle zulässt.